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Syntaktische Erscheinungen des gesprochenen Italienisch

Title: Syntaktische Erscheinungen des gesprochenen Italienisch

Term Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Petra Jecker (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Summary Excerpt Details

Die Art sprachlicher Kommunikation (kommunikative Nähe/Distanz) hängt ab von außersprachlichen Bedingungen, verschiedenen Kontexttypen und konzeptionellen Faktoren wie Planungsaufwand, Vorläufigkeit/Endgültigkeit usw. Es handelt sich dabei um universale Aspekte, die nicht an eine einzelne Sprache gebunden sind. In diesem Sinne verfügt ‚gesprochene Sprache’ auch über universale Merkmale, durch die sie sich als Nähesprache gegenüber der Distanzsprache auszeichnet.
Universale Merkmale können in den einzelnen Sprachen unterschiedlich realisiert werden. Natürlich ist die Realisierbarkeit auch von der Existenz entsprechender Kategorien in einer Einzelsprache anhängig.
Diese Arbeit befasst sich mit universalen Merkmalen gesprochener Sprache im syntaktischen Bereich und ihren Realisierungen im Italienischen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Universale Merkmale gesprochener Sprache

2 Syntaktische Erscheinungen als Reflexe des Formulierungsvorgangs

2.1 Kongruenz-Schwächen

2.2 Planänderungen in der Formulierung

3 Syntaktische Erscheinungen mit semantisch-pragmatischer Motivation

3.1 ‚Constructio ad sensum’

3.2 Engführungen

3.3 Unvollständige Sätze

3.3.1 Ungesättigte Valenz

3.3.2 Holophrastische Äußerungen

3.3.3 Aposiopesen

3.4 Segmentierungserscheinungen und Thema-Rhema-Abfolge

3.4.1 Verblose Informationsblöcke

3.4.2 Absolute Rahmensetzung

3.4.3 Freies Thema

3.4.4 Linksversetzung und Rechtsversetzung

3.5 Parataxe und Hypotaxe

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht universale Merkmale gesprochener Sprache im syntaktischen Bereich und deren spezifische Realisierung im Italienischen. Ziel ist es, syntaktische Phänomene des Nähesprechens, wie sie durch den Formulierungsvorgang oder semantisch-pragmatische Motivation entstehen, strukturiert zu beschreiben.

  • Universale Merkmale gesprochener Sprache und deren Abgrenzung zur Distanzsprache.
  • Syntax als Reflex des spontanen Formulierungsvorgangs (z.B. Kongruenz-Schwächen, Anakoluth).
  • Syntax mit semantisch-pragmatischer Motivation (z.B. Constructio ad sensum, Holophrasierung).
  • Segmentierungserscheinungen und die Gestaltung von Thema-Rhema-Abfolgen.
  • Strategien der Satzverknüpfung wie Parataxe und Hypotaxe im Nähediskurs.

Auszug aus dem Buch

3.3.2 Holophrastische Äußerungen

In holophrastischen Äußerungen fehlen alle Konstituenten bis auf die, welche entscheidend für die Äußerungsabsicht sind.

Aus pragmatischer Sicht besteht eine ‚vollständige’ Äußerung aus einem Thema und einem Rhema (andere Bezeichnungen sind z.B. ‚topic’ und ‚comment’). Mit Thema ist in diesem Zusammenhang der ‚Aussagegegenstand’ gemeint, das, worum es bei der Äußerung geht. Das Rhema dagegen ist das ‚Aussageziel’, es schreibt dem Thema „eine Eigenschaft zu oder ordnet es in einen Sachverhalt ein“ (Stark 1997:38).

Unter diesem Gesichtspunkt fehlt in holophrastischen Äußerungen alles thematische und es wird nur das Rhema der Aussage verbalisiert. Karl Bühler spricht hier von der „Diakrise“, von einer Entscheidung, die „zwischen mehreren Möglichkeiten getroffen werden soll und bequem durch ein eingestreutes Wort getroffen werden kann“ (Bühler 21965:156). Das Thema braucht in bestimmten Situations- und Handlungskontexten nicht verbalisiert zu werden, da es sich aus diesen von selbst ergibt. So braucht jemand an einem Fahrkartenschalter dem Verkäufer nicht zu sagen, d a s s er eine Fahrkarte kaufen möchte (Thema), es genügt, wenn er ihm mitteilt, w a s f ü r e i n e Fahrkarte er haben möchte (Rhema). Bühler nennt dies auch den „empraktischen Gebrauch von Sprachzeichen“ (Bühler 21965:158).

Das folgende fingierte Beispiel stellt eine solche Situation dar. Alle Äußerungen des Käufers (A) und Verkäufers (B) sind holophrastisch:

(8) A: Uno di seconda classe per Firenze.

B: Di andata e ritorno?

A: No, di sola andata.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Universale Merkmale gesprochener Sprache: Einführung in die Differenz zwischen Nähe- und Distanzsprache sowie die Definition von Syntax als Kombinatorik sprachlicher Zeichen.

2 Syntaktische Erscheinungen als Reflexe des Formulierungsvorgangs: Analyse rein syntaktischer Phänomene, die primär aus der geringen Planungszeit in Nähediskursen resultieren, wie Kongruenz-Schwächen und Planänderungen.

3 Syntaktische Erscheinungen mit semantisch-pragmatischer Motivation: Untersuchung von Phänomenen, bei denen neben dem Formulierungsvorgang semantische oder pragmatische Faktoren die Syntax beeinflussen.

4 Zusammenfassung: Rekapitulation der Einteilung syntaktischer Phänomene und der Faktoren, die ihre Realisierung im Italienischen begründen.

Schlüsselwörter

Gesprochenes Italienisch, Nähesprache, Distanzsprache, Syntax, Formulierungsvorgang, Kongruenz-Schwächen, Anakoluth, Constructio ad sensum, Unvollständige Sätze, Holophrastische Äußerungen, Thema-Rhema-Abfolge, Segmentierungserscheinungen, Parataxe, Hypotaxe, Che polivalente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den syntaktischen Besonderheiten der gesprochenen italienischen Sprache im Vergleich zur Distanzsprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen Phänomene, die durch den spontanen Formulierungsvorgang, semantische Motivation oder pragmatische Anforderungen im Nähediskurs entstehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist eine präzise Beschreibung und Systematisierung jener syntaktischen Erscheinungen, die als typisch für die gesprochene Sprache gelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine strukturierte deskriptive Analyse auf Basis der Konzepte von Koch/Oesterreicher und Elisabeth Stark, um syntaktische Phänomene in Kategorien einzuteilen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in rein syntaktisch bedingte Phänomene (Reflexe des Formulierungsvorgangs) und solche, die durch semantisch-pragmatische Motivation beeinflusst sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nähesprache, Syntax, Formulierungsvorgang, Segmentierungserscheinungen und die verschiedenen Arten der Satzverknüpfung wie Parataxe und Hypotaxe.

Was versteht man unter dem ‚che polivalente’ im Italienischen?

Es handelt sich um ein nähesprachliches Phänomen, bei dem die Konjunktion 'che' keine spezifische semantisch-logische Relation festlegt, sondern die Relation aus dem situativen Kontext erschlossen wird.

Wie unterscheidet sich die ‚absolute Rahmensetzung’ vom ‚freien Thema’?

Bei der absoluten Rahmensetzung gibt es keine formale syntaktische Verbindung zum Folgesatz, während das freie Thema durch ein koreferentes Element (z.B. ein Pronomen) im Folgesatz eingebunden ist.

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Details

Title
Syntaktische Erscheinungen des gesprochenen Italienisch
College
University of Cologne  (Romanisches Seminar)
Course
Gesprochenes Italienisch in Geschichte und Gegenwart
Grade
1
Author
Petra Jecker (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V140538
ISBN (eBook)
9783640475575
ISBN (Book)
9783640475490
Language
German
Tags
Italienische Sprache gesprochenes Italienisch Syntax Italienisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Jecker (Author), 2001, Syntaktische Erscheinungen des gesprochenen Italienisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140538
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