Es wird angenommen, dass die Stadt Pompeji im I. Jahrhundert unserer Zeitrechnung untergegangen ist und danach über 1500 Jahre unter einer Decke aus vulkanischer Asche und Bimsstein begraben lag, bis im Jahre 1592 Domenico Fontana bei Kanalbauarbeiten einige Inschriften und Marmortafeln entdeckte, die indirekt auf die Lage der antiken Stadt wiesen. In dem vorliegenden Artikel werden die Beweisgründe zugunsten einer anderen Hypothese angeführt, nämlich dass Pompeji erst nach der Fertigstellung des Kanals verschüttet wurde, und dass dieser in einer zwar halbverfallenen, aber noch von vulkanischer Asche freien Stadt gebaut wurde. Der Artikel präsentiert die bisher nur teilweise im Internet publizierten Ergebnisse einer Vor-Ort-Untersuchung des Autors und vertritt seine Meinung, dass die Stadt Pompeji, die im Laufe der letzten 200 Jahren von Archäologen ausgegraben wird, erst 1631 beim Ausbruch des Vesuvs letztendlich untergegangen ist.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Entdeckung von Pompeji
Wasserleitung des Domenico Fontana
Resultate
Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hypothese, dass die Stadt Pompeji nicht im Jahr 79 n. Chr., sondern erst infolge des Vesuvausbruchs im Dezember 1631 untergegangen ist. Durch die Analyse des Sarnokanals des Architekten Domenico Fontana und historischer Quellen wird die bisherige Datierung des Untergangs infrage gestellt.
- Historische Analyse des Vesuvausbruchs von 1631
- Untersuchung der Wasserleitung von Domenico Fontana als Beweisgrund
- Kritische Hinterfragung der klassischen Datierung (79 n. Chr.)
- Auswertung zeitgenössischer Dokumente und archäologischer Befunde
- Vergleich von topografischen Karten des 15. bis 17. Jahrhunderts
Auszug aus dem Buch
Wasserleitung des Domenico Fontana
Die unterirdische Galerie beginnt im Bereich des Stadttores von Sarno. In Regio III, Insula 7 (hier und weiter wird das Italienische Gebäudeverzeichnis von Pompeji verwendet) befindet sich ihr erster Brunnen (A), der angeblich aus Sicherheitsgründen von Passanten durch einen zwei Meter hohen Zaun abgeschirmt ist (s. Abb. 3). Der nächste Brunnen (B) mit eiserner Gitterdeckel ist beim Fußweg der „Straße des Überflusses“ (Via dell’ Abbondanza) gut sichtbar.
Unter dem östlichen Ende von Via dell’ Abbondanza verlaufend, wo das Pflaster sichtbare Spuren einer gestörten Oberfläche entlang der Route des Kanals aufweist, überquert der Kanal für die Touristen geschlossene Regio II, Insula 5, auf dem sich ein Experimentalgarten befindet. Die Ausgrabungen in diesem Viertel wurden im zwanzigsten Jahrhundert durchgeführt, aber aus irgendeinem Grunde wurde es von Lapillen nicht vollständig befreit. Hier, hinter einer hohen Wand, befindet sich der dritte Brunnen der Wasserleitung (C) und man kann praktisch sofort in einer Entfernung von 20 Meter einen seltsamen Bau, der einer Wassermühle ähnlich ist, sehen (D). Archäologin Liselotte Eschebach nennt diesen Bau «Bourbonisches Wasserwerk» [sic!]. Leider belegte sie diese ihre Behauptung auf keine Weise.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einleitung in die Problematik der Vesuvausbrüche und Vorstellung eines historischen Epigramms, das Pompeji als Opfer des Ausbruchs von 1631 nennt.
Entdeckung von Pompeji: Beschreibung der zufälligen Auffindung der Stadt durch Roque Joaquín de Alcubierre und der Rolle von Domenico Fontana beim Bau eines Kanals durch das Stadtgebiet.
Wasserleitung des Domenico Fontana: Detaillierte Analyse des Verlaufs und der baulichen Merkmale der unterirdischen Wasserleitung innerhalb der antiken Stadt.
Resultate: Zusammenfassung der Befunde, die darauf hindeuten, dass der Kanal in einem Tagebau-ähnlichen Verfahren durch ein bereits existierendes, aber zum Teil verfallenes Stadtgebiet errichtet wurde.
Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen Datierung des Untergangs von Pompeji und Einordnung historischer Quellen sowie zeitgenössischer Karten.
Schlüsselwörter
Pompeji, Datierung, Vesuvausbruch, Domenico Fontana, Sarnokanal, Vesuv, 1631, Archäologie, Wasserleitung, Historische Quellen, Vulkanismus, Tabula Peutingeriana, Kampanien, Stadtgeschichte, Ruinen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die historische Datierung des Untergangs von Pompeji und stellt die Hypothese auf, dass die Stadt nicht bereits im 1. Jahrhundert, sondern erst 1631 durch einen Vesuvausbruch zerstört wurde.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die historische Hydrographie (Sarnokanal), die Interpretation antiker Dokumente, die Analyse von Kartenmaterial des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die bauliche Beschaffenheit von Pompeji zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob die Stadt Pompeji erst nach der Fertigstellung des Sarnokanals im 17. Jahrhundert durch den Vesuvausbruch von 1631 unterging, statt wie bisher angenommen im Jahr 79 n. Chr.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor stützt sich auf eine interdisziplinäre Untersuchung, bestehend aus Vor-Ort-Analysen des Kanalsystems, der Auswertung historischer Epigramme und Berichte sowie dem Vergleich mit zeitgenössischem Kartenmaterial.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden der Bau des Sarnokanals durch Domenico Fontana, die räumliche Verteilung der Brunnen innerhalb von Pompeji und die Beweise für eine Besiedlung der Stadt bis in das 17. Jahrhundert hinein behandelt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Pompeji, Datierung, Vesuvausbruch, Sarnokanal und Domenico Fontana definiert.
Welche Rolle spielt Domenico Fontana bei der Argumentation?
Fontana baute im späten 16. Jahrhundert einen Kanal durch Pompeji; der Autor argumentiert, dass dieser Bau ohne die Zerstörung der Infrastruktur durch einen massiven Ausbruch im Jahr 1631 kaum erklärbar wäre.
Wie wird das Epigramm an der Villa Faraone Mennella gedeutet?
Das Epigramm wird als zeitgenössisches Zeugnis gewertet, da es Pompeji explizit in der Liste der Opfer des Vesuvausbruchs von 1631 führt.
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- Dipl. - Ing. (TU) Andreas Tschurilow (Author), 2009, Die Besonderheiten der Wasserleitung von Domenico Fontana (Sarnokanal) und das Datum des Untergangs von Pompeji, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140554