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Pläne für Leningrad und militärische Entscheidung bis zum Winter 1941

Title: Pläne für Leningrad und militärische Entscheidung bis zum Winter 1941

Seminar Paper , 1998 , 16 Pages , Grade: 1

Autor:in: Miriam Riekenberg (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Einleitung

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 gilt noch heute, nach über 55 Jahren, als "empfindliche historische Belastung für das Zusammenleben beider Staaten."(1)
Fast zwei Jahrzehnte lang, zwischen dem Rapallo-Vertrag und dem deutsch-russischen Nichtangriffspakt, hatte besonders die wirtschaftliche Zusammenarbeit für eine gute Beziehung gesorgt. So scheint es gerade aus diesem Grund verwunderlich, warum Adolf
Hitler(2) die UdSSR angriff.
Um die damaligen Tatbestände sicher rekonstruieren zu können, ist man zunächst von den überlieferten Quellen abhängig. Dazu gehören neben den beiden Schriften Hitlers "Mein Kampf" und "Hitlers Zweites Buch" "Die Tagebücher von Joseph Goebbels", "Die Wehrmachtsberichte 1939-1945" sowie die Urkunden- und Dokumentensammlung "Ursachen und Folgen". Quellen sind folglich zwar ausreichend vorhanden, sie bringen bezüglich ihres Aussagewerts jedoch Schwierigkeiten mit sich: Zum einen variieren die von Hitler selbst getroffenen Aussagen stets je nach Zuhörer und Anlaß(3), so daß man zwischen Taktik und Argument streng unterscheiden muß, um sich gelegentlich auftretende
Widersprüche erklären zu können. Zum anderen besaßen besonders die Berichte der Wehrmacht auch propagandistische Funktionen: Die militärische Lage scheint oftmals verschönert, und die größten Verluste habe stets der "Feind" erlitten.
[...]
______
1 Überschär/ Wette (1983), 9.
2 Im folgenden nur noch Hitler.
3 Vgl. Tauber (1992), 169f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ostpolitik in "Mein Kampf" und "Hitlers Zweitem Buch"

2.1 Hitlers Äußerungen in der Diskussion der modernen Forschung

3. Die militärische Entscheidung von Leningrad bis zum Winter 1941

4. Die Bewertung der Pläne Hitlers

5. Nachwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologischen und strategischen Beweggründe Adolf Hitlers für den Überfall auf die Sowjetunion, mit einem besonderen Fokus auf die Pläne bezüglich Leningrads und die militärische Entscheidung bis zum Winter 1941. Dabei wird kritisch beleuchtet, inwieweit Hitlers wirtschaftliche und rassentheoretische Konzepte mit der Realität des Krieges korrespondierten.

  • Analyse der nationalsozialistischen Ostpolitik-Doktrin in Hitlers Schriften.
  • Untersuchung der militärischen Operationen gegen Leningrad bis Ende 1941.
  • Bewertung der ökonomischen Fehlkalkulationen und der Hungerblockade als Kriegsmittel.
  • Diskussion der modernen historischen Forschung zur Motivation des deutschen Angriffskrieges.
  • Kontrastierung der deutschen Besatzungspläne mit dem tatsächlichen Verlauf des Krieges.

Auszug aus dem Buch

Die militärische Entscheidung von Leningrad bis zum Winter 1941

Am 22. Juni 1941 griffen die Deutschen die UdSSR ohne eine vorherige Kriegserklärung an. Bereits nach drei Wochen erreichten sie die Luga-Linie, die 200 km südlich von Leningrad verläuft. Weitere sechs Wochen benötigten die Truppen allerdings, um in Leningrads Außenbezirk einzudringen, da sie auf extrem harten Widerstand durch die sowjetische Bevölkerung stießen: Am 4. Juli wurde die 1. Opoltschenije-Division an die Front geschickt, eine freiwillige Volkswehr. Zudem errichteten die Russen mehrere Verteidigungslinien, die den Deutschen zwangläufig Einhalt gebot. Durch einen erfolgreichen Gegenangriff von sowjetischer Seite am 14.-18. Juli an der südlichen Luga-Linie kam es sogar zu einem kurzen Lichtblick für die Russen. Über diesen "feindlichen" Sieg wurde in den Wehrmachtsberichten jedoch nichts erwähnt. Die Eintragungen lassen stets planmäßiges Fortschreiten verlauten oder informieren über die "Künste" eines Oberstleutnants, der fünf Sowjetflugzeuge abschoß.

Am 8. August startete die deutsche Offensive gegen Leningrad. Knapp zwei Wochen später stießen Hitlers Truppen südwestlich der Stadt zum Finnischen Meerbusen vor und südöstlich zum Ladogasee, was die Leningrader eine Einkesselung befürchten ließ. Am selben Tag, dem 21. August, kam es außerdem zu einer entscheidenden Errungenschaft der Deutschen: Mit der Einnahme Tschudowos unterbrachen sie eine der wichtigsten Eisenbahnlinien zwischen Moskau und Leningrad. Als ca. eine Woche später auch Mga von deutschen Truppen besetzt wurde, womit die letzte Eisenbahnstrecke als Verbindung von Leningrad zum übrigen Land abgeschnitten wurde, mußte die russische Bevölkerung bereits arg um eine ausreichende Lebensmittelversorgung bangen. Das linke Newa-Ufer, einschließlich Schlüsselburgs, befand sich ebenso bereits unter deutscher Besatzung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik des deutschen Überfalls auf die UdSSR ein und hinterfragt die Quellenlage sowie die Motivation Hitlers vor dem Hintergrund der "Theorie von Rasse, Volk und Raum".

2. Die Ostpolitik in "Mein Kampf" und "Hitlers Zweitem Buch": Dieses Kapitel analysiert Hitlers außenpolitische Grundkonzepte, insbesondere das Streben nach Lebensraum im Osten und die Vernichtung des "jüdischen Bolschewismus".

2.1 Hitlers Äußerungen in der Diskussion der modernen Forschung: Der Abschnitt diskutiert unterschiedliche wissenschaftliche Positionen zur Kontinuität und Bedeutung der Lebensraum-Ideologie innerhalb der NS-Kriegspolitik.

3. Die militärische Entscheidung von Leningrad bis zum Winter 1941: Hier wird der Verlauf der deutschen Offensive gegen Leningrad detailliert dargestellt, wobei der Widerstand der sowjetischen Bevölkerung und die katastrophale Versorgungslage im Zentrum stehen.

4. Die Bewertung der Pläne Hitlers: Das Kapitel analysiert die ökonomischen Kalkulationen und Fehlentscheidungen der deutschen Führung, die letztlich zur Stagnation des Vormarsches führten.

5. Nachwort: Das Nachwort zieht ein Fazit über Hitlers taktisches Vorgehen und stellt fest, dass er sowohl die militärischen Möglichkeiten Russlands unterschätzt als auch die eigenen ökonomischen Voraussetzungen überschätzt hatte.

Schlüsselwörter

Adolf Hitler, Unternehmen Barbarossa, Leningrad, Ostpolitik, Lebensraum, Zweiter Weltkrieg, Sowjetunion, Wehrmacht, Hungerblockade, Nationalsozialismus, Bolschewismus, Kriegsführung, Besatzungspolitik, Rassenideologie, Militärgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen und den militärischen Entwicklungen des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, mit einem speziellen Fokus auf die Belagerung von Leningrad im Jahr 1941.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die nationalsozialistische Ideologie (insbesondere die Lebensraum-Theorie), die militärischen Planungen gegenüber der UdSSR sowie die Diskrepanz zwischen Hitlers Plänen und der kriegerischen Realität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu analysieren, wie Hitlers politische Visionen den Überfall motivierten und warum das militärische Vorgehen, insbesondere im Raum Leningrad, trotz anfänglicher Erfolge scheiterte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, wobei zeitgenössische Dokumente wie "Mein Kampf" und Wehrmachtsberichte mit moderner historischer Forschung in einen kritischen Vergleich gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die ideologische Basis der Ostpolitik dargelegt, gefolgt von einer detaillierten chronologischen Schilderung der militärischen Operationen gegen Leningrad und einer kritischen Bewertung der ökonomischen Planungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Lebensraum", "Unternehmen Barbarossa", "Aushungerung", "Wehrmacht" und "Sowjetunion".

Warum wird Leningrad in der Arbeit gesondert betrachtet?

Leningrad dient als Fallbeispiel, an dem sich die ideologische Zielsetzung der Zerstörung und die realen militärischen sowie logistischen Schwierigkeiten der deutschen Wehrmacht besonders deutlich aufzeigen lassen.

Wie bewertet die Autorin Hitlers Einschätzung der wirtschaftlichen Lage?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Hitler die ökonomischen Möglichkeiten Russlands massiv überschätzte und die Planung der wirtschaftlichen Ausbeutung auf realitätsfremden Annahmen basierte.

Welche Rolle spielt die "Hungerblockade" in der Analyse?

Die Hungerblockade wird als direkte Folge des gescheiterten Sturmangriffs auf Leningrad thematisiert, die zu einer humanitären Katastrophe führte, jedoch gleichzeitig die deutsche Logistik und Rüstungsproduktion vor unlösbare Probleme stellte.

Was schlussfolgert die Arbeit über den Ausgang des Vormarsches?

Das Scheitern des Vormarsches wird primär auf den unerwartet starken Widerstand der Bevölkerung, die mangelnde Weitsicht der Führung und die eklatante Fehleinschätzung der russischen Ressourcen durch Hitler zurückgeführt.

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Details

Title
Pläne für Leningrad und militärische Entscheidung bis zum Winter 1941
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar
Grade
1
Author
Miriam Riekenberg (Author)
Publication Year
1998
Pages
16
Catalog Number
V1406
ISBN (eBook)
9783638108737
Language
German
Tags
Leningrad Rußland 2. Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Riekenberg (Author), 1998, Pläne für Leningrad und militärische Entscheidung bis zum Winter 1941, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1406
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