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Jagd im theologischen und ethischen Diskurs

Untersuchung der theologisch-ethischen Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough in Hinblick auf die Legitimität der Jagd und dem Töten von Tieren

Título: Jagd im theologischen und ethischen Diskurs

Tesis (Bachelor) , 2023 , 49 Páginas

Autor:in: Jan Fricke (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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Es scheint, als wäre es für Jagende heutzutage umso wichtiger, ihren „Ehrenschild“ hochzuhalten, da sich Jagende in unserer Zeit mehr denn je für ihre Jagdpraxis nicht nur ethisch, sondern vermehrt auch theologisch rechtfertigen müssen. Dabei zeigt das Gedicht von Riesenthal den Jagenden, worauf es bei einer waidgerechten Jagd auf folgendes ankommt: Schutz des Wildes, Hege und ehrenvoller Umgang gegenüber dem Geschöpf aus Respekt vor Gottes Schöpfung.

Aus dem Grunde der besonders in den letzten Jahren vermehrt auftretenden Forderung, sich für ihre Jagdpraxis ethisch und theologisch zu rechtfertigen, untersucht diese wissenschaftliche Arbeit, ob und wie die Jagd und das damit verbundene Töten von Wildtieren in deutschen Revieren aus einer theologisch-ethischen Perspektive gerechtfertigt sein kann. Dafür wird im Verlauf dieser Arbeit zunächst überprüft, wo und in welchem Zusammenhang Tiere in der Bibel vorkommen und welcher Stellenwert ihnen dabei eingeräumt wird. Anschließend wird überprüft, wie das Thema Jagd in der Bibel aufgegriffen wird, bevor die Verbindungen zwischen der Jagd und der Kirche aufgezeigt werden, sodass die Bedeutsamkeit der Thematik deutlich wird.

Nachdem die Relevanz aufgezeigt wurde, werden die tiertheologisch-tierethischen Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough, die mitprägend für die aktuellen Diskurse in diesem Themenbereich sind, dar- und gegenübergestellt. Abschließend wird aus den beiden Positionen abgeleitet, wie eine theologisch-ethisch vertretbare Jagdpraxis in Deutschland aussehen könnte.

Diese wissenschaftliche Arbeit ist dabei aus der Perspektive eines Jägers verfasst, der im späteren Verlauf auch seine eigene Jagdpraxis wiedergibt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung: Jagd und das Töten von Tieren in der Bibel und der Kirche

2.1 Über das Vorkommen und den Stellenwert von Tieren, der Jagd und Tiertötungen in der Bibel

2.1.1 Tiere und ihr Stellenwert in der Bibel und Theologie

2.1.2 Jagd und Tiertötung in der Bibel

2.2 Wie wird die Thematik der Jagd und des Tötens von Tieren in den Kirchen aufgegriffen?

2.2.1 Positionierung kirchlicher Vertreter und der Kirche zur Jagd und dem Töten von Tieren im geschichtlichen Verlauf

2.2.2 Jagdausübung durch Geistliche

2.2.3 Jagdheilige und Jagdpatrone

3 Tiertheologische und tierethische Positionen zur Jagd und dem Töten von Tieren

3.1 Die Position von Simone Horstmann

3.1.1 Horstmanns tiertheologische und tierethische Position

3.1.2 Horstmanns Gründe für die Ablehnung der Jagd

3.2 Die Position von David Clough

3.2.1 Zentrale Punkte der Tiertheologie Cloughs

3.2.2 Cloughs theologische Tierethik bezogen auf die Jagd

3.3 Vergleich Horstmanns und Cloughs Position

4 Fazit: Wie kann Jagd ethisch und theologisch vertretbar sein?

4.1 Mein persönlicher Blick auf die Jagd und meine jagdliche Praxis

4.2 Wie könnte eine theologisch und ethisch vertretbare Jagd in Anlehnung an Clough und Horstmann heute aussehen?

4.3 Persönliche Folgerungen aus der Auseinandersetzung mit der Thematik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie die Jagd sowie das damit verbundene Töten von Tieren vor dem Hintergrund tiertheologischer und tierethischer Positionen aus christlicher Sicht ethisch und theologisch gerechtfertigt werden können, indem die Ansätze von Simone Horstmann und David L. Clough analysiert und mit der Praxis eines Jägers in Deutschland in Beziehung gesetzt werden.

  • Theologisches Verständnis des Mensch-Tier-Verhältnisses und der Schöpfung
  • Kritische Analyse der Jagdpraxis und Fleischgewinnung
  • Vergleich der ethischen Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough
  • Reflexion über die Vereinbarkeit von Jagdpassion und ethischer Verantwortung

Auszug aus dem Buch

3.1.1.1 Horstmanns Bild des Mensch-Tier-Verhältnisses

Horstmann nimmt einen Wandel in der menschlichen Lebenswelt, durch den Tiere immer mehr durch Ersatzmittel wie Stofftiere und Comicfiguren ersetzt werden, wahr. Parallel zum Verschwinden der Tiere aus der menschlichen Lebenswelt, erkennt Horstmann die Nähe der Beziehung der Menschen zu Tieren am deutlichsten in der Beziehung von Kindern zu Tieren. Indem Kinder an Tieren freundschaftliche Zuwendung, die bedingungslose Liebe und zugleich meist auch die ersten Erfahrungen der Verletzlichkeit des Lebens an und mit diesen machen.

Darüber hinaus hat sich nach Horstmann in der Gesellschaft besonders in den letzten Jahren ein gesteigertes Bewusstsein für das Verschwinden von Tieren aus der menschlichen Lebenswelt und für die Möglichkeit einer unwiederbringlichen Auslöschung vieler Tierarten entwickelt, welche die Menschen belastet. Den Grund der Belastung sieht Horstmann in dem Verhältnis des Menschen zu den Tieren. Der Mensch lebte immer in einer Umwelt, die auch Tiere beinhaltete und ist aus seiner Geschichte ein Inter-Spezies-Wesen, dass immer in vielfältigen Beziehungen zu den Tieren um ihn herum existierte. So sieht Horstmann es als Antwort des Menschen auf diese drohende Katastrophe an, dass viele neue Allianzen zwischen Mensch und Tier entstanden sind, um einer menschlichen Zukunft ohne (Wild-)Tiere entgegenzuwirken. Einen Grund in der Reaktion auf diese drohende Einsamkeit des Menschen verortet Horstmann in dem Selbstverständnis des Menschen in Bezug auf den Sinngehalt des Lebens, der sich radikal verändern würde, wenn wir ohne die Tiere leben müssten. Aus dieser Perspektive des Inter-Spezies-Wesens und vor dem Hinblick auf das friedvolle Zusammenleben von Mensch und Tier im Paradies, nimmt Horstmann einen schroffen Kontrast zu der in diesen Tagen von vielen Menschen alltagsweltlich gelebten Realität in der Beziehung zwischen Mensch und Tier wahr.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der theologisch-ethischen Rechtfertigung der Jagd ein, stellt die Zielsetzung dar und erläutert die Perspektive des Autors als Jäger.

2 Einführung: Jagd und das Töten von Tieren in der Bibel und der Kirche: Dieses Kapitel prüft biblische Bezüge zum Stellenwert von Tieren und der Jagd sowie die geschichtliche Entwicklung des kirchlichen Umgangs mit diesem Thema.

3 Tiertheologische und tierethische Positionen zur Jagd und dem Töten von Tieren: Hier erfolgt die detaillierte Analyse und Rekonstruktion der Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough zur Tiertheologie und Ethik, gefolgt von einem Vergleich beider Autoren.

4 Fazit: Wie kann Jagd ethisch und theologisch vertretbar sein?: Der Autor reflektiert seine eigene Praxis, setzt diese in Bezug zu den analysierten Theorien und zieht persönliche Folgerungen aus der Auseinandersetzung.

Schlüsselwörter

Jagd, Tierethik, Tiertheologie, Simone Horstmann, David L. Clough, Christliche Ethik, Schöpfung, Fleischkonsum, Schöpfungsethik, Tierleid, Waidgerechtigkeit, Mensch-Tier-Verhältnis, Naturschutz, Tierschutz, Erlösung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie die Jagd und das Töten von Tieren aus theologisch-ethischer Perspektive in Deutschland gerechtfertigt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Kerngebiete sind der biblische Stellenwert von Tieren, die tierethischen Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough, die kirchliche Tradition der Jagd sowie die praktische Anwendung dieser Theorien auf die heutige Jägerschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, eine Antwort auf die Frage zu finden, inwiefern eine theologisch und ethisch vertretbare Jagdpraxis unter Berücksichtigung moderner tiertheologischer Erkenntnisse möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und Rekonstruktion zeitgenössischer tiertheologischer Positionen sowie die Methode der persönlichen ethischen Reflexion und Anwendung auf die eigene jagdliche Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biblische und historische Analyse, die detaillierte Darstellung der Positionen von Horstmann und Clough, einen systematischen Vergleich dieser Positionen und eine kritische Auseinandersetzung anhand der eigenen Jagderfahrung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Jagdethik, Tiertheologie, Schöpfungsverantwortung, Christliche Tierethik, Fleischkonsum, Naturschutz und Gerechtigkeit gegenüber Mitgeschöpfen.

Worin liegt der Hauptkonflikt zwischen Simone Horstmann und David L. Clough bei der Bewertung der Jagd?

Während Horstmann die Tötung von Tieren grundsätzlich und moralisch ablehnt und eine stärkere Dichotomie zwischen menschlichem Handeln und tierischer Würde sieht, ist Clough differenzierter: Er hält die Jagd unter sehr spezifischen Bedingungen (Nahrungsnot, hoher Respekt vor dem Leben) für legitim, lehnt sie aber aus Sport- oder Luxusgründen kategorisch ab.

Wie integriert der Autor die Erkenntnisse von Horstmann und Clough in seine eigene Praxis?

Der Autor passt seine Praxis an, indem er auf den Abschuss von Jungtieren verzichtet, vermehrt auf Schießtraining setzt, Totschlagfallen durch Lebendfallen ersetzt und eine tiefere Würdigung der erlegten Tiere durch vollständige Verwertung und Respekt vor dem jagdlichen Brauchtum praktiziert.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Schöpfungstheologie bei?

Die Schöpfungstheologie bildet das Fundament, auf dem die Verantwortung des Menschen gegenüber Tieren ruht; der Mensch ist nicht Herrscher im Sinne egoistischer Machtansprüche, sondern berufener Schützer des durch Gott geschaffenen Lebens.

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Detalles

Título
Jagd im theologischen und ethischen Diskurs
Subtítulo
Untersuchung der theologisch-ethischen Positionen von Simone Horstmann und David L. Clough in Hinblick auf die Legitimität der Jagd und dem Töten von Tieren
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Autor
Jan Fricke (Autor)
Año de publicación
2023
Páginas
49
No. de catálogo
V1406110
ISBN (PDF)
9783346959911
ISBN (Libro)
9783346959928
Idioma
Alemán
Etiqueta
jagd diskurs untersuchung positionen simone horstmann david clough hinblick legitimität töten tieren
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jan Fricke (Autor), 2023, Jagd im theologischen und ethischen Diskurs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1406110
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