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John Stuart Mill - wirtschafts- oder sozialliberal ?

Title: John Stuart Mill - wirtschafts- oder sozialliberal ?

Term Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan Stoye (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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John Stuart Mill gilt heute als typischer Theoretiker der englischen Tradition von Freiheit im 19. Jahrhundert. Das ist auch der Konsens der aktuellen Forschung. Aber es gibt verschiedene Auffasungen darüber, wo Mill die Grenze zieht, zwischen den Interessen der Allgemeinheit und den Interessen des Einzelnen. Widersprüche werden vor allem in der Begründung des Ziels seiner Reformvorschläge gesehen. Die einen werfen ihm Elitedenken vor, das nur bürgerlicher Selbstschutz sei „gegen die politische Machtergreifung der Mehrheit der Arbeiter“. Der Ausschluss der Analphabeten und Fürsorgeabhängigen vom Wahlrecht lege eine besitzbürgerlich-individualistische Meßlatte an. Er wolle seine Freiheiten vor allem für die intellektuelle Elite, deren Nutzen für die Allgemeinheit er aber nicht begründe. Andere sehen bei Mill den Versuch eines „ehtischen Liberalismus“, woran er aber gescheitert sei, weil er Politische Ökonomie und Moral verbinden wolle. Mills Nationalökonmie ist die Weiterentwicklung des Homo Ökonomikus auf Grundlage von Adam Smith hin zum „cooperativ-man“ sagt Wiliam Stafford. Mills Betonung der erzieherischen Funktion der politischen Beteiligung und Kompetenzerwerb der Bürger wird als Sozialer Liberalismus gewertet. Der ginge sogar soweit, das Mill unter Umständen eine „Erziehungsdiktatur“ rechtferige. Gerade diese hohen Anforderungen an die Selbstentwicklung der Menschen kritisiert Adam Wolfson als fehlende Toleranz gegenüber den Schwächen der Menschen. Als Wegbereiter des Sozialismus wird er kristisiert und gleichzeitig von Libertären, wie Hayek gelobt. Die Vermeidung von Grausamkeiten, oberstes Gebot der Wirtschaftsliberalen, ist die wichtigste liberale Aufgabe bei Mill , meinen Gerald M.Mara and Suzanne L.Dovi. Die wissenschaftlichen Interpretationen gehen genaus so weit auseinander, wie die politische Lager, die Mills Erbe für sich in Anspruch nehmen. Die Fragstellung lautet deshalb: John Stuart Mill- Wirtschafts- oder sozialliberal? Besondere Berücksichtigung soll dabei das letztendliche Ziel, das Mill bei seinen Ausführungen vor Augen hat, finden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Freiheit bei John Stuart Mill

1.1. Der Begriff der Freiheit

1.2. Definition der der Freiheit

1.3. Freiheit des Einzelnen zum Vorteil aller Anderen

1.4. Gefahr für die Freiheit:„Tyrannei der Mehrheit“

2. Die beste Staatsform bei John Stuart Mill

2.1. Merkmale eines guten Staates

2.2. Die beste Regierungsform: Repräsentativverfassung

3. Die ökonomische Freiheit bei John Stuart Mill

3.1. Trennung von Produktion und Verteilung

3.2. Das Eigentum

3.3. Der Staat und der Markt

4. Mill´s Positionen in der Tradition des Liberalismus

5. Zusammenfassung: Mills kritisches Potential für moderne Demokratien

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Hausarbeit untersucht die politische Philosophie von John Stuart Mill mit dem Ziel, seine Positionierung zwischen wirtschaftsliberalen und sozialliberalen Strömungen zu klären und dabei die Bedeutung des Fortschrittsgedankens für moderne Demokratien herauszuarbeiten.

  • Freiheitsbegriff und die Abgrenzung zur "Tyrannei der Mehrheit"
  • Anforderungen an die ideale Repräsentativverfassung
  • Trennung von Produktion und Verteilung in der ökonomischen Theorie
  • Die Rolle des Privateigentums und des Staates in einer liberalen Ordnung
  • Mills Bedeutung für zeitgenössische demokratische Debatten

Auszug aus dem Buch

1.2. Prinzip und Begründung der Freiheit

„Dieses Prinzip lautet: Der einzige Zweck, der die Menschen, individuell oder kollektiv, berechtigt, in die Handlungsfreiheit eines der ihren einzugreifen, ist Selbstschutz. die einzige Absicht, um deretwillen Macht rechtmäßig über irgendein Mitglied einer zivilisierten Gemeinschaft gegen seinen Willen ausgeübt werden kann, ist die, eine Schädigung anderer zu verhindern.“3

Damit unterteilt Mill die Handlungen von Menschen in zwei Arten. In den Bereich der individuellen Freiheit fällt jede Handlung die hauptsächlich selbstbezogen ist und deren Folgen nur die eigenen Interessen berühren. Hier ist das Individuum völlig unabhängig und entzieht sich der sozialen Kontrolle. Anders sieht es bei der anderen Art von Handlungen aus. Diese berühren andere oder die Gesellschaft direkt oder fügen ihnen sogar einen Schaden zu. Hier greift die soziale Kontrolle und es gibt eine legitime Befugnis für den Eingriff der Gesellschaft in das Leben des Individuums.4

Dieser Eingriff kann durch Gesetze oder allgemeine Mißbilligung erfolgen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz in der wissenschaftlichen Rezeption von John Stuart Mill als sowohl elitarer Theoretiker als auch Wegbereiter eines ethischen Liberalismus.

1.Freiheit bei John Stuart Mill: Dieses Kapitel definiert Mills Freiheitsverständnis und erörtert die notwendigen Voraussetzungen sowie die Gefahr durch sozialen Konformitätsdruck.

2. Die beste Staatsform bei John Stuart Mill: Der Fokus liegt hier auf den Kriterien eines idealen Staates und der Ausgestaltung einer repräsentativen Regierungsform zur Förderung der Bürgerkompetenz.

3. Die ökonomische Freiheit bei John Stuart Mill: Das Kapitel analysiert die Trennung von Produktionsgesetzen und Verteilungsprinzipien sowie Mills differenzierte Sicht auf Privateigentum und Markt.

4. Mill´s Positionen in der Tradition des Liberalismus: Hier wird Mill in den Kontext der liberalen Ideengeschichte eingeordnet und seine Abgrenzung zu anderen Strömungen diskutiert.

5. Zusammenfassung: Mills kritisches Potential für moderne Demokratien: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Aktualität von Mills Gedanken zur Werteorientierung und Eigenverantwortung.

Schlüsselwörter

John Stuart Mill, Liberalismus, Freiheit, Tyrannei der Mehrheit, Repräsentativverfassung, Privateigentum, Produktion und Verteilung, Sozialliberalismus, Wirtschaftsliberalismus, Individuum, Selbstbestimmung, politischer Fortschritt, Partizipation, Marktwirtschaft, utilitaristische Wurzeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische und ökonomische Denken von John Stuart Mill, um seine Einordnung zwischen den Polen des wirtschaftlichen und sozialen Liberalismus zu prüfen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Mills Freiheitskonzeption, seine Ideen zu staatlichen Institutionen, das Verhältnis von Ökonomie und Moral sowie seine Kritik an kollektivistischen Tendenzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, Mills letztendliches Ziel bei seinen Reformvorschlägen zu identifizieren und zu hinterfragen, ob er primär wirtschaftsliberal oder sozialliberal argumentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politiktheoretische Analyse, die auf einer Literaturstudie von Mills Primärwerken sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Mills Begriff der Freiheit, die Anforderungen an eine ideale Staatsform, die ökonomischen Grundlagen sowie seine Stellung in der liberalen Tradition detailliert erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Freiheit, Tyrannei der Mehrheit, Repräsentativverfassung, Privateigentum und das kritische Potenzial für moderne Demokratien.

Warum lehnt Mill ein Wahlrecht für Analphabeten ab?

Mill fürchtet aufgrund der fehlenden Bildung Ignoranz und die Gefahr, dass uninformierte Massen die politischen Entscheidungen negativ beeinflussen könnten.

Wie unterscheidet Mill zwischen Produktion und Verteilung?

Er trennt die ökonomische Produktion, die Naturgesetzen unterliegt, von der moralischen und gesellschaftlichen Frage der Verteilung des Wohlstands, die politisch gestaltet werden kann.

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Details

Title
John Stuart Mill - wirtschafts- oder sozialliberal ?
College
Dresden Technical University  (Institut für Politikwisenschaften)
Grade
1,0
Author
Jan Stoye (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V14062
ISBN (eBook)
9783638195614
ISBN (Book)
9783638901451
Language
German
Tags
John Stuart Mill
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Stoye (Author), 2003, John Stuart Mill - wirtschafts- oder sozialliberal ?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14062
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