Da man oft hört, dass Medikamente oder Drogen in der Schwangerschaft schädlich sein sollen, aber man sich nicht wirklich intensiv mit der Thematik beschäftigt, ist es nicht verwunderlich, dass sich einige Frauen, die Suchtmittel konsumieren, nicht genug Gedanken über ihren Drogen- oder Medikamentenkonsum in der Schwangerschaft machen, wie sie es möglicherweise tun sollten.
Schon Aristoteles schrieb „Schwangere Frauen müssen für ihren Körper Sorge tragen, indem sie nicht untätig bleiben und nicht zu wenig essen. Ihr Gemüt aber sollen sie von Sorgen frei halten, denn das werdende Kind nimmt vieles von der es tragenden Mutter an, wie die Pflanzen von dem Erdreich, in dem sie wurzelt.“ (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt)
Im Umkehrschluss müssen wir davon ausgehen, dass die Auswirkungen von Drogen- und Medikamentenkonsum auf die Entwicklung des Kindes in der Schwangerschaft, aber auch im Verlauf des weiteren Lebens der betroffenen Kinder beträchtlich sind. In dieser Hausarbeit wird genau diese Problematik thematisiert: Zunächst versuche ich zu beziffern, wie viele Personen in Deutschland überhaupt betroffen sind.
Danach wird der aktuelle Forschungsstand und die verschiedenen Auswirkungen der genannten Substanzen beschrieben. Da viele drogenverursachte Erscheinungen bereits in der Pränatalzeit auftreten, beschäftigt sich diese Arbeit im letzten Teil mit den nachgeburtlichen Folgen von Drogenkonsum und versucht dann ein schlüssiges Fazit zu ziehen: Wo liegen die größten Probleme für Schwangere und deren Kindern und worauf sollten die Hilfeeinrichtungen besonders achten, um Mütter (ggf. auch Vätern) und vor allem den Kindern zu helfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Größe des Problems
3 Aktueller Forschungsstand
4 Die verschiedenen Auswirkungen diverser Substanzen
5 Nachgeburtliche Erscheinungen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen medizinischen und psychosozialen Auswirkungen von Drogen- und Medikamentenkonsum während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind sowie dessen weitere Lebensentwicklung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche spezifischen Risiken bestehen und wie Hilfeeinrichtungen Mütter und Kinder in diesen hochkomplexen Belastungssituationen unterstützen können.
- Statistische Erfassung und Problematik der Dunkelziffer bei drogenkonsumierenden Schwangeren
- Wissenschaftlicher Überblick zu physiologischen und psychosozialen Beeinträchtigungen
- Detaillierte Analyse substanzspezifischer Schädigungsmuster (Alkohol, Nikotin, legale und illegale Drogen)
- Untersuchung der nachgeburtlichen Abstinenzsymptomatik und Bindungsstörungen
- Ableitung von Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien
Auszug aus dem Buch
4 Die verschiedenen Auswirkungen diverser Substanzen
Da es sehr viele schädliche Substanzen gibt, welche in der Schwangerschaft zu Störungen oder Schäden führen, werden im ersten Teil dieses Kapitels die frei verkäuflichen Substanzen erläutert. Im Weiteren wird auf Substanzen eingegangen, welche eine ärztliche Verschreibung benötigen. Zum Ablschluss des Kapitels erfolgt die Betrachtung der Substanzen ,welche durch die Rechtslage wie auch aus ethischen Gründen (wie schon in Kapitel 3 angesprochen) nicht gut untersucht werden können und konnten.
Alkohol ist Ursache für die häufigste angeborene Fehlbildung und zeigt sich oft in der Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD). Die schwerste Form dieser Störung wird als Fetales Alkohol Syndrom (FAS) bezeichnet. Die Behinderung durch eine Fetale Alkoholspekrumstörung beruht auf vorgeburtlichen Hirnstörungen, welche dann oft noch durch Misshandlung und Vernachlässigung verstärkt werden. (Schindler und Hoff-Emden, S. 11) Schon während der Schwangerschaft gibt es Risiken beim akuten Entzug, da dieser Krampfanfälle, vorzeitige Wehen und einen intrauterineren (innerhalb der Gebärmutter stattfindenden) Kindstod hervorrufen kann. Auch während der Geburt kann es gegebenenfalls zu Folgen durch die angeborenen Fehlbildungen kommen. (Stachowske 2012, S. 96)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein und beleuchtet die medizinische sowie entwicklungspsychologische Tragweite von Drogenkonsum während der Schwangerschaft.
2 Größe des Problems: Dieses Kapitel quantifiziert das Ausmaß des Drogenkonsums bei Schwangeren in Deutschland und thematisiert die Schwierigkeiten bei der Erfassung belastbarer Daten.
3 Aktueller Forschungsstand: Es werden die physiologischen und psychosozialen Ebenen des Suchtproblems beleuchtet sowie methodische Herausforderungen und Forschungslücken in der bisherigen Wissenschaft analysiert.
4 Die verschiedenen Auswirkungen diverser Substanzen: Dieses Kapitel differenziert die gesundheitlichen Langzeitfolgen und akuten Risiken für das Kind, ausgehend von verschiedenen legalen, verschreibungspflichtigen und illegalen Suchtstoffen.
5 Nachgeburtliche Erscheinungen: Die Ausführungen konzentrieren sich auf das neonatale Abstinenzsyndrom (NAS) sowie die langfristigen Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Bindung und kindliche Verhaltensdefizite.
6 Fazit: Das Fazit fasst die medizinische Schwere der Problematik zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer engmaschigen psychosozialen Betreuung zur Sicherung des Kindeswohls.
Schlüsselwörter
Schwangerschaft, Drogenkonsum, Sucht, Fetales Alkoholsyndrom, FASD, Medikamentenabhängigkeit, neonatales Abstinenzsyndrom, Mutter-Kind-Bindung, Kindeswohl, Pränatale Entwicklung, Psychosoziale Auswirkungen, Entzugssymptomatik, Hirnschädigung, Suchtberatung, Langzeitfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die medizinischen und psychosozialen Auswirkungen, die der Konsum von Drogen und Medikamenten durch Mütter während der Schwangerschaft auf die Entwicklung ihrer Kinder hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die gesundheitlichen Folgen pränataler Suchtmittelexposition, die Problematik der Dunkelziffer bei Konsumentinnen, die nachgeburtliche Entzugssymptomatik sowie die Störungen der primären Mutter-Kind-Bindung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die schwerwiegenden physischen und psychischen Folgen für die betroffenen Kinder aufzuzeigen und die Herausforderungen für Hilfeeinrichtungen bei der Unterstützung dieser Familien zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung vorhandener Studien, Berichte des Bundesministeriums für Gesundheit sowie fachspezifischer Fachliteratur zum Thema Sucht und Schwangerschaft.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das statistische Ausmaß des Problems und der Stand der Forschung erörtert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Wirkung verschiedener Substanzen und der nachgeburtlichen Behandlung von Entzugserscheinungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD), Sucht, neonatales Abstinenzsyndrom, Kindeswohl und pränatale Traumatisierung geprägt.
Warum ist das Thema "Beikonsum" in der Forschung so problematisch?
Der Beikonsum erschwert laut dem Autor eine eindeutige Zuordnung von Untersuchungsergebnissen zu einer spezifischen Substanz, was bei vielen klinischen Studien die Validität der Ergebnisse beeinträchtigt.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen elterlicher Überforderung und der kindlichen Entwicklung?
Die durch Schuldgefühle und materielle oder psychische Probleme bei den Eltern ausgelöste Überforderung kann zu einem mangelnden Reizangebot oder unangemessenem Bindungsverhalten führen, was die synaptische Verschaltung und die Entwicklung des Säuglings negativ beeinflussen kann.
- Arbeit zitieren
- Philipp Zimmermann (Autor:in), 2019, Auswirkungen des Drogenkonsums werdender Mütter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1406213