Die Arbeit beschäftigt sich mit Erzählung und Erzählen in Theorie und Praxis, mit Erzählentwicklung und Schreibanlässen in der Grundschule.
Was ist eine Erzählung und wodurch ist sie gekennzeichnet? Das erste Kapitel der Arbeit untersucht hierfür unterschiedlich weit gefasste Begriffsdefinitionen. Es beginnt mit einer sehr eingeschränkten Definition der Erzählung von William Labov, um dann anschließend mögliche Ausweitungen des Begriffes zu betrachten.
Weiterhin richtet sich der Blick im ersten Teil der Arbeit auf differierende Ansätze in der Erzählforschung, mit jedoch immer wiederkehrenden gemeinsamen Fragestellungen. Darüber hinaus geht es um den Entwicklungsprozess von Erzähl- bzw. Schreibfähigkeit. Gedanken und Ergebnisse zur Erzählentwicklung anhand der Arbeiten von Dietrich Boueke et al. und Heiko Hausendorf / Uta M. Quasthoff werden vorgestellt und die Aussagekraft von Dietrich Bouekes Stufenmodell der Erzählentwicklung hinterfragt.
Der zweite Teil widmet sich dem schriftlichen Erzählen in der Grundschule. Motivation und Lernerfolg stehen hier im Mittelpunkt. Gibt es bestimmte Methoden der Vermittlung von Unterrichtsinhalten, die zum Lernerfolg führen und welche anderen Kriterien spielen hier noch eine Rolle?
Verschiedene Unterrichtsweisen – traditionelle Aufsatzdidaktik, freies Schreiben, Schreibanlässe – werden aufgegriffen und deren Vor- und Nachteile erläutert.
Im Zusammenhang mit den Unterrichtsmethoden und –mitteln wird immer wieder auf die Frage „Wie kann Motivation zum Schreiben geweckt und erhalten werden?“ eingegangen.
Abschließend setzt sich das zweite Kapitel mit Schreibanlässen (Schreibanregungen) auseinander. Es wählt einige Schreibanlässe aus, um sie unter den Gesichtspunkten, welchen Grad an Freiheit ein Thema zulässt und wie stark es Phantasie belebend sein kann, zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Erzählen – Erzählung
1.1. Forschungsansätze im Bereich des Erzählerwerbs
2. Schriftliches Erzählen in der Grundschule
2.1. Schreibanlässe
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Erzählen und Erzählungen sowie deren Anwendung und Entwicklung im Kontext der Grundschule, wobei ein besonderer Fokus auf die Rolle von Schreibanlässen und die Förderung der Schreibmotivation gelegt wird.
- Theoretische Begriffsbestimmung von Erzählen und Erzählungen
- Forschungsansätze zum Erwerb narrativer Fähigkeiten bei Kindern
- Methodische Ansätze für das schriftliche Erzählen in der Grundschule
- Analyse der Wirksamkeit verschiedener Schreibanlässe
- Bedeutung der Schreibmotivation und Diskursfähigkeit
Auszug aus dem Buch
1. Erzählen – Erzählung
Betrachtet man die Definition der Erzählung nach William Labov, dann ist diese eine sehr eng gefasste – auf Labovs Untersuchungen eingeschränkte Definition. In „Sprache im sozialen Kontext“ heißt es: „Wir definieren die Erzählung als eine Methode, zurückliegende Erfahrung verbal dadurch zusammenzufassen, daß eine Folge von Teilsätzen (clauses) eine Folge von Ereignissen zum Ausdruck bringt, die, wie wir annehmen, tatsächlich vorgefallen sind.“ Die Teilsätze erfahren untereinander eine temporale Verknüpfung, wobei eine Minimalerzählung eine Verknüpfung enthält. Eine voll entfaltete Erzählung weist in Labovs Modell folgende Elemente auf: Abstrakt (Worum handelt es sich?), Orientierung (Wer, Was, Wann, Wo?) Handlungskomplikation (Was passierte dann?), Evaluation (Was soll das Ganze), Resultat (Wie ging es aus?) und Koda (abschließende Bemerkung wie Das war´s). Hierbei muss angemerkt werden, dass nicht immer alle Strukturelemente notwendigerweise in einer Erzählung vorhanden sind - allerdings ist die Handlungskomplikation einer Erzählung wesentliches Merkmal - und dass sie nicht strikt in der aufgelisteten Reihenfolge erscheinen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Erzählforschung und das schriftliche Erzählen in der Grundschule ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
1. Erzählen – Erzählung: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Erzählen und Erzählung ausgehend von linguistischen Definitionen und beleuchtet verschiedene theoretische Perspektiven.
1.1. Forschungsansätze im Bereich des Erzählerwerbs: Hier werden unterschiedliche wissenschaftliche Herangehensweisen an den Erwerb narrativer Fähigkeiten bei Kindern, insbesondere die Stufenmodelle und interaktive Ansätze, diskutiert.
2. Schriftliches Erzählen in der Grundschule: Dieses Kapitel thematisiert die didaktischen Herausforderungen des Schreibunterrichts, vergleicht traditionelle und moderne Ansätze und unterstreicht die Wichtigkeit der Schreibmotivation.
2.1. Schreibanlässe: Hier werden verschiedene Arten von Schreibanlässen im schulischen Kontext analysiert und deren Einfluss auf die Schreibmotivation und die Fantasie der Kinder bewertet.
Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung individueller Ansätze bei der Gestaltung von Schreibanlässen in der Grundschule.
Schlüsselwörter
Erzählen, Erzählung, Grundschule, Schreibdidaktik, Erzählforschung, Schreibanlässe, Narrative Fähigkeiten, Schreibmotivation, Diskursfähigkeit, Schriftspracherwerb, Schreibhaltung, Interaktion, Textproduktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Definitionen von Erzählen und Erzählungen sowie der praktischen Umsetzung und Förderung des schriftlichen Erzählens im Grundschulunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Erzählforschung, der Erwerb narrativer Fähigkeiten bei Kindern, verschiedene Unterrichtsmethoden zum Schreiben sowie die Wirksamkeit von Schreibanlässen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen des Erzählens darzulegen und diese mit den Anforderungen und Möglichkeiten einer motivierenden Didaktik des schriftlichen Erzählens in der Grundschule zu verknüpfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und empirische Studien (z. B. von Labov, Boueke, Spitta) zusammenführt und kritisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe Erzählen und Erzählung definiert, danach werden Forschungsansätze zum Erzählerwerb diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Didaktik des schriftlichen Erzählens und der Rolle von Schreibanlässen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erzählforschung, Schreibdidaktik, narrative Fähigkeiten, Schreibmotivation, Diskursfähigkeit und das Konzept der Schreibanlässe.
Welche Kritik wird an traditionellen Aufsatzformen geübt?
Die traditionelle Aufsatzdidaktik wird kritisiert, da sie häufig zu stark strukturiert und einengend wirkt, was die natürliche Schreibfreude mindern und ein unproduktives Gefühl von Unsicherheit bei den Kindern erzeugen kann.
Welche Bedeutung haben Schreibkonferenzen?
Schreibkonferenzen dienen als Verfahren, bei dem Kinder ihre Texte gegenseitig besprechen, um ein Feedback für Überarbeitungen zu erhalten, was die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Text sowie die Diskursfähigkeit fördert.
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- MA Angela Exel (Author), 2002, Erzählen und Erzählung in Forschung und Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14069