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Leben, Werk und Spracheinordnung der Komödie „Le Tartuffe ou L´Imposteur“ von Molière

Title: Leben, Werk und Spracheinordnung der Komödie „Le Tartuffe ou L´Imposteur“ von Molière

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject French - Pedagogy, Literature Studies
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Summary Excerpt Details

[...] Um eine angemessene Einordnung des Stückes vornehmen zu können, skizziert diese Arbeit zunächst Molières Leben.
Durch die Offenlegung seiner Vita erhält man einen Eindruck über seine Vorstellung von einer gelungen Theaterinszenierung und seine Auffassung von gesellschaftlich, aktuellen Themen. Anschließend werden die „Querelles de Tartuffe“ der Jahre 1664- 1669 dargestellt, da die Nebenschauplätze des Stückes, also die Kämpfe der Kirche und der Kritiker mit dem Werk Molières, erheblich sind für die Entwicklung des „Tartuffes“, als auch für die
Persönlichkeitsentwicklung Molières.
Daran anschließend stellt diese Facharbeit die Sprachentwicklung im Frankreich des 17. Jahrhunderts dar und versucht einen Bezug herzustellen, inwieweit die Spracheingriffe (Sprachpurismus; „doctrine classique“) sich auf die Federführung Molières bemerkbar
machten und in welcher Weise sie im Werk „Le Tartuffe“ zum Ausdruck kamen. Im Hauptteil befasst sich die Arbeit mit der textimmanenten Analyse des „Tartuffe“ und versucht Auffälligkeiten im Sprachgebrauch aufzudecken und herauszustellen.
Eine zentrale Frage wird sein, wie Molière es vermochte, anhand der Sprache „Tartuffe“ der Heuchelei zu überführen und die Familie Orgons blenden zu lassen.
Des Weiteren werden bestimmte Charakteristika in der Sprachverwendung in Molières Werken herausgestellt und versucht einzuordnen. So findet man in etlichen Textstellen
Beispiele, die auf eine spezielle Fachkenntnis einer Materie (Fachsprache der Medizin, der Theologie und der Rechtswissenschaft) rückschließen lassen. Da die Verwendung von Fachsprachen im Zuge der Neugestaltungen verpönt war, ist es auffällig wie häufig er gerade diese „Sprachverbote“ in seine Werke mit einfließen ließ.
Abschließend wird die Frage diskutiert, wie es Molière vermochte, entgegen den Sprachreformen und der Ausübung des Sprachpurismus, seinen Sprachstil gegen seine Widersacher zu verteidigen und durchzusetzen und ob er gerade durch diese Sprachverwendung seine Kritiker polarisieren wollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Molières Vita

3. „Les Querelles de Tartuffe“ (1664 - 1669)

4. Sprachentwicklung im Frankreich des 17. Jahrhunderts

4.1 Die Doctrine classique

4.2 Prinzipien der Sprachnormierung im 17. Jahrhundert

4.2.1 Purismus

4.2.2 Le bon usage

4.2.3 Raison

5. Sprachanalyse und Spracheinordnung des Werkes „Le Tartuffe“

6. Fazit / Schlussbemerkung

7. Übersicht über Molières Werke

8. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Molières „Le Tartuffe ou L'Imposteur“ vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und sprachlichen Entwicklungen im Frankreich des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Analyse, wie Molière durch den Einsatz spezifischer Sprachmuster und Fachtermini die Heuchelei seiner Protagonisten demaskiert und sich dabei trotz restriktiver Sprachnormen behaupten konnte.

  • Molières Biografie und dessen Einfluss auf sein theatrales Schaffen
  • Die historischen „Querelles de Tartuffe“ und ihre Bedeutung
  • Die französische Sprachnormierung (Doctrine classique) im 17. Jahrhundert
  • Sprachanalyse als Mittel der Charakterzeichnung im „Tartuffe“
  • Das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Protektion

Auszug aus dem Buch

Sprachanalyse und Spracheinordnung des Werkes „Le Tartuffe“

Da die Sprache und die Schrift Molières Ausdruck und Spiegel seiner selbst und seiner inneren Gedanken waren, ist es möglich, anhand der verwendeten Sprache und der einzelnen Ausdrücke, Rückschlüsse auf seine jeweilige Einstellung zu dem traitierten Thema zu ziehen. Um jeden der Personen eine eigenständige Persönlichkeit zu geben, muss der Autor nicht nur auf die Auslegung der Handlungsstränge jeder Person bedacht sein, sondern kann anhand des Sprachniveaus und der Sprachverwendung des Individuums ihnen eine bestimmte Zugehörigkeit auferlegen.

Davon ausgehend, lässt sich schnell herauskristallisieren, welche einzelne Figur er, gelenkt durch die Sprache, wie auch primär die Handlung, positiv oder negativ konnotieren wollte. Besonders deutlich zeigt sich diese Art der Zuschaustellung von Molières Absichten in „Les précieuses ridicules“. In dem 1659 erschienen Werk schildert Molière auf satirisch- ironische Weise das gekünstelte Verhalten der beiden Provinzgänse Magdelon und Cathos, die die galante Lebensart der Preziösen kopieren.

Die beiden weiblichen Protagonisten dieser Komödie werden im Verlauf der Handlung ihrer Oberflächlichkeit und Affektiertheit durch zwei vorgegebene Edelleute überführt und entlarvt. Die Übertreibungen und die diffuse Umschreibung mancher Gegenstände sind die Merkmale dieser gekünstelten Sprache. So bezeichnen sie den Sessel nicht als solchen, sondern als „commodités de la conversation“ und den Spiegel als „le conseiller des grâces“, also als einen Ratgeber der Grazien. Diese unnatürliche Zurschaustellung nicht vorhandener Beredsamkeit verdeutlicht den lächerlichen Charakter der beiden Preziösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehungsgeschichte des „Tartuffe“ als Molières umkämpftestes Werk und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Molières Vita: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Molières nach, von seiner Ausbildung bei den Jesuiten bis hin zu seinem Aufstieg als Theaterschaffender unter dem Schutz des Königs.

3. „Les Querelles de Tartuffe“ (1664 - 1669): Hier werden die kirchenpolitischen und sozialen Auseinandersetzungen rund um die verschiedenen Aufführungsphasen des Stückes analysiert.

4. Sprachentwicklung im Frankreich des 17. Jahrhunderts: Dieses Kapitel widmet sich der normativen Poetik der „Doctrine classique“ und den sprachreformerischen Bestrebungen des Jahrhunderts.

5. Sprachanalyse und Spracheinordnung des Werkes „Le Tartuffe“: Der Hauptteil untersucht die spezifische Verwendung von Sprache, Fachtermini und Rhetorik durch Molière zur Charakterisierung und Entlarvung seiner Figuren.

6. Fazit / Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, wie Molière durch die Protektion des Königs seine individuelle Form der Satire gegen die puristische Sprachreform durchsetzen konnte.

7. Übersicht über Molières Werke: Diese Liste bietet einen tabellarischen Überblick über das gesamte dramatische Werk Molières.

8. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Forschungsliteratur zur Molière-Analyse und zur französischen Sprachgeschichte.

Schlüsselwörter

Molière, Le Tartuffe, Sprachnormierung, Doctrine classique, 17. Jahrhundert, Sprachanalyse, Heuchelei, Theatergeschichte, Purismus, Le bon usage, gesellschaftskritische Komödie, Literaturanalyse, Französische Klassik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Molières Werk „Le Tartuffe ou L'Imposteur“ im Kontext der gesellschaftlichen und sprachhistorischen Verhältnisse des 17. Jahrhunderts in Frankreich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Molières Biografie, die politischen Hintergründe der „Querelles de Tartuffe“, die Entwicklung der französischen Schriftsprache durch die „Académie française“ sowie die textimmanente Sprachanalyse des Werkes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Molière durch gezielte sprachliche Mittel (Fachtermini, rhetorische Stilmittel) den Heuchler-Typus darstellt und warum er trotz strenger normativer Vorgaben der Zeit an seinem Sprachstil festhalten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textimmanente Analyse in Verbindung mit einer historisch-kontextuellen Einordnung der literarischen Entwicklung im 17. Jahrhundert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Sprachverwendung von Figuren wie Tartuffe und Orgon sowie dem Vergleich mit anderen Werken Molières.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen „Le Tartuffe“, „Sprachpurismus“, „Doctrine classique“, „Heuchelei“ und die „Politisierung der Komödie“.

Welche Rolle spielte König Ludwig XIV. für das Stück?

Der König fungierte als entscheidender Protektor Molières, der ihn durch finanzielle Unterstützung und Rückendeckung vor den Angriffen religiöser Eiferer bewahrte.

Warum wird Tartuffe als heuchlerisch dargestellt?

Molière lässt Tartuffe eine religiös überhöhte, fast schon unnatürliche Sprache verwenden, die durch Plattitüden und moralische Superlative seine eigentliche niederträchtige Absicht kaschiert.

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Details

Title
Leben, Werk und Spracheinordnung der Komödie „Le Tartuffe ou L´Imposteur“ von Molière
College
Technical University of Berlin
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V140723
ISBN (eBook)
9783640500222
ISBN (Book)
9783640500116
Language
German
Tags
Leben Werk Spracheinordnung Komödie Tartuffe L´Imposteur“ Molière
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2006, Leben, Werk und Spracheinordnung der Komödie „Le Tartuffe ou L´Imposteur“ von Molière, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140723
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