[...] Im Folgenden beschäftigt sich diese Arbeit mit den Besonderheiten des kanadischen Französisch. Hierbei werden die Sprachelemente, wie die Morphologie, die Semantik, der Wortschatz und der Syntax analysiert, um einen Einblick in die heutige Form des „Francais québécois“ zu bekommen.
Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit der anglophonen Beeinflussung auf die französische Sprache im Laufe der Jahre.
Da die Anglizismen im „Francais québécois“ eine unterschiedliche Form haben und auch verschiedenen Ursprungs sind, ist es unabdingbar, die einzelnen Erscheinungsformen getrennt
voneinander zu betrachten. Auf den verschiedenen Ebenen der Sprachforschung( semantisch, lexikalisch, phonetisch, morphologisch, syntagmatisch) werden die einzelnen Entlehnungen
dargestellt und anhand von Beispielen belegt.
Diese Arbeit wird sich im Folgenden aber ausschließlich mit Anglizismen auseinandersetzen, da die englischen Entlehnungen das Sprachbild des „Francais québécois“ am stärksten prägen.
Andere Entlehnungen, wie den Ameriandismen, die vorwiegend im Sprachbereich der Flora und Fauna auftreten, sowie den Spracheinflüssen der italienischen Sprache werden nicht berücksichtigt, werden an dieser Stelle der Vollständigkeit halber aber genannt.
Die Arbeit hat den Anspruch sich differenziert und ausführlich mit den Anglizismen zu beschäftigen und diese genauer darzustellen.
Zum Abschluss der Arbeit wird versucht, einen Ausblick der Sprachentwicklung des „Francais québécois“ zu geben und Tendenzen, die man in der Zukunft erwarten kann, aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegende Daten und Informationen zur Provinz Quebec
2.1 Aktuelle Sprachverteilung in der Provinz Quebec
3. Geschichte Quebecs von der Entdeckung bis 1763
4. Die Sprachenfrage in der Kolonialherrschaft
4.1 „La Révolution tranquille“
4.2 „Office de la langue francaise“ (OLF)
5. Besonderheiten des kanadischen Französischen
5.1 Bewahrung der älteren Sprachstufe
5.2 Aussprache
5.3 Morphologie
5.4 Syntax
5.5 Wortschatz
6. Entlehnungen aus dem Englischen( Anglizismen)
6.1 « Anglicismes lexicaux »
6.2 « Anglicismes d’attraction »
6.3 « Anglicismes faux amis »
6.4 « Anglicismes de maintien »
6.5 « Anglicismes sémantiques »
6.6 « Anglicismes de culture »
6.7 « Anglicismes syntagmatiques »
6.8 « Anglicismes de prononciation »
6.9 « Anglicismes morphologiques »
6.10 « Anglicismes typographiques »
6.11 « Anglicismes de marque »
7. Fazit / Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Neustrukturierung des Französischen in Quebec unter dem Einfluss eines anglophonen Umfelds. Ziel ist es, die sprachgeschichtlichen Ursachen der heutigen Besonderheiten des „Francais québécois“ sowie den Einfluss englischer Lehnwörter auf die französische Sprachlandschaft detailliert zu analysieren.
- Historische Siedlungsgeschichte Quebecs seit 1608
- Die Sprachenfrage während der Kolonialherrschaft
- Besonderheiten des kanadischen Französisch (Morphologie, Syntax, Wortschatz)
- Klassifizierung und Analyse von Anglizismen
- Rolle des „Office de la langue francaise“ bei der Sprachnormierung
Auszug aus dem Buch
5.2 Aussprache
Die grammatikalischen und lexikalischen Erneuerungen aus dem Mutterland erreichten Kanada zwar beispielsweise über Schulgrammatiken, diese enthielten jedoch kein Kapitel zur Aussprache, was nicht weiter verwunderlich ist, da es sich ja um muttersprachlichen Unterricht handelte. Deshalb ist vor allem in der Lautung/ Phonologie der Sprache ein älterer französischer Sprachstand bewahrt worden. Entweder sind diese älteren bewahrten Sprachelemente in Frankreich völlig aus dem Gebrauch gekommen, oder sie werden nur noch volkssprachlich oder regional verwendet.26
Beispiele:
Die fortwährende Aussprache von auslautendem <s>, in Wörtern wie: [sas, gens, ceux]
<we> und <w> für oi in Wörtern wie: [moi, toi etc.]
Es handelt sich hierbei um eine, bis zur Französischen Revolution als Standard anerkannte Aussprache, die im kanadischen Französisch bis dato weiterlebte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Quebec als einzigartiges Sprachphänomen dar, in dem das Französische trotz eines anglophonen Umfelds als Muttersprache überlebt hat, und skizziert die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
2. Grundlegende Daten und Informationen zur Provinz Quebec: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Geographie, Fläche, Bevölkerungsdichte und die aktuelle sprachliche Zusammensetzung der Provinz Quebec.
3. Geschichte Quebecs von der Entdeckung bis 1763: Der historische Abriss beschreibt die Entdeckung durch Jacques Cartier, die Gründung von Pelzhandelsstationen und die Entwicklung zur „Nouvelle-France“ bis zur Eroberung durch Großbritannien.
4. Die Sprachenfrage in der Kolonialherrschaft: Dieses Kapitel analysiert die rechtliche Stellung und den Status der französischen Sprache unter britischer Herrschaft, inklusive wichtiger Meilensteine wie der Quebec-Akte und der „Révolution tranquille“.
5. Besonderheiten des kanadischen Französischen: Hier werden die sprachlichen Merkmale des kanadischen Französisch wie die Bewahrung älterer Sprachstufen in Phonetik, Morphologie und Syntax detailliert dargelegt.
6. Entlehnungen aus dem Englischen( Anglizismen): Das Kapitel klassifiziert die verschiedenen Formen englischer Lehnwörter im „Francais québécois“ und zeigt anhand zahlreicher Beispiele den Einfluss auf das tägliche Sprachbild.
7. Fazit / Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Rolle des OLF bei der zukünftigen Sprachpflege und Normierung.
Schlüsselwörter
Quebec, Francais québécois, Sprachkontakt, Anglizismen, Geschichte, Kolonialherrschaft, Sprachnormierung, Office de la langue francaise, Révolution tranquille, Siedlungsgeschichte, Sprachwissenschaft, Phonetik, Morphologie, Syntax, Sprachpflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Besonderheiten der französischen Sprache in der kanadischen Provinz Quebec unter dem starken Einfluss des anglophonen Umfelds.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Siedlungsgeschichte, die rechtliche Sprachenpolitik seit der Kolonialzeit, die sprachstrukturellen Besonderheiten des kanadischen Französisch und die Analyse von Anglizismen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die historischen und sprachlichen Faktoren zu identifizieren, die zur heutigen Form des „Francais québécois“ geführt haben, und die Mechanismen der englischen Beeinflussung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen historisch-deskriptiven Ansatz, bei dem Sprachphänomene anhand von Siedlungsgeschichte, Sprachgesetzen und linguistischen Analysen auf verschiedenen Ebenen wie Morphologie und Lexik untersucht werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die spezifischen Merkmale des kanadischen Französisch, wie die Bewahrung älterer Sprachstufen, sowie eine detaillierte Klassifizierung verschiedener Arten von Anglizismen erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Quebec, Francais québécois, Sprachkontakt, Anglizismen, Révolution tranquille und Sprachnormierung.
Welche Rolle spielt die „Révolution tranquille“ für die Sprachentwicklung?
Die „Révolution tranquille“ war eine Phase gesellschaftlicher und politischer Reformen in den 60er Jahren, die den Weg für eine aktive staatliche Sprachpolitik und die Stärkung der französischen Sprache in Quebec ebnete.
Warum ist die Arbeit des „Office de la langue francaise“ (OLF) bedeutend?
Das OLF dient als zentrale Institution, die durch Normierungsprozesse und den Kampf gegen die angloamerikanische Dominanz zur Erhaltung und bewussten Weiterentwicklung der französischen Sprache in Quebec beiträgt.
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- Anonym (Autor), 2006, Sprachkontakte des Französischen in Quebec, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140726