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Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz

Title: Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz

Term Paper , 2009 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Koppe (Author)

Sociology - Children and Youth
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In dieser Arbeit sollen zum besseren Verständnis die Begrifflichkeiten Kindeswohl und dessen Gefährdung sowie Kinderschutz geklärt werden. Die Brisanz des Themas erfordert zunächst einen Blick auf die Grundbedürfnisse und Rechte der Kinder. Daraufhin werden die Gefährdungslagen und Entstehungsbedingungen für Kindeswohlgefährdung eingehend bearbeitet, wobei auf die Thematik der sozialen Benachteiligung und Armut sowie Maßnahmen zum Kinderschutz explizit eingegangen wird.
Um die Thematik der Gefährdung des Kindeswohles bearbeiten zu können, wird hier versucht, die oben genannten Begriffe zu klären. Später auftretende Begrifflichkeiten werden im Kontext erörtert.
Bei der Eingabe des Suchbegriffs Kindeswohl bezeichnet Wikipedia (2009) Kindeswohl als eine Begrifflichkeit aus dem Familienrecht, welches das gesamte Wohlergehen des Kindes und seine gesunde Entwicklung umfasst.
Dettenborn (2001, 46) hingegen kritisiert die Unklarheit des Begriffs. Dabei unterscheidet er verschiedene Aspekte. Juristisch gesehen, so Dettenborn (2001, 45f), sei Kindeswohl ein unbestimmter Rechtsbegriff, kognitionspsychologisch ein theoretisches Konstrukt und moralisch ein Alibi für die Gesetzgebung im weitesten Sinne.
Schmid (2006) führt in ihren Ausführungen den Gebrauch des Begriffs Kindeswohl im § 27 Sozialgesetzbuch VIII, im Folgenden als SGB VIII bezeichnet, auf die Terminologie des Kindschaftsrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch zurück. Dieser stelle eine offene Rechtsform dar, bei der sowohl die Interessen der Kinder vor allen anderen beteiligten Interessen als auch Einzelfallgerechtigkeit vor generellen Bestimmungen kommen. Kunkel (2006) definiert Kindeswohlgefährdung im Sinne von § 8a SGB VIII als existierende hohe Wahrscheinlichkeit, dass geistiges, körperliches oder seelisches Wohl des Kindes erheblich beeinträchtigt wird. Außerdem greift Kunkel (2006) die Definition von Dettenborn und Walter auf, die Kindeswohlgefährdung als jegliches Tun oder Unterlassen einer direkten Bezugsperson bezeichnen, welches mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit psychische oder physische Schädigungen beim Kind hervorruft.
Bei seiner Definition von Kindeswohlgefährdung geht Schone (2007) von der Rechtssprechung aus. In seinen Darlegungen wird unter Gefährdung die momentane Gefahr verstanden, in deren weiteren Verlauf sich mit großer Wahrscheinlichkeit schwere Beeinträchtigungen voraussehen lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Begriffsklärung

2.1.1 Kindeswohl

2.1.2 Kindeswohlgefährdung

2.1.3 Kinderschutz

2.2 Grundbedürfnisse des Kindes

2.3 Gefährdungslagen von Kindern

2.3.1 Vernachlässigung

2.3.2 Misshandlung

2.3.3 Erwachsenenkonflikte um das Kind

2.3.4 Sexueller Missbrauch

2.3.5 Autonomiekonflikte

2.4 Indikatoren zur Kindeswohlgefährdung

2.5 Entstehungsbedingungen

2.5.1 Gesellschaftliche Perspektive

2.5.2 Familiäre Perspektive im weiteren Sinn

2.5.3 Individuelle Perspektive der Bezugspersonen

2.5.4 Perspektive des Kindes

2.6 Armut und soziale Benachteiligung

2.7 Kinderschutz

3 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Begriff des Kindeswohls, dessen Gefährdungsformen sowie die damit verbundenen Risikofaktoren. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, welchen Einfluss soziale Ungleichheit und Armut auf die kindliche Entwicklung haben und welche Rolle dem staatlichen Kinderschutz in diesem Zusammenhang zukommt.

  • Theoretische Grundlagen zum Kindeswohl und dessen gesetzliche Definitionen.
  • Differenzierung verschiedener Gefährdungslagen wie Vernachlässigung und Misshandlung.
  • Analyse der Entstehungsbedingungen von Gefährdungsrisiken in verschiedenen Lebensbereichen.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Armut, sozialer Benachteiligung und Kindeswohlgefährdung.
  • Erörterung von Präventionsmaßnahmen und Verantwortlichkeiten im Kinderschutz.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Vernachlässigung

Kindesvernachlässigung liegt dann vor, so Kunkel (2006) sowie das Deutsche Jugendinstitut (2007, 31), wenn fürsorgliches Handeln der sorgeverantwortlichen Personen fehlt und psychische oder physische Beeinträchtigungen des Kindes mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten sind.

Aus den Darlegungen des Deutschen Jugendinstitutes (2007, 31) geht hervor, dass dieses Unterlassen der Fürsorge sowohl aktiv als auch passiv, das heißt durch mangelnde Kenntnisse oder fehlende Einsicht, möglich ist. Die Lebensbedürfnisse des Kindes werden durch andauernde Missachtung oder Versagung unterversorgt. Dies beeinträchtigt sowohl die körperliche und geistige Entwicklung als auch die seelische. Schwerwiegende chronische Schäden oder der Tod des Kindes sind nicht auszuschließen. Es erfolgt weiterhin eine Differenzierung zwischen der medizinischen, physischen, kognitiven und emotionalen Vernachlässigung sowie mangelnder Beaufsichtigung (Deutsches Jugendinstitut 2007, 31f).

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2008, 24) stellt hierzu im 3. Armuts- und Reichtumsbericht die Wechselwirkung zwischen der gesundheitlichen und der sozialen Lage fest. Dabei spielt auch das Armutsrisiko eine enorme Rolle. Kinder sozial schwacher Familien zeigen nach dem Bericht des oben genannten Ministeriums Entwicklungsdefizite und Unterversorgung, welche gesundheitliche Probleme als Folgeerscheinung nicht ausschließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit und skizziert das Ziel, Kindeswohlgefährdung im Kontext von Armut und sozialen Faktoren zu beleuchten.

2 Hauptteil: Der Hauptteil definiert die zentralen Begriffe, analysiert Gefährdungslagen und Entstehungsbedingungen und diskutiert die Auswirkungen von Armut auf Kinder sowie staatliche Schutzmaßnahmen.

3 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Effektivität aktueller Sozialtransfers im Hinblick auf den tatsächlichen Schutz und die Unterstützung von Kindern in schwierigen Lebenslagen.

Schlüsselwörter

Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung, Kinderschutz, Vernachlässigung, Misshandlung, Armut, soziale Benachteiligung, Entwicklungsrisiken, Grundbedürfnisse, SGB VIII, Prävention, Intervention, Familie, Erziehung, Kinderrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition des Kindeswohls, der Identifikation von Gefährdungslagen und der Untersuchung, wie soziale Faktoren und Armut die kindliche Entwicklung beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretische Bestimmung von Kindeswohl, die verschiedenen Arten der Gefährdung, wie diese entstehen und welche Maßnahmen der Kinderschutz bietet.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, inwieweit soziale Ungleichheit und Armut als Risikofaktoren für eine Gefährdung des Kindeswohls fungieren und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturrecherche und greift auf aktuelle Berichte sowie gesetzliche Grundlagen zurück, um die Thematik theoretisch und fachlich zu durchdringen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsklärungen, die Darstellung der kindlichen Grundbedürfnisse, die Analyse von Gefährdungslagen und deren Entstehungsbedingungen sowie die Rolle des Kinderschutzes.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindeswohlgefährdung, Armutsrisiko, Prävention, Kinderschutz und psychosoziale Entwicklung charakterisiert.

Warum spielt das SGB VIII eine zentrale Rolle in der Arbeit?

Das SGB VIII, insbesondere der § 8a, bildet die rechtliche Grundlage für den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung und definiert die notwendigen Interventionsschritte.

Welche kritische Schlussfolgerung zieht die Autorin zu Sozialtransfers?

Die Autorin stellt fest, dass finanzielle Leistungen wie das Kindergeld nicht immer unmittelbar dem Kind zugutekommen, weshalb sie kostenfreie Bildungs- und Betreuungsangebote als sicherere Lösung bevorzugt.

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Details

Title
Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz
College
Erfurt University of Applied Sciences
Course
Pluralität von Lebenslagen
Grade
1,3
Author
Andrea Koppe (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V140748
ISBN (eBook)
9783640502929
ISBN (Book)
9783640503230
Language
German
Tags
Kindeswohlgefährdung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Koppe (Author), 2009, Kindeswohlgefährdung und Kinderschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140748
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