Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Didaktik - Germanistik

Der Wilde Mann in Hartmann von Aues "Iwein". Einblick in mittelalterliche Literaturtraditionen für den Literaturunterricht der 6. Klasse. Ein Unterrichtsentwurf

Titel: Der Wilde Mann in Hartmann von Aues "Iwein". Einblick in mittelalterliche Literaturtraditionen für den Literaturunterricht der 6. Klasse. Ein Unterrichtsentwurf

Unterrichtsentwurf , 2023 , 26 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Kim Seidensticker (Autor:in)

Didaktik - Germanistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema der Stunde lautet „Kann man vom Äußeren auf das Innere schließen?“ und stellt eine kriteriengeleitete Interpretation von Iweins Begegnung mit dem Waldmann hinsichtlich der Frage, ob man vom äußeren Erscheinungsbild auf den Charakter schließen kann, dar.

Die Lerngruppe für die Durchführung des Studienprojektes besteht aus einer sechsten Klasse mit 33 Schüler*innen eines Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen. Im Austausch mit der Lehrkraft hat sich herausgestellt, dass das durchschnittliche Leistungsniveau der Klasse recht homogen und im Mittelfeld anzusiedeln ist. Die Schüler*innen sind mit Gruppen- und Partnerarbeit vertraut, arbeiten jedoch größtenteils im Plenum und Einzelarbeit. Außerdem handelt es sich um eine Ipad Klasse, die Schüler*innen sind somit mit digitalen Lernmöglichkeiten vertraut.

Die Schüler*innen sollen individuelle Vorstellungen zu dem Aussehen von „bösen“ und „guten“ Menschen benennen und die Inhalte der Textstelle erschließen. Außerdem sollen die Schüler*innen die Gefühle Iweins bezüglich des Waldmannes erklären und diese in Verbindung zu dem Aussehen des Waldmannes setzen. Schließlich sollen die Schüler*innen die Figur des Waldmannes hinsichtlich der Diskrepanz zwischen Aussehen und Verhalten erklären. Das überfachliche Ziel stellt ein erweitertes Verständnis zum sozialen Umgang mit Mitmenschen in der Gesellschaft dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik: Mediävistik im Deutschunterricht

2. Lerngruppe, Thema und Ziel der Doppelstunde

3. Legitimation im Kernlehrplan (KLP Deutsch Sek I Gymnasium)

4. Thematischer Gegenstand der Doppelstunde

5. Verlaufsplan der Doppelstunde

5.1 Verlauf der ersten Stunde

5.2 Verlauf der zweiten Stunde

6. Durchführung und Ergebnisse der Doppelstunde

7. Vergleich mit dem Cornelsen Schulbuch

8. Resümee und Ausblick

9. Anhang

9.1 Anhang A - Collage Rubeus Hagrid

9.2 Anhang B - Arbeitsblatt mit Text für die Schüler*innen (+Lösung)

9.3 Ergebnisse der Doppelstunde – Tafelanschrift

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das Interesse von Schüler*innen der Sekundarstufe I an mittelhochdeutscher Literatur durch einen lebensweltnahen und motivierenden Zugang zu wecken. Die Forschungsfrage untersucht, ob eine kriteriengeleitete Interpretation einer Textsequenz aus Hartmann von Aues "Iwein" dazu befähigt, hinter das äußere Erscheinungsbild einer literarischen Figur zu blicken und tradierte Vorurteile bezüglich Gut und Böse zu hinterfragen.

  • Didaktische Legitimation mediävistischer Texte im modernen Deutschunterricht.
  • Analyse und Vergleich mit gängigen Schulbuchkonzepten zum Thema Mittelalter.
  • Entwicklung einer mediävistischen Unterrichtseinheit für die 6. Jahrgangsstufe.
  • Integration von Lebensweltbezügen zur Steigerung der Lernmotivation.
  • Methodische Umsetzung der Interpretation von "Iwein" in einer Ipad-Klasse.

Auszug aus dem Buch

1. Einführung in die Thematik: Mediävistik im Deutschunterricht

Obwohl eine Studie zeigt, dass der Großteil der Lehrkräfte der Länder Österreich, Deutschland und Schweiz das Thema Mittelalter behandelt, geschieht dies in verschiedenen Intensitäten und Häufigkeiten. Hierbei ist zu vermuten, dass „sich der in den Schulbüchern feststellbare Trend der Reduzierung von mittelalterlichen Texten und Beispielvielfalt in den kommenden Jahren in der Unterrichtspraxis noch verstärken [wird]“. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass viele Lehrkräfte die Mediävistik im Studium als eher negativ empfunden haben. Außerdem sind Geipel und Koch der Meinung, es sei ein großer Zeitaufwand, es gebe Desinteresse seitens der Schüler*innen und das Thema habe mit einer mangelnden Relevanz zu kämpfen. Allerdings sei „die Gefahr eines völligen Verschwindens nicht gegeben“.

Im Kontext des schulischen Unterrichts spielt die germanistische Mediävistik also keine tragende Rolle, sondern nimmt eine „Sonderstellung“ ein. Dies liegt beispielsweise an der schwindenden Bedeutung mittelhochdeutscher Texte in der Gesellschaft und an der Unlust von Heranwachsenden, die audiovisuelle und digitale Medien gewohnt sind, sich mit schwierigen Texten auseinanderzusetzen. Außerdem ist der Großteil der Texte nicht für den Wissensstand der Jugendlichen angemessen, da es ihnen vor allem in der Unterstufe an Vorwissen, Verstehensmöglichkeiten, Interessen und dem Erfahrungshorizont fehlt. Mittelhochdeutsche Texte sind für Schüler*innen sehr komplex und auch fremd bezüglich der Sprache, der Form und des Inhaltes. Aufgrund dessen kann mittelhochdeutsche Literatur nicht mit Trivialliteratur mithalten, denn diese generiert rasches Lesevergnügen sowie Belohnungs- und Glückserlebnisse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Mediävistik im Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert die aktuelle Stellung mittelalterlicher Literatur im Lehrbetrieb und beleuchtet die Herausforderungen sowie fachdidaktische Argumente für deren Behandlung.

2. Lerngruppe, Thema und Ziel der Doppelstunde: Hier wird die Zielgruppe (6. Klasse, 33 Schüler*innen) definiert und das Unterrichtsthema "Kann man vom Äußeren auf das Innere schließen?" methodisch begründet.

3. Legitimation im Kernlehrplan (KLP Deutsch Sek I Gymnasium): Dieses Kapitel verankert das Unterrichtsprojekt in den offiziellen Anforderungen des Kernlehrplans Nordrhein-Westfalen für das Fach Deutsch in der Sekundarstufe I.

4. Thematischer Gegenstand der Doppelstunde: Dieses Kapitel stellt das gewählte Werk, den Artusroman "Iwein" von Hartmann von Aue, vor und erläutert die Verwendung einer hochdeutschen Übersetzung für den Unterricht.

5. Verlaufsplan der Doppelstunde: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Aufschlüsselung der Unterrichtsstunden inklusive Einstieg, Methoden, Textarbeit und Ergebnissicherung.

6. Durchführung und Ergebnisse der Doppelstunde: Hier erfolgt eine Reflexion über den realen Unterrichtsverlauf am 16.01.2023 und die Resonanz der Schüler*innen.

7. Vergleich mit dem Cornelsen Schulbuch: Diese Analyse setzt den eigenen Entwurf in Bezug zu einem gängigen Lehrwerk und zeigt Unterschiede in der didaktischen Schwerpunktsetzung auf.

8. Resümee und Ausblick: Das Kapitel reflektiert den Erkenntnisgewinn des Projekts und diskutiert Möglichkeiten, das Thema auch in der Oberstufe weiterzuführen.

Schlüsselwörter

Mediävistik, Deutschunterricht, Iwein, Hartmann von Aue, Literaturdidaktik, Mittelalter, Sekundarstufe I, Lebensweltbezug, Unterrichtsentwurf, Heldenepos, Charakterinterpretation, Textarbeit, Literaturmotivation, Kernlehrplan, Schülermotivation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die didaktische Konzeption einer Doppelstunde für eine 6. Klasse, in der mittelalterliche Literatur anhand des Artusromans "Iwein" für Schüler*innen zugänglich und relevant gemacht wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die mediävistische Didaktik, die Frage nach dem Zusammenhang von äußeren Erscheinungsbild und Charakter (Vorurteile) sowie der Transfer mittelalterlicher Stoffe in die heutige Lebenswelt der Lernenden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, Vorurteile, die sich am Äußeren von Personen festmachen, zu hinterfragen und Schüler*innen durch einen alltagsnahen Zugang (u.a. Vergleich mit Filmfiguren) für mittelhochdeutsche Texte zu begeistern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Unterrichtsplanung und einer anschließenden Reflexion. Zudem findet ein Vergleich des eigenen Entwurfs mit den didaktischen Konzepten des Cornelsen-Schulbuchs statt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Planung der Doppelstunde (Verlaufsplan), die Durchführung und Ergebnisse der Erprobung sowie einen kritischen Vergleich mit existierendem Schulmaterial.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mediävistik, Literaturdidaktik, Mittelalter, Iwein, Lebensweltbezug, Schülermotivation und Kompetenzerwartungen.

Warum wurde eine hochdeutsche Übersetzung von "Iwein" gewählt?

Da die Schüler*innen der 6. Klasse noch nicht über das notwendige sprachhistorische Wissen verfügen, wurde eine hochdeutsche Übersetzung gewählt, um das inhaltliche Verständnis und die Freude am Text zu gewährleisten.

Was ergab der Vergleich mit dem Cornelsen Schulbuch?

Der Vergleich zeigt, dass das Schulbuch den Fokus eher auf die Kompetenz des "Beschreibens" legt, während das vorliegende Projekt die Interpretation literarischer Figuren und den sozialen Transfer auf das gesellschaftliche Miteinander priorisiert.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Wilde Mann in Hartmann von Aues "Iwein". Einblick in mittelalterliche Literaturtraditionen für den Literaturunterricht der 6. Klasse. Ein Unterrichtsentwurf
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Note
2,3
Autor
Kim Seidensticker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
26
Katalognummer
V1407964
ISBN (PDF)
9783346968197
ISBN (Buch)
9783346968203
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Iwein Unterrichtsentwurf Mediävistik Verlaufsplan Projektsbericht Studienprojekt literarische Tradition Hartmann von Aue
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kim Seidensticker (Autor:in), 2023, Der Wilde Mann in Hartmann von Aues "Iwein". Einblick in mittelalterliche Literaturtraditionen für den Literaturunterricht der 6. Klasse. Ein Unterrichtsentwurf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1407964
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum