Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Theodosius II., der von 408 bis 450
Kaiser des Oströmischen Reiches war. Da diese Arbeit Teil des Seminars ‚Kinder auf
dem Kaiserthron’ ist, werde ich mich im Folgenden vor allem auf die
einflussnehmenden Personen im Leben des jungen Augustus konzentrieren. Das erste
Kapitel soll einen Überblick über Theodosius’ Leben geben.
Im zweiten Kapitel werde ich kurz auf die Religionspolitik des Kaisers
beziehungsweise derjenigen, die zum jeweiligen Zeitpunkt die Regierungsgeschäfte
führten, eingehen. In einem weiteren Abschnitt soll die Außenpolitik und die
Beziehung zum Weströmischen Reich dargestellt werden.
Das Ziel meiner Arbeit ist es, die Frage, ob es sich bei Theodosius II. um einen
‚klassischen Kinderkaiser’ handelt, zu beantworten. Aus diesem Grund werde ich im
letzten Kapitel die einflussnehmenden Personen im Einzelnen vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
I. Zur Biographie Theodosius II.
1. Byzanz und das Weströmische Reich im 5. Jahrhundert
2. Kindheit und Anthemius
3. Pulcherias Regentschaft
4. Die Ehe mit Athenais
5. Der Codex Theodosianus
6. Die theodosianische Dynastie im Westen
7. Tod und Nachfolge
II. Das Oströmische Reich und die Politik des Theodosius II.
1. Religionspolitik
2. Außenpolitik
3. Das Verhältnis zum Weströmischen Reich
III. Die einflussnehmenden Personen
1. Der Prätorienpräfekt Anthemius
2. Seine Schwester Aelia Pulcheria
3. Seine Frau Eudocia (Athenais)
4. Der Eunuch Chrysaphios Zstommas
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Kaiser Theodosius II. mit einem besonderen Fokus auf die einflussnehmenden Persönlichkeiten in seinem Umfeld, um die Forschungsfrage zu beantworten, ob es sich bei ihm um einen „klassischen Kinderkaiser“ gehandelt hat.
- Biografischer Überblick über Theodosius II.
- Analyse der oströmischen Religions- und Außenpolitik
- Untersuchung des Verhältnisses zum Weströmischen Reich
- Porträt der einflussreichen Akteure: Anthemius, Aelia Pulcheria, Eudocia und Chrysaphios
Auszug aus dem Buch
3. Die Pulcherias Regentschaft
Am 04. Juli des Jahres 414 wurde Theodosius’ zwei Jahre ältere Schwester Pulcheria zur Augusta erhoben und übernahm die Regierungsgeschäfte. Der neue Prätorienpräfekt wurde Aurelianus, nachdem Anthemius kurz zuvor vermutlich eines natürlichen Todes gestorben war. Pulcheria entließ den Palasteunuchen Antiochos und übernahm selbst die Rolle des Erziehers.
Pulcherias Erziehung war vor allem religiös geprägt. So gehörten Gebete, Hymnengesänge, Fasten und andere religiösen Handlungen aller Art zum Alltag des heranwachsenden Kaisers. Dies führte dazu, dass man den Palast mit einer „kaiserlichen Bußanstalt“ verglich. Sozomenus’ Beschreibung der Pulcheria fällt sicherlich recht beschönigend aus. Allerdings zeichnet er meiner Meinung nach im neunten Buch seiner Historia ecclesia ein anschauliches Bild ihrer Religiosität. Darüber hinaus wird Pulcheria im ersten Kapitel des IX. Buches als sehr intelligente und weise Frau, besonders angesichts ihres Alters, beschrieben, die die griechische und lateinische Sprache perfekt beherrschte.
Sozomenus’ Beschreibungen zufolge, die wie erwähnt sehr positiv ausfallen, widmete Pulcheria sich mit Hingabe der Erziehung ihres jüngeren Bruders; so stellte sie ihm die fähigsten Männer zur Seite, die ihn die Reitkunst und das Lesen lehrten und ihn im Umgang mit Waffen ausbildeten. Außerdem bemühte sie sich darum, ihrem Bruder die Rolle des Kaisers nahe zu bringen. Theodosius selbst begeisterte sich für theologische Schriften und schrieb vermutlich auch Bücher ab. In dieser Tätigkeit ist wohl auch der Ursprung für seinen Beinamen ‚Kalligraphos’ (= Schönschreiber) zu finden.
Pulcheria schien sich also sehr um eine gute Ausbildung für ihren Bruder zu bemühen, doch trotz oder geraden wegen dieser Erziehung gelangte der Kaiser nie zu einer wirklichen Selbstständigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Zur Biographie Theodosius II.: Dieses Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über das Leben des Kaisers, von seiner Kindheit über seine Ehe bis hin zu seinem Tod und der dynastischen Nachfolge.
II. Das Oströmische Reich und die Politik des Theodosius II.: Hier werden die religiösen Dogmenstreitigkeiten sowie die außenpolitischen Herausforderungen durch Persien und die Hunnen analysiert.
III. Die einflussnehmenden Personen: Dieser Teil widmet sich den prägenden Akteuren am Kaiserhof, namentlich Anthemius, Aelia Pulcheria, Eudocia und Chrysaphios, und deren politischem Wirken.
IV. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Theodosius II. als klassischer Kinderkaiser zeitlebens von starken Persönlichkeiten in seinem Umfeld abhängig blieb.
Schlüsselwörter
Theodosius II., Byzanz, Kinderkaiser, Pulcheria, Anthemius, Spätantike, Religionspolitik, Nestorianismus, Oströmisches Reich, Eudocia, Chrysaphios, Hofintrigen, Codex Theodosianus, Konzile, Kaisertum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Regierungszeit von Theodosius II. und untersucht insbesondere die Abhängigkeit des Kaisers von seinem politischen und familiären Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Biografie des Kaisers, die religiösen Konfrontationen, die Außenbeziehungen des Reiches und der Einfluss einflussreicher Höflinge.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Theodosius II. als „klassischer Kinderkaiser“ zu bezeichnen ist, der kaum eigenständige politische Macht ausübte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellen- und Literaturanalyse, wobei sowohl antike Geschichtsschreiber als auch moderne Forschungsliteratur herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die politischen Entwicklungen im Oströmischen Reich und porträtiert die zentralen Persönlichkeiten, die das Leben des Kaisers maßgeblich mitgestalteten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Theodosius II., Pulcheria, Kinderkaiser, Religionspolitik und Hofintrigen geprägt.
Warum wird Pulcheria als so einflussreich beschrieben?
Pulcheria übernahm ab 414 die Regentschaft und Erziehung ihres Bruders, prägte ihn tief religiös und bestimmte maßgeblich die politischen Geschicke des Hofes.
Welche Rolle spielte der Codex Theodosianus?
Der Codex stellte eine umfassende Sammlung von Rechtstexten dar, die unter Theodosius II. in Auftrag gegeben wurde und für das gesamte Reich Gültigkeit besitzen sollte.
Wie endete die Beziehung zwischen Theodosius II. und Eudocia?
Aufgrund von Hofintrigen, die Eudocia eine Affäre mit Paulinus zuschrieben, verließ sie den Hof und verbrachte ihren Lebensabend in Jerusalem.
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- Jennifer Hardenberg (Author), 2009, Kinder auf dem Kaiserthron: Theodosius II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140833