Bedingungen guten Unterrichts. Bericht über das Praktikum an einer Förderschule


Praktikumsbericht / -arbeit, 2006
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Kurze Vorstellung der Schule

2. Erwartungen an das Praktikum

3. Kurze Beschreibung einer spezifischen Lerngruppe
3.1. Darstellung und kurze Diskussion einer konkreten pädagogischen oder didaktischen Erfahrung in der Klasse 10 bezüglich des Schulprogramms der R.-Schule

4. Fazit und abschließende Reflexion zum Praktikum

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

1. Kurze Vorstellung der Schule

Die R.-Schule ist die städt. Förderschule der Stadt M.. Ihr Förderschwerpunkt ist die emotionale und soziale Entwicklung der Schüler[1]. Sie ist unterteilt in zwei örtlich und personell getrennte Schulen innerhalb M.s, wobei eine für Schüler der Klassen 1-4 und die andere für Schüler der Klassen 5-10, also der Sekundarstufe1, zuständig ist. Die Schule die ich besucht habe betreut die Sekundarstufe1. Sie liegt am X.-weg 153 in M.. Die Schulleitung übernimmt Y. Als Mentor stand mir anfänglich C. zur Seite. Ich habe vom 04.09.2006 bis 29.09.2006 am Unterricht von insgesamt 3 verschiedenen Klassen teilgenommen, wobei ich die erste Woche, vom 04.-15.09, in der 8.Klasse von Herrn C. und Herrn S. am Unterricht teilnahm. Am letzten Tag habe ich in dieser Klasse selbst unterrichtet. In der darauf folgenden Woche besuchte ich die 6.Klasse von Frau Y. und Frau A. in deren Lehrerteam noch zusätzlich Frau T. als Referendarin einige Stunden unterrichtete. In den letzten 2 Wochen hospitierte ich in Frau H. 10. Klasse.

2. Erwartungen an das Praktikum

Ich habe die R.-Schule in erster Linie besucht um Einblick in eine Schulform zu erhalten mit der ich in meinem späteren Beruf eher wenig Kontakt haben werde. Ich versprach mir Einblicke in den Schulalltag von Lehrern, Kollegium und Schülern. Darüber hinaus ging ich davon aus, dass es gerade an einer städt. Förderschule besondere Anforderungen an die Lehrkörper gibt vor allem was die Erziehung der Schüler angeht aber auch bezüglich des Umgangs mit besonders schwierigen Fällen. Außerdem wollte ich erste Erfahrungen sammeln meinen eigenen Umgang mit Schülern betreffend und mich an erste Unterrichtsstunden wagen.

3. Kurze Beschreibung einer spezifischen Lerngruppe

Ich möchte in erster Linie über meine Eindrücke und Erfahrungen schreiben die ich in den drei verschiedenen Klassen und der restlichen Schule sowohl mit, und von den Schülern als auch mit/von dem Kollegium gesammelt habe. Dazu beschreibe ich nun die Klasse 8 exemplarisch für die anderen Klassen und werde im nächsten Teil noch näher auf die Schule und ihr Schulprogramm eingehen.

Anschließend werde ich den Unterricht den ich besuchen durfte und meine eigene Stunde mit den 10 Kriterien guten Unterrichts, nach Hilbert Meyer: „Was ist guter Unterricht?“[2], vergleichen und zum Schluss ein kurzes Resümee anfügen.

Zur Klasse 8 gehören 4 Mädchen und 8 Jungen. Diese 12 Schüler werden von 2 Lehrern sowie von einer Sozialpädagogin betreut. Es ist an der Schule üblich, dass für jede Klasse jeweils 2 Lehrer zuständig sind und auch nur für diese eine. Sie unterrichten in ihr alle erforderlichen Fächer von Mathematik über Deutsch, Englisch, Sport usw. bis hin zu Hauswirtschaftslehre oder Chemie. Ein Sozialpädagoge betreut 2 Klassen, wobei das Lehrerteam frei entscheiden kann und sich mit dem Sozialpädagogen abspricht ob dieser die ganze Zeit am Unterricht teilnimmt oder z.B. nur in Notfällen zugegen ist oder sich mit einem oder mehreren Schülern getrennt von der übrigen Klasse beschäftigt.

Die Schüler stammen aus den unterschiedlichsten Verhältnissen. Zum Teil wohnen sie in Wohngruppen, in Heimen, in geordneten oder chaotischen Familienverhältnissen, bei beiden oder nur einem Elternteil usw. Es gibt Kinder die bereits den Teil der Förderschule für die Primarstufe besucht haben, einige die schon längere Zeit an der Förderschule für die Sekundarstufe 1 den Unterricht besuchen und welche die erst kürzlich der Schule zugeteilt worden sind. Für jeden Schüler sind die Lehrer mit Hilfe verschiedenster Ämter, den Sozialpädagogen, den Eltern uvm.[3] bemüht diesen individuell zu fördern, ihn gegebenenfalls in eine andere Schulform, z.B. Hauptschule, zurückzuschulen oder auch ihm mit Hilfe verschiedenster Projekte und Praktika den Weg in die Berufswelt bzw. seines späteren Lebensweges zu ebnen.

Besonders zu berücksichtigen sind dabei die unterschiedlichsten Gegebenheiten eines jeden Schülers unter anderem bezüglich seiner Gesundheit, sowohl physischer als auch psychischer Natur oder sozialen Umfeldes. Die Hintergründe

Des sozialen Umfeldes der Schüler sind oft geprägt durch verschiedenste, meist kleinkriminelle Vergehen und häufig durch Drogenmissbrauch.

In der Klasse 8, von der ich im Folgenden schreiben werde, sollen zwei Schüler in naher Zukunft zurückgeschult werden. Zu diesem Zweck ist in Absprache mit den Schülern eine Art „to do-Liste“ erstellt worden auf der die wichtigsten negativen oder positiven Verhaltensweisen bzw. Verhaltensänderungen festgehalten worden sind. So eine Liste ist auch für die anderen Schüler vorhanden. Die beiden „Rückschulungskandidaten“ stehen allerdings unter besonderer Beobachtung. Es gibt ein Punktesystem nachdem die Schüler sich selbst bewerten können in Bezug auf die Erfüllung dieser auf der Liste festgehaltenen Vorgaben aber auch allgemeinen Betragens.

Die Schüler schlagen eine Bewertung vor die dann mit dem Lehrer diskutiert wird. Die Punkte werden sowohl für die Stunden als auch für die Pausen festgehalten und auf einem Punktekonto vermerkt, oft auch mit Kommentaren des Lehrers.

Die Schüler und Lehrer haben so die Möglichkeit jeden einzelnen Tag nachträglich in Bezug auf Verhalten/Fehlverhalten/Mitarbeit usw. einzusehen.

Besondere Vergehen wie z.B. Aggressivität gegenüber Lehrern und Schülern, wüste Beschimpfungen etc. werden vermerkt und finden z. T. auch Einzug in die, für jeden Schüler vorhandene, Schülermappe.

In diese soll jeder Lehrer zu seinen Schülern alles Wichtige zusammentragen und festhalten. Dort finden sich u. a. Gutachten von Psychologen, Akten über Gerichtstermine/-verfahren, Haftstrafen, eigene Beobachtungen und geplante Förderungen und Förderschwerpunkte sowie deren Erfolge oder Misserfolge.

So konnte ich mir zum Teil einige sehr hilfreiche Informationen einholen bezüglich verschiedener Schüler, welche mir halfen deren Verhalten oder deren Situation differenzierter betrachten und nachzuvollziehen zu können.

Viele der Schüler besuchen den Unterricht nur sehr selten. Sie halten sich stattdessen in der Stadt oder an anderen Orten auf. Eines der Mädchen hat massive psychische Probleme, es ist während meines Praktikums von ihrer Mutter weggelaufen und auch einige Tage nicht zum Unterricht erschienen.

Einige der Schüler mussten des Öfteren den Unterricht verlassen teilweise sogar für den Rest des Tages oder mehrere Tage lang die Schule, mit entsprechenden Vermerken für die Erziehungsberechtigten.

Die Schüler sind zum Teil sehr laut und können sich auch während des Unterrichts nur schwer ruhig verhalten wohingegen andere die meiste Zeit still sitzen und dem Unterricht folgen.

Ein (meistens zwei oder drei) Schüler wird von einem der beiden Lehrer oder der Sozialpädagogin getrennt von den anderen unterrichtet, da dieser einen einigermaßen geordneten Unterricht mit den übrigen Schülern nicht zulässt.

Die Schüler haben unterschiedliche Interessen und Freundeskreise und dennoch identifizieren sie sich mit ihren Mitschülern der Klasse aber auch der gesamten Schule.

3.1. Darstellung und kurze Diskussion einer konkreten pädagogischen oder didaktischen Erfahrung in der Klasse 10 bezüglich des Schulprogramms der R.-Schule

Ich werde nun den von mir in dieser Klasse beobachteten Unterricht mit den Kriterien[4] guten Unterrichts, nach Hilbert Meyer, vergleichen aber auch mit dem, den ich in den beiden anderen Klassen zu sehen bekommen habe. Getreu dem Motto des Begleitseminars „Bedingungen guten Unterrichts“ werde ich dabei auch auf die Bedingungen des Unterrichts an der R.-Schule eingehen und auch meine gehaltene Unterrichtsstunde mit einbeziehen.

Das erste Kriterium, die klare Strukturierung des Unterrichts, ist, nach Meyer, dann gegeben wenn sich sowohl für Lehrer als auch für Schüler ein gut erkennbarer „roter Faden“ durch die Stunde zieht[5]. Als Beispiel möchte ich hierbei eine Chemiestunde anführen in der es um den Indikator Phenolphthalein und Säuren/Basen ging. Die Kinder sollten schätzen welche Substanzen Säuren enthalten und dieses dann in einem Versuch nachprüfen.

[...]


[1] Im weiteren Verlauf des Textes verwende ich, der Einfachheit halber, nur noch die maskuline Form der Wörter.

[2] Meyer, Hilbert: Was ist guter Unterricht?, Berlin, 2004²

[3] Siehe Jahresbericht 2004/05, S.29ff

[4] Meyer, Hilbert: In oben genanntem Werk (I.o.g.W.), S.17f

[5] Meyer, Hilbert: I.o.g.W., S.26

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Bedingungen guten Unterrichts. Bericht über das Praktikum an einer Förderschule
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Bedingungen guten Unterrichts
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V140837
ISBN (eBook)
9783640490851
ISBN (Buch)
9783668141117
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praktikum, Praktikumsbericht, Schule, bericht, Förderschule, Bachelor Kj
Arbeit zitieren
Tom Olivier (Autor), 2006, Bedingungen guten Unterrichts. Bericht über das Praktikum an einer Förderschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140837

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