Im Referat über Standards, Kompetenzen und ein Lehrerleitbild hatte sich mein Beitrag beschränkt auf drei verschiedene Stellungnahmen zu diesen Themen. Grundlage dafür waren drei Texte , der erste von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der zweite von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der dritte vom Landesinstitut für Schule und Ausbildung (L.I.S.A.) – Schwerin+Greifswald sowie dem Zentrum für Lehrerbildung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.
Ich werde die Aussagen der Texte noch einmal zusammenfassen und anschließend der Frage nachgehen: Was müssen Lehrerinnen und Lehrer können?, wobei ich mich auf das gleichnamige Buch beziehen möchte, dass von Wilfried Plöger herausgegeben wurde und in dem sich verschiedene Autorinnen und Autoren zu diesem Thema äußern. Ich werde einige Kernaussagen zusammenfassen und anschließend selbst zu dieser Frage Stellung nehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Problem
2.1 Die Kritik der BDA und ihre Forderungen an die Lehrerausbildung
2.2 Die Empfehlung der HRK
2.3 Lehrerleitbild des L.I.S.A.
3. Was müssen Lehrerinnen und Lehrer können?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Debatte um Standards, Kompetenzen und Leitbilder in der deutschen Lehrerausbildung. Ziel ist es, die unterschiedlichen Positionen von Arbeitgeberverbänden, Hochschulrektorenkonferenz und erziehungswissenschaftlichen Fachautoren kritisch gegenüberzustellen und die eigene Reflexion über notwendige Lehrerkompetenzen darzulegen.
- Kritik an der Praxisferne der aktuellen Lehrerausbildung
- Das Konzept der pädagogischen Führungskraft
- Professionalisierung durch Kompetenzmodelle
- Die Kluft zwischen theoretischen Forderungen und studentischer Realität
- Die Bedeutung von Didaktik und diagnostischer Kompetenz
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Kritik der BDA und ihre Forderungen an die Lehrerausbildung
Die Kritik der BDA ist vor allem geprägt durch die Perspektive der Arbeitgeber. Sie bemängelt die Praxisferne der Ausbildung, das Fehlen der Vermittlung des didaktischen Know-hows sowie die ungenügende Qualifizierung bezogen auf Unterrichtsmanagement und die wachsende erzieherische Aufgabe. Sie stützt sich dabei auf Aussagen befragter Lehrer und ihre eigenen subjektiven Beobachtungen.
Sie fordert nun, dass die Lehrerausbildung die Theorie und die Praxis eng koppelt und sich an der Studienstruktur Bachelor/Master orientiert. Nur auf diese Art ist die Lehrerausbildung nach Meinung der Wirtschaftsvertreter zukunftsfähig. Die BDA beobachtet in ihren Betrieben eine sinkende Qualität der Schulbildung ihrer Mitarbeiter und Auszubildenden wodurch sich ein Innovationsdefizit der Wirtschaft ergibt. Da sie die Rolle des Lehrers als Schlüsselrolle für die Qualität der Schulbildung einstuft fordert die BDA grundlegende Reformen. Gleichzeitig bemängelt sie eine sinkende Attraktivität des Lehrerberufs im Vergleich zu anderen Berufen in der Wirtschaft. Ein weiterer Kritikpunkt an der Lehrerausbildung bzw. den Lehrern sei die mangelnde diagnostische Kompetenz der Lehrer wodurch sowohl der Unterricht, in Bezug auf Wissensvermittlung, Methode etc. wie auch die Schüler in Bezug auf Leistung, Lernsituation, Förderungsbedarf etc. nur unzureichend bzw. falsch beurteilt würden und somit das Ergebnis, die Qualität der Schülerbildung leide.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor stellt die Grundlage seiner Analyse dar, welche auf drei zentralen Stellungnahmen (BDA, HRK, L.I.S.A.) basiert und in die zentrale Forschungsfrage nach den notwendigen Kompetenzen von Lehrkräften mündet.
2. Das Problem: Dieses Kapitel thematisiert die allgemeine Kritik am Bildungssystem sowie die Schwierigkeiten bei der Implementierung von Standards in der aktuellen Lehrerausbildung.
2.1 Die Kritik der BDA und ihre Forderungen an die Lehrerausbildung: Die BDA fordert eine stärkere Praxisorientierung und ein Leitbild des Lehrers als „Führungskraft“, um die Qualität der Schulbildung und die Vorbereitung auf die Erwerbswelt zu sichern.
2.2 Die Empfehlung der HRK: Die HRK schlägt die Integration der Lehrerausbildung in das Bachelor-/Mastersystem vor, um durch Kernkompetenzen und Standards die Professionalität des Lehrerberufs zu erhöhen.
2.3 Lehrerleitbild des L.I.S.A.: Dieses Kapitel erläutert ein Kompetenzmodell, das pädagogische Aufgabenfelder wie Unterrichten, Erziehen, Diagnostizieren und Schulentwicklung systematisiert.
3. Was müssen Lehrerinnen und Lehrer können?: Der Autor diskutiert theoretische Ansätze zur Lehrerkompetenz und reflektiert die Diskrepanz zwischen geforderten Kompetenzen und der tatsächlichen studentischen Ausbildungserfahrung.
Schlüsselwörter
Lehrerausbildung, Lehrerleitbild, Kompetenzmodell, Schulentwicklung, Unterrichtsmanagement, Didaktik, Praxisferne, Professionalität, Führungskraft Lehrer, Kultusministerkonferenz, Bologna-Prozess, Diagnosekompetenz, Bildungsreform, Lehramtsstudium, Lehr-Lernprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anforderungen an den Lehrerberuf vor dem Hintergrund aktueller Reformbemühungen und verschiedener Leitbilder, die von wirtschaftlichen und bildungspolitischen Institutionen formuliert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Kritik an der mangelnden Praxisnähe, die Einführung neuer Standards im Bachelor-/Masterstudium, die Notwendigkeit diagnostischer Fähigkeiten und die Rolle des Lehrers als pädagogische Führungskraft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Gegenüberstellung der Forderungen externer Institutionen an die Lehrerausbildung mit der persönlichen Reflexion des Autors über den Erwerb von Kompetenzen während des Studiums.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?
Die Arbeit analysiert Stellungnahmen der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Landesinstituts für Schule und Ausbildung (L.I.S.A.).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kritik der Wirtschaft, die Empfehlungen zur Studienreform sowie eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Lehrerkompetenz durch Autoren wie Wilfried Plöger.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lehrerleitbild, Kompetenzmodell, Didaktik, Bildungsqualität und die Kopplung von Theorie und Praxis.
Wie bewertet der Autor das Leitbild "Führungskraft Lehrer"?
Der Autor sieht darin ein interessantes Modell, das sich stark an wirtschaftlichen Strukturen orientiert und die Schulleitung sowie die Lehrerschaft in eine neue, verantwortungsvollere Rolle im „Unternehmen Schule“ drängt.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich seines eigenen Studiums?
Er stellt fest, dass die im Studium vermittelten Kompetenzen oft hinter den theoretischen Forderungen zurückbleiben, weshalb er viele notwendige Fähigkeiten durch Eigeninitiative erwerben möchte, insbesondere im Bereich der Diagnostik und Didaktik.
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- Tom Olivier (Autor), 2007, Leitbild der Lehrerausbildung. Was müssen Lehrende können?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140838