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Ausgewählte Übungen zur Förderung kommunikativer Kompetenzen im Rahmen der Unterrichtsreihe "Ich-Du-Wir" in einer sechsten Klasse

Gesprächs- und Sozialerziehung in der Hauptschule

Titre: Ausgewählte Übungen zur Förderung kommunikativer Kompetenzen im Rahmen der Unterrichtsreihe "Ich-Du-Wir" in einer sechsten Klasse

Epreuve d'examen , 2009 , 85 Pages , Note: 2

Autor:in: Wibke Saar-Tebati (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Pédagogie, Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Schulen sind kein Ort des friedlichen und freundlichen Miteinanders. Insbesondere die Kinder unserer Hauptschulklassen zeigen erhebliche Defizite. Die Nichteinhaltung von Regeln, Unpünktlichkeit,Unaufrichtigkeit, Skrupellosigkeit, Unmotiviertheit,Kooperationsschwäche, Ellenbogendenken, Empathielosigkeit, Mobbing, sprachliche Verrohung,Impulsivität, Aggression, Verhaltensauffälligkeiten/-störungen–die Liste ließe sich fortführen–sind an der Tagesordnung. „Ey Alter, gib mir mal dein Buch rüber….“„Verpiss dich, du Opfer. Hol dir dein eigenes.“
„Oh Mann, habt ihr die gehört, Alter?? Bist du dumm, oder was?!“…
„Fick dich, du Hurensohn!“
Dieser Ausschnitt ist ein Zitat aus einem Dialog zweier 12-jähriger Schüler einer sechsten Klasse. Das verwendete Vokabular gehört in den festen Wortschatz vieler SchülerInnen. Es fällt auf, dass es weder sachangemessen (Bitte um ein Buch/Ablehnung der Bitte), situationsangemessen (in der Schule im Beisein der Lehrerin) noch einem lexikalischen/grammatikalischen Kontext entsprechend verwendet wird (Schüler A richtet sich an ein Mädchen später an eine ganze Schülergruppe mit „Alter“). Auch die sozialen Defizite werden deutlich: Es fehlen jede Regel der Freundlichkeit, Grenzen, Respekt. Der schmale Wortschatz ist auf einen grundsätzlich barschen, rauen, diffamierenden Umgangston zugeschnitten, er spiegelt verbal wie non-verbal eine aggressive, feindselige Grundeinstellung dem anderen gegenüber wider: „aggro“ sein ist cool und nährt das oftmals labile, negative Selbstbild. Tägliches Credo ist: Erniedrige ich den anderen, erscheine ich selbst größer. Wie Korte (1996) beschreibt, wollen sich Schulkinder grundsätzlich verträglich und freundlich verhalten: Nur gelingt es ihnen nicht! Diese Vermutung findet Bestätigung in der Erfahrung, dass die Mehrzahl jener SchülerInnen, die sich in der Klasse sozial unangemessen verhalten, im Einzelgespräch bekunden, dass sie die Normen und Regeln der Gemeinschaft anerkennen.
Schulen müssen sich der Realität stellen: Unterricht ist zum Ort sozialer Unterweisung geworden und dieser wird „als kommunikativer und zugleich kooperativer Prozess verstanden.“ Kinder brauchen einen Raum, in dem sie soziale und damit kommunikative Erfahrungen mit anderen Kindern und Erwachsenen nachholen können. Ihnen soll nicht gesagt werden, DASS sie friedlich sein, sich austauschen und zuhören sollen, sondern WIE sie es können. Es gilt ein Repertoire aufzufüllen, über das die Kinder von Haus aus nicht mehr verfügen.(...)

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Allgemeine Planungsgrundlagen

1. Die Bildungsstandards und die zu fördernden Kompetenzen

III. Sachanalyse

1. Das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun

2. Gesprächsfähigkeit als Merkmal humaner Gesprächskultur

3. Zum Begriff des Übens

IV. Bedingungsanalyse

1. Zur Situation der Lerngruppe: Leistungsgefüge/Sozialverhalten

2. Äußere Voraussetzungen

3. Entwicklungspsychologische Voraussetzungen

4. Fachlich-methodische Voraussetzungen

V. Die Unterrichtseinheit

1. Die Unterrichtseinheit im Überblick

2. Lernbereiche, Inhalte und Ziele der Unterrichtseinheit

3. Methodisch-didaktische Überlegungen zur Unterrichtseinheit

VI. Praktischer Teil: Planung, Durchführung und Auswertung ausgewählter Unterrichtsstunden

1. Die 2./3. Unterrichtsstunde (Doppelstunde)

1.1. Methodisch-didaktische Überlegungen

1.2. Offene Verlaufsskizze

1.3. Reflexion

2. Die 6./7. Unterrichtsstunde (Doppelstunde)

2.1. Methodisch-didaktische Überlegungen

2.2. Offene Verlaufsskizze

2.3. Reflexion

VII. Schlussreflexion

Zielsetzung & Themen

Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Förderung kommunikativer Kompetenzen in einer sechsten Hauptschulklasse durch die Erprobung und Reflexion ausgewählter Übungen und Spiele. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie durch gezielte, schülerorientierte Unterrichtsbausteine das soziale Miteinander, die Gesprächsfähigkeit und die Impulskontrolle der Lernenden verbessert werden können.

  • Förderung der Gesprächsfähigkeit durch den Einsatz gezielter Übungen und Spiele.
  • Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der Empathiefähigkeit der Schülerinnen und Schüler.
  • Analyse und Verbesserung des Klassenklimas und der sozialen Interaktion.
  • Integration handlungsorientierter Methoden wie Rollenspiele und Reflexionsrunden.

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung

Schulen sind kein Ort des friedlichen und freundlichen Miteinanders. Insbesondere die Kinder unserer Hauptschulklassen zeigen erhebliche Defizite. Die Nichteinhaltung von Regeln, Unpünktlichkeit, Unaufrichtigkeit, Skrupellosigkeit, Unmotiviertheit, Aufsässigkeit, Kooperationsschwäche, Ellenbogendenken, Empathielosigkeit, Mobbing, sprachliche Verrohung, Hyperaktivität, Impulsivität, Aggression, Verhaltensauffälligkeiten/-störungen – die Liste ließe sich fortführen – sind an der Tagesordnung.

Dieser Ausschnitt ist ein Zitat aus einem Dialog zweier 12-jähriger Schüler der XX. Das verwendete Vokabular gehört in den festen Wortschatz vieler SchülerInnen. Es fällt auf, dass es weder sachangemessen (Bitte um ein Buch/Ablehnung der Bitte), situationsangemessen (in der Schule im Beisein der Lehrerin) noch einem lexikalischen/grammatikalischen Kontext entsprechend verwendet wird (Schüler A richtet sich an ein Mädchen später an eine ganze Schülergruppe mit „Alter“). Auch die sozialen Defizite werden deutlich: Es fehlen jede Regel der Freundlichkeit, Grenzen, Respekt. Der schmale Wortschatz ist auf einen grundsätzlich barschen, rauen, diffamierenden Umgangston zugeschnitten, er spiegelt verbal wie non-verbal eine aggressive, feindselige Grundeinstellung dem anderen gegenüber wider: „aggro“ sein ist cool und nährt das oftmals labile, negative Selbstbild. Tägliches Credo ist: Erniedrige ich den anderen, erscheine ich selbst größer.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Ausgangslage in der sechsten Klasse, geprägt von sozialen Defiziten und einem aggressiven Umgangston, und rechtfertigt den Bedarf für ein kommunikatives Sozialtraining.

II. Allgemeine Planungsgrundlagen: Dieses Kapitel verankert die Unterrichtseinheit in den offiziellen Bildungsstandards und definiert die zu fördernden kommunikativen Basiskompetenzen wie Kooperationsfähigkeit und Gesprächskultur.

III. Sachanalyse: Hier werden theoretische Grundlagen wie das Kommunikationsmodell von Schulz von Thun sowie der Begriff des Übens und die Bedeutung von Gesprächsfähigkeit wissenschaftlich fundiert.

IV. Bedingungsanalyse: Der Abschnitt beschreibt die konkrete Situation der Lerngruppe, inklusive der Leistungsunterschiede, äußerer Rahmenbedingungen und entwicklungspsychologischer Besonderheiten der Schülerinnen und Schüler.

V. Die Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel bietet einen Gesamtüberblick über den zeitlichen Ablauf, die Lernbereiche und die methodisch-didaktischen Entscheidungen der gesamten Unterrichtsreihe.

VI. Praktischer Teil: Planung, Durchführung und Auswertung ausgewählter Unterrichtsstunden: Der Kern der Arbeit dokumentiert detailliert die Planung, die methodische Umsetzung und die anschließende Reflexion von vier spezifischen Unterrichtsstunden.

VII. Schlussreflexion: Das Fazit wertet die gesamte Unterrichtsreihe aus, reflektiert den Lernerfolg der Kinder und zieht Konsequenzen für die zukünftige Gestaltung von Sozial- und Kommunikationstraining.

Schlüsselwörter

Kommunikative Kompetenzen, Gesprächserziehung, Sozialtraining, Schulz von Thun, Unterrichtsreihe, Hauptschule, Gesprächsregeln, Aktives Zuhören, Nonverbale Kommunikation, Kooperation, Klassenklima, Selbstwahrnehmung, Reflexion, Handlungsorientierung, Methodentraining.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Erprobung einer Unterrichtsreihe in einer sechsten Klasse, die darauf abzielt, durch gezielte Übungen und Spiele kommunikative und soziale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Schulung von Gesprächsregeln, das Einüben von aktivem Zuhören, die Wahrnehmung von Emotionen sowie der bewusste Einsatz verbaler und nonverbaler Ausdrucksmittel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, durch die Verbesserung des kommunikativen Miteinanders in einer von Konflikten geprägten Klasse ein förderlicheres Lernklima zu schaffen und die Handlungsfähigkeit der Kinder in verschiedenen Alltagssituationen zu stärken.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf didaktische Modelle wie die konstruktivistische Gesprächserziehung, das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun sowie Konzepte des kooperativen Lernens und der sozialen Unterweisung.

Was wird im praktischen Teil behandelt?

Der praktische Teil widmet sich der detaillierten Planung, Durchführung und anschließenden Reflexion spezifischer Doppelstunden, wobei die direkte Arbeit mit der Klasse und deren Reaktionen dokumentiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Gesprächserziehung, Soziale Kompetenz, Kommunikationsmodell, Unterrichtsreihe, Reflexion und Gruppenfindung.

Wie wurde auf die Disziplinprobleme innerhalb der Klasse reagiert?

Die Autorin setzte unterstützende Strukturen wie Ampelsysteme, ein Tokenprogramm mit Belohnungssystemen sowie klare Rituale ein, um die Arbeitsatmosphäre zu stabilisieren.

Welche Rolle spielen die Reflexionsphasen in der Unterrichtseinheit?

Die Reflexionsphasen dienen als essenzielles Instrument zur Sicherung des Gelernten, wobei die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Verhalten sowie die Einhaltung von Gesprächsregeln in Metagesprächen kritisch bewerten.

Warum wurde das "Klassenthermometer" als Methode gewählt?

Das Klassenthermometer diente als konfrontatives Feedback-Instrument, das den Schülern ihre eigene Position im Klassenverband verdeutlichte und sie zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Sozialverhalten aufforderte.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der methodischen Umsetzung?

Die Autorin stellt fest, dass eine strikte Verknüpfung von Sozial- und Kommunikationstraining in der gewählten Form problematisch sein kann und plädiert stattdessen dafür, Gesprächserziehung als kontinuierliches, fortlaufendes Prinzip in den Alltag zu integrieren.

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Résumé des informations

Titre
Ausgewählte Übungen zur Förderung kommunikativer Kompetenzen im Rahmen der Unterrichtsreihe "Ich-Du-Wir" in einer sechsten Klasse
Sous-titre
Gesprächs- und Sozialerziehung in der Hauptschule
Université
Johannes Gutenberg University Mainz
Note
2
Auteur
Wibke Saar-Tebati (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
85
N° de catalogue
V140852
ISBN (ebook)
9783640516667
ISBN (Livre)
9783640516407
Langue
allemand
mots-clé
Offener Unterricht Jochen Korte Schülerorientierung Übungsgesetze Klippert Gesprächserziehung Sozialerziehung/Sozialtraining Übungsbausteine Hauptschule Antiaggressionstraining Handlungsorientierung Potthoff: Gespräche führen mit Kindern
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Wibke Saar-Tebati (Auteur), 2009, Ausgewählte Übungen zur Förderung kommunikativer Kompetenzen im Rahmen der Unterrichtsreihe "Ich-Du-Wir" in einer sechsten Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140852
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Extrait de  85  pages
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