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Inwiefern wirkt sich Alkoholabhängigkeit in der Familie auf die Kinder aus und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Jugendhilfe?

Title: Inwiefern wirkt sich Alkoholabhängigkeit in der Familie auf die Kinder aus und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Jugendhilfe?

Term Paper , 2008 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katrin Böhmer (Author)

Sociology - Children and Youth
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Summary Excerpt Details

Das Thema Alkoholabhängigkeit in Zusammenhang mit der Familie ist breit gefächert. Insbesondere wenn die Auswirkungen auf die Kinder berücksichtigt werden sollen, können nicht alle Aspekte dieser Problematik überblickt werden.
Die Komplexität dieses Themas besteht insbesondere in der Definition der Zielgruppe. So sind Kinder aus alkoholbelasteten Familien als soziale Gruppe zu betrachten. Diverse Studien differenzieren hinsichtlich des Alters der Kinder, da auch erwachsene Menschen immer noch „Kinder aus alkoholbelasteten Familien“ sein können. Das Thema suchtkranker Eltern kann somit nicht auf eine bestimmte Altersgruppe reduziert werden. Zudem wird häufig danach unterschieden, ob ein Elternteil abhängig ist oder beide und ob die Mutter oder der Vater den trinkenden Elternteil darstellt.
Ein weiteres Differenzierungskriterium ist, ob der alkoholabhängige Elternteil behandlungsbedürftig ist oder ob er bereits abstinent lebt.
Offensichtlich kann diese Thematik auf Grund seiner Diversität auf unterschiedliche Gesichtspunkte hin überprüft werden, weshalb es notwendig erscheint gewisse Abgrenzungen vorzunehmen. Die vorliegende Arbeit bezieht sich daher ausschließlich auf Kinder und Jugendliche aus alkoholbelasteten Familien und geht nicht auf Unterschiede in der Familienkonstellation oder in der Suchtgeschichte ein.
Zu Beginn wird das Thema Alkoholabhängigkeit in seiner Gesamtheit beleuchtet. Es wird insbesondere auf verschiedene Ansätze eingegangen, welche die Genese von Alkoholismus zu erklären versuchen.
Anschließend soll die Situation von Kindern und Jugendlichen aus alkoholbelasteten Familien dargestellt und im Rahmen dessen auf die Schwierigkeiten, welche sich aus der Kommunikation in der Familie ergeben, hingewiesen werden.
Schließlich müssen Überlegungen angestellt werden, wie die Jugendhilfe auf diese Schwierigkeiten reagieren kann und welche sozialpolitischen Maßnahmen ergriffen werden können, um die Basis für einen adäquaten Umgang mit den betroffenen Kindern zu schaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung und Abgrenzungen

2 Alkoholabhängigkeit

2.1 Epidemiologie der Alkoholproblematik in Deutschland

2.2 Differenzierung von Missbrauch und Abhängigkeit

2.3 Darstellung der verschiedenen Abhängigkeitstypen

3 Die Genese einer Alkoholabhängigkeit – Mögliche Erklärungsversuche

3.1 Multifaktorielles Modell – eine sozialmedizinische Perspektive

3.2 Alkoholabhängigkeit als Auseinandersetzungsprozess zwischen Mensch und Umwelt - eine systemwissenschaftliche Sichtweise

3.3 Typische Schritte bei der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit

4 Die Situation von Kindern alkoholkranker Eltern

4.1 Transmissionsrisiko

4.2 Lebenssituation und Interaktionsmuster in alkoholbelasteten Familien

4.3 Co-Verhalten und Rollenmodell

4.4 Psychische Auswirkungen und Verhaltensstörungen

4.5 Resilienzen und das Challenge-Modell

5 Familien mit Alkoholproblem in der Jugendhilfe

5.1 Die Rolle des Jugendamtes in der Arbeit mit alkoholbelasteten Familien

5.2 Besondere Schwierigkeiten in der Arbeit mit Suchtfamilien

5.3 Sozialpolitische Maßnahmen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen, die in alkoholbelasteten Familien aufwachsen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Jugendhilfe diesen betroffenen Kindern adäquat begegnen kann, welche psychischen Belastungen sowie Bewältigungsstrategien (Resilienzen) bei ihnen zu beobachten sind und welche sozialpolitischen sowie praktischen Interventionsmöglichkeiten zur Verbesserung ihrer Versorgungssituation bestehen.

  • Genese der Alkoholabhängigkeit aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven.
  • Einfluss elterlicher Suchterkrankungen auf die kindliche Entwicklung (Transmissionsrisiko).
  • Rollenmodelle und Bewältigungsstrategien innerhalb suchtkranker Familiensysteme.
  • Rolle und Handlungsmöglichkeiten des Jugendamtes sowie Hindernisse in der Hilfeplanung.
  • Ansätze zur Prävention, Intervention und Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Auszug aus dem Buch

4.3 Co-Verhalten und Rollenmodell

Ist nur ein Elternteil von der Alkoholabhängigkeit betroffen, ist es oftmals so, dass der andere Elternteil nicht nur versucht, dies vor der Öffentlichkeit geheim zu halten, sondern auch kompensatorisch den durch die Abhängigkeit entstandenen Schaden auszugleichen. Es werden Gründe für das Suchtverhalten gesucht um das Familienleben aufrecht zu erhalten. So ruft beispielsweise die Ehefrau bei der Arbeitsstelle ihres süchtigen Mannes an und meldet ihn krank, obwohl dieser lediglich seinen Rausch ausschlafen muss. Dieses Verhalten, welches zur Stabilisierung des Suchtverhaltens beiträgt, wird als Co-Abhängigkeit oder als Co-Verhalten bezeichnet. Ein Co-Verhalten erschwert die Situation in einer Suchtfamilie dahingehend, dass der alkoholabhängige Mensch nicht mit den Folgen seines Konsumverhalten konfrontiert und dadurch einer Veränderung oder einer Einsichtigkeit entgegengewirkt wird (Vgl.: Zobel, 2006, S. 23f.).

Nicht nur der Ehepartner kann von einer Co-Abhängigkeit betroffen sein, auch die Kinder und selbst Personen aus dem professionellen Hilfesystem (Ärzte, Sozialarbeiter, Therapeuten etc.) zeigen vielfach Verhaltensweisen, welche als Co-Verhalten beschrieben werden können.

Meistens übernimmt das älteste Kind die Rolle des Co-Abhängigen, um die Funktionsfähigkeit des Familienalltags zu bewahren. Kinder, die diese Verhaltenstechnik erbringen, betitelt Wegscheider als „Helden“.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung und Abgrenzungen: Die Einleitung definiert die Zielgruppe der Arbeit und grenzt das Thema auf Kinder aus suchtbelasteten Familien ein, um die Komplexität der Thematik handhabbar zu machen.

Alkoholabhängigkeit: Dieses Kapitel erläutert epidemiologische Daten in Deutschland sowie medizinische und psychologische Differenzierungen zwischen Missbrauch und Sucht.

Die Genese einer Alkoholabhängigkeit – Mögliche Erklärungsversuche: Es werden multifaktorielle Bedingungsmodelle sowie systemwissenschaftliche Ansätze vorgestellt, die das Entstehen von Abhängigkeit als Prozess verdeutlichen.

Die Situation von Kindern alkoholkranker Eltern: Das Kapitel analysiert die spezifischen Risiken, psychischen Folgen und die problematische familiäre Interaktionsdynamik, beleuchtet aber auch protektive Resilienzfaktoren.

Familien mit Alkoholproblem in der Jugendhilfe: Hier werden die Rolle des Jugendamtes, Herausforderungen bei der Identifikation von Problemen in Suchtfamilien und mögliche sozialpolitische Interventionen diskutiert.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert strukturelle Veränderungen in der interdisziplinären Zusammenarbeit und eine stärkere Sensibilisierung der Hilfesysteme.

Schlüsselwörter

Alkoholabhängigkeit, Suchtfamilien, Kinder aus suchtbelasteten Familien, Jugendhilfe, Co-Verhalten, Rollenmodell, Transmissionsrisiko, Resilienz, Prävention, Intervention, Hilfeprozess, Sozialpolitik, Suchttherapie, Familienkontext, psychische Störungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern und Jugendlichen in Familien mit Alkoholproblemen und analysiert, wie diese durch elterliche Suchterkrankungen geprägt werden und welche Hilfsangebote für sie existieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Fokus stehen die Entstehungsursachen von Alkoholabhängigkeit, die familiäre Dynamik in Suchthaushalten, die Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder sowie die Rolle professioneller Hilfsinstitutionen wie dem Jugendamt.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Problematik für Kinder in Suchtfamilien aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie die Jugendhilfe ihre Arbeit optimieren kann, um betroffene Kinder besser zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die auf aktuellen fachwissenschaftlichen Erkenntnissen, Bedingungsmodellen und systemtheoretischen Ansätzen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Genese von Alkoholismus, die psychische und soziale Lebenssituation betroffener Kinder sowie die praktischen Herausforderungen und sozialpolitischen Maßnahmen im Kontext der Jugendhilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Alkoholabhängigkeit, Suchtfamilien, Co-Verhalten, Rollenmodell, Resilienz und Jugendhilfe.

Wie definiert das Buch das Rollenmodell nach Wegscheider?

Es beschreibt Rollen wie den „Helden“, den „Sündenbock“, das „verlorene Kind“ und den „Clown“, die als Anpassungsmechanismen von Kindern in Suchtfamilien fungieren, um das dysfunktionale System aufrechtzuerhalten.

Warum ist die Arbeit des Jugendamtes mit Suchtfamilien oft eine Gratwanderung?

Das Jugendamt muss zwischen Hilfe und Kontrolle abwägen; oft ist die Gefährdung der Kinder nicht offensichtlich und die betroffenen Eltern verweigern bei direktem Druck die Mitarbeit oder verschleiern die Problematik.

Was bedeutet der Begriff „Transmissionsrisiko“ in diesem Kontext?

Es beschreibt die generationenübergreifende Weitergabe von Suchterkrankungen oder psychischen Störungen von suchtkranken Eltern an ihre Kinder.

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Details

Title
Inwiefern wirkt sich Alkoholabhängigkeit in der Familie auf die Kinder aus und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Jugendhilfe?
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln
Grade
2,0
Author
Katrin Böhmer (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V140879
ISBN (eBook)
9783640503407
ISBN (Book)
9783640503520
Language
German
Tags
Alkohol Jugendhilfe Sucht Martin Zobel Kinder Alkoholabhängigkeit Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Böhmer (Author), 2008, Inwiefern wirkt sich Alkoholabhängigkeit in der Familie auf die Kinder aus und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Jugendhilfe?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140879
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