Das Thema Medien gehört zu einem der kontrovers diskutierten Themen in der Gesellschaft. Gegner der Massenmedien weisen immer wieder auf die Gefahren einer übermäßigen Nutzung von TV, Internet und Computerspielen hin. Zugegeben, wenn Kinder und Jugendliche Filme konsumieren, die nicht für ihr Alter freigegeben sind, dann stellen diese Filme einen schädlichen Einfluss dar. Werden sie über einen längeren Zeitraum ohne Möglichkeiten zur Reflexion des medial erlebten konsumiert, entstehen Nebenwirkungen. Befürworter erkennen in den Medien ein Potential, das sich nutzen lässt, um Kinder und Jugendliche an den Medien und durch die Medien zu bilden. Filme können als Vermittler von Sprache und Literatur Gegenstand des Unterrichts sein. Die Voraussetzung für einen konstruktiven Umgang mit den Medien ist eine fachkundige Anleitung. Das Ziel eines Unterrichts, der Medien integriert, wäre Schülerinnen und Schüler zu kompetenten Nutzern von Medien zu erziehen.
Aufgabe dieser Arbeit wird es sein darzulegen, dass Filme als Gegenstand im Deutschunterricht behandelt werden können. Der erste Teil befasst sich mit Medien aus der didaktischen Fachperspektive. Der Begriff Medium wird anhand verschiedener Definitionen erläutert. Exemplarisch werden zwei Mediendidaktiken vorgestellt. Es folgen Ausführungen über einen integrativen Ansatz für den Einsatz von Medien im Deutschunterricht.
Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht der Film als Unterrichtsgegenstand. Es werden wichtige Begriffe für eine Filmanalyse genannt und eine Möglichkeit zur Didaktisierung aufgezeigt. Im Anschluss beinhaltet dieses Kapitel verschiedene Analysemodelle mit deren Anwendung Film im Unterricht untersucht werden kann.
Die abschließenden Überlegungen des letzten Kapitels fassen die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und geben einen Ausblick auf die Anforderungen eines medienintegrativen Deutschunterrichts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Medien aus deutschdidaktischer Perspektive
2.1. Medienbegriffe
2.2. Mediendidaktiken
2.3. Integrativer Ansatz
3. Medium Film im Deutschunterricht
3.1. Medium Film aus deutschdidaktischer Perspektive: Begrifflichkeiten
3.2. Vorschläge zu einer Didaktik des Films
3.3. Analysemodelle
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Potenzial des Films als Unterrichtsgegenstand im medienintegrativen Deutschunterricht aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie Lehrkräfte durch den gezielten Einsatz medialer Inhalte die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern fördern und diese zu kompetenten Nutzern moderner Medien erziehen können.
- Grundlagen der Mediendidaktik im Fach Deutsch
- Entwicklung und Definition verschiedener Medienbegriffe
- Die Rolle des Films als audiovisuelles Medium im Unterricht
- Vermittlung von Filmanalysemodellen und Fachterminologie
- Strategien zur Förderung der Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
3.1. Medium Film aus deutschdidaktischer Perspektive: Begrifflichkeiten
Das Medium Film im Deutschunterricht ist Unterrichtsgegenstand. Die Auseinandersetzung erfolgt über eine Analyse. Zwingend notwendig für eine Filmanalyse sind die Fachtermini aus der Filmwelt. Begrifflichkeiten erleichtern den Umgang mit dem Medium und dienen der gemeinsamen Verständigung über den Gegenstand beispielsweise im Unterrichtsgespräch. Für einen zweckorientierten Einsatz werden elementare Grundannahmen über den generellen Status von Film benötigt. Es genügt „die Einsicht in den charakteristischen Status eines Films als profitorientierter Ware und einer Kunst, die Elemente anderer Künste [...] synthetisch in sich vereint, und ein grundsätzliches Verständnis der apparativen Voraussetzungen und Verfahren aus [technischen] Bereichen“.
Film besteht aus mehreren Medien, die über ein aufwendiges apparatives Verfahren miteinander verschmelzen. Unter diesem Gesichtspunkt besteht „[d]ie Basis des Filmischen [in der] Zerlegung von Bewegung in Einzelbilder und deren nachfolgende Wiederzusammensetzung in einer so raschen Folge [...], dass auf einer Leinwand (oder einem Bildschirm) für den Betrachter die optische Illusion kontinuierlicher Handlungsabläufe entsteht, die der realen Wahrnehmung sehr nahe kommt“.
Film basiert auf dem Prinzip der Nachahmung. Wie der Literatur so liegt auch dem Film ein System von Zeichen zugrunde. „Film – besonders der Tonfilm – besteht aus vier Zeichensystemen: Bildinhalt, Bildbewegung und Bildfolge (das eigentlich filmspezifische, daher filmischer Code), Sprache und Ton“. Daher besteht die Hauptaufgabe bei der Durchführung der Filmanalyse in der Untersuchung des Visuellen, des Auditiven und des Narrativen. Das Visuelle bezeichnet alle für den Zuschauer optisch wahrnehmbaren Vorgängen. Das Auditive bestimmt alle akustischen Reize. Das Narrative umschreibt die Filmhandlung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz des Themas im gesellschaftlichen Kontext und stellt das Ziel der Arbeit, Schüler zu medienkompetenten Nutzern zu erziehen, dar.
2. Medien aus deutschdidaktischer Perspektive: In diesem Kapitel werden grundlegende Medienbegriffe diskutiert und verschiedene mediendidaktische Ansätze sowie deren Bedeutung für das Fach Deutsch beleuchtet.
3. Medium Film im Deutschunterricht: Dieses Kapitel widmet sich der filmtheoretischen Grundlage, der filmdidaktischen Einordnung und der praktischen Anwendung von Analyseverfahren im Unterricht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, moderne Medien wie den Film fest in den Deutschunterricht zu integrieren.
Schlüsselwörter
Deutschunterricht, Mediendidaktik, Medienkompetenz, Filmanalyse, Filmdidaktik, Audiovisuelle Medien, Medienbegriff, Fachtermini, Unterrichtsgegenstand, Medienpädagogik, Einstellungsprotokoll, Sequenzprotokoll, Integrativer Ansatz, Filmanalysemodelle, Mediale Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz und den didaktischen Mehrwert von Filmen innerhalb eines medienintegrativen Deutschunterrichts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Definition von Medienbegriffen, die Einbettung von Medien in die Didaktik des Deutschunterrichts und die methodische Analyse von Filmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es darzulegen, dass Filme als Gegenstand im Deutschunterricht geeignet sind, um die Medienkompetenz der Lernenden gezielt zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Ansätze der Mediendidaktik mit spezifischen Modellen der Filmanalyse verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine medientheoretische Fundierung, die Auseinandersetzung mit Mediendidaktiken und eine konkrete Anleitung zur didaktischen Erschließung des Films mittels Analysemethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienkompetenz, Filmanalyse, Deutschdidaktik und Mediendidaktik definiert.
Was unterscheidet das Einstellungs- vom Sequenzprotokoll?
Während das Einstellungsprotokoll kleinste filmische Einheiten und deren technische Spezifika (wie Einstellungsgröße oder Kamerabewegung) dokumentiert, dient das Sequenzprotokoll der Übersicht über größere Handlungsabschnitte.
Warum spielt die fachspezifische Terminologie eine wichtige Rolle bei der Filmanalyse?
Die Fachtermini sind notwendig, um den Lernenden die Kommunikation über den Gegenstand Film zu ermöglichen und eine präzise Auseinandersetzung mit der filmischen Sprache zu gewährleisten.
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- Marek Bachmann (Autor), 2009, Film im Medienintegrativen Deutschunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140929