Schulen wird nicht nur in NRW eine zunehmend größere Eigenständigkeit eingeräumt (Stichwort ‚Selbständige Schule’). Die Selbstevaluation der Schulentwicklung sowie die Personal- und Unterrichtsbeurteilung soll vermehrt schulintern erfolgen. Für die Schulleitungen (SL) bedeutet dies, dass auch Fragen der Qualitätssicherung und Evaluation für ihre künftige Arbeit eine zentrale Rolle spielen.
Sie übernehmen zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben administrative und organisatorische Aufgaben, die bisher bei den Schulaufsichtsbehörden lagen, zum Beispiel Entscheidung über Stellen- und Sachmittelbudgets, Personalmanagement sowie Qualitätsentwicklung und -sicherung.
Können hier die SchulVA eine hilfreiche Rolle spielen?
Inhaltsverzeichnis
Projekt Schulverwaltungsassistenzen
Untersuchung
Ergebnisse
Leitfragen
Arbeitsumfeld als Grundbefindlichkeit
Aufgabenspektrum
Welche Rolle könnten die SchulVA überhaupt bei der Einführung oder Unterstützung von QM- Maßnahmen spielen?
Befindlichkeit der SchulVA
Fachlicher Kompetenzbedarf/fachliche Expertise
Hohe Lernbereitschaft
Unterforderung
Ungenützte Potenziale
Unangemessene Funktionsbezeichnung
Abgrenzung innere/äußere Schulangelegenheiten
Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Untersuchung analysiert das Modellprojekt „Schulverwaltungsassistenz“ in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, zu klären, ob die Schaffung dieser neuen Stelle die Schulleitungen bei den wachsenden administrativen Herausforderungen, insbesondere im Kontext von Qualitätsmanagement und Schulentwicklung, effektiv entlasten kann und welche Rolle diese Kräfte dabei einnehmen.
- Wirksamkeit der Schulverwaltungsassistenz als Entlastung für Schulleitungen
- Einfluss auf die Etablierung von Qualitätsmanagement-Systemen
- Analyse des aktuellen Aufgabenspektrums und Nutzung von Potenzialen
- Untersuchung des Arbeitsumfeldes und der beruflichen Zufriedenheit
- Kompetenzprofil und Erwartungshaltungen der Akteure
Auszug aus dem Buch
Welche Rolle könnten die SchulVA überhaupt bei der Einführung oder Unterstützung von QM- Maßnahmen spielen?
Bei der Einführung solcher neuer Konzepte handelt es sich um Innovationen bzw. genauer um Prozessinnovationen oder Reorganisationsmaßnahmen. Eine zentrale ernüchternde Erkenntnis der Innovationsforschung ist, dass ein großer Teil von Innovationsvorhaben scheitert. Auch für den Schulbereich liegen hier konkrete Untersuchungen vor.
Um dies zu verhindern ist es sinnvoll und erforderlich, wenn bei Einführung eines Innovationsvorhabens verschiedene Akteure die Rolle eines Macht-, eines Fach- und/oder eines Prozesspromotors übernehmen würden.
Die Rolle des Machtpromotors kann nicht von den SchulVA übernommen werden, sondern ist der SL oder sogar bestimmten Lenkungsgruppen vorbehalten. SchulVA könnten aber zumindest zum Teil die Aufgaben des Fach- und/oder des Prozesspromotors wahrnehmen, wenn folgende Voraussetzung erfüllt sind:
Neben (1) der Bereitschaft solche Tätigkeiten auszuüben benötigen SchulVA auch die entsprechenden (2) Kompetenzen.
Bezogen auf die Funktion des Fachpromotors sind dies: z.B. Kenntnisse über die Schulverwaltung und –organisation, Kenntnisse im Umgang mit Datenverwaltungsprogrammen um Statistiken zu erstellen, mit deren Hilfe die Qualität der Schule evaluiert werden kann sowie die Fähigkeit die entsprechende Ergebnisse zu interpretieren. Darüber hinaus sind fachliche Kompetenzen bezogen auf QM-Konzepte und QM-Instrumente von Vorteil.
Zusammenfassung der Kapitel
Projekt Schulverwaltungsassistenzen: Das Kapitel erläutert den Ursprung des Projekts im Jahr 2007 als Folge von Behördenauflösungen und definiert das Aufgabenspektrum der Schulverwaltungsassistenten.
Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der explorativen Studie beschrieben, die auf einer Online-Befragung von Schulverwaltungsassistenten und Schulleitungen basiert.
Ergebnisse: Das Kapitel stellt die zentralen Erkenntnisse hinsichtlich der Kompetenzentwicklung der Beschäftigten sowie der administrativen Entlastung der Schulen dar.
Leitfragen: Es werden die drei zentralen Forschungsfragen formuliert, die das Verhältnis von Stellenschaffung, Potenzialnutzung und Attraktivität der Schulleitungsposition adressieren.
Arbeitsumfeld als Grundbefindlichkeit: Dieses Kapitel analysiert die subjektive Wahrnehmung des Arbeitsumfeldes durch die Schulverwaltungsassistenten und Schulleitungen.
Aufgabenspektrum: Es wird detailliert aufgeführt, mit welchen spezifischen administrativen Aufgaben die Schulverwaltungsassistenten derzeit betraut sind und welche Planungen für die Zukunft bestehen.
Welche Rolle könnten die SchulVA überhaupt bei der Einführung oder Unterstützung von QM- Maßnahmen spielen?: Hier wird untersucht, inwiefern Schulverwaltungsassistenten als Prozess- oder Fachpromotoren bei Qualitätsmanagement-Projekten fungieren können.
Befindlichkeit der SchulVA: Dieses Kapitel diskutiert Faktoren wie Kompetenzbedarf, Unterforderung, die Funktionsbezeichnung und die Abgrenzung von Schulangelegenheiten.
Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Modell zwar eine wertvolle administrative Unterstützung bietet, die Rolle für eine aktive Qualitätsentwicklung jedoch noch nicht voll ausgeschöpft ist.
Schlüsselwörter
Schulverwaltungsassistenz, Schulleitung, Qualitätsentwicklung, Qualitätsmanagement, Modellprojekt, NRW, Verwaltungsaufgaben, Schulentwicklung, Prozessinnovation, Kompetenzentwicklung, Personaleinsatz, Arbeitsumfeld, Organisationsentwicklung, Schulverwaltung, Verwaltungsfachkraft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Modellprojekt „Schulverwaltungsassistenz“ in Nordrhein-Westfalen und analysiert dessen Beitrag zur Entlastung von Schulleitungen sowie dessen Potenzial für Schulentwicklungsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Themenfeldern gehören die Aufgabenverteilung an Schulen, die Akzeptanz neuer Rollenbilder, die Kompetenzprofile der Verwaltungsassistenten sowie die Herausforderungen bei der Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Schaffung der Stelle des Schulverwaltungsassistenten die Schulleitungen entlasten kann und ob die verfügbaren Potenziale dieser Mitarbeiter für eine zielgerichtete Qualitätsentwicklung an Schulen genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Studie zugrunde?
Es handelt sich um eine explorative, quantitative Untersuchung mittels aufeinander abgestimmter, standardisierter Online-Fragebögen, die an 50 Schulverwaltungsassistenten und 51 Schulleitungen gerichtet wurden.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Arbeitsumfeld, das aktuelle und geplante Aufgabenspektrum der Assistenzkräfte sowie deren Rolle bei der Einführung von QM-Maßnahmen und deren persönliche Befindlichkeit am Arbeitsplatz.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Schulverwaltung, Qualitätsmanagement, Schulleitungsentlastung, Organisationsentwicklung und Kompetenzprofil sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.
Wie bewerten die Schulleitungen die Entlastung durch die Assistenten?
Die Schulleitungen fühlen sich durch die Schulverwaltungsassistenten in administrativen Aufgaben entlastet und befürworten eine Fortsetzung des Projekts, zeigen sich jedoch zurückhaltend bei der Übertragung von Entscheidungsverantwortung.
Warum wird die Funktionsbezeichnung „Schulverwaltungsassistent“ kritisch gesehen?
Die Untersuchung zeigt eine deutliche Unzufriedenheit unter den Beschäftigten mit der Berufsbezeichnung, da diese häufig nicht mit ihrem Selbstverständnis oder ihrer tatsächlichen Qualifikation im gehobenen Dienst korrespondiert.
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- Dipl.-mult. Udo Rosowski, MOM (Author), 2009, Schulverwaltungsassistenzen – Baustein oder Voraussetzung für Qualitätsentwicklung an Schulen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140990