Aufgaben und Instrumente der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse


Referat (Ausarbeitung), 2003
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Ziele und Aufgaben der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse

2. Die Ergebnisanalyse
2.1 Betragsmäßige Ergebnisanalyse
2.1.1 Ergebnis nach DVFA
2.1.2 Der Cash Flow
2.1.3 Ein Vergleich von Börsenwert und Bilanzwert
2.2 Die Erfolgsquellenanalyse
2.2.1 Der ordentliche Betriebserfolg
2.2.2 Der Finanzund Verbunderfolg (betriebsfremdes Ergebnis)
2.2.3 Das außerordentliche Ergebnis
2.2.4 Der Bewertungserfolg
2.2.5 Analyse und Interpretation der Ergebnisquellenanalyse

3. Die Rentabilitätsanalyse
3.1 Die Eigenkapitalrentabilität
3.2 Die Gesamtkapitalrentabilität
3.3 Die Betriebsrentabilität
3.4 Die Umsatzrentabilität bzw. Umsatzrendite
3.5 Der Return on Investment (ROI)
3.6 Der Gewinn pro Aktie und das Kurs-Gewinn-Verhältnis

4. Die Wertschöpfungsanalyse

5. Die Break-even-Analyse

1. Ziele und Aufgaben der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse

Die Bilanzanalyse dient der Informationsgewinnung für diese Interessentengruppen (interne und externe Bilanzanalyse) in Bezug auf die wirtschaftliche Lage und die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Es wird zwischen der finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse und der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse unterschieden. Die Erfolgsanalyse verfolgt dabei verschiedene Ziele. Eines ist die der Ertragskraft eines Unternehmens zu ermitteln und versucht diese in die Zukunft zu prognostizieren.1 Unter der Ertragskraft versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens gegenwärtig und auch zukünftig Gewinne zu erzielen. Besonderen Interesse liegt dabei auf der nachhaltigen (=auf Dauer) Ertragskraft des Unternehmens2. Sie ist besonders für die Anteilseigner des Unternehmens und die Investoren und Geber langfristigen Fremdkapitals interessant. Die Anteilseigner sind an der Ertragskraft interessiert, da sich diese auf die Gewinnausschüttung und bei börsennotierten Aktiengesellschaften auch auf die Kursentwicklung niederschlägt. Für die Investoren und Fremdkapitalgeber stellt die Ertragskraft die Fähigkeit eines Unternehmens dar, pünktlich und sicher Zinsund Tilgungszahlungen zu leisten und die Sicherheit des Kreditengagements.3

Eine weitere Aufgabe der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse ist die Feststellung Gewinns der im betriebswirtschaftlichen Sinn erzielt wurde. „Der Gewinnbegriff im betriebswirtschaftlichen Sinn wird bestimmt durch den Geldbetrag, der einem Unternehmen in einem Geschäftsjahr bei Erhaltung der Leistungsfähigkeit und Sicherung des künftigen (gleich bleibenden) Einkommens maximal entzogen werden kann“4. Bei der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse dient die Gewinnund Verlustrechnung (GuV) als Grundlage. Der ausgewiesene Erfolg im Jahresabschluss spiegelt aber nicht den Gewinn im betriebswirtschaftlichen Sinn, sondern den Erfolg, der der durch vorgegebenen bilanzpolitischen Wahlrechte und Spielräume aufgrund von Gesetzen (insbesondere durch das Handelsgesetzbuch (HGB)) und durch die Grundlagen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) ermittelt wurde.5 Der ausgewiesene Erfolg in der GuV und der tatsächlichen Erfolg im betriebswirtschaftlichen Sinn fallen hier auseinander6. Die Erfolgsanalyse verfolgt das Ziel das tatsächliche Ergebnis eines Unternehmens zu ermitteln.

Weitere Aufgabe der erfolgswirtschaftlichen Analyse ist auch die Analyse der Erfolgsstruktur, bei der die verschiedenen Erfolgsquellen, Erfolgsursachen und die Aufwandsund Ertragsstruktur untersucht werden. Mit der Rentabilitätsder Wertschöpfungsanalyse und der Breakeven-Analyse sowie mit der Ermittlung verschiedener Kennzahlen ist eine umfassende Erfolgsanalyse und fundierte Ermittlung der Ertragskraft eines Unternehmens möglich.7

2. Die Ergebnisanalyse

In der Ergebnisanalyse wird der tatsächlich erwirtschaftete Gewinn mit verschiedenen Instrumenten und Vorgehensweisen ermittelt. Dies geschieht hauptsächlich in der betragsmä- ßigen Ergebnisanalyse. Des Weiteren werden die Erfolgsquellen ermittelt und die Erfolgsstruktur des Unternehmens mittels der Erfolgsquellenanalyse untersucht.8

2.1 Betragsmäßige Ergebnisanalyse

Mittels der betragsmäßigen Ergebnisrechnung wird das Ergebnis ermittelt, das dem tatsächlichen Ergebnis der unternehmerischen Tätigkeit möglichst nahe kommt.

2.1.1 Ergebnis nach DVFA

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung (DVFA) veröffentlicht Empfehlungen zur Ermittlung eines vergleichbaren Gewinns der Unternehmen für Aktienanalysten und Unternehmen. Dieser Gewinn ist unter der Bezeichnung DVFA-Ergebnis bekannt und er wird ausgehend vom Jahresergebnis um außerordentliche, ungewöhnliche und dispositionsbedingte Aufwendungen und Erträge korrigiert. Die außerordentlichen Aufwendungen und Erträgen, die in der GuV ersichtlich sind werden hier ausgesondert. Ungewöhnliche Aufwendungen und Erträge gehören zwar zum „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“, resultieren jedoch aus Sachverhalten, die nicht Bestandteil eines ordentlichen oder nachhaltigen Jahresergebnisses sind. Bei Dispositionsbedingten Aufwendungen und Erträ- gen handelt es sich um Erfolgskomponenten, die sich durch Aufwendungen von Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechten sowie Ermessenspielräumen ergeben.9

Es ist jedoch anzumerken, dass zur Berechnung dieses Ergebnisses eine Vielzahl zusätzlicher, über die gesetzlichen Angabepflichten hinausgehende Informationen benötigt werden, die oftmals nicht erschöpfend bereitgestellt wird. Allerdings kann man das Ergebnis nach DVFA aus der Wirtschaftspresse entnehmen.10

2.1.2 Der Cash Flow

Grundsätzlich ist der Cash Flow ein Instrument der finanzwirtschaftlichen Bilanzanalyse. Allerdings wird der Cash Flow in der Erfolgsanalyse verwandt, da er eine weitgehend bewertungsunabhängige Überschussgröße ist und er repräsentiert den Erfolg den das Unternehmen aus eigener Kraft erwirtschaftete. Innerhalb der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse wird der Cash Flow als Indikator für die Ertragsfähigkeit eines Unternehmens verwandt.11 Dies begründet sich damit, dass Manipulationen der Geschäftsleitung durch bewusste Ausnutzung von Bewertungswahlrechten bei Abschreibungen und Rückstellungen weitgehend ausschaltet werden. Bei der Berechnung des Cash Flow werden ausgehend vom Jahresergebnis alle nicht auszahlungswirksamen Aufwendungen addiert sowie nicht zu Zahlungseingängen führende Erträge subtrahiert. Daraus wird deutlich, dass eine von der Unternehmung vorgenommene bilanzpolitische Beeinflussung des ausgewiesenen Ergebnisses durch die Bemessung von Abschreibungen und Rückstellungen im Cash Flow neutralisiert wird. Der Cash Flow ist ein Erfolgsindikator, der zusammen mit den eigentlichen Erfolgskennzahlen Jahresergebnis oder Betriebsergebnis interpretiert werden muss.12

2.1.3 Ein Vergleich von Börsenwert und Bilanzwert

Eine Betrachtung des Unternehmens durch die Börse verlässt den Bereich, die Ertragskraft eines Unternehmens zu bewerten. Betrachtet man den Börsenwert als eine Kennzahl für die Ertragskraft, die Ertragsaussichten und als Kennzahl für eventuell vorhandene stille Reserven, so kann der Börsenwert unter Umständen als Kennzahl über die Ertragskraft gesehen werden. Aber es beeinflussen spekulative Faktoren, politische Faktoren, steuerliche Faktoren und Geldmarktfaktoren den Börsenkurs und verhindern somit eine ertragsorientierte Bewertung des Unternehmens. Deshalb kann dieses Instrument nur bedingt als Indikator für die Ertragskraft eines Unternehmens nützlich sein. Trotzdem soll das Verfahren kurz dargestellt werden:13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Graumann, Markus, Bilanz, 1996, Seite 722

2 Vgl. Küting, Karlheinz, Weber, Claus-Peter, Bilanzanalyse, 1997, Seite 193

3 Vgl. Gräfer, Horst, Bilanzanalyse, 2001, Seite 53

4 Küting, Karlheinz, Weber, Claus-Peter, Bilanzanalyse, 1997, Seite 193

5 Vgl. Gräfer, Horst, Bilanzanalyse, 2001, Seite 53

6 Vgl. Küting, Karlheinz, Weber, Claus-Peter, Bilanzanalyse, 1997, Seite 193

7 Vgl. Küting, Karlheinz, Weber, Claus-Peter, Bilanzanalyse, 1997, Seite 193

8 Wird auch als Erfolgsanalyse bezeichnet.

9 Vgl. Gräfer, Horst, Bilanzanalyse, 2001, Seite 115 ff

10 Vgl. Gräfer, Horst, Bilanzanalyse, 2001, Seite 115 ff

11 Vgl. Coenenberg, Adolf Gerhard, Jahresabschluss, 1997, Seite 679

12 Vgl. Schult, Eberhard, Bilanzanalyse, 2003, Seite 88 ff

13 Vgl. Küting, Karlheinz, Weber, Claus-Peter, Bilanzanalyse, 1997, Seite 218

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Aufgaben und Instrumente der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt  (Fachbereich Wirtschafts- und Allgemeinwissenschaften)
Veranstaltung
Bilanzgestaltung und Informationsmanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
18
Katalognummer
V14100
ISBN (eBook)
9783638195942
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Ausarbeitung behandelt eingangs die Aufgaben und Ziele der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse. Anschließend werden die Instrumente der Erfolgsanalyse: Rentabilitätsanalyse, Ergebnisanalyse, Wertschöpfungsanalyse und Break-even-Analyse dargestellt.
Schlagworte
Aufgaben, Instrumente, Bilanzanalyse, Bilanzgestaltung, Informationsmanagement
Arbeit zitieren
Andreas Weiß (Autor), 2003, Aufgaben und Instrumente der erfolgswirtschaftlichen Bilanzanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14100

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