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Disziplinschwierigkeiten unter psychoanalytischer Betrachtung

Title: Disziplinschwierigkeiten unter psychoanalytischer Betrachtung

Term Paper , 2001 , 18 Pages

Autor:in: Oliver Saur (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Ich habe mich entschlossen im Rahmen des Seminars „Tiefenpsychologische Grundlagen pädagogischer Arbeit I“ eine Hausarbeit mit dem Thema „Schulische Disziplinschwierigkeiten aus psychoanalytischer Sicht“ zu erarbeiten, da ich einen praktischen Bezug zu den im Seminar behandelten tiefenpsychologischen Inhalten ziehen möchte. Dabei habe ich als Rahmen der Arbeit die Institution Schule, präziser, den Unterricht als Interaktionsort zwischen Lehrer und Schüler gewählt. Wobei ich besonders auf die Interaktionskomponente „Disziplinschwierigkeiten“ eingehen möchte. Da jeder Lehrer in ausnahmslos allen Schulformen mehr oder weniger oft mit Disziplinschwierigkeiten/ Verhaltensauffälligkeiten konfrontiert wird und dies für viele (auch für mich selbst z. B. in der Praktikumsphase) ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellt, ist dieses Thema für mich von großer Bedeutung, weshalb ich es zum Inhalt meiner Hausarbeit machen möchte. Dabei ist für mich die psychoanalytische Erschließung der Disziplinschwierigkeiten von Bedeutung, da die Psychoanalyse Lehrer-Schüler-Konfrontationen aus einer Perspektive betrachtet, die sehr viel zum Verständnis schulischer Konflikte beiträgt. Die Psychoanalyse ist ein sehr gutes Interpretationsmittel für „negatives“ Schüler- als auch Lehrerverhalten und gibt die Möglichkeit, mit solchen Konflikten verständnisvoller und gleichzeitig besonnener umzugehen, wodurch unüberlegte und vorschnelle Sanktionen des Lehrers auf „negatives“ Schülerverhalten vermieden werden können, die unter Umständen den Konflikt eher verschärfen anstatt ihn zu beseitigen.
In meinem letzten Praktikum an einer Praktisch Bildbaren Schule hatte ich erhebliche Probleme mit einem Mädchen meiner zugeteilten Klasse. Dieses Mädchen verhielt sich mir gegenüber in fast jeder Unterrichtsstunde, aber auch außerhalb des Unterrichts, z. B. in Pausen etc. äußerst aggressiv und ableh-nend. Dieses Verhalten verunsicherte mich im Umgang mit diesem Mädchen und allgemein auch mit den anderen Schülern, worunter meine Lehrqualität zu leiden hatte. Zu Beginn des Konfliktes reagierte ich noch sehr ruhig auf die Schülerin und versuchte durch Interesse an ihrer Person ihr Vertrauen zu gewinnen. Jedoch ließen die Aggressionen ihrerseits nicht nach. Nach und nach versuchte ich ihr „negatives“ Verhalten durch Gegenaggression (Stimme anheben, Strafe androhen) zu unterbinden, was ebenfalls zu keiner Besserung unserer Beziehung führte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung „Disziplinschwierigkeiten“

3. Häufigkeit und Ausdrucksform von Disziplinschwierigkeiten

4. Verschiedene Bedingungsgefüge für Disziplinschwierigkeiten

5. Disziplinschwierigkeiten unter psychoanalytischer Betrachtung

6. Disziplinschwierigkeiten und ihre subjektive Wahrnehmung

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht schulische Disziplinschwierigkeiten aus psychoanalytischer Perspektive, um Lehrer bei der Bewältigung von Konfliktsituationen durch ein tieferes Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen zu unterstützen.

  • Psychoanalytische Konzepte wie Übertragung und Gegenübertragung
  • Die Rolle der Gruppendynamik in schulischen Konflikten
  • Statistische Analyse der Symptome und Häufigkeit von Disziplinschwierigkeiten
  • Subjektive Wahrnehmung von störendem Verhalten durch Lehrkräfte
  • Reflexion über Grenzen psychologischer Interpretationen in der pädagogischen Praxis

Auszug aus dem Buch

5. Disziplinschwierigkeiten unter psychoanalytischer Betrachtung

Studiert man Literatur, die Disziplinschwierigkeiten aus Sicht der Psychoanalyse thematisiert, so fällt auf, dass die Begriffe „Übertragung“ bzw. „Gegenübertragung“ eine zentrale Rolle einnehmen, um Konflikte und ihre Ursachen in einer gestörten Kommunikation zu erklären. Beide Phänomene sind durchaus von ausschlaggebender Bedeutung, bei der Interpretation von Disziplinschwierigkeiten aus psychoanalytischer Sicht und sollen hier nähere Betrachtung finden. Zunächst sollen beide Begriffe genauer definiert werden und später in einen Kontext zu Disziplinschwierigkeiten gesetzt werden.

„Übertragung ist das Erleben von Gefühlen, Trieben, Einstellungen, Phantasien und Abwehr gegenüber einer Person in der Gegenwart, die zu dieser Person nicht passen, sondern eine Wiederholung von Reaktionen sind, welche ihren Ursprung in der Beziehung zu wichtigen Figuren der frühen Kindheit haben und unbewusst auf Figuren der Gegenwart verschoben werden. Die beiden hervorstechendsten Merkmale einer Übertragungsreaktion sind: sie ist eine Wiederholung und sie ist unangemessen (Trescher, 1990, S. 76).“ Diese Übertragungsreaktion kommt zumeist durch unbewusste nicht gelöste Konfliktsituationen zustande, die früher in der Eltern-Kind- und/oder Geschwisterbeziehung stattgefunden haben. Disziplinschwierigkeit als eine gestörte Lehrer-Schüler-Beziehung kann demzufolge ein infantiler unbewusster Konflikt sein, der nie gelöst wurde und immer wieder an ein neues Objekt, in diesem Fall an den Lehrer oder Mitschüler, herangetragen wird, um eine Beseitigung des alten Konfliktes zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation, Disziplinschwierigkeiten durch die Psychoanalyse besser zu verstehen, um im pädagogischen Alltag besonnener auf Konflikte reagieren zu können.

2. Begriffsbestimmung „Disziplinschwierigkeiten“: Dieses Kapitel differenziert zwischen allgemeinen Verhaltensstörungen, Schulschwierigkeiten und disziplinlosem Verhalten, wobei die Notwendigkeit einer präzisen Begriffsabgrenzung im schulischen Kontext verdeutlicht wird.

3. Häufigkeit und Ausdrucksform von Disziplinschwierigkeiten: Anhand statistischer Daten werden die Erscheinungsformen von Disziplinschwierigkeiten in verschiedenen Schulformen und Klassenstufen analysiert.

4. Verschiedene Bedingungsgefüge für Disziplinschwierigkeiten: Es wird dargelegt, dass Disziplinschwierigkeiten multikausal bedingt sind und eine Analyse der Hintergründe für Lehrkräfte essenziell ist.

5. Disziplinschwierigkeiten unter psychoanalytischer Betrachtung: Die zentralen psychoanalytischen Konzepte der Übertragung, Gegenübertragung und des szenischen Verstehens werden als Interpretationswerkzeuge für Lehrer-Schüler-Konflikte vorgestellt.

6. Disziplinschwierigkeiten und ihre subjektive Wahrnehmung: Dieses Kapitel kritisiert die subjektive Konstruktion von "Störungen" und warnt vor vorschnellen analytischen Interventionen aufgrund individueller Lehrerperspektiven.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Verwissenschaftlichung pädagogischer Alltagskommunikation.

Schlüsselwörter

Disziplinschwierigkeiten, Psychoanalyse, Übertragung, Gegenübertragung, Szenisches Verstehen, Schulkultur, Lehrer-Schüler-Interaktion, Verhaltensstörungen, Pädagogik, Konfliktmanagement, Gruppendynamik, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Disziplinschwierigkeiten im Unterricht entstehen und wie Lehrkräfte diese durch ein psychoanalytisches Verständnis besser interpretieren und bewältigen können.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Arbeit behandelt die statistische Erfassung von Disziplinstörungen, die theoretischen Grundlagen der pädagogischen Psychoanalyse sowie die praktische Anwendung von Übertragungs- und Gegenübertragungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Lehrern Instrumente an die Hand zu geben, um Konflikte im Schulalltag nicht nur als störendes Verhalten, sondern als tiefenpsychologische Interaktionsprozesse zu verstehen und darauf angemessen zu reagieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse, in der pädagogische und psychoanalytische Konzepte sowie statistische Daten herangezogen werden, um das Phänomen der Disziplinschwierigkeiten zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Begriffsbestimmung, der statistischen Häufigkeit von Symptomen sowie einer detaillierten psychoanalytischen Analyse der Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Disziplinschwierigkeiten, Psychoanalyse, Übertragung, Gegenübertragung und die subjektive Wahrnehmung pädagogischer Interaktionen.

Wie wird das Fallbeispiel des singenden Schülers analysiert?

Anhand des Phasenmodells des szenischen Verstehens wird das störende Verhalten als Ausdruck unbewusster Konflikte gedeutet, bei denen der Schüler Rollen aus seiner Familiengeschichte auf den Lehrer und seine Mitschüler überträgt.

Warum warnt der Autor vor einer zu starken Verwissenschaftlichung?

Der Autor warnt davor, jeden zwischenmenschlichen Kontakt psychologisch zu sezieren, da dies die notwendige Spontanität und das „Menschsein“ im direkten Umgang miteinander zerstören kann.

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Details

Title
Disziplinschwierigkeiten unter psychoanalytischer Betrachtung
College
University of Marburg  (Heil- und Sonderpädagogik Marburg/Lahn)
Course
Tiefenpsychologische Grundlagen
Author
Oliver Saur (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V14107
ISBN (eBook)
9783638195980
Language
German
Tags
Disziplinschwierigkeiten Betrachtung Tiefenpsychologische Grundlagen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Saur (Author), 2001, Disziplinschwierigkeiten unter psychoanalytischer Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14107
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