Im Rahmen dieser Hausarbeit stehen der Zusammenhang von Stadt-Raum in Deutschland und Sicherheit im Zentrum der Betrachtung.
Auf diesem Hintergrund wird sich mit dem Ineinandergreifen und der gegenseitigen Beeinflussung räumlicher Strukturen und menschlichem Handeln beschäftigt.
Dem sozialräumlichen Phänomen residentieller Abschottung als Ausdruck eines gestiegenen Sicherheitsbedürfnis in unserer Gesellschaft kommt in diesem Kontext besondere Beachtung zu.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Begrifflichkeit: Raum/ deutscher Stadt-Raum und Sicherheit:
2. Gesellschaftlicher Wandel und Un-Sicherheit im städtischen Raum:
2.1 Ökonomie vs. Politik:
2.2 Politik/Ökonomie: „Sicherheitsorientierung“:
2.3 Individuen: „Sicherheitsbedürfnis“:
3. Gated Communities in Deutschland:
3.1 Definition:
3.2 Vorstufen:
3.3 „Siedlung Arkadien” - „Gated Community“ in Reinform:
4. Fazit: Sicherheit vs. Urbanität?
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel vom Fordismus zum Postfordismus und dessen Auswirkungen auf den städtischen Raum in Deutschland. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie durch soziale Polarisierung, Ängste und wirtschaftliche Interessen ein verstärktes Bedürfnis nach Sicherheit entsteht, das zu einer zunehmenden Privatisierung, Überwachung und räumlichen Segregation öffentlicher Räume führt.
- Zusammenhang von Stadt-Raum und Sicherheit
- Sozialer Wandel und die Krise des Postfordismus
- Die Entstehung von Sicherheitsorientierung und Überwachungsarchitekturen
- Phänomen der Gated Communities als Ausdruck räumlicher Abschottung
- Spannungsfeld zwischen Sicherheit und urbanem Austausch
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition:
Unter „Gated Communities“ verstehen Blakely/Snyder (1997: 2) Wohnbereiche mit reglementiertem Zugang, in welchen öffentlicher Raum privatisiert ist. Sie stellen an Sicherheitsmaßstäben orientiert gestaltete Wohnanlagen dar, die gewöhnlich von Mauern oder Zäunen eingefasst sind und deren Eingänge kontrolliert werden, um Zutritt von Nichtbewohnern zu verhindern. Darüber hinaus können sie gemäß des Modells von Marcuse (1998: 1) als „ausschließende Enklaven“ definiert werden, da ihre räumliche Form inselhaft und befestigt ist, die Segregation freiwillig erfolgt, die wirtschaftlichen Beziehungen integriert und ausbeuterisch sind, während die sozialen Beziehungen nach außen diskriminierend wirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Begrifflichkeit: Raum/ deutscher Stadt-Raum und Sicherheit: Dieses Kapitel führt in das relativistische Raumverständnis ein und definiert den städtischen Raum als soziales Produkt, wobei Sicherheit primär als Abwesenheit von Kriminalität gerahmt wird.
2. Gesellschaftlicher Wandel und Un-Sicherheit im städtischen Raum: Es wird der Übergang vom Fordismus zum Postfordismus analysiert, welcher durch soziale Polarisierung, prekäre Lebensverhältnisse und eine zunehmende Sicherheitsorientierung in Politik und Wirtschaft gekennzeichnet ist.
2.1 Ökonomie vs. Politik: Dieser Abschnitt thematisiert die ökonomischen Strukturveränderungen durch Deregulierung und die daraus resultierende soziale Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern der Modernisierung.
2.2 Politik/Ökonomie: „Sicherheitsorientierung“: Hier wird der städtische Strukturwandel beschrieben, bei dem Städte versuchen, durch ästhetisierte und sichere Umgebungen Standortvorteile für finanzstarke Bevölkerungsschichten zu schaffen.
2.3 Individuen: „Sicherheitsbedürfnis“: Dieses Kapitel beleuchtet, wie individuelle Unsicherheitsgefühle durch mediale und politische Diskurse verstärkt werden und zu einem Bedürfnis nach sozialräumlicher Abschottung führen.
3. Gated Communities in Deutschland: Hier wird der Einzug von Gated Communities als Ausdruck residentieller Segregation in Deutschland diskutiert, wobei deren gesellschaftliche Relevanz noch als begrenzt eingeschätzt wird.
3.1 Definition: Dieser Abschnitt liefert eine wissenschaftliche Bestimmung von Gated Communities als privatisierte, befestigte Wohnformen mit kontrolliertem Zugang.
3.2 Vorstufen: Es werden Phänomene wie Anwohnerparken und private Sicherheitsdienste in verschiedenen sozialen Milieus als frühe Ausprägungen von Sicherheitsabgrenzungen identifiziert.
3.3 „Siedlung Arkadien” - „Gated Community“ in Reinform: Das Kapitel stellt die „Siedlung Arkadien“ in Potsdam als bisher einzige vollständig umzäunte Wohnsiedlung in Deutschland vor.
4. Fazit: Sicherheit vs. Urbanität?: Das Fazit resümiert, dass die zunehmende Kontrollintensität und räumliche Spaltung die für die Stadt notwendige Konfrontation mit Differenz und den produktiven sozialen Austausch gefährden.
Schlüsselwörter
Stadt-Raum, Sicherheit, Postfordismus, soziale Polarisierung, Segregation, Gated Communities, Urbanität, soziale Ausgrenzung, Überwachung, Privatisierung, Sicherheitsbedürfnis, Raumentwicklung, Standortpolitik, städtischer Wandel, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen räumlichen Strukturen in deutschen Städten und dem wachsenden Bedürfnis nach Sicherheit in einer postfordistischen Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der gesellschaftliche Wandel, die Privatisierung des öffentlichen Raums, Sicherheitsorientierung, soziale Segregation und die Entstehung von Gated Communities.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sicherheitsbestreben und soziale Ausgrenzungsprozesse den Stadt-Raum verändern und welche Konsequenzen dies für das urbane Zusammenleben hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse stadt- und regionalsoziologischer Konzepte, um den Wandel des Stadt-Raums unter Sicherheitsaspekten zu deuten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den ökonomischen Ursachen der sozialen Polarisierung, der Architektur von Sicherheit in Konsum-Landschaften und der konkreten Ausbreitung von Sicherheitsmaßnahmen in Wohnvierteln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Stadt-Raum, Sicherheit, Segregation, Gated Communities, soziale Ausgrenzung und Postfordismus.
Was versteht man in diesem Kontext unter „Gated Communities“?
Dies sind Wohngebiete mit reglementiertem Zugang, die durch bauliche Maßnahmen wie Zäune oder Mauern und Zugangskontrollen den öffentlichen Raum privatisieren und abschirmen.
Welche Gefahr sieht die Autorin im Fazit für die Stadt?
Die Autorin befürchtet, dass durch eine sicherheitsorientierte Abschottung der Austausch zwischen verschiedenen sozialen Gruppen abnimmt, wodurch der produktive urbane Prozess der Integration und sozialen Wandels behindert wird.
- Citation du texte
- Klaudia Gabriele Geisler (Auteur), 2007, Vertiefte Auseinandersetzung zum Zusammenhang "Raum und Sicherheit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141073