Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Augustus und die Problematik seiner Nachfolge

Title: Augustus und die Problematik seiner Nachfolge

Essay , 2007 , 10 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Mario Kulbach (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im diesem Aufsatz soll die Problematik der Nachfolgerfindung durch Augustus näher beschrieben werden. Die Frage ist in welcher Hinsicht die Nachfolgerfrage eine besonders schwierige darstellte. Der zeitgenössische Betrachter (d.h. von 63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) konnte die Stellung des Augustus nicht prägnant, vor allem noch nicht als Kaiser, zusammenfassen; es gab keine Bezeichnung für seine Macht, seine politischen Möglichkeiten und seine gleichzeitig legale, republikanische Position. Seine Macht beruhte in erster Linie auf verschiedenen Amtsgewalten, die ihm, wie er immer wieder betonte, von Senat und Volk von Rom angetragen wurden, seinem unermesslichem Reichtum und seiner zahlrei-chen Bindungen an Gruppen und Einzelpersonen im ganzen Reich, also das, was man als „auctoritas“ bezeichnen mochte. Aufgrund, dass diese „auctoritas“, also diejenige Macht-quelle, die nicht durch Ämter oder Reichtum, sondern nur durch Beziehungen, Einfluss und Anerkennung durch andere greifbar war, einen erheblichen Teil Augustus´ Macht ausmachte, konnte man diese auch nicht einfach vererben. Eine direkte „Amtsvererbung“ (von einem institutionalisiertem Amt kann wahrlich noch keine Rede sein) konnte natür-lich auch nicht stattfinden, da sich Augustus die jahrelange formale Wahrung der republi-kanischen Gegebenheiten sonst hätte sparen können; es sollte ja gerade nicht so aussehen, als ob er über den Staat verfügte. Also mussten vielmehr der Senat und das Volk von Rom bestimmen, wer die Führung des Gemeinwesens in Händen halten sollte. In diesem Punkt erwies sich Augustus als gekonnter Manipulator, ohne dabei aber die republikanischen Bestimmungen zu verletzen. Mit Hilfe von, durch den Senat immer wieder bewilligter, Privilegien und Ämtern für die Nachfolgekandidaten und der auch öfter durchgeführten öffentlichen Zurschaustellung potentieller Nachfolger, trieb er die Weitervererbung seiner Position in die von ihm angestrebte Richtung. Er war nämlich nicht gewillt seine Stellung im Staat mit seinem Tod enden zu lassen, sondern sie, wie jeder römische Aristokrat, in seiner Familie zu erhalten. Aufgrund dessen ist sein frühzeitiges Bemühen zu erkennen seine Position faktisch weiterzugeben. Doch dieses Bemühen hatte ein garvierendes Problem: Denn Augustus besaß selber keinen leiblichen Sohn, auf den er politische Kompetenzen und familiäre Macht hätte übertragen können. So musste er sich in anderen Richtungen nach einem männlichen Nachfolger umschauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Marcellus als Nachfolger und die Krise um 23 v. Chr.

III. Agrippa, die „Caesares“ und Tiberius

IV. Die „Caesares“ contra Tiberius

V. Tiberius´ Rückkehr und die Begründung der Erbmonarchie

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Problematik der Nachfolgeplanung des ersten römischen Kaisers Augustus unter Berücksichtigung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen der frühen Kaiserzeit.

  • Die fragile Machtbasis des Augustus und die Rolle der „auctoritas“
  • Die Krisenjahre und die Suche nach geeigneten Nachfolgekandidaten
  • Die Instrumentalisierung familiärer Bindungen und Adoptionen
  • Das Spannungsfeld zwischen republikanischem Schein und faktischer Erbmonarchie

Auszug aus dem Buch

IV. Die „Caesares“ contra Tiberius

Obwohl Augustus Tiberius mit einer Vielzahl von Ehrungen bedachte, hatte er den Wunsch die „Caesares“ seine Nachfolge zuteil werden zu lassen nie verworfen. Beide bildeten einen festen Bestandteil des öffentlichen Lebens und waren äußerst beliebt. Auch ihnen wurden einige Sonderrechte zuerkannt: 6 v. Chr. wurde Gaius als 14- Jähriger gegen die Tradition zum Pontifex ernannt, wohnte den Sitzungen des Senats bei und nahm schon mit 12 an militärischen Übungen teil. Augustus sah in den noch unmündigen Kindern legitime Nachfolger⁹. Das Verhalten Augustus gegenüber den „Caesares“, d.h. die eindeutige Bevorzugung vor Tiberius, der gewissermaßen nur aufgrund seines fortgeschrittenen Alters gebraucht wurde, machte diesem erheblich zu schaffen. 6 v. Chr. etlud sich der Unmut des Tiberius über die vorherrschende Situation. Er zog sich freiwillig aus dem öffentlichen Leben und aus der Politik zurück und verließ Rom in Richtung Rhodos, wo er als einfacher Landmann, ohne seine tribunische Gewalt zu gebrauchen, sein Dasein fristete. Nun stellte sich die Frage, was einen so mächtig gewordenen Mann dazu bewegte all das, was er bis jetzt erreicht hatte aufzugeben. Es muss wohl an den durch Augustus öffentlich gemachten Zeichen für eine Bevorzugung der „Caesares“ gelegen haben, die Tiberius als unaufhörliche, demütigende Qual empfunden haben muss. Er befand sich in einer verzwickten Lage zwischen Loyalität gegenüber Augustus und zwecklosem Widerstand gegen die „Caesares“⁹.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die schwierige Ausgangslage des Augustus, der seine faktische Machtstellung ohne offizielle Monarchiebezeichnung auf seine Erben übertragen musste.

II. Marcellus als Nachfolger und die Krise um 23 v. Chr.: Das Kapitel behandelt die erste dynastische Krise und die frühe Fixierung auf Marcellus als möglichen Nachfolger.

III. Agrippa, die „Caesares“ und Tiberius: Es wird die Rolle von Agrippa als enger Vertrauter und die Adoption der Söhne der Julia als potentielle Thronfolger analysiert.

IV. Die „Caesares“ contra Tiberius: Hier wird der Konflikt zwischen den bevorzugten Enkeln des Kaisers und dem zurückgesetzten Tiberius detailliert dargestellt.

V. Tiberius´ Rückkehr und die Begründung der Erbmonarchie: Dieses Kapitel beschreibt den finalen Weg des Tiberius zur Nachfolge und die Etablierung des Prinzips der Erbmonarchie.

VI. Fazit: Das Fazit fasst die administrativen und politischen Hürden zusammen, die Augustus überwinden musste, um den Übergang seiner Herrschaft zu sichern.

Schlüsselwörter

Augustus, Nachfolge, Rom, Tiberius, Marcellus, Agrippa, Principat, Erbmonarchie, auctoritas, tribunische Gewalt, julische Familie, Kaisertum, Machtübertragung, Politik, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, vor denen Augustus bei der Sicherung seiner Nachfolge stand, da er als faktischer Herrscher keine offizielle Monarchie etablieren konnte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die dynastische Strategie des Augustus, die Rolle seiner Verwandten (wie Marcellus, Agrippa und Tiberius) und die schwierige Balance zwischen republikanischer Tradition und kaiserlicher Macht.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, in welcher Hinsicht die Nachfolgefrage für Augustus eine besonders schwierige Herausforderung darstellte und wie er diese innerhalb der republikanischen Ordnung löste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse unter Heranziehung antiker Primärquellen wie Tacitus und Cassius Dio sowie relevanter moderner Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die die Entwicklung von den ersten Nachfolgeplänen über das Scheitern junger Kandidaten bis hin zur letztlichen Einsetzung von Tiberius dokumentieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere das Principat, auctoritas, die julische Familie sowie die spezifischen Machtbefugnisse des römischen Kaisers.

Warum war die Position des Augustus für eine Erbfolge so problematisch?

Da Augustus keine offizielle Monarchie innehatte, sondern seine Macht auf einem Geflecht aus Beziehungen und Ehrungen beruhte, konnte er seine Stellung nicht einfach wie ein Amt vererben.

Welche Rolle spielte der freiwillige Rückzug des Tiberius nach Rhodos?

Der Rückzug verdeutlicht die Demütigung des Tiberius, der sich gegenüber den von Augustus bevorzugten „Caesares“ (Gaius und Lucius) in einer ausweglosen und untergeordneten Lage sah.

Excerpt out of 10 pages  - scroll top

Details

Title
Augustus und die Problematik seiner Nachfolge
College
University of Cologne
Course
Augustus und sein Image
Grade
2,7
Author
Mario Kulbach (Author)
Publication Year
2007
Pages
10
Catalog Number
V141118
ISBN (eBook)
9783640510405
ISBN (Book)
9783640510580
Language
German
Tags
Augustus Problematik Nachfolge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mario Kulbach (Author), 2007, Augustus und die Problematik seiner Nachfolge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141118
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  10  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint