Gentechnische Eingriffe gewinnen in Forschung und Medizin zunehmend an Be-deutung. Der technische Fortschritt bedarf neben einer umfassenden ethischen Reflexion auch eines adäquaten rechtlichen Rahmens. Der vorliegende Beitrag führt einige wesentliche Rechtsfragen der Gentechnik im Humanbereich am Beispiel des Klonens menschlicher Embryonen vor Augen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
II. Begriffsbestimmung
1. Naturwissenschaftliche Grundlagen
2. Klontechniken
3. Arten des Klonens
III. Einfachgesetzliche Rechtslage in Deutschland in Bezug auf das Klonen beim Menschen
IV. Internationaler Rahmen
V. Verfassungsrechtlicher Rahmen in Deutschland
Zielsetzung & Themen
Der vorliegende Beitrag untersucht die wesentlichen Rechtsfragen der Gentechnik im Humanbereich am Beispiel des Klonens menschlicher Embryonen, um den Bedarf an einem adäquaten rechtlichen Rahmen angesichts des technischen Fortschritts zu verdeutlichen.
- Naturwissenschaftliche Grundlagen und Definition des Klonens
- Klontechniken wie Embryonen-Splitting und Zellkerntransfer
- Differenzierung zwischen reproduktivem und therapeutischem Klonen
- Rechtliche Einordnung durch das Embryonenschutzgesetz
- Supranationale und internationale Regelungsansätze
- Verfassungsrechtliche Bewertung unter dem Aspekt der Menschenwürde
Auszug aus dem Buch
1. Naturwissenschaftliche Grundlagen
Unter Klonen versteht man im wissenschaftlichen Sprachgebrauch die ungeschlechtliche (vegetative) Vermehrung von Zellen oder Organismen, wobei genetisch identische Individuen entstehen. Während früher der Begriff des Klonens zwar nicht unbekannt war, sich aber – außerhalb des Bereichs literarischer Fiktion – allein auf Formen der Vermehrung einfachster Lebewesen bezog, hat der technische Fortschritt Möglichkeiten des Klonens auch beim Menschen hervorgebracht oder zumindest in greifbare Nähe gerückt.
Nach der gesetzlichen Definition des Embryonenschutzgesetzes (§ 6 Abs. 1 ESchG), die im Folgenden zugrunde gelegt werden kann, bedeutet Klonen die künstliche Bewirkung der Entstehung eines menschlichen Embryos mit der gleichen Erbinformation wie ein anderer Embryo, ein Fötus, ein Mensch oder ein Verstorbener.
Grundlage aller Klontechniken ist die Tatsache, dass sich der menschliche Embryo im Wege der Zellteilung aus einer (befruchteten) Eizelle entwickelt, wobei am Anfang dieses Teilungsprozesses jede der entstehenden embryonalen Zellen die Fähigkeit hat, sich zu einem vollständigen Organismus oder jeder Art von menschlichem Gewebe zu entwickeln. Man bezeichnet die Embryozellen in diesem frühen Stadium deshalb als totipotente Zellen. Die Totipotenz der Zellen geht indes - zu einem beim Menschen von der Wissenschaft noch nicht exakt bestimmten Punkt - verloren.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit eines adäquaten rechtlichen Rahmens für die Gentechnik im Humanbereich angesichts des medizinischen Fortschritts.
II. Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel erläutert die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klonens, beschreibt gängige Techniken und unterscheidet zwischen verschiedenen Arten des Klonens nach deren Zielsetzung.
III. Einfachgesetzliche Rechtslage in Deutschland in Bezug auf das Klonen beim Menschen: Die Arbeit analysiert die strafgesetzlichen Regelungen des Embryonenschutzgesetzes und dessen Anwendbarkeit auf Klonprozesse.
IV. Internationaler Rahmen: Es wird ein Überblick über internationale Regelungsansätze und den Umgang mit dem Klonverbot in anderen Staaten gegeben.
V. Verfassungsrechtlicher Rahmen in Deutschland: Das abschließende Kapitel bewertet die Zulässigkeit des Klonens unter dem Maßstab des Grundgesetzes, insbesondere der Menschenwürdegarantie.
Schlüsselwörter
Klonen, menschliche Embryonen, Gentechnik, Embryonenschutzgesetz, Zellkerntransfer, totipotente Zellen, reproduktives Klonen, therapeutisches Klonen, Menschenwürde, Grundgesetz, Biomedizin, Lebensschutz, Stammzellgesetz, biotechnologischer Fortschritt, Rechtsfragen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den rechtlichen Herausforderungen, die sich durch den gentechnischen Fortschritt im Humanbereich ergeben, insbesondere durch die Möglichkeit des Klonens menschlicher Embryonen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klonens, die aktuelle einfachgesetzliche Rechtslage in Deutschland sowie der internationale und verfassungsrechtliche Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die wesentlichen Rechtsfragen beim Klonen menschlicher Embryonen zu beleuchten und zu prüfen, ob die derzeitige Rechtslage dem Schutz der Menschenwürde hinreichend gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die gesetzliche Bestimmungen, verfassungsrechtliche Prinzipien sowie einschlägige Fachliteratur und internationale Dokumente auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Klontechniken, die Analyse des Embryonenschutzgesetzes, den Vergleich mit internationalen Rechtsordnungen und die verfassungsrechtliche Abwägung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Klonen, Embryonenschutz, Menschenwürde, Zellkerntransfer, reproduktives und therapeutisches Klonen.
Was unterscheidet das therapeutische vom reproduktiven Klonen in dieser Arbeit?
Das reproduktive Klonen zielt auf die Entwicklung zu einem vollständigen Lebewesen ab, während das therapeutische Klonen die Züchtung von Zellen oder Organen zu Forschungs- und Heilungszwecken verfolgt.
Welche verfassungsrechtliche Rolle spielt die Menschenwürdegarantie beim Klonen?
Die Arbeit untersucht, ob die Menschenwürdegarantie des Art. 1 Abs. 1 GG ein absolutes Verbot jeder Klonform erfordert oder ob ein gestufter Schutz für vorgeburtliches Leben verfassungsrechtlich vertretbar ist.
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- Dr. Thomas Stuhlfauth (Author), 2007, Rechtsfragen des Klonens menschlicher Embryonen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141236