Die Geschichte des Bahnsektors in Deutschland verzeichnete in den letzten zwei Jahrhunderten einen umfassenden Strukturwandel.
Die Bahnreform in Deutschland wird als das Werk des Jahrhunderts bezeichnet. Generationen von Betriebswirtschaften haben sich bemüht der Bahn zu einem Rechnungswesen zu verhelfen, das eine funktionierende kaufmännische Führung des Unternehmens ermöglichen sollte. Seit den 1990er-Jahren wird in Deutschland intensiv über die Zukunft der Eisenbahn nachgedacht. Es wurden viele Maßnahmen in dieser Zeit getroffen, um einen modernen Dienstleistungsbetrieb zu gestalten. Die vorliegende Arbeit beschreibt alle Fortschritte, die erreicht wurden. Das Ziel dieser Hausarbeit bestand darin, die Entwicklung der (Teil-)Privatisierung der Deutschen Bahn darzustellen. Die Intention der Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG war es, den integrierten Konzern abzuschaffen, die Transportgesellschaften isoliert zu privatisieren und die Infrastrukturgesellschaften staatlich zu steuern.
Zunächst wurde in der vorliegenden Arbeit die historische Entwicklung der DB AG erläutert, indem die wichtigsten Daten, der Übergang der Privatbahn zur Staatsbahn sowie die Bahnreform, ihre Ziele und Stufen, erläutert wurden. Im zweiten Kapitel erfolgte eine Darstellung der europäischen Grundlagen des Liberalisierungsprozesses. Untersucht wurden Ziele der EU-Richtlinien, näher sind in der Hausarbeit aber nur zwei Richtlinien erläutet worden, und zwar 91/440 EWG und 2001/12-14 EG. Im weiteren Teil der Arbeit wurden Formen und der aktuelle Stand der Bahnprivatisierung, der mit dem zunächst gestoppten Börsengang reflektiert wurde, dargestellt. Am Ende der Hausarbeit sind zwei Privatisierungsmodelle der DB AG untersucht worden, und zwar das PRIMON-Gutachten und das Holding-Modell.
Heute ist die Deutsche Bahn AG ein ausschließlich dem Bund gehörendes Unternehmen mit den Sparten Verkehrsnetz und Verkehrsbetrieb.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Geschichte der deutschen Eisenbahn
2.1 Entstehung der Eisenbahn
2.2 Von der Privatbahn zur Staatsbahn
2.3 Bahnreform
2.3.1 Ausgangslage und Ziele der Bahnreform
2.3.2 Stufenplan der Bahnreform
III EU Richtlinien
3.1 Ziele
3.2 Richtlinie 91/440 EWG
3.3 Richtlinien 2001/12-14 EG
IV Privatisierung
4.1 Definition
4.2 Formen der Privatisierung
4.2.1 Formelle Privatisierung
4.2.2 Materielle Privatisierung
4.3 Der aktuelle Stand der Bahnprivatisierung
4.3.1 Börsengang der Deutschen Bahn wird gestoppt
4.3.2 Grund für die Verschiebung
4.3.3 Aussagen der Politiker zur Verschiebung
V Privatisierungsmodelle der DB AG
5.1 Das PRIMON-Gutachten
5.1.1 Das Integrationsmodell
5.1.2 Das Eigentumsmodell
5.1.3 Das Eigentumsmodell in einer Ausgestaltungsvariante
5.1.4 Das Finanzholdingmodell
5.1.5 Das Trennungsmodell
5.2 Das Holding-Modell
VI Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den Prozess und die Möglichkeiten der Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Das zentrale Ziel ist es, die historische Entwicklung, die regulatorischen Rahmenbedingungen durch die EU sowie verschiedene Strukturmodelle für eine mögliche Privatisierung darzustellen und kritisch zu reflektieren.
- Historische Entwicklung der deutschen Eisenbahn von der Privat- zur Staatsbahn
- Die Bahnreform von 1994 und ihre verschiedenen Umsetzungsstufen
- Relevante EU-Richtlinien zur Liberalisierung des Eisenbahnmarktes
- Formen der Privatisierung und der aktuelle Status des Börsengangs der DB AG
- Analyse verschiedener Privatisierungsmodelle basierend auf dem PRIMON-Gutachten
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Börsengang der Deutschen Bahn wird gestoppt
Die Finanzkrise hat die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG, die seit Langem geplant wurde, angehalten. Der Termin für den Aktienverkauf war für den 27. Oktober 2008 angedacht, wurde aber erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben.
Dieser Prozess wurde seit drei Jahren vorbereitet. Die SPD-Politiker waren gegen den Verkauf der Aktien an Privatinvestoren. Erst die Beschränkung des Börsengangs auf 24,9 Prozent des Unternehmens hatte die große Koalition geeint. Der Bund hat sich entschlossen, dass nur Personenzüge und Gütertransport privatisiert werden sollen, das Schienennetz verbleibt dagegen beim Staat.
Die Regierung hat lange gehofft, dass ausländische Investoren die Emission retten würden. Das Interesse der ausländischen Investoren war sehr groß. Die Russische Bahn wollte fünf Prozent der Aktien kaufen. Damit wäre ein Fünftel des Gesamtkapitals verkauft.
Die Staatsfonds sind als Käufer der Aktien auch ausgefallen. Wegen der Kursstürze waren sie nicht bereit den verlangten Preis zu zahlen.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass der Eisenbahnverkehr trotz internationaler Reformbemühungen ein national geprägter Sektor geblieben ist und beschreibt den Strukturwandel im deutschen Bahnsektor.
II Geschichte der deutschen Eisenbahn: Dieses Kapitel zeichnet den Weg der deutschen Bahn von den Anfängen der Pferdebahn über die Entwicklung zum staatlich regulierten System bis hin zur Bahnreform 1994 nach.
III EU Richtlinien: Hier werden die europäischen Rahmenbedingungen für die Liberalisierung der Eisenbahn untersucht, wobei insbesondere die Richtlinien 91/440 EWG und 2001/12-14 EG hervorgehoben werden.
IV Privatisierung: Dieses Kapitel definiert verschiedene Formen der Privatisierung und reflektiert den aktuellen Stand der Bahnprivatisierung unter Berücksichtigung des gestoppten Börsengangs.
V Privatisierungsmodelle der DB AG: In diesem Teil werden verschiedene im PRIMON-Gutachten untersuchte Strukturmodelle analysiert und das letztlich gewählte Holding-Modell erläutert.
VI Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und stellt fest, dass die Deutsche Bahn AG derzeit ein vollständig dem Bund gehörendes Unternehmen bleibt.
Schlüsselwörter
Deutsche Bahn AG, Bahnreform, Privatisierung, Liberalisierung, Börsengang, EU-Richtlinien, Eisenbahninfrastruktur, Schienenverkehr, PRIMON-Gutachten, Holding-Modell, Finanzkrise, Staatsbahn, Wettbewerb, Transport, Netz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Strukturwandel der Deutschen Bahn AG und untersucht die Möglichkeiten und den Verlauf der geplanten (Teil-)Privatisierung des Unternehmens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der deutschen Eisenbahn, die regulatorischen Vorgaben durch die EU, die verschiedenen Stufen der Bahnreform sowie die theoretischen Modelle für eine Privatisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Privatisierungspläne der Deutschen Bahn AG darzustellen und die unterschiedlichen Konzepte sowie die politischen Gründe für den Stopp des Börsengangs zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?
Die Autorin verwendet eine deskriptive und analysierende Methode, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, Gutachten (wie dem PRIMON-Gutachten) und aktuellen Medienberichten aus dem Zeitraum 2008/2009 basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die EU-rechtlichen Grundlagen, die Definition und Formen der Privatisierung, die Analyse des aktuellen Standes der Bahnprivatisierung sowie die Vorstellung spezifischer Privatisierungsmodelle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bahnreform, Privatisierung, Liberalisierung, EU-Richtlinien, Börsengang, Infrastruktur sowie die spezifischen Modelle wie das Holding-Modell.
Warum wurde der Börsengang der Deutschen Bahn AG schließlich gestoppt?
Hauptursache für die Verschiebung auf unbestimmte Zeit war die globale Finanzkrise, die zu massiven Kursturbulenzen führte und die Erwartungen an den erzielbaren Erlös für die Anteile als unrealistisch erscheinen ließ.
Welche Rolle spielt das PRIMON-Gutachten in der Debatte?
Das Gutachten diente als Grundlage für die politische Debatte über alternative Strukturmodelle der Privatisierung, indem es verschiedene Varianten wie das Integrations-, Eigentums- oder Trennungsmodell untersuchte.
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- Elena Meteleva (Author), 2009, Bahnreform und Privatisierungsmöglichkeiten der Deutschen Bahn AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141240