Um sich gegenüber den amerikanischen und asiatischen Wirtschaftsräumen zu behaupten, muss sich Europa mehr auf seine Stärken konzentrieren: Bildung und Forschung, insbesondere in den Bereichen Umwelt- und Biotechnologie sowie Industrietechnik. Heutzutage sind „Wissenschaft, Forschung und Innovationen [...] weltweit als entscheidende Wachstumsdeterminanten anerkannt. Sie sollen insbesondere zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Wirtschaftsstandorten, zur Entstehung neuer Arbeitsplätze sowie zur Wahrung und Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung beitragen.“
Daher ist zunächst der Stellenwert der Forschung und Entwicklung innerhalb des internationalen Wettbewerbs zu überprüfen. Dazu werden beginnend die Begriffe Wettbewerbsfähigkeit, Forschung sowie Entwicklung definiert. Im Anschluss daran wird der Produktionsfaktor Wissen im Hinblick auf die Bemühungen der EU, den Wirtschaftsraum Europa zu stärken, erläutert. Außerdem soll geklärt werden, warum die Forschung und Entwicklung (FuE) zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und vor dem Hintergrund der europäischen Integration überhaupt nötig ist. Es muss untersucht werden, ob bzw. wie die zukünftige europäische Forschung- und Entwicklungspolitik die Wettbewerbsfähigkeit der EU weiter stärken kann. Herausgestellt werden dabei die Verabschiedung der Lissabon – Strategie, die Schaffung des Europäischen Forschungsraums (EFR) und das 7. Forschungsrahmenprogramme (FRP7). Zusammenfassend wird mithin festzustellen sein, ob die betont gemeinsame europäische Forschungs- und Entwicklungspolitik eine europäische Wettbewerbsfähigkeit fördert oder hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt. Insofern wird eingangs der europäische Integrationsprozess vor dem Hintergrund des gemeinsamen Binnenmarktes grundlegend erläutert werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Europäische Integrationsprozess
3 Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Entwicklung
3.1 Messung des Wettbewerbs anhand der Exportquote
3.2 Alternative Energien – Innovationen für die europäischen Wettbewerbsfähigkeit
4 Streben nach einer Europäischen Wettbewerbsfähigkeit
4.1 Der Europäische Forschungsraum (EFR)
4.2 Die Lissabon – Strategie
4.2.1 Investitionen in die Forschung und Entwicklung
4.2.2 Politische Instrumente
4.3 Scheitern und Neustart der Lissabon – Strategie 2005
4.4 Das 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP7)
5 Schlussüberlegungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Forschungs- und Entwicklungspolitik (FuE-Politik) zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums Europa. Dabei wird analysiert, inwieweit bisherige Strategien wie die Lissabon-Strategie und das 7. Forschungsrahmenprogramm effektiv zur Stärkung der Innovationskraft beitragen können.
- Europäischer Integrationsprozess und Binnenmarkt
- Stellenwert von FuE für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit
- Lissabon-Strategie: Ziele, Erfolge und Herausforderungen
- Rolle der Innovationsförderung durch das 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP7)
- Zukunftsperspektiven für eine wissensbasierte europäische Wirtschaft
Auszug aus dem Buch
3.2 Alternative Energien – Innovationen für die europäischen Wettbewerbsfähigkeit
Wettbewerb führt zu einer innovativen Wirtschaft. Vorhandene Ressourcen müssen von den einzelnen Ländern in ein konkurrenzfähiges Angebot effektiv umgesetzt werden. Nur so können auch die standortgebundenen Vorteile gegenüber der Konkurrenz verwirklicht werden. Je mehr die Produktionsfaktoren Wissen und Humankapital in Europa kumuliert werden, desto stärker wird Europas Position am Weltmarkt bezüglich der FuE. Europa ist ein ressourcenarmer Teil der Welt. Es gibt wenig natürliche Produktionsfaktoren wie Öl, Gas oder begehrte Bodenschätze. Weltweit sinkende Erdölreserven, steigende Benzinpreise, die anhaltenden Klimadebatten – insbesondere vor Hintergrund des Kyoto – Protokolls – sowie die damit zusammenhängende stetige Verschärfung der Abgasvorschriften zwingen beispielsweise die Automobilhersteller zu einem radikalen Kurswechsel. Der Elektromotor muss bis 2020 verkehrsfähig gemacht werden, um die weltweit vereinbarten Klimaziele erreichen zu können. Bisher sieht es danach aus, als würden die USA und China die deutsche und europäische Automobilwirtschaft erfolgreich angreifen.
Beide Länder werden erheblich vom Fiskus gefördert. Insbesondere China will Marktführer bei alternativen Antrieben werden. Durch diese Subventionen kann das Produkt kostengünstiger auf den Markt gebracht werden. Daher wird die europäische Forschungsförderung auch damit begründet, „die durch Subventionierung der Industrie durch die Konkurrenten USA und Japan entstehenden Nachteile auszugleichen“. Demzufolge muss die Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs durch staatliches Eingreifen gesichert werden. Die europäische Wettbewerbspolitik dient eben auch entscheidend der Sicherung der Funktionsfähigkeit des europäischen Binnenmarktes.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Forschung, Entwicklung und Innovation als entscheidende Wachstumsdeterminanten für den europäischen Wirtschaftsraum ein.
2 Der Europäische Integrationsprozess: Dieses Kapitel beschreibt die historische und strukturelle Entwicklung der EU von einem Staatenbund hin zu einem supranationalen Gebilde mit Fokus auf dem gemeinsamen Binnenmarkt.
3 Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Entwicklung: Hier wird der Zusammenhang zwischen FuE und ökonomischer Wettbewerbsfähigkeit analysiert, wobei auch Exportquoten und technologische Innovationen, wie im Bereich alternativer Energien, beleuchtet werden.
4 Streben nach einer Europäischen Wettbewerbsfähigkeit: Dieses Hauptkapitel analysiert das politische Instrumentarium der EU, insbesondere die Lissabon-Strategie und das 7. Forschungsrahmenprogramm, hinsichtlich ihrer Zielsetzungen und praktischen Umsetzung.
5 Schlussüberlegungen: Die Schlussüberlegungen bewerten das Lissabon-Programm kritisch und betonen die Notwendigkeit einer nachhaltigen Investitionspolitik in FuE zur Stärkung der europäischen Wirtschaft in Zeiten der Krise.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Entwicklung, FuE, Innovation, Lissabon-Strategie, Europäischer Forschungsraum, EFR, 7. Forschungsrahmenprogramm, FRP7, Binnenmarkt, Humankapital, Wirtschaftswachstum, Technologiepolitik, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, ob eine koordinierte europäische FuE-Politik notwendig ist, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber globalen Konkurrenten wie den USA, Japan und den BRIC-Staaten zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die europäische Integrationsgeschichte, die Messung von Wettbewerbsfähigkeit, die Rolle von Innovationen (insbesondere im Bereich nachhaltiger Technologien) und die Wirksamkeit politischer Förderprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, wie durch gezielte Investitionen in Wissen, Bildung und FuE ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in Europa realisiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Daten der Europäischen Kommission, von Eurostat und der OECD.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung des europäischen Forschungsraums, der Analyse der Lissabon-Strategie sowie dem Aufbau und den Schwerpunkten des 7. Forschungsrahmenprogramms.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Wettbewerbsfähigkeit, Forschung und Entwicklung, Innovation, Lissabon-Strategie, Europäischer Forschungsraum und nachhaltiges Wachstum.
Warum wird die Automobilindustrie als Fallbeispiel angeführt?
Die Automobilindustrie dient als Beispiel für den notwendigen Strukturwandel durch Innovationen wie den Elektromotor, um sich gegen staatlich geförderte Konkurrenz aus dem Ausland zu behaupten.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zur Lissabon-Strategie?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Programm zu umfangreich war und an der mangelnden Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten sowie dem Festhalten an nationalen Besonderheiten scheiterte.
- Quote paper
- Laura Schiffner (Author), 2009, Ist eine europäische FuE-Politik zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit notwendig?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141357