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"Our Side Won"

Der Einfluss der Bauern in den ländlichen Schauprozessen zur Zeit Stalins

Title: "Our Side Won"

Essay , 2009 , 7 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Laura Schiffner (Author)

History - Asia
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Sheila Fitzpatrick beschäftigte sich mit der Frage, ob die Bauern durch die
ländlichen Schauprozesse an Einfluss gewinnen konnten, oder sogar ihre
Machtposition ausbauen konnten. Der Sieg über die lokalen Beamten sei der Sieg
über das System der Bauern gewesen (vgl. Fitzpatrick, Sheila: How the Mice
buried the Cat, Scenes from the Great Purges of 1937 in the Russian provinces, in:
Ward, Chris (Hrsg.): The Stalinist Dicatorship, London u.a. 1998, S. 296 – 298.).
Aber selbst wenn die Bauern Aufmerksamkeit durch „Gewalt von unten“ erregen
konnten, gab ihnen dies nicht automatisch einen Machtzuwachs. Denn
grundsätzlich übte der Staat die Gewalt aus. Er ermutigte die Bauern, ihre Wut
und Aggression auszuleben. Wie so oft gelang es Stalin, Personengruppen
gegeneinander auszuspielen. Er instrumentalisierte ihre bäuerliche Dummheit und
gab ihnen das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Die Ausübung von Gewalt zeigte
sich bereits darin, dass Moskau auf die unzähligen Beschwerdebriefe der Bauern
reagierte und in der Provinz Schauprozesse gegen die lokalen Funktionäre führte.
Diese Gewalt richtete sich nicht direkt gegen die Bauern, sondern augenscheinlich
gegen die örtlichen Parteifunktionäre. Allerdings bestand hierbei die Gefahr, dass
sich diese Argumente auch gegen Stalin hätten richten können. Insofern würde
sich die Gewalt umkehren und auf den Staat zielen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Bauern und das System Stalin

2.1 Der scheinbare Machtzuwachs

2.2 Die Rolle der lokalen Funktionäre

3. Scheinpartizipation und systemische Gewalt

4. Resümee zur Systemstabilität

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die These, ob die ländlichen Schauprozesse unter Stalin den Bauern zu einem tatsächlichen politischen Machtgewinn verhalfen oder ob es sich lediglich um ein vom System gesteuertes Instrument zur Stabilisierung der eigenen Macht handelte.

  • Analyse der Interaktion zwischen Bauernschaft und lokalen Parteifunktionären
  • Untersuchung der Rolle von Beschwerdebriefen als Mittel der Scheinpartizipation
  • Evaluation der staatlichen Instrumentalisierung bäuerlicher Unzufriedenheit
  • Diskussion über die systemimmanente Funktion von Gewalt und Terror

Auszug aus dem Buch

„Our side won!“

Sheila Fitzpatrick beschäftigte sich mit der Frage, ob die Bauern durch die ländlichen Schauprozesse an Einfluss gewinnen konnten, oder sogar ihre Machtposition ausbauen konnten. Der Sieg über die lokalen Beamten sei der Sieg über das System der Bauern gewesen (vgl. Fitzpatrick, Sheila: How the Mice buried the Cat, Scenes from the Great Purges of 1937 in the Russian provinces, in: Ward, Chris (Hrsg.): The Stalinist Dicatorship, London u.a. 1998, S. 296 – 298.). Aber selbst wenn die Bauern Aufmerksamkeit durch „Gewalt von unten“ erregen konnten, gab ihnen dies nicht automatisch einen Machtzuwachs. Denn grundsätzlich übte der Staat die Gewalt aus. Er ermutigte die Bauern, ihre Wut und Aggression auszuleben. Wie so oft gelang es Stalin, Personengruppen gegeneinander auszuspielen.

Er instrumentalisierte ihre bäuerliche Dummheit und gab ihnen das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Die Ausübung von Gewalt zeigte sich bereits darin, dass Moskau auf die unzähligen Beschwerdebriefe der Bauern reagierte und in der Provinz Schauprozesse gegen die lokalen Funktionäre führte. Diese Gewalt richtete sich nicht direkt gegen die Bauern, sondern augenscheinlich gegen die örtlichen Parteifunktionäre. Allerdings bestand hierbei die Gefahr, dass sich diese Argumente auch gegen Stalin hätten richten können. Insofern würde sich die Gewalt umkehren und auf den Staat zielen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung der politischen Partizipation und Machtverhältnisse der Bauernschaft unter Stalin.

2. Die Rolle der Bauern und das System Stalin: Untersuchung der psychologischen und sozialen Dynamiken in der Beziehung zwischen der unterdrückten Bauernschaft und den lokalen Funktionären.

3. Scheinpartizipation und systemische Gewalt: Analyse, wie Stalin durch die Instrumentalisierung von Beschwerden und Schauprozessen eine Illusion von Mitbestimmung schuf, um gleichzeitig Macht zu sichern und Aggressionen zu lenken.

4. Resümee zur Systemstabilität: Zusammenfassende Bewertung, dass die Prozesse die Stabilität des Stalin-Systems durch die kontrollierte Freisetzung von Unmut stärkten, anstatt echte politische Reformen zu bewirken.

Schlüsselwörter

Stalinismus, Bauernschaft, Schauprozesse, Gewalt von unten, Scheinpartizipation, Systemstabilität, Sheila Fitzpatrick, Lokale Funktionäre, Terror, Sowjetunion, Kollektivierung, Politische Macht, Beschwerdebriefe, Unterdrückung, Machtmissbrauch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die soziopolitische Dynamik der ländlichen Schauprozesse in der Sowjetunion der 1930er Jahre und hinterfragt, ob die Bauern durch diese Prozesse tatsächliche politische Macht erlangen konnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Interaktion zwischen Staat, lokalen Parteifunktionären und Bauern, die Rolle von Gewalt als Instrument der Macht sowie den Begriff der Scheinpartizipation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der These zu prüfen, dass die Bauern durch die Schauprozesse einen „signifikanten Sieg“ (significant victory) über das System erringen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Diskussion und kritischen Würdigung einschlägiger Fachliteratur und zeitgenössischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung von Schauprozessen in der Provinz, der Rolle der Bauern als Akteure in diesem Machtgefüge und der strategischen Lenkung dieser Prozesse durch die Moskauer Führung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Stalinismus, Schauprozesse, Scheinpartizipation, Machtinstrumentalisierung und Systemstabilität geprägt.

Wie bewertet die Autorin die Beschwerdebriefe der Bauern?

Die Beschwerdebriefe werden als Werkzeug des Staates interpretiert, um eine kontrollierte Form der Partizipation zu ermöglichen, die den Unmut der Bauern kanalisierte, ohne das System in seiner Substanz zu gefährden.

Warum war die Rolle der lokalen Funktionäre so problematisch?

Sie agierten als Schnittstelle, die einerseits den harten Vorgaben Moskaus unterworfen war und andererseits dem direkten Zorn der Bauern ausgesetzt war, was sie zu Sündenböcken des Systems machte.

Existierte eine echte Gefahr für Stalin durch die bäuerlichen Proteste?

Die Arbeit argumentiert, dass die Proteste systemimmanent blieben und von Stalin kontrolliert wurden, womit eine ernsthafte Gefahr für sein Machtmonopol durch die Bauernschaft ausgeschlossen werden konnte.

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Details

Title
"Our Side Won"
Subtitle
Der Einfluss der Bauern in den ländlichen Schauprozessen zur Zeit Stalins
College
University of Göttingen
Grade
2,3
Author
Laura Schiffner (Author)
Publication Year
2009
Pages
7
Catalog Number
V141361
ISBN (eBook)
9783640515394
ISBN (Book)
9783640515035
Language
German
Tags
Russland UdSSR Kollektivierung Alltagsgeschichte Kommunismus Sozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Schiffner (Author), 2009, "Our Side Won", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141361
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