Bildungserfolg gehört zweifellos zu einen den wichtigsten Werten in der Gesellschaft. Um so mehr wird dieses Thema sowie in der Öffentlichkeit und Politik, als auch in der Fachliteratur diskutiert. (z. B. Hummrich, 2002; Winfried & Ohnesorg, 2008) In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit der Auswahl der Faktoren, die nach meiner Meinung in den Fragen des Bildungserfolges, bzw. Misserfolges, eine bedeutsame und entscheidende Rolle spielen. Diefenbach (2007) über Bildungserfolg: „Obwohl Schulleistungen plausiblerweise als ein Indikator für Bildungserfolg betrachtet werden können, ist es üblich, als Bildungserfolg den Erwerb bestimmter formaler Bildungsabschlüsse zu bezeichnen. Während Schulleistungen Bildungserfolg punktuell, d. h. zu einem bestimmten Zeitpunkt und in bestimmten Schulfächern messen, bilden formale Bildungsabschlüsse oder Bildungszertifikate den langfristigen Bildungserfolg ab“ (S. 17f.).
Man konnte auch sagen, dass es sowohl die inhaltlichen Kompetenzen (Lesen, Abstraktes Denken, usw.), als auch die formalen Bildungstiteln sind, die über den Bildungserfolg aussagen. Das diese Indikatoren nicht immer übereinstimmen müssen, das ist gar keine Frage. Für den Einstieg ins Berufsleben gelten z. B. die formalen Abschlüsse als Bedingung, für den Erfolg bei der PISA eher die Kompetenzen des jeweiligen Schüllers. Man kann sie also nicht trennen, trotzdem schafft man es noch nicht die Faktoren zu nennen, die zur Förderung dieser Indikatoren dienen und somit zum Bildungserfolg führen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Definition von Bildungserfolg
3. Erklärungsansätze
4. Ausgewählte Faktoren für Bildungserfolg
4.1 Pisa 2006
4.2 Bildungsungleichheiten
4.2.1 Herkunft – Bestandaufnahme
4.2.2 Lehrerempfehlung und Beurteilung
4.2.3 Bildungsbeteiligung - Bestandaufnahme
4.2.4 Übergangsprozesse im Bildungssystem
4.2.5 Bildungszugang in Deutschland (finanziell)
4.2.6 Armut in Deutschland
5. Exkurs nach Finnland
5.1 Bildungswesen
5.2 Bildungszugang (finanziell)
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Faktoren, die den Bildungserfolg bzw. Misserfolg von Schülern maßgeblich beeinflussen, mit einem besonderen Fokus auf den Vergleich zwischen dem deutschen und dem finnischen Bildungssystem sowie dem Einfluss der staatlichen Sozialpolitik.
- Definition und Indikatoren des Bildungserfolgs
- Familiäre, schulische und politische Rahmenbedingungen als Einflussfaktoren
- Analyse von Bildungsungleichheiten in Deutschland
- Vergleich der Ausbildungsfinanzierung und Chancengerechtigkeit
- Lehren aus dem finnischen Bildungsmodell
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Herkunft – Bestandaufnahme
Die Bildungsexpansion seit den 60. Jahren hat die Bildungschancen für alle Schichten erhöht, die Umverteilung der Chancenunterschiede hat jedoch nicht stattgefunden. Auffällige Unterschiede sind in dieser Hinsicht zwischen den Bundesländern sowie bei Kindern mit Migrationhintergrund zu verzeichnen.
Vom Ausbau der Realschulen zwischen 1970 und 1989 profitierten vor allem die Kinder von Arbeitern (einschl. Arbeiterelite), Landwirten und von ausführenden Dienstleistern.
Ganz anders sieht es an den Gymnasien aus. Zu den Hauptgewinnern zählen die Töchter des nichtlandwirtschaftlichen Mittelstands sowie der höheren Dienstleistungsschicht, gefolgt von Kindern der mittleren Angestellten und Beamten. Die Kinder aus einfachen Arbeiterfamilien haben dagegen trotz dem Bildungsaufschwung überhaupt keine Chance.
Zudem stagniert der Chancenzuwachs der Arbeiterkinder in den 80er Jahren. Beim Wettlauf um die höheren Abschlüsse haben sich also die Abstände zwischen den privilegierten und nicht privilegierten Kindern weiterhin vergrößert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Autorin legt dar, welche Faktoren für den Bildungserfolg bzw. Misserfolg aus ihrer Sicht eine entscheidende Rolle spielen.
2. Definition von Bildungserfolg: Es wird erörtert, dass Bildungserfolg sowohl formale Abschlüsse als auch inhaltliche Kompetenzen umfasst, wobei diese nicht immer deckungsgleich sein müssen.
3. Erklärungsansätze: Die Faktoren werden in drei Kategorien unterteilt: familiäre Bedingungen, schulische Rahmenbedingungen und politische Rahmenbedingungen.
4. Ausgewählte Faktoren für Bildungserfolg: Detaillierte Analyse anhand von PISA-Daten und soziologischen Daten zu Ungleichheiten, Herkunft, Lehrereinschätzungen und Finanzierungsmöglichkeiten in Deutschland.
5. Exkurs nach Finnland: Untersuchung des finnischen Bildungssystems, seiner Effektivität und der staatlichen Ausbildungsförderung als Modell für mehr Chancengerechtigkeit.
6. Schlussfolgerung: Fazit, dass Bildungserfolg stark von der Form des Wohlfahrtssystems und der staatlichen Finanzierungspolitik abhängt.
Schlüsselwörter
Bildungserfolg, Bildungschancen, Bildungsungleichheit, Sozioökonomischer Status, Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, PISA-Studie, Finnland, Deutschland, Migration, Schullaufbahn, Chancengerechtigkeit, Lehrerempfehlung, Ausbildungsförderung, Bildungsbeteiligung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Determinanten des Bildungserfolgs und der Frage, warum Bildungschancen in Deutschland sozial ungleich verteilt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen der Einfluss des Elternhauses, die Rolle der Lehrkräfte bei der Schullaufbahnempfehlung sowie die Auswirkungen der staatlichen Finanzierungspolitik auf die Bildungschancen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die den Bildungserfolg bestimmen, und aufzuzeigen, wie strukturelle Änderungen – insbesondere in der Finanzierung – Chancengerechtigkeit fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene empirische Studien, PISA-Berichte und bildungspolitische Texte auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Faktoren wie Herkunft, Notengebung, Übergangsprozesse und den finanziellen Zugang zum Studium in Deutschland, ergänzt durch einen Vergleich mit dem finnischen Bildungswesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildungserfolg, Chancengerechtigkeit, Wohlfahrtssystem, soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung.
Warum wird Finnland als Vergleichsland herangezogen?
Finnland dient als positives Gegenbeispiel zu Deutschland, da es hohe Leistungsstandards mit einer flächendeckenden, staatlich finanzierten Ausbildung verbindet, die weitgehend unabhängig vom sozioökonomischen Status ist.
Welche Rolle spielt die Finanzierung laut der Autorin?
Die Autorin sieht die finanzielle Unterstützung der Studierenden als einen der wichtigsten Faktoren für Bildungserfolg und kritisiert das deutsche BAföG-System als zu restriktiv gegenüber Ausländern.
- Arbeit zitieren
- Dana Amelie Vokata (Autor:in), 2009, Faktoren für den Bildungserfolg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141367