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Die doppelte Ankunft: Von Metaphorizität oder die Metaphysik der Sprache

Title: Die doppelte Ankunft: Von Metaphorizität oder die Metaphysik der Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Hoelenn Maoût (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Ganz allgemein gesprochen geht es in der vorliegenden Arbeit um die Dimensionen und Deutungen Jacques Derridas hinsichtlich der metaphorischen Kraft, welche, hier schon vorweg nehmend, im Verlauf dieser Ausführungen als die unbeherrschbare Kraft der Schrift charakterisiert wird. Da die Metapher jenseits der traditionellen Vorstellungen von der Schrift wesentliches über das Funktionieren der Sprache aussagt, und dies nicht nur im als fiktional definierten Diskurs der Literatur, ist es zunächst notwendig, durch einen einführenden Abschnitt auf die Problematik der Schrift und Sprache sowie auf deren unhinterfragte Prämissen und logische Folgerungen einzugehen, was Derridas Gesamtwerk wie ein roter Faden durchzieht und an dem es sich abzuarbeiten gilt. So befasst sich das erste Kapitel mit dem Sprachmodell des Saussurschen Strukturalismus sowie mit dessen Übergang und den Perspektivänderungen durch die sogenannte Postmoderne. Denn erst diese richtet ihren Blick auf die eigene Brille und insbesondere auf das, was ihrem Blick entweicht, die uneingestandenen Voraussetzungen, was speziell am Beispiel des Metapherndiskurses deutlich wird. Nach diesem formal-historischen Einstieg, welcher verkürzt als eine Überführung von der Differenz in die différance zusammengefasst werden kann, geht es im Weiteren explizit um die Derridaschen Modifikationen des Schrifttopos. Da diese Anreicherungen und Verkomplizierung der sprachlichen Strukturen in der Derridaschen Inszenierung seiner Texte insbesondere durch ihren performativen Aspekt eine sozial-politische Ausdehnung haben, verlangt ein semiotischer Textbegriff nicht nur Konsequenzziehung innerhalb der Literaturwissenschaft und Linguistik...

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Idee der Differenz: Die verrückte Mitte

2.1. Die Schriftspur

2.2. Ecrire la différance : Praxis der différance

2.3. Metaphorizität der Schrift

3. Die weiße Mythologie

3.1. Die Kritik als Supplement und Vollendung der Literarizität

4. Materialität der Sprache

4.1. ... und jetzt die Architektur

5. Schlussbetrachtung

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Dimensionen und Deutungen der Metapher im Werk von Jacques Derrida, wobei sie als eine unbeherrschbare Kraft der Schrift charakterisiert wird. Ziel ist es, die Problematik von Schrift und Sprache sowie deren unhinterfragte metaphysische Prämissen aufzudecken, um durch einen dekonstruktiven Ansatz die starren Strukturen philosophischer Diskurse zu verflüssigen.

  • Jacques Derridas Theorie der Schrift und der différance
  • Die Dekonstruktion der abendländischen Metaphysik und Metaphernlehre
  • Das Verhältnis von philosophischem und fiktivem Diskurs
  • Der Einfluss der Frühromantik auf den Autorbegriff
  • Die Architektur von Bernard Tschumi als Praxis der Dekonstruktion

Auszug aus dem Buch

4.1. ... und jetzt die Architektur

Gemäß eines unbestimmten, offenen texte général spricht Derrida folglich auch von der Architektur als einer Schrift des Raumes. Hierbei ist das Dispositiv der Architektur, dessen Begriffsgeschichte samt Begriffs-, Funktions- und Formbestimmung, in seiner festen Konsistenz des praktischen Materials die „letzte Festung der Metaphysik“. Der Bezug zwischen Raum und Mensch wird dabei durch einen konstruierten Metadiskurs über die Architektur der Architektur markiert, also durch die Rede der Philosophie und Architekturtheorie. Dieser architektonische Metadiskurs über die Baukunst ist über alle Veränderungen bestehender Wertebestimmung und äußerlichen Imperative (zufällige Normen und Moden) hinweg hierarchisch in den Stoff der Architektur eingeschrieben. Demgemäß konstruiert der Mensch nicht nur das freie Feld seiner Umgebung, sondern wird simultan von der Baukunst geformt und instruiert: „wir bewohnen sie; sie wohnt uns inne.“ Auf diese Weise beherrscht diese Architektonik der konstanten Punkte auch all das, was man die okzidentale Kultur nennt, weit über ihre Architektur hinaus.

Die Architektur ist durch die Philosophie traditionell dazu bestimmt, sich fremden Normen zu unterwerfen. So funktioniert sie im Dienst des Menschen oder der Götter als Wohn- oder als religiöse Stätte, wobei aus diesen Funktionsattributen ihr Wesen deduziert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Derridas Schrifttopos ein und skizziert den Aufbau der Arbeit von der strukturalistischen Sprachauffassung bis zur Architekturtheorie.

2. Einführung in die Idee der Differenz: Die verrückte Mitte: Das Kapitel erläutert den Übergang vom linguistischen Strukturalismus zum Poststrukturalismus und die Rolle des Signifikanten.

2.1. Die Schriftspur: Hier wird Derridas Begriff der „lautlosen Spur“ als notwendige Bedingung für die Entstehung von Sinn und Differenz eingeführt.

2.2. Ecrire la différance : Praxis der différance: Dieses Kapitel vertieft die Bedeutung der différance als performative Denkstrategie, die sich der Macht der klassischen binären Logik entzieht.

2.3. Metaphorizität der Schrift: Hier wird die These aufgestellt, dass die Schrift selbst als Metapher zu verstehen ist und der Unterschied zwischen metaphorischem und eigentlichem Sprachgebrauch dekonstruiert wird.

3. Die weiße Mythologie: Das Kapitel analysiert Derridas Kritik an der abendländischen Metaphysik, die den Sinn durch Ausschlussmechanismen zu beherrschen sucht.

3.1. Die Kritik als Supplement und Vollendung der Literarizität: Es wird die Rolle des Autors und die Intertextualität im Kontext romantischer Theorien diskutiert.

4. Materialität der Sprache: Das Kapitel widmet sich der Unhintergehbarkeit des Textes und der performativen Qualität der Schrift.

4.1. ... und jetzt die Architektur: Hier wird am Beispiel von Bernard Tschumis Parc de la Villette illustriert, wie Architektur dekonstruktiv als „Schrift des Raumes“ fungieren kann.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst ihr Vorgehen zusammen und reflektiert die kritische Rezeption der dekonstruktiven Methode.

6. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Derrida, Dekonstruktion, Schrift, différance, Metaphysik, Metapher, Architektur, Tschumi, Poststrukturalismus, Literaturtheorie, Sprache, Signifikant, Ereignis, Parc de la Villette, Hermeneutik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Derridas Verständnis von metaphorischer Kraft und Schrift, um zu zeigen, wie diese die traditionelle abendländische Metaphysik dekonstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Sprachphilosophie, Poststrukturalismus, Literaturkritik und ihre Anwendung auf architektonische Diskurse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Derridas komplexen Diskurs über Schrift und Metaphorizität durch eine analysierende Lektüre nachvollziehbar zu machen und seine Relevanz jenseits der Sprachwissenschaft aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit wendet eine dekonstruktive Analyse an, die Texte „gegen den Strich“ liest, um implizite Voraussetzungen und Aporien freizulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Theorie der différance, die Kritik am metaphysischen Metaphernbegriff, das Verhältnis von Autor und Text sowie die Architekturtheorie als Praxis der Dekonstruktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Derrida, Dekonstruktion, différance, Metaphysik, Architektur, Tschumi, Poststrukturalismus und Schrift.

Inwiefern beeinflusst das „Robinsonsche Paradox“ die Argumentation?

Es dient dazu, die Künstlichkeit von Systemen zu verdeutlichen, bei denen sich ein Subjekt Regeln auf einen Schlag vorgibt, um Sinn zu konstituieren.

Warum wird die Architektur von Bernard Tschumi als „Schrift des Raumes“ bezeichnet?

Weil Tschumis Parkgestaltung ein offenes System von Linien und Würfeln darstellt, das sich der klassischen funktionalistischen Ordnung entzieht und stattdessen für produktive Interpretationen offen ist.

Wie steht die Arbeit zum Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit gegenüber dem Poststrukturalismus?

Die Arbeit reflektiert diesen Vorwurf und argumentiert, dass die kritische Polemik gegen Derrida oft aus der Angst vor der Aufgabe traditioneller Wahrheitsbegriffe resultiert.

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Details

Title
Die doppelte Ankunft: Von Metaphorizität oder die Metaphysik der Sprache
College
Technical University of Berlin  (Institut für Literaturwissenschaft)
Course
Architektur und Schrift
Grade
1,0
Author
M.A. Hoelenn Maoût (Author)
Publication Year
2006
Pages
38
Catalog Number
V141379
ISBN (eBook)
9783640493364
ISBN (Book)
9783640493098
Language
German
Tags
Architektur Sprache Schrift Metapher différance die weiße Mythologie Derrida de Saussure L´absolu littéraire. Théorie de la littérature du romantisme allemand Lacoue-Labarthe Nancy Tschumi le parc de la Villette les folies
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Hoelenn Maoût (Author), 2006, Die doppelte Ankunft: Von Metaphorizität oder die Metaphysik der Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141379
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