In der folgenden Hausarbeit ist es mein Ziel einen umfassenden Überblick über den Terminus der Biopolitik/-macht zu schaffen und anschließend einen aktuellen Bezug zur aktuellen Corona-Pandemie herzustellen.
Dabei gehe ich in Kapitel 1 zunächst auf den Begründer des Begriffs der Biopolitik, Michel Foucault, ein. Hier werde ich diesen kurz biographisch vorstellen und anschließend auf sein Verständnis der Biopolitik/-macht eingehen. In Kapitel 2 gehe ich auf Giorgio Agamben ein, um auf Erweiterungen oder auch Kritik für den von Foucault geprägten Begriff der Biopolitik/-macht hinzudeuten. Auch hier beginne ich mit einer biographischen Einführung in das Leben Agamben. Anschließend stelle ich seine Überlegungen der Biopolitik/-macht vor. Agamben greift den Begriff von Foucault auf und kritisiert und erweitert in zweierlei
Hinsicht. Ich gehe somit auf sein Hauptwerk „Homo Sacer“ ein, einer Studie über das nackte Leben als antike Wurzel moderner Souveränität. In Kapitel 3, dem Hauptteil meiner Hausarbeit, wird Bezug genommen auf die aktuelle Corona-Pandemie. Ich führe Überlegungen der Biopolitik/-macht mit der akuten Situation des Corona-Virus zusammen und gebe einen Überblick über die Sachlage. Dabei ziehe ich überwiegend Parallelen mit Foucaults Verständnis der Biopolitik/-macht. Anschließend in Kapitel 4, meinem Fazit, führe ich das erhaltene Wissen über die Biopolitik/-macht mit der Corona-Pandemie zusammen.
Es folgt das Literaturverzeichnis (Kapitel 5).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Konzept Biopolitik/-macht
2.1 Biopolitik/-macht nach Foucault
2.2 Biopolitik/-macht nach Agamben
3. Die Corona-Pandemie und die Biopolitik
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über den Terminus der Biopolitik beziehungsweise Biomacht zu schaffen und diesen theoretischen Rahmen auf die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen während der Corona-Pandemie anzuwenden.
- Biopolitische Theorien nach Michel Foucault
- Erweiterung und Kritik durch Giorgio Agamben
- Biopolitische Interpretation staatlicher Corona-Maßnahmen
- Rolle des Rassismus als konstituierendes Element der Biopolitik
- Spannungsfeld zwischen Lebensschutz und ökonomischer Regulierung
Auszug aus dem Buch
2.1 Biopolitik/-macht nach Foucault
Michel Foucault war ein französischer Denker, welcher in den Geistes- und Sozialwissenschaften inzwischen als moderner Klassiker gilt. Er beschäftigt sich in seinem umfangreichen Werk mit den Fragen der Beziehung innerhalb der Achsentrias von Wissen-Macht-Subjekt. Auf Foucault geht der Begriff der Bio-Macht zurück, welche er in seinem Buch „Der Wille zum Wissen“ (1977) entwickelte, um damit eine neue Art von Machtmechanismus zu charakterisieren, die sich im 18. Jahrhundert entwickelte. Doch bevor ich auf das Konzept der Biopolitik/-macht nach Michel Foucault eingehe, werde ich zunächst kurz die Biographie Foucaults darstellen.
Paul-Michel Foucault wurde am 15. Oktober 1926 in Poitiers in eine bürgerliche und vermögende Medizinerfamilie geboren (vgl. Paulick 2020). Dabei war sein Vater Chirurg und Anatomieprofessor und seine Mutter Tochter eines Chirurgen und Professors aus Poitiers. Ebenfalls hatte Foucault Geschwister, darunter eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder (vgl. Paulick 2020 zit. nach Defert 2001, S. 15). 1951 schloss er sein Studium an der „École normale supérieure“ mit einer „Agrégation“ in Philosophie ab (vgl. Paulick 2020). Darüberhinaus unternahm Foucault während seiner Studienzeit zwei Suizidversuche, begann anschließend eine Psychotherapie und war kurzweilig Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs (vgl. Paulick 2020, zit. nach Fisch 2011, S. 46 f.). 1952 versuchte er sich, nach Erwerb des Diploms in Psychopathologie am Institut für Psychologie in Paris, als Assistentenprofessor für Psychologie an der „Faulte des lettres“ in Lille (vgl. ebd.). „Als Leiter des französischen Kulturinstituts lebte er ab 1955 in Uppsala, 1958 kurzzeitig in Warschau und 1959 in Hamburg“ (Paulick 2020).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Begriff der Biopolitik und die zentrale Fragestellung, wie politische Maßnahmen zur Corona-Pandemie biopolitisch eingeordnet werden können.
2. Das Konzept Biopolitik/-macht: Theoretische Auseinandersetzung mit den Machtkonzepten von Michel Foucault und Giorgio Agamben, die als Grundlage für die Untersuchung dienen.
2.1 Biopolitik/-macht nach Foucault: Biographische Einordnung von Foucault und detaillierte Erläuterung seiner Theorie der Biomacht und Biopolitik als historische Konfiguration der Moderne.
2.2 Biopolitik/-macht nach Agamben: Analyse der Erweiterung des Foucault-Begriffs durch Agamben und Vorstellung seines Konzepts des „Homo Sacer“ im Kontext souveräner Macht.
3. Die Corona-Pandemie und die Biopolitik: Anwendung der theoretischen Konzepte auf die staatlichen Maßnahmen der Corona-Pandemie unter besonderer Berücksichtigung der Regulierung der Bevölkerung und rassistischer Ausgrenzungsmechanismen.
4. Fazit: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Schlussfolgerung zur aktuellen Relevanz der Biopolitik und der Mechanismen für das „Sterben lassen“.
Schlüsselwörter
Biopolitik, Biomacht, Michel Foucault, Giorgio Agamben, Corona-Pandemie, Ausnahmezustand, Souveränität, Homo Sacer, Bevölkerung, Rassismus, Gouvernementalität, Normierung, Disziplinierung, Machtmechanismen, Lebensschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept der Biopolitik und Biomacht und überträgt dieses auf die politischen Entscheidungen sowie gesellschaftlichen Bedingungen während der Corona-Pandemie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Machttheorien der Moderne, die historische Rolle des Staates bei der Kontrolle von Lebensprozessen sowie die kritische Analyse staatlicher Kriseninterventionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die biopolitische Logik zu schaffen und zu zeigen, wie Regierungen durch statistische Überwachung und Regulierung der Bevölkerung agieren, statt primär auf das Individuum zu blicken.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die qualitative Anwendung etablierter philosophischer Konzepte (Foucault/Agamben) auf aktuelle politische Phänomene.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird die Corona-Pandemie als biopolitisches Ereignis analysiert, inklusive der Thematisierung von Triagierung, Quarantäne-Maßnahmen und selektiver Solidarität sowie strukturellem Rassismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Biopolitik, Biomacht, Souveränität und Bevölkerungskontrolle beschreiben.
Warum ist laut Agamben das Lager das Paradigma der Moderne?
Agamben argumentiert, dass das Lager den rechtsfreien Raum darstellt, in dem Menschen auf ihr „nacktes Leben“ reduziert werden, was die grundlegende Funktionsweise moderner souveräner Macht verdeutlicht.
Welche Rolle spielt Rassismus in der Biopolitik während der Pandemie?
Rassismus fungiert als Werkzeug zur hierarchischen Gliederung der Bevölkerung; er entscheidet ideologisch, welche Teile der Bevölkerung schützenswert sind („leben machen“) und welche an den Rand gedrängt werden („sterben lassen“).
- Quote paper
- Lena Trzenschiok (Author), 2021, Biopolitik und Biomacht nach Foucault und Agamben. Ein aktueller Bezug zur Corona-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1413855