„Der nachfolgende Film ist urheberrechtlich geschützt. Das Mitschneiden von Bild oder Ton während der Kinovorstellung ist eine strafbare Urheberrechtsverletzung. Jeder – auch jeder Versuch – wird zur Anzeige gebracht" Textmarke vor dem Hauptfilm1
Diesen Hinweis kennt wohl jeder Kinobesucher in Deutschland. Er gehört sozusagen schon fast zu einem Kinobesuch dazu. Die Filmbranche versucht so das Phänomen der Filmpiraterie im Kino einzudämmen. Noch in den Neunzigern war dies kein Problem, denn die „Filmpiraterie ist ein vergleichsweise neues Phänomen“ (Dördrechter, 2006, S. 1). Am Anfang dieser Arbeit möchte ich somit den Begriff der Filmpiraterie genauer definieren und den geschichtlichen Hintergrund beziehungsweise Wandel klären.
So nahmen zum Beispiel durch die Entwicklung des Internets die Raubkopien enorm zu. Man geht davon aus, „... dass 90 Prozent der Urheberrechtsverletzungen heute im Internet stattfinden...“ (Zukunft Kino Marketing GmbH).2 Dieser Umstand führt zu neuen rechtlichen Relevanzen rund um den Film, welche ich im Laufe dieser Arbeit ebenfalls klären werde. Die Rechte und die geplante Verwertungskette seitens der Filmverleiher werden so erheblich gestört. Filmproduzenten nennen deshalb eine unkontrollierte Verwertung ihrer Filme, bei der sie negative wirtschaftliche...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Einordnung
2.1 Definition Filmpiraterie
2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.3 Rechtliche Relevanzen
3. Auswirkungen auf die Kino- und Filmbranche
3.1 Wirtschaftliche Folgen
3.2 Bekämpfung der Filmpiraterie
3.2.1 aktuelle Ansätze
3.2.2 mögliche zukünftige Ansätze
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Filmpiraterie und analysiert deren komplexe Auswirkungen auf die ökonomische Situation der Filmbranche sowie die Herausforderungen für Kinobetreiber im digitalen Zeitalter.
- Definition und historischer Wandel der Filmpiraterie
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Schutzrechte am Film
- Wirtschaftliche Schäden und Folgen für die Filmindustrie
- Analyse aktueller und zukünftiger Bekämpfungsstrategien
- Die Bedeutung legaler Alternativen und neuer Marktmodelle
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition Filmpiraterie
Das Wort Filmpiraterie setzt sich aus den Wortbestandteilen Film und Piraterie zusammen, wobei ich letzteres näher analysiere. Für den Begriff Filmpiraterie als Einheitswort „... existiert keine Legaldefinition, es handelt sich um ein Kunstwort“ (Dördrechter, 2006, S. 34).
Piraterie kommt ursprünglich aus dem Griechischen und benennt den „ungesetzlichen Akt der Gewalttätigkeit, Freiheitsberaubung oder Plünderung, der zu privaten Zwecken von der Besatzung oder den Fahrgästen eines privaten Schiffes ... gegen ein anderes Schiff ... oder dort and Bord befindliche Personen oder Güter begangen wird...“ (Günther, 2001, S. 13). Bezieht man den Begriff auf heutige Verhältnisse, so kommt es nicht mehr zur Plünderung von Gütern, sondern der Akt der Piraterie besteht aus dem Datenklau und dem illegalen Verbreiten von rechtlich geschützten Produkten.
Bei der Klärung des einheitlichen Begriffes Filmpiraterie würde eine Definition dann wie folgt aussehen:
„Filmpiraterie ist die Verletzung von bestehenden Urheber- und Leistungsschutzrechten sowie von gewährten Nutzungsrechten am Film. Soweit nicht weiter eingeschränkt, schließt Filmpiraterie sowohl gewerbliche Urheberrechtsverletzungen als auch solche ein, die nur zu unentgeltlichen Zwecken im privaten Umfeld betrieben werden.“ (Dördrechter, 2006, S. 36)
Neben der Filmpiraterie existiert in diesem Zusammenhang noch der Begriff der Raubkopie. Dieser wird in Deutschland jedoch hauptsächlich für Drohkampagnen der Filmwirtschaft verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Filmpiraterie ein, erläutert die zunehmende Bedeutung des Internets für Raubkopien und stellt die Relevanz der Thematik für die wirtschaftliche Existenz von Kinos heraus.
2. Begriffliche Einordnung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Filmpiraterie, beleuchtet deren historischen Ursprung und diskutiert die zugehörigen rechtlichen Relevanzen sowie die Bedeutung von Urheber- und Nutzungsrechten.
3. Auswirkungen auf die Kino- und Filmbranche: Der Hauptteil analysiert die massiven wirtschaftlichen Folgen durch illegale Kopien und bewertet kritisch die Wirksamkeit bisheriger sowie potenzieller künftiger Strategien zur Bekämpfung der Piraterie.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Film zunehmend als Wirtschaftsgut betrachtet wird und betont die Notwendigkeit, durch attraktive legale Alternativen auf die Nachfrage zu reagieren, statt ausschließlich auf Repression zu setzen.
Schlüsselwörter
Filmpiraterie, Raubkopie, Urheberrecht, Filmbranche, Kino, Wirtschaftliche Folgen, Filesharing, Digitalisierung, Schutzmaßnahmen, Verwertungskette, Napsterisation, Legale Alternativen, Privatkopie, Urheberschaft, Entertainment-Industrie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen der Filmpiraterie und deren negative Auswirkungen auf die Kino- und Filmwirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Definition von Piraterie, rechtliche Aspekte, ökonomische Schäden durch Raubkopien und verschiedene Strategien zur Bekämpfung des Phänomens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu verdeutlichen, wie komplex die Auswirkungen der Piraterie auf die Wirtschaft sind und welche Ansätze zur Eindämmung langfristig sinnvoll sein könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und aktuellen Kampagnen der Filmindustrie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die wirtschaftlichen Schäden quantifiziert als auch aktuelle Strategien wie rechtliche Verschärfungen und Drohkampagnen hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Filmpiraterie, Urheberrecht, Wirtschaftlichkeit, Kino-Auswertung und die Entwicklung legaler Alternativen.
Warum wird der Begriff "Napsterisation" in der Arbeit erwähnt?
Dieser Begriff wird von Filmproduzenten verwendet, um eine unkontrollierte Verwertung ihrer Filme zu beschreiben, die zu massiven wirtschaftlichen Einbußen führt.
Warum sind laut Autor Drohkampagnen oft nicht effektiv?
Der Autor argumentiert, dass viele Kinobesucher sich durch pauschale Kriminalisierung ungerecht behandelt fühlen, anstatt ihr Verhalten positiv zu ändern.
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- Andy Kujath (Author), 2009, Filmpiraterie und ihre Auswirkungen auf die Kino- und Filmbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141400