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Die Immobilienkrise und die Auswirkungen auf Suburbia

Title: Die Immobilienkrise und die Auswirkungen auf Suburbia

Term Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maria Hertleif (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Summary Excerpt Details

Seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde
die Weltwirtschaft nie wieder so schwer getroffen wie durch die 2007 in den USA
ausgebrochene Finanzkrise. Den Anstoß hierfür gab die Immobilienkrise, die 2006
einen jahrelangen Boom auf dem US-amerikanischen Häusermarkt beendete. Unabhängig
von den späteren Zusammenbrüchen auf den weltweiten Kapitalmärkten, traf
diese Krise zu allererst Hauseigentümer in den USA. Viele Neueigentümer, die sich
während des Booms den Traum vom Eigenheim in Suburbia verwirklicht hatten,
wurden angesichts der Krise mit sinkenden Immobilienpreisen und steigenden Ratenzahlungen
konfrontiert. Letztendlich mündete dies in einem starken Anstieg von
Säumnissen und Zwangsversteigerungen. Um zu verstehen wie es hierzu kommen
konnte, ist es wichtig die Ursprünge von Boom und Krise auf dem USamerikanischen
Immobilienmarkt zu kennen. Begründet liegen diese im Zusammenspiel
verschiedener Entwicklungen und Faktoren, die parallel auf den Markt einwirkten.
Im ersten Teil dieser Arbeit sollen diese Faktoren und Prozesse erläutert werden.
Hierzu zählt zum Einen die Leitzinspolitik der US-amerikanischen Notenbank, welche
seit 2000 mit einer erheblichen Senkung und ab 2004 mit der Wiederanhebung
der Zinsen die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt entscheiden beeinflusste. Zum
Anderen war für Immobilienboom und -krise das rasante Wachstum des sog. ‚Subprime-
Marktes’, als unsicherstem Hypothekensegment von Bedeutung. Darüberhinaus
verstärkten sich die Verflechtungen von Immobilien- und Finanzmarkt, wovon
beide Seiten während des Booms profitierten, welche aber auch gegenseitige Abhängigkeiten
schufen. Letztere trugen entscheidend zur Entstehung der Krise bei.
Allem vorangestellt ist die Definition des Begriffs Suburbia, dem im zweiten Teil der
Arbeit eine entscheidende Bedeutung zukommt. Hier soll, aufbauend auf dem ersten
Teil, skizziert werden, wie sich zunächst der Immobilienboom und im Anschluss die
Immobilienkrise auf Entwicklung und Struktur der Vorortsiedlungen der USA auswirkten.
Verschiedene gesellschaftliche Gruppen profitierten in unterschiedlichem
Ausmaß vom Boom, dies soll die Arbeit ebenso begründen wie die unterschiedliche
Zunahme von Hauseigentümern und Bevölkerungszahl in den Suburbs der verschiedenen
Landesteile. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Der Begriff Suburbia

2. Niedrigzinspolitik der US-amerikanischen Notenbank zwischen 2000 und 2004

2.1 Was ist der Leitzins und wie wirkt Leitzinspolitik?

2.2 Niedrigzinspolitik der US-Notenbank

2.3 Einfluss der Niedrigzinspolitik auf den Immobilienmarkt

3. Entwicklung des Subprime-Marktes

3.1 Einordnung des Subprime-Marktes

3.2 Ausweitung des Subprime-Marktes

3.3 Gründe für die Ausweitung auf dem Hypothekenmarkt

3.4 Externe Gründe

4. Die wachsenden Verflechtungen zwischen dem Immobilien- und dem Finanzmarkt

5. Leitzinsanhebung der US-Notenbank

6. Die Immobilienkrise

7. Die Auswirkungen des Immobilienbooms auf Suburbia

7.1 Entwicklung der Suburbs – geographische Disparitäten

8. Die Auswirkungen der Immobilienkrise auf Suburbia

8.1 Hauspreisentwicklung in verschiedenen Preissegmenten

8.2. Die Auswirkungen der Krise auf US-amerikanische Hausbesitzer

8.3 Geographische Konzentrationen von Zwangsversteigerungen

8.4 Auswirkungen der Immobilienkrise auf Nachbarschaften und Wohngebiete

9. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der US-Immobilienkrise, ausgehend vom Immobilienboom ab dem Jahr 2000, und analysiert deren tiefgreifende Auswirkungen auf die Vorortsiedlungen (Suburbs) der USA. Dabei wird insbesondere der Zusammenhang zwischen der Geldpolitik der US-Notenbank, der Ausweitung des Subprime-Marktes und der räumlichen sowie gesellschaftlichen Betroffenheit in den suburbana Räumen beleuchtet.

  • Die Rolle der Niedrigzinspolitik und deren Einfluss auf die Immobiliennachfrage.
  • Die Mechanismen der Kreditvergabe im Subprime-Segment und die Verflechtung von Immobilien- und Finanzmarkt.
  • Die gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen des Booms und der nachfolgenden Krise auf verschiedene Bevölkerungsgruppen.
  • Die räumliche Verteilung und die Konzentration von Zwangsversteigerungen sowie deren Auswirkungen auf Wohngebiete.

Auszug aus dem Buch

3.2 Ausweitung des Subprime-Marktes

Vom Boom auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt profitierten überdurchschnittlich Mitglieder niedriger Einkommensschichten, also Kreditnehmer von Subprime-Hypotheken. Diese hatten in der Vergangenheit mangels ausreichender Kreditwürdigkeit meist schlechte Chancen eine Hypothek aufzunehmen. Allein zwischen 1994 und 2006 stieg die Hauseigentümerrate im ersten bzw. untersten Einkommensquartil um 11,1% und im zweiten Quartil um 12,9%. Die Zuwächse überstiegen in diesem Zeitraum die der Gesamtbevölkerung, für die sich ein Zuwachs von 10,3% beobachten ließ (vgl. BOSTIC ET AL. 2008, S. 310).

Die Ausweitung des Subprime-Marktes zeigt sich besonders in der Entwicklung der Geldmenge die zu Beginn und am Ende des Booms an Kreditnehmer vergeben wurde. Während 2001 lediglich 7% aller Immobiliendarlehen an Schuldner aus dem Subprime-Segment vergeben wurden, was einem Volumen von 160 Mrd. US-Dollar entspricht, betrug dieser Anteil 2006 mit einem Volumen von 600 Mrd. US-Dollar 21% (vgl. FLEISCHHAUER ET AL. 2008, S.25).

Diese Entwicklung stellt eine entscheidende Kehrtwende in der Vergabepolitik US-amerikanischer Banken dar. Durch den 1977 verabschiedeten Reinvestment Act waren sie erstmals dazu verpflichtet worden, einen vorgegebenen Mindestanteil ihrer Hypothekenkredite an Haushalte mit geringem Einkommen und/oder aus Gegenden, in denen hauptsächlich Angehörige von Minderheitengruppen, wie Hispanics oder Afroamerikanern wohnten, zu vergeben. Obwohl die Banken hierdurch gezwungen waren, ihre Vergabestandards zu lockern, erhielt weiterhin nur eine sehr begrenzte Zahl von Geringverdienern Zugang zum Immobilienmarkt. Erst mit dem Einsetzen des Immobilienbooms zu Beginn des Jahrtausends erhielt eine größere Zahl US-amerikanischer Bürger aus genannten Schichten die Möglichkeit, eine Subprime-Hypothek aufzunehmen (vgl. Marcuse 2008, S.562; Kiff et al. 2007, S.3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der US-Finanzkrise ein, die durch den Zusammenbruch des Immobilienbooms im Jahr 2006 ausgelöst wurde.

2. Niedrigzinspolitik der US-amerikanischen Notenbank zwischen 2000 und 2004: Dieses Kapitel erläutert, wie die Leitzinssenkungen der Federal Reserve das Umfeld für den Immobilienboom maßgeblich mitgestalteten.

3. Entwicklung des Subprime-Marktes: Hier wird die Entstehung und Ausweitung des risikoreichen Subprime-Kreditsegments detailliert beschrieben, welches eine zentrale Rolle für die Entstehung der Krise spielte.

4. Die wachsenden Verflechtungen zwischen dem Immobilien- und dem Finanzmarkt: Dieses Kapitel analysiert, wie durch Verbriefungsprozesse (MBS, CDOs) Immobilienrisiken auf den globalen Finanzmarkt übertragen wurden.

5. Leitzinsanhebung der US-Notenbank: Hier wird der Prozess der Zinswende ab 2004 und dessen – anders als beabsichtigte – Auswirkungen auf die langfristigen Marktzinsen diskutiert.

6. Die Immobilienkrise: Dieses Kapitel beschreibt das Platzen der Immobilienblase Ende 2006 aufgrund überhöhter Angebote und steigender Zinslasten.

7. Die Auswirkungen des Immobilienbooms auf Suburbia: Hier wird dargelegt, wie breite Bevölkerungsschichten durch den Boom zu Hauseigentümern wurden und wie dies das Wachstum der Suburbs beschleunigte.

8. Die Auswirkungen der Immobilienkrise auf Suburbia: In diesem Kapitel werden die Folgen der Krise, wie sinkende Immobilienwerte und Zwangsversteigerungen, sowie deren soziale und räumliche Auswirkungen analysiert.

9. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Entstehung der Krise und deren Auswirkungen auf die US-amerikanischen Vororte zusammen.

Schlüsselwörter

Immobilienkrise, Suburbia, Subprime-Hypotheken, Leitzinspolitik, Zwangsversteigerungen, Immobilienboom, USA, Hauspreise, Finanzmarkt, Verbriefung, Hypothekenmarkt, Eigenheimbesitz, Kreditwürdigkeit, Immobilienblase, Vorortsiedlungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung der US-Immobilienkrise ab 2006 und deren spezifische Auswirkungen auf die räumliche und soziale Struktur der Vorortsiedlungen (Suburbs).

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die US-Geldpolitik, die Ausweitung risikoreicher Immobilienkredite, die Vernetzung von Immobilien- und Finanzmärkten sowie die Folgen der Krise für Hauseigentümer in Vororten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen den Ursachen des Immobilienbooms und den daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf die Wohngebiete und Immobilienbesitzer in Suburbia wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung von Wirtschaftsstatistiken und der Analyse geographischer Entwicklungen im Zusammenhang mit der Immobilienmarkt-Historie der USA.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der geldpolitischen Rahmenbedingungen, die Entwicklung des Subprime-Marktes, die Rolle von Finanzderivaten und die detaillierte Betrachtung der räumlichen Auswirkungen in den US-amerikanischen Suburbs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Typische Schlüsselwörter sind Immobilienkrise, Suburbia, Subprime, Leitzinspolitik, Zwangsversteigerungen und Verbriefung.

Warum spielt der Begriff "Suburbia" eine so zentrale Rolle?

Suburbia steht für den Inbegriff des "American Dream", dessen Verwirklichung durch die Krise massiv gefährdet wurde, was besonders die sozialen und räumlichen Auswirkungen in den Vororten verdeutlicht.

Was ist mit dem Begriff "negative Equity" gemeint?

Der Begriff beschreibt einen Zustand, bei dem die Hypothekenschuld den aktuellen Marktwert der Immobilie übersteigt, was es für Hauseigentümer oft finanziell attraktiver macht, ihr Haus an die Bank zurückzugeben.

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Details

Title
Die Immobilienkrise und die Auswirkungen auf Suburbia
College
University of Münster  (Institut für Geographie)
Grade
1,0
Author
Maria Hertleif (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V141427
ISBN (eBook)
9783640509157
ISBN (Book)
9783640508907
Language
German
Tags
Immobilienkrise Subprimekrise Suburbia Suburbs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Hertleif (Author), 2009, Die Immobilienkrise und die Auswirkungen auf Suburbia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141427
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