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Medienpädagogische Perspektiven auf ein befähigendes Medienhandeln. Die kognitive Entwicklung von Kindern im Übergang vom Kindergarten in die Primarstufe

Titel: Medienpädagogische Perspektiven auf ein befähigendes Medienhandeln. Die kognitive Entwicklung von Kindern im Übergang vom Kindergarten in die Primarstufe

Forschungsarbeit , 2023 , 12 Seiten

Autor:in: Sabine Oberneder (Autor:in), Stanislaus Plügel (Autor:in)

Pädagogik - Medienpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der adäquate Umgang mit Neuen Medien durch Kinder erscheint hinsichtlich der Mediatisierung der Gesellschaft als komplexe Herausforderung. Zudem verweist dieser Anspruch auf die Frage, wie sich medienpädagogische Begleitung ausgestalten soll. Beginnend mit einer Darlegung kognitionswissenschaftlicher Theoreme über die Entwicklung des Denkens und Sprechens – Piaget und Wygotski – wird zunächst das Verhältnis des Kindes zu seiner (Um-)Welt bestimmt anschließend mit Meder und seiner Sprachspielertheorie der Postmoderne Voraussetzungen und Möglichkeiten einer ludischen Begegnung aufgezeigt.

Quengelige Kleinkinder bekommen zur Ablenkung das Handy der Mutter und spielen auf sich allein gestellt damit. Ein Vater sitzt in der U-Bahn und ist mit seinem Handy beschäftigt; das Kind wird dabei nicht beachtet. Diese oder ähnliche Beobachtungen lassen ambivalente Gefühle aufkommen: "Das Kind ist ja viel zu klein für eine Handynutzung. Das arme Kind wird von seinem Vater gar nicht beachtet." Doch inwieweit halten diese Zuschreibungen einer kritischen Auseinandersetzung stand? Es zeigt sich, dass der Übergang zwischen Kindergarten und Volksschule nicht nur für Kinder, sondern auch für ihr soziales Netzwerk aus Erziehungsberechtigten, Angehörigen und Fachkräften aus Bildungsinstitutionen eine besondere Herausforderung hinsichtlich des Medienhandelns darstellt, denn Medienerfahrungen sind Alltagserfahrungen für Kinder, die (digitale) Medien als lebensweltbezogenes Thema in die Institutionen einbringen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode und Vorgehensweise

3. Der kognitionstheoretische Blick auf das Kind: Piaget & Wygotski

4. Der entwicklungspsychologisch-konstitutiologische Blick auf das Kind: Meder

5. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die medienpädagogische Bedeutung der kognitiven Entwicklung von Kindern im Übergang vom Kindergarten in die Primarstufe. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie eine medienpädagogisch begleitete Auseinandersetzung mit medialen Erfahrungen die kognitive Entwicklung und das relationale Denken der 5- bis 7-jährigen Kinder unterstützen kann.

  • Kognitionstheoretische Grundlagen nach Piaget und Wygotski
  • Sprachspielertheorie nach Meder im Kontext digitaler Medien
  • Pädagogische Begleitung von Medienhandeln im Übergang zur Volksschule
  • Einfluss von Sprache und Symbolik auf die Weltaneignung
  • Bedeutung der Gemeinschaft und Sozialisation für den Lernprozess

Auszug aus dem Buch

4. Der entwicklungspsychologisch-konstitutiologische Blick auf das Kind: Meder

Meder (2004) bezieht sich in Der Sprachspieler. Der postmoderne Mensch oder das Bildungsideal im Zeitalter der neuen Technologien auf Piaget und Wittgenstein, wenn er über „das Lernen und seine Anleitung“ (Meder 20042: 231) spricht (vgl. Meder 20042: 230-244). Mit Meder wird daher entwicklungspsychologisch (Piaget) und konstitutionslogisch (Wittgenstein) über die Philosophie des Lernens reflektiert, um Lösungsansätze für eine altersgerechte Begegnung im Umgang mit Kommunikationsmedien zu generieren und zu verdeutlichen.

Mit dem Begriff des Bildungsideals erweist sich Meders Theorie des Sprachspielers als normative, ästhetische und fiktive Darlegung, da eine wünschenswerte Zustandsbeschreibung – ausgehend von der Gegenwart und in die Zukunft weisend – abgegeben wird (vgl. ebd.: 10).

„Der Sprachspieler ist […] kein Subjekt, keine Person, kein Individuum, er hat kein Selbst und auch keine personale Identität, sondern ist ein figurales Gebilde im medialen Raum der Codierung und Decodierung von Zeichen.“ (Meder 20042: 179)

Meder deklariert mit Bezug auf Mc Luhan, dass „Medien […] irgendwelche Materialien, die als Zeichen für den ‚Transport‘ von Inhalten dienen können [sind]. […] In ihrem Zeichenbezug […] verweisen sie grundsätzlich auf Sprache.“ (ebd.: 101f.) Beim Lernen kommt es laut Meder auf die Selbsttätigkeit der/ des Einzelnen an, wobei explizit-rezessiv Andere und Sachen/ Sachverhalte im Lernprozess mitwirken (vgl. Iske/ Meder 2010: 24). Sprachspiele zeigen sich durch ihre Regelhaftigkeit gebunden an Anfangs-, Stoppregeln und Argumentfolgen. Sie verlaufen neben einem Regelwerk dynamisch. Den Ablauf, die Prozessform, nennt Meder Zeitgestalt (vgl. Meder 20042: 219). Sprachspiele müssen auf Grund ihrer Regelhaftigkeit gelernt werden und sind an didaktische Maßgeblichkeiten gebunden (vgl. ebd.: 219). Lernen und Didaktik bezeichnet Meder als „das Problem der Pädagogik“. (ebd.: 231)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Problematik des Medienhandelns bei Kindern im Übergang vom Kindergarten zur Primarstufe ein und leitet daraus die zentrale Forschungsfrage ab.

2. Methode und Vorgehensweise: Es wird das hermeneutische Verfahren nach Klafki als methodischer Rahmen der Arbeit dargelegt, welches eine systematische Literaturanalyse zur theoretischen Absicherung der Ergebnisse nutzt.

3. Der kognitionstheoretische Blick auf das Kind: Piaget & Wygotski: Dieser Abschnitt beleuchtet kognitionswissenschaftliche Ansätze zur kindlichen Entwicklung und hinterfragt diese hinsichtlich ihrer Bedeutung für mediale Vermittlungsprozesse.

4. Der entwicklungspsychologisch-konstitutiologische Blick auf das Kind: Meder: Hier wird Meders Sprachspielertheorie eingeführt, um Lernprozesse und den Umgang mit Medien aus einer post-modernen, bildungstheoretischen Perspektive zu analysieren.

5. Conclusio: Das Fazit fasst die Relevanz einer medienpädagogischen Begleitung zusammen, die darauf abzielt, Kindern das Erlernen medialer Ausdrucksformen und eine kritisch-reflexive Haltung zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Medienpädagogik, Kognitive Entwicklung, Sprachspielertheorie, Piaget, Wygotski, Meder, Medienhandeln, Kindheit, Primarstufe, Übergang, Sozialisation, Lernen, Sprachspiel, Transduktion, Medienbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die kognitive Entwicklung von Kindern im Übergang vom Kindergarten zur Primarstufe im Kontext von Mediennutzung und medienpädagogischer Begleitung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf kognitiven Entwicklungstheorien (Piaget/Wygotski), der Sprachspielertheorie nach Norbert Meder, dem Medienhandeln von Kindern sowie der Rolle von Erziehenden bei der Gestaltung von Lernprozessen.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern eine medienpädagogisch begleitete Auseinandersetzung mit medialen Erfahrungen für die kognitive Entwicklung und das relationale Denken von Kindern in diesem spezifischen Übergangsalter von Bedeutung ist.

Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorinnen setzen auf ein hermeneutisches Verfahren nach Klafki, welches eine fundierte Literaturrecherche und eine interpretative Auswertung einschlägiger kognitionstheoretischer und medienpädagogischer Quellen umfasst.

Welche Inhalte stellt der Hauptteil der Arbeit dar?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Auseinandersetzung mit klassisch-kognitiven Entwicklungsmodellen und der Anwendung der postmodernen Sprachspieltheorie auf das Medienhandeln und Lernen von Kindern.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Wesentliche Begriffe sind Medienpädagogik, Sprachspieler, kognitive Entwicklung, Regelbefolgung, Lernprozesse und Medienhandeln.

Was bedeutet das "transduktiv-analogische Sprachspiel" für Kinder in der Altersgruppe von vier bis sieben Jahren?

In dieser Phase erfassen Kinder die Welt durch Analogien und lineare Zeitgestalten; sie lernen, dass alles irgendwie zusammenhängt, wobei diese Phase eine entscheidende Grundlage für die spätere Entwicklung komplexerer, logisch-operativer Strukturen bildet.

Warum ist laut der Arbeit eine "positiv-skeptische Grundhaltung" der Erziehenden notwendig?

Da in einer postmodernen Welt keine letztbegründete Einheit der Sprache mehr existiert, müssen Erziehende die Unbestimmtheit anerkennen und Kinder dabei unterstützen, sich handelnd in den verschiedenen Sprachspielen der Gesellschaft zu orientieren.

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Details

Titel
Medienpädagogische Perspektiven auf ein befähigendes Medienhandeln. Die kognitive Entwicklung von Kindern im Übergang vom Kindergarten in die Primarstufe
Hochschule
Universität Wien  (Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Medienbildung
Autoren
Sabine Oberneder (Autor:in), Stanislaus Plügel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
12
Katalognummer
V1414808
ISBN (PDF)
9783346962270
ISBN (Buch)
9783346962287
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienhandeln Kleinkinder Handy Kindergarten Schule Eltern Piaget Wyogotski Meder Sprachspiel Entwicklungspsychologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabine Oberneder (Autor:in), Stanislaus Plügel (Autor:in), 2023, Medienpädagogische Perspektiven auf ein befähigendes Medienhandeln. Die kognitive Entwicklung von Kindern im Übergang vom Kindergarten in die Primarstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414808
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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