Antisemitismus an deutschen Hochschulen in der Weimarer Republik

Gespiegelt im Tagebuch eines jüdischen Professors


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ANTISEMITISMUS ZU BEGINN DER WEIMARER REPUBLIK

3. DER ZEITZEUGE VICTOR KLEMPERER

4. ANTISEMITISMUS IM KOLLEGIUM DEUTSCHER UNIVERSITÄTEN UND HOCHSCHULEN
4.1. Die traditionelle Gesinnung an deutschen Hochschulen
4.2. Lehrtätigkeit und Judenfeindlichkeit an Universitäten
4.3. „ Und was wird aus mir, dem j ü dischen Professor? “ - Victor Klemperer und die Vergabe von Lehrkathedern

5. ANTISEMITISMUS IN DER STUDENTENSCHAFT
5.1. Nachkriegsstimmung
5.2. Judenfeindliches Gedankengut in der Deutschen Studentenschaft
5.3. Der Erfolg der NSDStB in den Hochschulen
5.4. „ Das Hakenkreuz marschiert ü berall. “ - Victor Klemperers Wahrnehmungen des Antisemitismus in der Studentenschaft

6. SCHLUSSBETRACHTUNG

LITERATUR

1. Einleitung

Während in Deutschland Antisemitismus als Bezeichnung für judenfeindliche Einstellungen und Bestrebungen schon in der Kaiserzeit ein vieldiskutiertes öffentliches Thema war,1 wurde die jüdische Bevölkerung erst mit dem Nationalsozialismus gezielt durch entsprechende Gesetze entrechtet und verfolgt. Dennoch waren antisemitische Ressentiments in den Jahren der Weimarer Republik, die mit der Trennung von Staat und Kirche und einem demokratischen Anspruch die Gleichberechtigung aller ihrer Staatsbürger gewährleisten wollte, in weiten Kreisen der Gesellschaft vorhanden. Sie beeinträchtigten das Leben jüdischer Bürger stark, obgleich Judenfeindlichkeit keinesfalls legalisiert war. Gerade in den Universitäten und Hochschulen, die sich selbst als unpolitische und unabhängige Institutionen betrachteten, wurden antisemitische Stimmen laut, die Adolf Hitler mit der sog. „Machtergreifung“ für sich nutzen konnte und die Durchsetzung eines systematischen Antisemitismus ermöglichten. Nicht nur, dass sie das ideologische Gedankengut bereitwillig wissenschaftlich untermauerten und vielerorts in den Lehrkanon wie durch die „Rassenlehre“ aufnahmen, auch wurde das „ Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums “ (7. April 1933) mit aller Härte verfolgt. Demonstrativ wurde im Zuge der eigenverantwortlich organisierten studentischen Aktion „ Wider den undeutschen Geist “ die judenfeindliche Gesinnung durch die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 öffentlich zur Schau gestellt.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die deutschen Hochschulen tatsächlich schon in der Weimarer Republik den Weg für die gezielte Verfolgung jüdischer Staatsbürger ebneten und inwiefern Antisemitismus in diesen Bildungseinrichtungen eine Rolle spielte und eventuell staatlich gestützt wurde, wobei die zeitgenössischen Tagebuchaufzeichnungen eines jüdischen Professors Aufschluss geben sollen. Dazu werden zunächst allgemeine Tendenzen in den Anfangsjahren der Republik beleuchtet, ehe der Literat und Hochschulprofessor Victor Klemperer als Zeitzeuge vorgestellt wird, der im folgenden durch seine Tagebuchaufzeichnungen von 1918- 1932 immer wieder zu Wort kommen wird, um die Wahrnehmung von Judenfeindlichkeit an den Universitäten zu dokumentieren. Nachdem das Auftreten antisemitischer Stimmung unter Dozenten betrachtet worden ist, sollen die studentischen Generationen in Hinblick auf explizit judenfeindliche Aktionen untersucht werden, da nicht zuletzt sie die je zukünftige akademische Trägerschicht des Antisemitismus stellen können. Schließlich soll die Quelle Tagebuch in ihrer Aussagekraft in diesem Zusammenhang bewertet werden.

2. Antisemitismus zu Beginn der Weimarer Republik

Bereits im 19. Jahrhundert war die traditionelle Judenfeindlichkeit, die im christlichen Kontext gestanden hatte, durch die aufkommende Judenemanzipation und der einsetzenden patriotisch- nationalen Bewegung in Deutschland einer Wandlung hin zum modernen Antisemitismus gefolgt, die nicht zu letzt durch den aufkommenden Nationalsozialismus in vielen Gesellschaftsschichten dramatische Ausmaße annahm. Die Bezeichnung „Semit“ wurde zu einer Abstammungs- und Herkunftsfrage, der die jüdischen Bürger durch Assimilation an die deutsche Kultur und Taufe zu entweichen suchten. Viele Juden, so auch Viktor Klemperer, waren mit Begeisterung in den Ersten Weltkrieg gezogen. Durch die ständig wachsenden Anfeindungen, sahen sie darin die Chance gekommen, ihren Patriotismus gegenüber Deutschland unter Beweis zu stellen. So fanden sich unter den 93 Intellektuellen, die 1914 das Kriegsmanifest unterzeichneten, auch zahlreiche jüdische Akademiker. Dennoch verschärften sich mit der Niederlage Vorurteile und antisemitische Ressentiments, die stereotype Bilder von Juden neu belebten. Gerade in den Mittelschichten entwickelte sich der Judenhass zu einem Ventil, das den Juden die Schuld an der sozialen und politischen Strukturkrise und der militärischen Niederlage zuwies und Raum für Verschwörungstheorien bot. Dieser Polarisierungsprozess innerhalb der Gesellschaft wurde durch die Zuwanderung von Juden aus Osteuropa, dem als Schmach empfunden Versailler Vertrag und den damit verbundenen Reparationszahlungen und Gebietsabtrennungen, sowie der Weltwirtschaftskrise, bestärkt. Mit der Bekanntgabe des Vorhabens einer Zählung aller Juden (1916), die sich im Krieg beteiligt hatten, wurde allzu deutlich, wie weit eine erhoffte Synthese entfernt und wie wenig sie von staatlicher Seite gewollt war.

Um dieser Stimmung entgegen zu wirken, beteiligten sich unzählige Juden, auch weil sie erstmalig wirkliche Partizipationsmöglichkeiten sahen, politisch an der Ausgestaltung der Weimarer Republik,2 in der Hoffnung den antisemitischen Druck zu mildern und die 1871 in die Reichsverfassung aufgenommene bürgerliche Gleichberechtigung der Juden weiter voran zu treiben.3 Erste politische Erfolge zeigten sich 1925 in der Abschaffung des Drei-Klassen- Wahlrechtes, das die Gleichstellung der Frau und der nichtdeutschstämmigen Staatsbürger bei Wahlen umsetzte. Dennoch fachten die schweren wirtschaftlichen Depressionen zwischen 1919 und 1923 und 1930 und 1932 den Antisemitismus innerhalb weiter Teile der Gesellschaft immer von neuem an. Dieser war mittlerweile nahezu „salonfähig“ geworden und schien ohne besonderen Widerstand in der Gesellschaft präsent, obwohl 1925 kaum mehr als 550 000 Juden, also nur 1% der Gesamtbevölkerung, in der Weimarer Republik lebten.4

3. Der Zeitzeuge Victor Klemperer

Als Sohn eines jüdischen Reformrabbiners am 9. Oktober 1881 geboren, sah sich der Romanist Victor Klemperer in der Weimarer Republik immer wieder zwischen den Stühlen, und dokumentierte den in seinem Leben immer präsenter werdenden Antisemitismus in Tagebüchern.

Als der Literat ernüchtert aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrt, gelingt es ihm nicht sofort, an seine akademische Laufbahn anzuknüpfen. 1919 wird er schließlich als außerordentlicher Professor im radikalen München berufen, das er schnellstmöglich wieder verlassen möchte. Erst mit der Fürsprache seines ehemaligen Dozenten Karl Voßler gelingt die Berufung als ordentlicher Professor f ü r romanische Sprachen in der Allgemeinen Abteilung 1920 an die Technische Hochschule in Dresden. Da jedoch an dieser Forschungsanstalt der Lehrstuhl für romanische Sprachen, wie alle geisteswissenschaftlichen Fakultäten, eher sparsam ausgestattet ist, bemüht sich der Literat verzweifelt um Anstellungen an anderen Universitäten. Allmählich mutmaßt er, dass seine jüdische Herkunft ein großes Hindernis für sein berufliches Vorwärtskommen darstellt. Schließlich wird er 1935 aufgrund des „ Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums “ trotz seiner protestantischen Taufe 1903 und der Ehe mit einer „arischen“ Frau als „Nicht- Arier“ in den Zwangsruhestand versetzt und kann nur noch unter größter Anstrengung und Vorsicht akademisch tätig sein.

In seinen Tagebüchern von 1918- 1932, herausgegeben unter dem Titel „ Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum “ 5 , dokumentierte er seine Karriere als jüdischer Akademiker, seine Hoffnungen, Beobachtungen, Vorahnungen und Vermutungen, die im folgenden einen persönlichen Blick auf judenfeindliche Ereignisse an deutschen Hochschulen seiner Zeit ermöglichen sollen.

4. Antisemitismus im Kollegium deutscher Universitäten und Hochschulen

4.1.Die traditionelle Gesinnung an deutschen Hochschulen

Obgleich am 11. August 1919 die Weimarer Reichsverfassung in Kraft trat und sich somit ein parlamentarisch-demokratisches System etablierte, wurde die Mentalität des wilhelminischen Reichs von der Mehrheit der Professoren weiter getragen. Immerhin hatte das Kaiserreich der universitären Bildungselite neben gesellschaftlichem Prestige, bei dem der Professorentitel einem höheren Adelsrang gleichgekommen war, auch Wohlstand eingebracht. Entsprechend dem humanistischen Bildungsideal verstand sie sich als unabhängig und unpolitisch,6 um objektiv der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung nachkommen zu können. Nach dem Ersten Weltkrieg blieben aber auch sie nicht von den wirtschaftlichen Krisen verschont, wobei sich ihre zunächst positive Haltung gegenüber der Weimarer Republik schlagartig mit dem als „Schmach“ empfundenen Versailler Vertrag änderte, wobei nur wenige „Vernunftrepublikaner“ und überzeugte Verfechter der Demokratie blieben. Allerdings hatte sich mit dem Absetzen der Monarchie nicht auch die Lehrstuhlbesetzung geändert, womit die alten Gefüge und obrigkeitsorientierten, konservativen Denkmuster in den Universitäten bestehen bleiben konnten.7

Jedoch sahen sich nun die Akademiker durch die immer einflussreicher werdende Arbeiterbewegung bedroht und fürchteten neben einer Bildungsinflation durch den starken Zulauf von Studenten aus der Mittelschicht, dass sich das „akademische Proletariat“ als intellektuelle Führung dieser Strömung durchsetzen und ihnen das zuvor unantastbare Prestige mitsamt wirtschaftlicher Unabhängigkeit streitig machen könnte.8 Marxisten, Demokraten und Pazifisten wurden abgelehnt und teilweise aus der universitären Laufbahn verdrängt, wie im Fall des Marxisten Karl Korsch 1924, Theodor Lessing 1925 oder Emil Gumbel.9

Die Kriegsfolgen und das Nicht-Begreifen-Können der Niederlage, die aus der Wirtschaftskrise resultierende soziale Unsicherheit und die politischen Unruhen förderten ein idealisiertes Bild der wilhelminischen Zeit, in dem die Universität die unbestrittene Spitze der Bildungsschichten gewesen war und wirtschaftliche Sicherheit garantiert hatte.

Auch international fanden sich die deutschen Akademiker in der Nachkriegszeit zunächst in Isolation wieder, die es ihnen schwer machte, an alte Erfolge anzuknüpfen. Die Monarchie wurde zurückersehnt, womit sich an den Universitäten bald eine republikablehnende, antiliberale, teilweise massiv antidemokratische Haltung etablierte, der kaum mehr als 10% der Professorenschaft gegenüberstanden, die, sich zum „Weimarer Kreis“ zählend, die demokratisch-republikanische Staatsform verteidigten. So wurden nicht nur in den Hörsälen die alten Ansichten vertreten, sondern diese auch durch offizielle Feiern wie zum Tag der Reichsgründung von 1871 und dem Kaisergeburtstag durch Beflaggen der Hochschulen und Festreden untermauert.10 Feiertage der Republik hingegen wurden kaum zu einem kollektiven Ereignis und nicht selten vollends übergangen, was eigentlich der betonten „unpolitischen“ Haltung massiv widersprach. Zeitlich verlängert spiegelten sich diese Tendenzen in einem Wahlaufruf der Universitäten zur Unterstützung der NSDAP am 5. März 1933 wider, den 300 Professoren unterzeichneten, die für sie mit Adolf Hitler als Führerpersönlichkeit „die Wende“ bringen soll.11

Weiterhin sahen sich die Hochschulen als Institutionen mit Kulturzuständigkeit, die den Staatsbürger formten, wobei das angestrebte Nationalbewusstsein und die „Volkstumserziehung“ leicht auch mit rassischem Antisemitismus unterfüttert werden konnte.12

4.2.Lehrtätigkeit und Judenfeindlichkeit an Universitäten

Da im Kaiserreich viele jüdische Akademiker trotz entsprechender Qualifikationen und teilweise auch internationalen Erfolgen bei der Vergabe von Ordinarien wiederholt übergangen worden waren, erlebten sie in den ersten Jahren der Weimarer Republik entsprechend der demokratischen Prinzipen besondere Berücksichtigung bei den Berufungen an deutsche Universitäten, oftmals nicht ohne starken staatlichen Druck auf die entsprechenden Hochschulen.13 So gelang auch nicht zum Christentum konvertierten Juden eine akademische Karriere. Ohne diese Entwicklung im Zusammenhang sehen zu wollen, flammten schnell altbekannte antisemitische Vorurteile auf, die die Angst schürten, ein jüdischer Professor würde, kaum dass er den Lehrstuhl inne hätte, sogleich unzähligen weiteren Juden den Zugang zu universitären Laufbahnen ermöglichen, da er in seiner jüdischen Gemeinschaft im Gegensatz zu der Deutschen verhaftet sei, womit ganze Fakultäten „überjudet“ werden würden.14 Verschwörungstheorien, zu denen auch die „Dolchstoßlegende“ zu rechnen ist, hatten Hochkonjunktur. Existenzängste wurden geschürt, auch durch die Feststellung, dass das akademische Stellenangebot ständig zu schrumpfen schien, was in Wirklichkeit auf die Stellenvergabe von Ordinarien nicht zutraf. Jedoch waren 1925 6,2 % der gesamten Arbeitsbevölkerung der Weimarer Republik Akademiker, während von der jüdischen Arbeitsbevölkerung 10, 3% eine universitäre Laufbahn einschlugen und somit im Verhältnis öfter den Zugang zu höherer Bildung fanden.15 Dieses Ergebnis ist vor allem so zu erklären, dass jüdische Staatsbürger dem latenten Antisemitismus, welcher Bevormundung und Ausschlusspraktiken beinhaltete, durch ein Ausweichen in Freie Berufe zu entgehen suchten, die ein Studium voraussetzten und so auch häufig die Anonymität von Großstädten, sowie große Universitäten vorzogen. Allerdings waren insgesamt selten mehr als 6% aller Akademiker und Studenten an deutschen Hochschulen jüdisch, womit sie eine deutliche Minderheit blieben.

Die meisten Professoren sahen sich zwar nicht als antisemitisch gesinnt, jedoch waren Ressentiments gegenüber jüdischen Akademikern verbreitet und antisemitische Äußerungen an der Tagesordnung, obwohl nur eine Minderheit dieser Gesinnung auch aktiv Ausdruck verlieh und öffentlich Stellung bezog. Auf der anderen Seite wehrten nur wenige Dozenten diese Diffamierungen ab oder gingen gegen antisemitische Äußerungen oder Handlungen vor. So kam es 1925 beim deutschen Akademikertag zu folgendem Antrag, der erst von den entsprechenden staatlichen Stellen zurückgewiesen wurde: „ Der Ü berfremdung der deutschen Hochschulen durch j ü dische Lehrkr ä fte und Studierende ist ein Riegel vorzuschieben. Weitere Lehrer j ü discher Abstammung sind nicht mehr zu berufen. F ü r die Studierenden ist der Numerus clausus einzuf ü hren. “ 16 Auch an Hochschulen an denen sich mehrere antisemitische Professoren aktiv für derartige Forderungen einsetzen, wie an der Universität Jena für ein generelles „Judenverbot“, auch mit der Unterstützung der 1925 dort bereits bestehenden NS- Hochschulgruppe, gelang es nicht, diese gegen die demokratisch-parlamentarischen Grundfesten des Staates durchzusetzen.17 In der Tat war aber zu beobachten, dass nur noch schleppend jüdische Akademiker berufen wurden.18

[...]


1 Schweizer Lexikon. Band 1. Luzern 1998, S. 198.

2 So sind u.a. Walther Rathenau und Hugo Preuss (DDP), die maßgeblich an der Gestaltung der Weimarer Verfassung beteiligt waren, zu nennen. Die Allgemeine Zeitung des Judentums ermahnt sogar 1918, die „ prozentual starke Teilnahme von Juden an der neuen Regierung [m ü sse] bei den politisch Zur ü ckgebliebenen einen schlimmen Eindruck machen. Diese aller freien Entwicklung feindlichen und daher auch der Gleichberechtigung der Juden missg ü nstigen Elemente, diese Leute, die eine Vorherrschaft der Juden schon zu einer Zeit redeten, da eine solche nur in der Einbildung der Antisemiten vorhanden war, werden nun [...] ihre Abneigung gegen die vollzogene Umw ä lzung auf die Juden ü bertragen, sie werden sich in der falschen Meinung st ä rken, da ß die ganze Revolution von den Juden gemacht sei. “ Hecht, Cornelia: Deutsche Juden und Antisemitismus in der Weimarer Republik. Bonn 2003, S.78.

3 Barkai, Avraham: „Wehr Dich!“. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV) 1893-1938. München 2002, S.15.

4 Hecht, Cornelia: Deutsche Juden (wie Anm. 2), S.98.

5 Klemperer, Victor: Leben sammeln nicht fragen wozu und warum. Tagebücher 1918-1924 u. 1925-1932, Berlin 2000.

6 Das „Unpolitischsein“ der Bildungsbürger, sowie der mit der universitären Ausbildung verbundene Wohlstand wurden von der adligen Führungsschicht unterstützt, um Machtkonflikten vorzubeugen. Vgl. Abendroth, Wolfgang: Die deutschen Professoren und die Weimarer Republik. In: Tröger, Jörg (Hrsg.): Hochschule und Wissenschaft im Dritten Reich. Frankfurt/M., New York 1984, S. 11-25, hier S. 12.

7 Nach wie vor orientierte sich die Struktur in den Hochschulen an einem streng hierarchischen Aufbau, der stark an die Klassengesellschaft erinnerte und zwischen einzelnen wissenschaftlichen Mitarbeitern und Professoren ein fast absolutistisches Verhältnis erhielt. Vgl. Adam, Uwe Dietrich: Hochschule und Nationalsozialismus. Die Universität Tübingen im Dritten Reich. Tübingen 1977, S.6.

8 Vgl. Kampe, Norbert: Studenten und ”Judenfrage” im Deutschen Kaiserreich. Die Entstehung einer akademischen Trägerschicht des Antisemitismus. Göttingen 1988, S.71.

9 Vgl. Abendroth, Wolfgang: Die deutschen Professoren und die Weimarer Republik. In: Tröger, Jörg (Hrsg.): Hochschule und Wissenschaft im Dritten Reich. Frankfurt/M., New York 1984, S. 11-25, hier S. 21.

10 1921 bezog sich der erste Beschluss auf der Tagung des „Deutschen Hochschulverbandes“ darauf, den 18. Januar, das Gründungsdatum des Reiches 1871, als „dies academicus“ zu begehen, was bereits nach wenigen Jahren der Republik Ausdruck einer absoluten Ablehnung dieser darstellt. Vgl. Adam, Uwe Dietrich: (wie Anm. 7), S.8.

11 Tröger, Jörg (Hrsg.): Hochschule (wie Anm. 6), S. 11-25, hier S.45.

12 Hermann Schwarz, Dekan der Universität Greifswald, forderte beispielsweise: „ So verstanden geh ö rt der Anti-Semitismus ins deutsche Gewissen hinein “ In: Hammerstein, Notker: Antisemitismus und deutsche Universitäten 1871-1933. Frankfurt a. M./ New York 1995, S. 88.

13 Ebd., S.98.

14 Ebd., S.88.

15 Kampe, Norbert: Studenten und ”Judenfrage” (wie Anm. 8), S.79.

16 Hammerstein, Notker: Antisemitismus (wie Anm. 12), S. 88.

17 Ebd., S.92.

18 So gelingt es auch Victor Klemperer trotz eifriger Bemühungen und vielseitiger Führsprache nicht, die Universität zu wechseln.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Antisemitismus an deutschen Hochschulen in der Weimarer Republik
Untertitel
Gespiegelt im Tagebuch eines jüdischen Professors
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V141501
ISBN (eBook)
9783640509829
ISBN (Buch)
9783640509775
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antisemitismus, Weimarer Republik, Victor Klemperer, Judentum, Deutsche Studentenschaft, Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Kati Neubauer (Autor), 2008, Antisemitismus an deutschen Hochschulen in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141501

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