Forschungsdefizit im Gesundheitssystem für die Optimierung der Schnittstelle Bürger - Gesundheitsversorgung (Bü-GV)


Forschungsarbeit, 2009

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Problemstellung

3 Theoriedefizit

4 Praxisdefizit

5 Zielstellung und Forschungsfrage

6 Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abstract

Die Bürgerorientierung gilt als strategisches Ziel der EU zur Stabilisierung des Gesundheitssystems in Europa. Dabei zielen die aktuellen Bemühungen auf E-Health ab. Bezüglich der Bürgerorientierung kann das deutsche Gesundheits-system vermutlich die Organisations- und Steuerungsprobleme nicht selbst bewältigen. Der Hintergrund ist ein systemabhängiges Steuerungsproblem, das durch die Verknüpfung eines wachsenden Versorgungsbedarfs mit steigenden Finanzierungsproblemen verursacht wird.

Die Organisations- und Steuerungsprobleme zeigen, dass das Gesundheits-system sich nicht nur auf sein Kerngeschäft, nämlich auf die Gesundheits-dienstleistungen, sondern auch auf Gebiete ohne vorhandene Expertisen fokussiert. Wobei Kostenvorteile im Gesundheitssystem sowohl durch verbesserte Leistungs- als auch durch Organisationsprozesse realisierbar sind.

In Gebieten, in denen keine Expertise vorhanden ist, kann externe Hilfe wie z.B. Beratung herangezogen werden. Diese Herangehensweise ist notwendig, damit das Gesundheitssystem sich wesentlich auf sein Kerngeschäft fokussiert. Der folgende wissenschaftliche Beitrag zeigt ein Forschungsdefizit für die Optimierung der Schnittstelle zwischen Bürger und Gesundheitsversorgung (Bü-GV) zur Stabilisierung des Gesundheitssystems auf.

1 Einleitung

Der von der Marktwirtschaft durchgehende Prozess ist sehr vielfältig und facettenreich. Charakteristisch dabei sind die wiederkehrenden Abwechslungen von Auf- zu Abschwung sowie von Konjunktur zu Rezession. In der Wirtschaft werden bei kurzen und mittleren Schwankungen mit einer Zeitspanne zwischen 3-11 Jahren überwiegend mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnissen gewirtschaftet. Die Wirtschaft erlebt allerdings auch lange Schwankungen, die einen Zeitraum von 40-60 Jahren andauern. Diese werden als Kondratieff-zyklen bezeichnet (Abbildung 1). Die Ursachen dieser langen Schwankungen sind bahnbrechende Entdeckungen, die auch als Basisinnovationen genannt werden.[1] Wie in der Abbildung 1 ersichtlich ist, stellt die Gesundheitswirtschaft den Megatrend auf der aktuellen Zeitachse der Kondratieffzyklen dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Megatrend Health - Kondratieff Cycles[2]

In der Umgestaltung des Gesundheitssystems von Krankheits- auf Gesund-heitsausrichtung bleiben die größten Produktivitätsreserven unerschlossen. Um die Erschließung dieser Ressourcen zu ermöglichen, sind neue Konzepte und Strategien sowie Angebote unerlässlich, die vor allem nicht auf die Behandlung von Krankheiten, sondern auf die Schaffung und Bewahrung von Gesundheit sowie Wohlbefinden fokussiert sind und den Bürgern allumfassend betrachten.[3]

Das Gesundheitssystem muss nach Sponsel zwangsläufig aus rein mathematisch-ökonomischen Gründen kollabieren, wenn der Wachstumsfaktor der Gesundheitskosten den Wachstumsfaktor der Finanzressourcen, die durch das Bruttosozialprodukt geschätzt ist, übersteigt.[4] Genau in dieser Situation befindet sich zurzeit das Gesundheitssystem, da die Ausgaben für die Gesundheitssysteme in Europa schneller als das Bruttosozialprodukt (BIP) wachsen. Die Gesundheitssysteme müssen nach Sponsel nachhaltig ihre Kosten senken, um jene mit Finanzressourcen auszustatten und fehlallokierte Finanzressourcen für Zukunftsinvestitionen freizusetzen. In Bezug auf Kostensenkung findet ein arbeitssparender technischer Fortschritt im Gesundheitswesen nur in sehr geringem Maß statt.[5]

Gegen die Kostenproblematik soll der Paradigmenwechsel im Gesundheits-system mit einer neuen strategischen Ausrichtung, die von der Patienten-orientierung zur Bürgerorientierung hingeht, eine entscheidende Rolle spielen. Diesbezüglich wurden für die strategische Steuerung und Umsetzung eines modernen Gesundheitssystems zahlreiche Thesen zur Bürgerorientierung[6] bereits aufgestellt. Im Kontext der Bürgerorientierung führte Badura schon vor acht Jahren hinzu, dass Europa die Organisations- und Steuerungsprobleme seines Gesundheitssystems nicht überzeugend gelöst habe, wobei im Zentrum das Ziel der Kostendämpfung[7] immer noch besteht.

Aktuelle Bemühungen zur Bürgerorientierung zielen nach u.a. Nagel et al.[8] auf eine Integration der Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitssystem bzw. E-Health in unterschiedlichen Dimensionen ab (Abbildung 2). „Zielvorstellungen sind dabei die Unterstützung von Informationsfluss und Prozessabläufen in der angewandten Medizin, in Geschäftsprozessen der Life-Science-Industrie und von Belangen der Gesundheitskommunikation, um Informationsverluste, Transaktions- und Produktionskosten zu senken und die Qualität der Gesundheits- oder Kommunikationsdienstleistungen anzuheben.“[9]

[...]


[1] Vgl. Nefiodow, Leo A. (2001): Der sechste Kondratieff. Wege zur Produktivität und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information, Sankt Augustin: Rhein-Sieg Verlag, S. 3-16

[2] Nefiodow 2001, S. 3

[3] Vgl. Nefiodow 2001, S. 2ff

[4] Vgl. Sponsel, R. (1996, 1997): Mathematisch-ökonomische Analyse der Kostenexplosion im Gesundheitswesen in Beziehung zum Wachstum des Bruttosozialprodukts. Analyse und Lösungsvorschläge der Allgemeinen und Integrativen Psychologischen PsychotherapeutInnen, Erlangen: http://www.sgipt.org/gesko/finanal.htm (Stand: 13.02.2008)

[5] Vgl. Oberender, Peter / Zerth, Jürgen (2008): Der Gesundheitsmarkt als Wachstumsfaktor, in: Wachstumsmotor Gesundheit. Die Zukunft unseres Gesundheitswesens, Merz, Friedrich(Hrsg.): Hanser Verlag, S. 17

[6] Vgl. Badura, Bernhard / Hart, Dieter / Schellschmidt, Henner (1999): Bürgerorientierung des Gesundheitswesens - Selbstbestimmung, Schutz, Beteiligung, Baden-Baden: Nomos Verlag, S. 349-356

[7] Vgl. Badura, Bernhard (2001): Thesen zur Bürgerorientierung im Gesundheitswesen, in: von Reibnitz, Christine / Peter-Ernst, Schnabel / Hurrelmann, Klaus (Hrsg.): Der mündige Patient. Gesundheitsforschung: Juventa Verlag, S. 61

[8] Vgl. Nagel E. / Jähn K. / Reiher M. / Braasch P. / Ebert M. (2007): E-Health, in Nagel, E. (Hrsg.): Das Gesundheitswesen in Deutschland. Struktur - Leistungen - Weiterentwicklung: Deutscher Ärzte-Verlag, S. 259-265.

[9] Nagel et al. 2007, S. 259.

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Details

Titel
Forschungsdefizit im Gesundheitssystem für die Optimierung der Schnittstelle Bürger - Gesundheitsversorgung (Bü-GV)
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V141514
ISBN (eBook)
9783640489169
ISBN (Buch)
9783640488957
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitswesen, Public Health, E-Health, Forschungsdefizit, Change4S, Schnittstelle Bürger - Gesundheitsversorgung (Bü-GV), Forschungslücke
Arbeit zitieren
M.Sc. Cyrille Herve Timwo Monthe (Autor), 2009, Forschungsdefizit im Gesundheitssystem für die Optimierung der Schnittstelle Bürger - Gesundheitsversorgung (Bü-GV), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141514

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