Entstanden aus den in den 1980er Jahren populären und oft für Kursmanipulationen missbrauchten
"Blank Check Companies", stand die Finanzwelt Special Purpose Acquisition
Companies (SPACs) lange Zeit skeptisch gegenüber. Das Finanzinstrument, das in die vom SEC geschaffenen Regelungen zum Anlegerschutz eingebettet wurde, stellt durch seine charakteristischen Merkmale eine interessante Anlagealternative dar, nicht nur für private Investoren. Die rasante Entwicklung auf dem U.S.-Markt seit der Wiederauferstehung des Konzepts im Jahre 2003 zeigt deutlich, dass der Markt nach solchen Alternativen verlangt. Mit der "Germany1 Acquisition Limited" wurde im Juli 2008 die erste SPAC, unter prominenter deutscher Führung und mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum, an der Amsterdamer Börse gelistet. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die
Notierung erster SPAC an der Deutschen Börse folgt, wenn auch nicht unter hiesiger Rechtsform. Welche Perspektiven die europäischen Finanzmärkte dem noch relativ jungen Konstrukt einräumen und welche Hindernisse sich ihm bei seiner Etablierung in den Weg stellen können, soll nachfolgend untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 SPACs als Finanzinstrument
2.1 Allgemeine Struktur
2.2 Ausgestaltung und Bilanzierung der Transaktion
2.3 Kritische Betrachtung charakteristischer Merkmale
2.4 Rechtliche Aspekte
3 Empirische Untersuchung zur Renditeentwicklung
4 Kritische Würdigung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Finanzinstrument der Special Purpose Acquisition Companies (SPACs), beleuchtet deren Struktur, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Renditeentwicklung und würdigt kritisch, ob und unter welchen Voraussetzungen diese als alternative Anlageform oder Finanzierungsinstrument am deutschen Kapitalmarkt sinnvoll etabliert werden können.
- Struktur und Funktionsweise von SPACs
- Risiken und Anlegerschutzmechanismen
- Empirische Analyse der Renditeentwicklung
- Rechtliche Anforderungen an eine Notierung
- Kritische Würdigung der Etablierung im deutschsprachigen Raum
Auszug aus dem Buch
2.1 Allgemeine Struktur
Mit der Gründung einer SPAC wird das Ziel einer Akquisition von einem oder mehreren (privaten) operativen Unternehmen, sowie anschließender Steigerung deren Performance, verfolgt. Bei der SPAC selbst handelt es sich um eine börsennotierte Unternehmenshülle, ohne operative Tätigkeit. Eine Einschränkung der Auswahl erfolgt i.d.R. hinsichtlich der Branche, nach geografischen Gesichtspunkten oder bleibt in einigen Fällen gänzlich aus. Für die angestrebte Übernahme wird üblicherweise ein Zeitraum von 24 Monaten anberaumt, wobei nach spätestens 18 Monaten eine Absichtserklärung seitens des Managements (Ankündigung einer Akquisition) erfolgt sein muss, da ansonsten die Liquidation droht. In seltenen Fällen, wird eine Verlängerung auf 36 Monate gewährt.
Während dieser Zeit können Anleger ausschließlich auf die vom Management in der Vergangenheit erzielten Erfolge vertrauen, da eine Unternehmenshistorie nicht vorhanden ist. Dieser Umstand wird häufig auch mit einer „Wette auf das Management“ umschrieben. Daher fällt die Wahl zumeist auf äußerst erfahrene und angesehene Leitfiguren, die i.d.R. auch über entsprechend gute Beziehungen zur fokussierten Branche verfügen. Vergütet wird ihnen dies nicht durch gehaltsgleiche Zahlungen, sondern durch die Möglichkeit, eine Privatplatzierung in Höhe eines Nominalbetrages von ca. $20.000-$25.000 zu tätigen. Dafür erhalten sie 20% der ursprünglich bei Emission ausgegebenen Aktien, welche allerdings erst nach Abschluss einer Akquisition über die entsprechenden Stimmrechte verfügen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Erläutert die Entstehung und Entwicklung von SPACs aus Blank Check Companies und stellt die Forschungsfrage zur Etablierung in europäischen Finanzmärkten.
2 SPACs als Finanzinstrument: Detaillierte Darstellung der Struktur, Transaktionsformen, Bilanzierung sowie eine kritische Betrachtung der Merkmale und rechtlichen Rahmenbedingungen.
3 Empirische Untersuchung zur Renditeentwicklung: Analyse der typischen Kursverläufe und Renditeentwicklung von SPACs in verschiedenen Phasen des Lebenszyklus.
4 Kritische Würdigung: Kritische Reflexion der Vor- und Nachteile sowie der Eignung als Anlageinstrument für verschiedene Investorengruppen.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale für den europäischen Markt und notwendige Anpassungen der Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Special Purpose Acquisition Company, SPAC, Börsengang, IPO, Finanzinstrument, Anlegerschutz, Akquisition, Rendite, Treuhandkonto, Blank Check Company, Börsennotierung, Kapitalmarkt, Private Equity, Finanzkrise, Unternehmenshülle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Finanzinstrument der Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) hinsichtlich ihres Zwecks, ihrer Bedeutung am Kapitalmarkt und führt eine kritische Würdigung ihres Potenzials durch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Struktur von SPACs, die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Börsennotierung, die empirische Analyse der Renditeentwicklung sowie die kritische Reflexion der Eignung für Investoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Risiken von SPACs als Anlagealternative zu beleuchten und zu bewerten, inwieweit sie als alternatives Finanzierungsinstrument in europäischen Märkten etabliert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Daten zur Renditeentwicklung und Marktperformance von SPACs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Struktur, die Ausgestaltung und Bilanzierung von Transaktionen, eine kritische Betrachtung der Merkmale sowie die Analyse der rechtlichen und renditebezogenen Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Special Purpose Acquisition Company (SPAC), IPO, Anlegerschutz, Rendite, Treuhandvermögen und Börsennotierung.
Warum ist das Treuhandkonto bei einer SPAC von zentraler Bedeutung?
Das Treuhandkonto dient dem Schutz der Anlegergelder, da es sicherstellt, dass das Kapital bis zur erfolgreichen Akquisition in Staatsanleihen verzinst angelegt wird und im Falle einer Nichtzustimmung zur Akquisition als Mindestsumme für die Rückzahlung zur Verfügung steht.
Welche Herausforderungen bestehen für eine Notierung an der Deutschen Börse?
Die Herausforderungen liegen in der Notwendigkeit einer Anpassung des deutschen Aktienrechts, da charakteristische SPAC-Merkmale wie die Managementbeteiligung oder das Rückübertragungsrecht der Anleger im Konflikt mit geltenden Normen zur Kapitalaufbringung und zum Gläubigerschutz stehen könnten.
Welche Rolle spielen Hedge-Fonds bei SPAC-Abstimmungen?
Hedge-Fonds nutzen ihre Position, um durch die Drohung, eine Akquisition zu blockieren und die Liquidation zu erzwingen, Druck auf das Management auszuüben oder Arbitrage-Strategien zu verfolgen.
- Quote paper
- Sebastian Krug (Author), 2009, Zweck, Bedeutung und Würdigung von Special Purpose Acquisition Companies (SPAC), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141526