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Arbeit und Entfremdung. Eine marxistische Analyse der Romane "Die Schwaigerin" und "lllusionen" von Ruth Rehmann

Titel: Arbeit und Entfremdung. Eine marxistische Analyse der Romane "Die Schwaigerin" und "lllusionen" von Ruth Rehmann

Bachelorarbeit , 2023 , 53 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Zamim Naim (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der Arbeit ist es , die vorliegenden Arbeitsformen in den Romanen marxistisch zu definieren und daraus zu schließen, welche Prozesse der Entfremdung die Figuren durch ihre Arbeit durchleben.

Beide Romane reflektieren die gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen im Deutschland der Nachkriegszeit, welche von tiefgreifenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen geprägt war. Die Arbeit nimmt im Nachkriegskontext eine besondere Bedeutung ein, da der wirtschaftliche Aufschwung auch mit einer steigenden Erwerbsquote einherging. In Rehmanns Romanen werden verschiedene Formen der Erwerbstätigkeit beleuchtet: Während Die Schwaigerin Landwirtschaft, Gastwirtschaft und Fabrikarbeit thematisiert, konzentriert sich Illusionen auf administrative Tätigkeiten in einem großen, städtischen Konzern.

Arbeitsbedingungen in kapitalistischen Gesellschaften bilden auch den Kern marxistischer Theorien. In seinem Gesamtwerk problematisiert Marx den Umstand, dass es einer kleinen Gruppe reicher Menschen durch Privatisierungsprozesse ermöglicht wird, die Produktionsmittel einer Gesellschaft zu erwerben und die weniger wohlhabenden Menschen für sich arbeiten zu lassen. Diese Form der Arbeit sei, Marx zufolge, für die Arbeiter:innen notwendigerweise an unterschiedliche Prozesse der Entfremdung gekoppelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Literatur im Gesellschaftskontext

3 Marxismus

3.1 Arbeit im Kapitalismus

3.2 Entfremdungstheorie

3.2.1 Entfremdung von der Arbeit

3.2.2 Entfremdung vom Produkt der Arbeit

3.2.3 Entfremdung von der Natur des Menschen

3.2.4 Entfremdung von anderen Menschen

4 Analyse der Arbeit

4.1 Arbeit in Illusionen

4.2 Arbeit in Die Schwaigerin

5 Analyse der Entfremdung

5.1 Entfremdung in Illusionen

5.1.1 Entfremdung von der Arbeit

5.1.2 Entfremdung vom Produkt der Arbeit

5.1.3 Entfremdung von der Natur des Menschen

5.1.4 Entfremdung von anderen Menschen

5.2 Entfremdung in Die Schwaigerin

5.2.1 Entfremdung von der Arbeit

5.2.2 Entfremdung vom Produkt der Arbeit

5.2.3 Entfremdung von der Natur des Menschen

5.2.4 Entfremdung von anderen Menschen

6 Zusammenführung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Arbeitssituation und die damit verbundenen Entfremdungsprozesse der Protagonist:innen in den Romanen Illusionen und Die Schwaigerin von Ruth Rehmann unter Anwendung marxistischer Theorien. Ziel ist es aufzuzeigen, wie die dargestellte Arbeit marxistisch definiert werden kann und wie sich die Figuren in ihrem jeweiligen sozialen Kontext von ihrer Arbeit, dem Arbeitsprodukt, ihrer Natur und anderen Menschen entfremden.

  • Marxistische Definitionsansätze von Arbeit und Entfremdung.
  • Analyse der Arbeitsbedingungen und Rollenbilder in der deutschen Nachkriegszeit.
  • Untersuchung der Entfremdung in administrativen Büroberufen vs. landwirtschaftlich-gastronomische Betriebe.
  • Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Zwängen und psychischer Belastung der Figuren.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Entfremdung von der Arbeit

Die Entfremdung beginnt damit, dass die Arbeit im Kapitalismus keine Tätigkeit darstellt, zu der die Arbeitenden einen direkten Bezug haben. Bezeichnend für den Kapitalismus ist, „daß die Arbeitskraft für den Arbeiter selbst die Form einer ihm gehörigen Ware […] erhält“ und diese an den/die Kapitalist:in verkauft. Marx führt an, dass es nicht das Bedürfnis des Menschen sei, seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten an jede zu verkaufen, die von seiner Arbeit weitaus mehr profitieren als die arbeitende Person selbst. Der von Marx erläuterte Sinn der Arbeit, dass dadurch der Mensch seine Bedürfnisse befriedigen und seine Lebenssituation verbessern könne, kann sich im Kapitalismus demnach nicht entfalten.

Sind sich die Arbeitenden ihrer gesellschaftlichen Rolle bewusst, verlieren sie die Motivation an ihrer Tätigkeit, weil die Arbeit als sinnlos wahrgenommen und oftmals nur durchgehalten wird, um nicht auf den existenzsichernden Lohn verzichten zu müssen. Folglich sind die Menschen abhängig von ihrer Arbeit, da das kapitalistische System so konstruiert ist, dass der Massenkonsum nur durch eine Massenproduktion befriedigt werden kann, wofür einerseits Arbeiter:innen benötigt werden, andererseits können sich die Menschen ohne Einkommen auch keinen Konsum leisten. Demnach erscheint die „Verwirklichung der Arbeit […] als Entwirklichung des Arbeiters.“ Die Arbeit wird also bloß Mittel zum Zweck, um Geld zu verdienen, wodurch sie ihre ursprüngliche Gestalt als zentrale menschliche Aktivität verliert und „ein vom Menschen, seinem Wollen und seinem Planen getrenntes Sein an[nimmt].“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Einleitung in das Œuvre von Ruth Rehmann sowie Vorstellung der Romane Illusionen und Die Schwaigerin vor dem historischen Hintergrund der deutschen Nachkriegszeit.

2 Literatur im Gesellschaftskontext: Theoretische Herleitung der marxsistischen Vorstellung von Basis und Überbau und deren Anwendung auf die Literatur als gesellschaftliches Phänomen.

3 Marxismus: Grundlagen des Marxismus, insbesondere die Definition von Arbeit im Kapitalismus und die vier Ebenen der Entfremdungstheorie.

4 Analyse der Arbeit: Betrachtung der spezifischen Arbeitskontexte der Figuren in Illusionen und Die Schwaigerin unter Einbeziehung ökonomischer Strukturmerkmale.

5 Analyse der Entfremdung: Anwendung der marxistischen Theorie auf die konkreten Lebens- und Arbeitssituationen der Romanfiguren in beiden Werken.

6 Zusammenführung der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse hinsichtlich der marxistischen Klassifizierung der behandelten Arbeitsformen und Reflexion über die Relevanz der Entfremdungsprozesse.

Schlüsselwörter

Marxismus, Entfremdung, Arbeit, Kapitalismus, Ruth Rehmann, Illusionen, Die Schwaigerin, Nachkriegsgesellschaft, Bourgeoisie, Proletariat, unproduktive Arbeit, Gattungsleben, ökonomische Mystifikation, Arbeitswelt, Sozialkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Romane Illusionen und Die Schwaigerin von Ruth Rehmann mittels marxistischer Gesellschaftskritik, um die Arbeitsbedingungen und Entfremdungsprozesse der Figuren zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die marxistische Entfremdungstheorie, die Bedeutung der Arbeit im Nachkriegsdeutschland sowie der ökonomische Wandel im 20. Jahrhundert.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Arbeit marxistisch definiert werden kann und inwieweit sich die Romanfiguren aufgrund ihrer spezifischen Arbeitsverhältnisse entfremden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der marxistischen Philosophie und Ökonomiekritik (insbesondere Schriften von Marx und Engels sowie Lukács) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Arbeit im Kapitalismus, die Analyse der Arbeitswelten in Rehmanns Romanen sowie die detaillierte Untersuchung der vier Entfremdungsebenen bei den Romanfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hauptbegriffe sind Marxismus, Entfremdung, Kapitalismus, Arbeit, gesellschaftlicher Wandel, Geschlechterrollen und soziale Identität.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeitssituation von Anni in Die Schwaigerin von der der Büroangestellten in Illusionen?

Während die Büroangestellten klassische Lohnarbeiter:innen sind, fungiert Anni zunächst als Selbstversorgerin mit eigenen Produktionsmitteln und wandelt sich später zur Gastwirtin, wobei sie komplexe Doppelrollen aus Kapitalistin und eigener Lohnarbeiterin einnimmt.

Welche Rolle spielt die "ökonomische Mystifikation" für Gertrud Schramm?

Dieses Konzept erklärt, warum Schramm trotz Ausbeutung die Schuld an ihrem Scheitern nicht im kapitalistischen System sucht, sondern ihr Schicksal verkennt und die wahren Machtverhältnisse hinter ihrer Rolle als vertrauenswürdige Chefsekretärin verschleiert sieht.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arbeit und Entfremdung. Eine marxistische Analyse der Romane "Die Schwaigerin" und "lllusionen" von Ruth Rehmann
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Neuere Deutsche Literatur
Note
1,3
Autor
Zamim Naim (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
53
Katalognummer
V1415288
ISBN (PDF)
9783346963116
ISBN (Buch)
9783346963123
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marxismus Marx Arbeit Entfremung Entfremdungstheorie Kapitalismus Natur Proletariat Bourgeoisie Ausbeutung Klassengesellschaft Engels Karl Marx Friedrich Engels Ruth Rehmann Roman Illusionen Die Schwaigerin Nachkriegszeit Deutschland Literatur Nachkriegsliteratur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Zamim Naim (Autor:in), 2023, Arbeit und Entfremdung. Eine marxistische Analyse der Romane "Die Schwaigerin" und "lllusionen" von Ruth Rehmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1415288
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