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Die erzieherische Wirkung aufklärerischer Gespräche. Toleranz in Lessings "Nathan der Weise" am Beispiel von Recha, dem Tempelherren und Saladin

Título: Die erzieherische Wirkung aufklärerischer Gespräche. Toleranz in Lessings "Nathan der Weise" am Beispiel von Recha, dem Tempelherren und Saladin

Trabajo de Investigación (Colegio) , 2011 , 16 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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In dieser Facharbeit werde ich nach einer kurzen Einleitung am Beispiel der Gespräche Nathans mit seiner Tochter Recha, mit dem Tempelherrn und mit Sultan Saladin überprüfen, inwieweit die Gesprächspartner durch das aufklärende Gespräch zu einem toleranten Miteinander erzogen worden sind beziehungsweise inwieweit sich ihr Verhalten verändert hat. Es soll deutlich werden, dass die Erziehung "ein aufklärerischer Weg im besten Sinne" ist und dass die "Erkenntnis nicht aufgepfropft, nicht als Denksystem präsentiert" wird, "sondern [sich] in Dialogen entfaltet, in denen die Partner, als Menschen ernst genommen, ohne Zwang aus ihrer Position heraus provozierende Denkanstöße bekommen, die sie selbst zu vernünftiger Einsicht weiterführen."

Grundlage für die erzieherische Wirkung der aufklärenden Gespräche bilden drei gute Taten, die vor Beginn der eigentlichen Handlung liegen. Auf diese guten Taten, die dem Leser (Zuschauer) nicht in epischer Form, sondern durch die Personen in unterschiedlicher Betrachtungsweise mitgeteilt werden, gehe ich zunächst ein. Mithilfe dieser guten Taten kommen der Christ, der Jude und der Moslem ins Gespräch, weil die Differenzen, die zwischen der guten Tat und dem Denken der handelnden Personen bestehen, im Gespräch aufgedeckt und aufgehoben werden. Die guten Taten machen ebenfalls den aufklärerischen beziehungsweise erziehenden Charakter des Dramas deutlich, weil "für den Großteil der Aufklärer [feststeht], dass der Mensch von Natur gut ist. Daher kommt es nur darauf an, das Gute in ihm durch Belehrung und Erziehung zu entwickeln, um ihn zu einem glücklichen, mündigen und freien Bürger zu machen. Die zukünftige Gemeinschaft derart aufgeklärter Weltbürger wird sich von selbst zu einer humanen und toleranten Gesellschaft – frei von Hass, Armut und Krieg – organisieren." Nathan, der sich selbst erzogen hat, erzieht auf der Grundlage der guten Taten und aufklärenden Gespräche Recha, Saladin und den Tempelherren. Die Erziehung des Tempelherrn bedarf großer Anstrengung, sodass Nathan bei dieser Person von Recha und Saladin unterstützt wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Nathan der Erzieher

3.1. Der Mensch ist von Natur auf gut – Die guten Taten

3.2. Nathan erzieht Recha

3.3. Nathan verändert den Tempelherren

3.4. Nathan klärt Saladin auf

4. Auswertung

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Facharbeit untersucht, inwieweit die aufklärerischen Dialoge der Hauptfigur Nathan dazu beitragen, bei seinen Mitmenschen Recha, dem Tempelherren und Sultan Saladin ein tolerantes Miteinander zu fördern und deren Verhalten zu verändern.

  • Die erzieherische Rolle Nathans als zentraler Aufklärer.
  • Die Bedeutung "guter Taten" als Ausgangspunkt für den interreligiösen Dialog.
  • Der Überwindungsprozess von Vorurteilen und religiösem Dogmatismus.
  • Die Versöhnung von Vernunft und Herzensbildung im Kontext der Aufklärung.
  • Die gesellschaftspolitische Relevanz von Toleranz im Lessing'schen Drama.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Mensch ist von Natur auf gut - Die guten Taten

Der Jude Nathan, der seine Frau und seine sieben Söhne bei einem Pogrom durch Christen verliert, nimmt, als er „in Asch und Staub vor Gott gelegen und geweint“ und „mit Gott auch wohl gerechtet, gezürnt, getobt“ hat, ein christliches Waisenkind auf, ein Kind, das der Glaubensgemeinschaft angehört, der er den „unversöhnlichsten Hass zugeschworen“ hat. Nathan überwindet seine Rachegedanken, rettet dem hilflosen Geschöpf das Leben und erzieht es als seine Tochter. Jahre später wird diese Mädchen von einem Tempelherrn vor dem Feuertod bewahrt. Er, der seine Abneigung gegen Juden offen zeigt, dringt „kühn durch Flamm und Rauch“ und rettet einem angeblichen Judenmädchen das Leben. Dieser Tempelherr ist kurze Zeit vorher selbst vor dem Tod verschont worden. Gefangen von Sultan Saladin sollte er, den Bräuchen gemäß hingerichtet werden. Saladin hat ihn aber begnadigt, weil der Tempelherr einen besonderen Eindruck auf ihn gemacht hat.

Alle drei Akteure retten in Ausnahmesituationen spontan ihrem Nächsten das Leben und vergessen in dieser Ausnahmesituation ihren Hass bzw. Fanatismus. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass Nathans Verhalten mehr rational als spontan gewesen ist. Während er Gott anklagt, kommt allmählich die Vernunft zurück, die ihm hilft, sein Schicksal zu tragen. Er ist bereit zu leben und die Gesetze Gottes zu „beobachten, bloß weil es Gottes Gesetze sind, und nicht, weil er die Beobachter derselben hier und dort zu belohnen verheißen hat; sie beobachten, ob man schon an der künftigen Belohnung verzweifelt, und der zeitlichen auch nicht so ganz gewiss ist.“ Nicht Leidenschaft oder motorisches Handeln, sondern die Vernunft beherrscht Nathan, als er das Christenkind vom Reiterknecht entgegennimmt. Im Gegensatz dazu leiten Leidenschaft und motorisches Handeln die guten Taten Saladins und des Tempelherrn. Saladin begnadigt den Tempelherren auf einen flüchtigen Eindruck hin. Er glaubt Wesenszüge seines Bruders Assad, in der Miene des Tempelherrn zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Autorin begründet die Wahl des Themas durch ihre Faszination für Lessings Drama und dessen aktuelle Relevanz für eine tolerante Gesellschaft.

2. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Werk im historischen Kontext des Fragmentenstreits und beleuchtet Lessings dialektisches Verständnis von Religion und Aufklärung.

3. Nathan der Erzieher: Hier wird Nathan als pädagogische Instanz analysiert, die durch Vernunft und Dialog versucht, Mitmenschen zu einem humanen Verhalten zu führen.

3.1. Der Mensch ist von Natur auf gut – Die guten Taten: Das Kapitel analysiert, wie spontane Rettungstaten als moralische Ausgangsbasis dienen, um den Weg zu einem aufgeklärten Miteinander zu ebnen.

3.2. Nathan erzieht Recha: Der Fokus liegt auf Nathans Umgang mit Rechas religiöser Schwärmerei und seiner Arbeit, sie zur Nutzung ihres eigenen Verstandes zu führen.

3.3. Nathan verändert den Tempelherren: Es wird erörtert, wie Nathan durch Demut und rationale Argumente die Vorurteile des Tempelherrn gegenüber dem Judentum abbaut.

3.4. Nathan klärt Saladin auf: Durch die berühmte Ringparabel wird gezeigt, wie Nathan den Sultan dazu bewegt, den Absolutheitsanspruch seiner Religion zu hinterfragen.

4. Auswertung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass Nathan den Dogmatismus beseitigen will, ohne die Eigenständigkeit der Religionen aufzuheben.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit der Reflexion darüber ab, dass die Erziehung zur Toleranz dauerhaft bleibt und die heutige Gesellschaft von Nathans Ideal noch weit entfernt ist.

Schlüsselwörter

Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing, Aufklärung, Toleranz, Religion, Ringparabel, Humanität, Erziehung, Vorurteile, Dialog, Vernunft, Miteinander, Christentum, Judentum, Islam.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptanliegen der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie die Titelfigur Nathan in Lessings Drama durch gezielte, vernunftbasierte Gespräche seine Mitmenschen zur Toleranz erzieht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die interreligiöse Toleranz, die Überwindung von Vorurteilen und die pädagogische Funktion des Dialogs innerhalb der Aufklärung.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, ob und durch welche spezifischen Strategien Nathan sein Umfeld zu einem toleranten Miteinander bewegen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text des Dramas mit Hilfe von Sekundärliteratur auf erzieherische und aufklärerische Aspekte hin untersucht.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Begegnungen Nathans mit Recha, dem Tempelherren und Saladin sowie die Bedeutung der den Gesprächen zugrunde liegenden guten Taten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten beschreiben?

Wesentliche Begriffe sind Aufklärung, Nathan der Weise, Toleranz, Vernunftbildung und interreligiöser Dialog.

Warum spielt die Ringparabel in dieser Analyse eine so wichtige Rolle?

Sie dient Nathan als Mittel, um Saladin zu zeigen, dass keine Religion einen exklusiven Anspruch auf die Wahrheit für sich beanspruchen kann.

Warum gelingt Nathan die Erziehung bei manchen Charakteren besser als bei anderen?

Bei Charakteren wie Daja stößt Nathan an seine Grenzen, da ihre religiöse Haltung auf einem festen, unreflektierten Wunsch nach Belohnung basiert, der sich dem vernünftigen Dialog entzieht.

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Detalles

Título
Die erzieherische Wirkung aufklärerischer Gespräche. Toleranz in Lessings "Nathan der Weise" am Beispiel von Recha, dem Tempelherren und Saladin
Calificación
1
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
16
No. de catálogo
V1416331
ISBN (PDF)
9783346966070
Idioma
Alemán
Etiqueta
Facharbeit Deutsch Nathan der Weise Literatur Gute Note
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2011, Die erzieherische Wirkung aufklärerischer Gespräche. Toleranz in Lessings "Nathan der Weise" am Beispiel von Recha, dem Tempelherren und Saladin, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1416331
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