Manche Wissenschaftler beantworten die Frage, warum Kinder bei dem Zweitspracherwerb viel erfolgreicher als Erwachsene sind, damit, dass sich jüngere Kinder in einer zeitlich begrenzten Entwicklungsphase befinden, in der das Gehirn für den natürlichen Spracherwerb noch besonders rezeptiv ist. Nur in dieser Phase, einer sogenannten Kritischen Periode, kann ein bestimmter Reiz aus der Umgebung optimal verarbeitet werden. Wenn dieser Reiz aber zu spät kommt, ruft er nicht mehr dieselbe Reaktion hervor. Gegen diese biologische Erklärung gibt es aber in der heutigen Forschung eine Reihe gewichtiger Einwände.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Verschiedene Erwerbstypen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Monolingualer Erstspracherwerb
- Bilingualer Zweitspracherwerb
- Zweitspracherwerb
- Früher und später Zweitspracherwerb
- Kritische Periode oder Reifungshypothese: Auffassungen und Erklärungsansätze
- Grundlagen und Entstehung der Hypothesen
- Myelinationsprozess und seine Auswirkung auf den Spracherwerb
- Ergebnisse der Untersuchungen
- Argumente gegen die Annahme der Kritischen Periode
- Schlussbetrachtungen
- Bibliografie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Hypothese der Kritischen Periode im Zweitspracherwerb. Ziel ist es, den Einfluss des Alters auf die Fähigkeit, eine Zweitsprache zu erlernen, zu untersuchen. Dabei werden verschiedene Erwerbstypen im Vergleich zum Zweitspracherwerb betrachtet, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen. Die Arbeit analysiert die Hypothese der Kritischen Periode und ihre Erklärungsansätze, beleuchtet die Argumente, die gegen diese Hypothese sprechen, und zieht abschließende Schlussfolgerungen.
- Vergleich verschiedener Erwerbstypen (Erstspracherwerb, Bilingualer Zweitspracherwerb, Zweitspracherwerb)
- Die Hypothese der Kritischen Periode und ihre Erklärungsansätze
- Argumente gegen die Annahme der Kritischen Periode
- Der Einfluss des Alters auf den Zweitspracherwerb
- Die Rolle des Gehirns und der kognitiven Prozesse im Spracherwerb
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema des Einflusses des Alters auf den Zweitspracherwerb ein und stellt die Forschungsfrage nach der Gültigkeit der Hypothese der Kritischen Periode. Sie beleuchtet die Unterschiede im Spracherwerb zwischen Kindern und Erwachsenen und die Bedeutung des ungesteuerten Zweitspracherwerbs in Immersionssituationen.
Das zweite Kapitel vergleicht verschiedene Erwerbstypen, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Sprachgebrauch der Lerner zu erfassen. Es werden der monolinguale Erstspracherwerb, der bilinguale Zweitspracherwerb und der sukzessive Zweitspracherwerb betrachtet. Der monolinguale Erstspracherwerb wird als Referenzpunkt genutzt, um die Besonderheiten der anderen Erwerbstypen zu beleuchten. Es wird festgestellt, dass der bilinguale Zweitspracherwerb viele Gemeinsamkeiten mit dem Erstspracherwerb aufweist, während der sukzessive Zweitspracherwerb sich in wichtigen Aspekten unterscheidet.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der Hypothese der Kritischen Periode und ihren Erklärungsansätzen. Es werden die Grundlagen und die Entstehung der Hypothese sowie der Myelinationsprozess und seine Auswirkungen auf den Spracherwerb erläutert. Die Ergebnisse von Untersuchungen, die die Hypothese der Kritischen Periode unterstützen, werden vorgestellt.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Zweitspracherwerb, die Hypothese der Kritischen Periode, den Einfluss des Alters, den monolingualen und bilingualen Erstspracherwerb, den Myelinationsprozess, die Reifung des Gehirns, die kognitiven Prozesse im Spracherwerb und die Argumente gegen die Annahme der Kritischen Periode.
Häufig gestellte Fragen
Was besagt die Hypothese der Kritischen Periode?
Sie besagt, dass es ein biologisches Zeitfenster gibt, in dem das Gehirn besonders empfänglich für den natürlichen Spracherwerb ist. Nach dieser Phase sinkt die Fähigkeit, eine Sprache perfekt zu erlernen.
Warum lernen Kinder Sprachen oft erfolgreicher als Erwachsene?
Wissenschaftler führen dies auf die höhere Plastizität des kindlichen Gehirns zurück. Erwachsene nutzen hingegen eher kognitive Problemlösungsstrategien statt des natürlichen Erwerbsmechanismus.
Welche Rolle spielt der Myelinationsprozess im Spracherwerb?
Die Myelination (Ummantelung der Nervenfasern) im Gehirn wird oft als biologischer Marker für das Ende der kritischen Periode gesehen, da sie die neuronale Flexibilität einschränkt.
Gibt es Argumente gegen die Hypothese der Kritischen Periode?
Ja, neuere Forschungen zeigen, dass auch Erwachsene sehr hohe Kompetenzniveaus erreichen können und dass Motivation sowie soziale Faktoren eine ebenso wichtige Rolle spielen wie biologische Reifung.
Was ist der Unterschied zwischen frühem und spätem Zweitspracherwerb?
Früher Zweitspracherwerb findet meist ungesteuert in Immersionssituationen statt, während später Zweitspracherwerb oft durch formale Instruktion und bewusste Lernprozesse geprägt ist.
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- Kateryna Buzun (Autor), 2009, Hypothese der Kritischen Periode, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141645