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Hypothese der Kritischen Periode

Einfluss des Alters auf den Spracherwerb

Title: Hypothese der Kritischen Periode

Term Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Kateryna Buzun (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Manche Wissenschaftler beantworten die Frage, warum Kinder bei dem Zweitspracherwerb viel erfolgreicher als Erwachsene sind, damit, dass sich jüngere Kinder in einer zeitlich begrenzten Entwicklungsphase befinden, in der das Gehirn für den natürlichen Spracherwerb noch besonders rezeptiv ist. Nur in dieser Phase, einer sogenannten Kritischen Periode, kann ein bestimmter Reiz aus der Umgebung optimal verarbeitet werden. Wenn dieser Reiz aber zu spät kommt, ruft er nicht mehr dieselbe Reaktion hervor. Gegen diese biologische Erklärung gibt es aber in der heutigen Forschung eine Reihe gewichtiger Einwände.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verschiedene Erwerbstypen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

2.1 Monolingualer Erstspracherwerb

2.2 Bilingualer Zweitspracherwerb

2.3 Zweitspracherwerb

2.4 Früher und später Zweitspracherwerb

3. Kritische Periode oder Reifungshypothese: Auffassungen und Erklärungsansätze

3.1 Grundlagen und Entstehung der Hypothesen

3.2 Myelinationsprozess und seine Auswirkung auf den Spracherwerb

3.3 Ergebnisse der Untersuchungen

4. Argumente gegen die Annahme der Kritischen Periode

5. Schlussbetrachtungen

6. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hypothese der Kritischen Periode, um den Einfluss des Alters auf den Zweitspracherwerb zu ergründen und die biologischen sowie kognitiven Faktoren für den oftmals größeren Erfolg bei Kindern gegenüber Erwachsenen zu analysieren.

  • Vergleich verschiedener Spracherwerbstypen
  • Biologische Grundlagen der Reifungshypothese
  • Neurophysiologische Aspekte des Myelinationsprozesses
  • Kritische Analyse der Beweislage gegen die Kritische Periode
  • Einfluss sozialer und kognitiver Faktoren auf den Lernprozess

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Eines der spannendsten, aber auch umstrittensten Themen der Spracherwerbsforschung ist der Einfluss des Alters auf das menschliche Sprachvermögen. Der Ausgangsbefund ist dabei nach allgemeiner Meinung relativ klar: Ein Kind erreicht bei dem Erlernen seiner Muttersprache den „perfekten“ Endzustand, wobei unter „Perfektion“ verstanden wird, dass sich sein eigenes Sprachverhalten von dem seiner Umgebung nicht wesentlich unterscheidet (Klein/Dimroth 2003: 138). Das Erlernen geschieht bei Kindern spielerisch, nur durch Kontakt mit dem sprachlichen Input in verschiedenen kommunikativen Situationen, ohne dass ihnen die sprachlichen Regeln von jemandem erklärt werden (Dimroth/Haberzettl 2008: 1). Es ist auch nicht selten der Fall, dass Kinder nicht nur ihre Muttersprache, sondern mehrere Sprachen perfekt erlernen, wobei es bei den Erwachsenen eher eine seltene, wenn überhaupt mögliche, Ausnahme ist (Dimroth/Klein 2007: B6).

Die Frage, warum Kinder bei dem Erlernen der Zweitsprache erfolgreicher als Erwachsene sind, bildet ein sehr wichtiges Forschungsthema für die Sprachwissenschaftler und Psychologen und treibt sie seit langem um. Es muss auch erwähnt werden, dass sich die Forschung dabei nicht mit dem gesteuerten Zweitspracherwerb in der Schule, sondern mit dem ungesteuerten Zweitspracherwerb in den Immersionssituationen beschäftigt (Dimroth 2007: 115). Bei diesem Prozess müssen Lerner in ihrem Alltag vieles ohne Hilfe herausfinden: Welche Laute kommen in der Sprache vor, wo Wörter anfangen und aufhören und was sie bedeuten, wie mehrere Wörter zu komplexeren Ausdrücken zusammengesetzt werden können und wie sich die Formen der Wörter verändern. Kinder, die einen ausreichenden Input in der Zielsprache haben, lernen es meist schnell und problemlos. Die Aufgabe der Forschung ist herauszufinden, wie sie dabei vorgehen, welche sprachlichen und außersprachlichen Eigenschaften sie nutzen, wann dieser Prozess als abgeschlossen gelten kann, und warum Erwachsene das alles viel schlechter können (Dimroth/Klein 2007:B6).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Einflusses des Alters auf den Spracherwerb und die zentrale Fragestellung der Forschungsarbeit.

2. Verschiedene Erwerbstypen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Gegenüberstellung von monolingualem, bilingualem und sukzessivem Zweitspracherwerb zur Identifikation von Gemeinsamkeiten und Differenzen im Lernprozess.

2.1 Monolingualer Erstspracherwerb: Erläuterung des uniformen und erfolgreichen Verlaufs des Erstspracherwerbs als Referenzpunkt für weitere Analysen.

2.2 Bilingualer Zweitspracherwerb: Analyse des simultanen Spracherwerbs, der sich in seinen Merkmalen weitgehend mit dem Erstspracherwerb deckt.

2.3 Zweitspracherwerb: Untersuchung der Unterschiede zwischen dem Zweitspracherwerb und dem Erstspracherwerb sowie die Bedeutung des Vorwissens.

2.4 Früher und später Zweitspracherwerb: Differenzierung zwischen prä-pubertärem und post-pubertärem Erwerbsbeginn und deren Auswirkungen auf die Heterogenität der Endzustände.

3. Kritische Periode oder Reifungshypothese: Auffassungen und Erklärungsansätze: Darstellung der biologischen Hypothesen, die den Alterseffekt im Spracherwerb erklären sollen.

3.1 Grundlagen und Entstehung der Hypothesen: Herleitung des Konzepts der Kritischen Periode aus der Biologie und der Aphasieforschung.

3.2 Myelinationsprozess und seine Auswirkung auf den Spracherwerb: Beschreibung des neurophysiologischen Prozesses, der die neuronale Plastizität und damit das Sprachlernvermögen beeinflusst.

3.3 Ergebnisse der Untersuchungen: Zusammenfassung empirischer Studien, die eine neurobiologisch bedingte Kritische Periode zu belegen versuchen.

4. Argumente gegen die Annahme der Kritischen Periode: Kritische Auseinandersetzung mit der Hypothese durch Einbeziehung kognitiver, sozialer und weiterer Faktoren.

5. Schlussbetrachtungen: Fazit der Untersuchung und Einordnung der Bedeutung der Kritischen Periode in der modernen Forschung.

6. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Kritische Periode, Zweitspracherwerb, Erstspracherwerb, Reifungshypothese, Sprachlernvermögen, Plastizität, Myelination, Alterseffekt, Linguistik, Sprachwissenschaft, Aphasie, kognitive Entwicklung, soziale Identität, Immersionssituationen, Spracherwerbsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung der "Hypothese der Kritischen Periode" und dem Einfluss des Lebensalters auf den Erfolg beim Erlernen einer Zweitsprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen der Vergleich verschiedener Erwerbstypen, biologische Reifungsprozesse des Gehirns, neurophysiologische Erklärungsmodelle sowie soziokognitive Faktoren beim Sprachenlernen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob es eine biologisch determinierte kritische Entwicklungsphase gibt, nach der die Fähigkeit zum ungesteuerten Spracherwerb signifikant abnimmt oder verloren geht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis aktueller Spracherwerbsforschung, indem sie bestehende Studien, empirische Befunde und linguistische Fachliteratur vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unterschiede zwischen Erst- und Zweitspracherwerb, beleuchtet die Reifungshypothese und den Myelinationsprozess und diskutiert umfassend Gegenargumente zur rein biologischen Sichtweise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kritische Periode, Sprachlernvermögen, neuronale Plastizität, Alterseffekt und der Vergleich zwischen kindlichem und erwachsenem Spracherwerb.

Inwiefern spielt die Aphasieforschung eine Rolle für die Argumentation?

Frühe Aphasiestudien an Kindern dienten als Grundlage für die Hypothese der Kritischen Periode, da bei Kindern eine flexiblere Umverteilung von Sprachfunktionen nach Hirnverletzungen beobachtet wurde als bei Erwachsenen.

Warum wird die "Hypothese der Kritischen Periode" in der Forschung hinterfragt?

Die Kritik basiert darauf, dass Erwachsene durchaus exzellente Sprachkenntnisse erwerben können, biologische Veränderungen im Gehirn nicht eindeutig kausal mit einem spezifischen Alterseffekt verknüpft sind und soziale Faktoren den Lernprozess stark beeinflussen.

Was unterscheidet den instrumentellen vom integrativen Antrieb?

Beim instrumentellen Antrieb dient die Sprache zur Erfüllung funktionaler Bedürfnisse, während beim integrativen Antrieb die soziale Identifikation mit der Zielkultur im Vordergrund steht, was altersabhängig variiert.

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Details

Title
Hypothese der Kritischen Periode
Subtitle
Einfluss des Alters auf den Spracherwerb
College
University of Heidelberg
Grade
2,7
Author
Kateryna Buzun (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V141645
ISBN (eBook)
9783640513765
Language
German
Tags
Hypothese Kritischen Periode Einfluss Alters Spracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kateryna Buzun (Author), 2009, Hypothese der Kritischen Periode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141645
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