Einigen Lebensmitteln werden förderliche Effekte auf kognitive Leistungen und einem verlangsamten kognitiven Rückgang zugeschrieben. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen zuckerhaltigen und alkoholischen Getränken, Fisch, Obst und Gemüse und mediterraner Ernährung in Bezug auf die alltägliche Gedächtnisleistung bei nicht klinischen Personen zwischen 18 und 64 Jahren. Eine Moderation von mediterraner Ernährung und Gedächtnisleistung durch sportliche Aktivität wird überprüft. Der Zusammenhang zwischen BMI und alltäglicher Gedächtnisleistung wird untersucht.
Die korrelative Querschnittstudie untersuchte 121 Männer und Frauen. Sie füllten einen Fragebogen zum Konsum bestimmter Lebensmittel und zur Gedächtnisleistung in alltäglichen Situationen bezogen auf die letzten vier Wochen aus. Korrelationen und multiple Regressionsanalysen wurden zur Überprüfung der Hypothesen berechnet. Ein höherer Konsum zuckerhaltiger und alkoholischer Getränke standen in Zusammenhang mit einer verringerten Gedächtnisleistung. Höherer Fischkonsum ging mit einer besseren alltäglichen Gedächtnisleistung einher. Unterschiede im Obst- und Gemüsekonsum gingen nicht mit unterschiedlichen Gedächtnisleistungen einher. Je höher die eigene Ernährung mit der mediterranen Ernährung übereinstimmte, umso höher war die alltägliche Gedächtnisleistung. Nur bei geringer sportlicher Aktivität bestand ein positiver Zusammenhang zwischen mediterraner Ernährung Adhärenz und Gedächtnisleistung. Zwischen BMI und alltäglicher Gedächtnisleistung bestand kein Zusammenhang.
Die Studie legt nahe, dass Zusammenhänge zwischen dem Konsum bestimmter Lebensmittel und der alltäglichen Gedächtnisleistung bestehen. Es wurden jedoch nicht alle konsumierten Lebensmittel berücksichtig. Kausalzusammenhänge konnten nicht geprüft werden. Weitere Untersuchungen zu den zugrundeliegenden Nährstoffen in Lebensmitteln und deren Wirkungsgefüge im Zusammenhang mit anderen Lebensmitteln sind erforderlich.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Ernährung
2.1.1 Die dreidimensionale Lebensmittelpyramide
2.1.2 Die Ernährungspyramide der mediterranen Ernährung
2.2 Gedächtnis
2.2.1 Einführung und Anfänge der Gedächtnisforschung
2.2.2 Begriffsdefinition und Gedächtnisprozess
2.2.3 Einteilung des Gedächtnisses
2.2.3.1 Inhaltsabhängige Gedächtnisformen
2.2.3.2 Prospektives und retrospektives Gedächtnis
2.2.4 Neurobiologische Grundlagen von Gedächtnis
2.2.5 Das Mehrspeichermodell nach Atkinson und Shiffrin
2.2.6 Das Arbeitsgedächtnismodell nach Baddeley und Hitch
2.3 Aktueller Forschungsstand
2.3.1 Getränke
2.3.1.1 Zuckerhaltige Getränke
2.3.1.2 Alkohol
2.3.2 Feste Nahrungsmittel
2.3.2.1 Fisch
2.3.2.2 Obst und Gemüse
2.3.3 Mediterrane Ernährung
2.3.4 Sportliche Aktivität und Body-Mass-Index
2.3.4.1 Sportliche Aktivität
2.3.4.2 Body-Mass-Index
2.4 Ableitung der Hypothesen
2.4.1 Getränke
2.4.2 Feste Nahrungsmittel
2.4.3 Mediterrane Ernährung
2.4.4 Sportliche Aktivität und Body-Mass-Index
3 METHODE
3.1 Stichprobe
3.2 Erhebungsinstrumente
3.2.1 DEGS-Ernährungsfragebogen
3.2.2 Mediterranean Diet Adherence Screener
3.2.3 Prospective and Retrospective Memory Questionaire
3.2.4 Weitere erfasste Informationen
3.2.5 Reliabilitätsanalyse
3.3 Durchführung
3.3.1 Akquise der Teilnehmenden und Datengewinnung
3.3.2 Untersuchungsdesign
3.3.3 Eingesetzte statistische Verfahren
4 ERGEBNISSE
4.1 Ergebnisse zu Getränken
4.1.1 Zuckerhaltige Getränke
4.1.2 Alkohol
4.2 Ergebnisse zu festen Nahrungsmitteln
4.2.1 Fisch
4.2.2 Obst und Gemüse
4.3 Mediterrane Ernährung
4.4 Sportliche Aktivität und Body-Mass-Index
5 DISKUSSION
5.1 Getränke
5.1.1 Zuckerhaltige Getränke
5.1.2 Alkohol
5.2 Feste Nahrungsmittel
5.2.1 Fisch
5.2.2 Obst und Gemüse
5.3 Mediterrane Ernährung
5.4 Sportliche Aktivität und Body-Mass-Index
5.5 Stichprobe
5.6 Messinstrumente
5.7 Weitere Diskussionsaspekte
5.8. Kritische Würdigung
6 FAZIT
6.1 Zusammenfassung
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen der Ernährung, spezifisch ausgewählten Lebensmittelgruppen sowie der mediterranen Ernährung, und der alltäglichen Gedächtnisleistung bei nicht klinischen Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren.
- Einfluss von Getränken (zuckerhaltig und alkoholisch) auf das Gedächtnis
- Wirkung fester Nahrungsmittel (Fisch, Obst und Gemüse)
- Moderierende Rolle sportlicher Aktivität bei mediterraner Ernährung
- Zusammenhang zwischen BMI und Gedächtnisleistung
Auszug aus dem Buch
2.2.4 Neurobiologische Grundlagen von Gedächtnis
Nachdem verschiedene Gedächtnisformen vorgestellt wurden, werden nun die wichtigsten Erkenntnisse zum Gedächtnis aus neurobiologischer Perspektive erläutert. Eine zentrale Hirnregion, der eine Rolle für die Gedächtnisleistung zugeschrieben wird, ist der Hippocampus, der einen Teil des limbischen Systems und Temporallappens darstellt (Burgess, Maguire & O´Keefe, 2002). Bilaterale mediale Temporallappenresektion, bei der Teile des Hippocampus entfernt werden, gehen mit einer dauerhaften Einschränkung der Erinnerungsleistung einher. Diese Defizite beziehen sich jedoch nicht auf den Abruf von frühen Erinnerungen, sondern auf die kurzfristige Merkfähigkeit (Scoville & Millner, 1957).
Das Gedächtnissystem des medialen Temporallappens besteht aus Hippocampus, enthorhinaler Kortex, perirhinaler Kortex und parahippocampaler Kortex. Dieses mediale Temporallappen-Gedächtnissystem nimmt zu Beginn des Lernvorgangs eine dominante Rolle ein und ist bedeutsam für die Einspeicherung von Informationen im deklarativen Langzeitgedächtnis. Zudem ist es an der Reorganisation und Konsolidierung von gelernten Inhalten beteiligt, sodass Informationen langfristig unabhängig vom Temporallappen-Gedächtnissystem im Neokortex gespeichert werden (Squire & Zola, 1991). Jedoch sind diese Hirnregionen nicht die einzigen, die an Gedächtnisprozessen beteiligt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Hinführung zum Thema Ernährung und Gedächtnisleistung unter Berücksichtigung des demographischen Wandels und Darstellung der Forschungsziele.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Darstellung ernährungswissenschaftlicher und gedächtnispsychologischer Modelle sowie Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes.
3 METHODE: Beschreibung der Stichprobe, der eingesetzten Erhebungsinstrumente und des Untersuchungsdesigns.
4 ERGEBNISSE: Statistische Auswertung und Prüfung der aufgestellten Hypothesen zu Ernährung, Sport und BMI.
5 DISKUSSION: Interpretation der Ergebnisse, kritische Würdigung der Methodik und Vergleich mit bisheriger Literatur.
6 FAZIT: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ableitung eines Ausblicks für zukünftige Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Ernährung, Gedächtnisleistung, Mediterrane Ernährung, Fischkonsum, Zuckerhaltige Getränke, Alkoholkonsum, Sportliche Aktivität, Körpergewicht, BMI, Kognitive Leistungen, Gedächtnisprozess, Langzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Querschnittstudie, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob und wie verschiedene Ernährungsweisen und Lebensstilfaktoren wie sportliche Aktivität und Körpergewicht mit der alltäglichen Gedächtnisleistung bei Erwachsenen zusammenhängen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen Ernährung (speziell mediterrane Diät, Zucker- und Alkoholkonsum, Fisch, Obst/Gemüse), Gedächtnisforschung, sportliche Aktivität und den Body-Mass-Index (BMI).
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, ob Unterschiede im Ernährungsverhalten mit unterschiedlichen alltäglichen Gedächtnisleistungen einhergehen und welche Faktoren dabei als Prädiktoren dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine korrelative Querschnittstudie, bei der 121 Probanden mittels standardisierter Fragebögen zu ihrem Konsumverhalten und ihrer Gedächtnisleistung in Alltagsereignissen befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Ernährungs- und Gedächtnismodelle), den aktuellen Forschungsstand, die Ableitung von sieben Hypothesen sowie die methodische Umsetzung und Ergebnisanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Ernährung, Gedächtnisleistung, mediterrane Ernährung und kognitive Leistungen charakterisieren.
Welche Rolle spielt die sportliche Aktivität für das Gedächtnis?
Die Studie zeigt, dass sportliche Aktivität einen moderierenden Einfluss hat: Der positive Zusammenhang zwischen der Einhaltung einer mediterranen Ernährung und dem Gedächtnis ist bei Personen mit geringer sportlicher Aktivität stärker ausgeprägt.
Beeinflusst der Body-Mass-Index (BMI) laut dieser Studie das Gedächtnis?
Nein, im Rahmen der vorliegenden Untersuchung konnte kein statistisch bedeutsamer Zusammenhang zwischen dem BMI und der alltäglichen Gedächtnisleistung der Probanden festgestellt werden.
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- Maximilian Dominicus (Autor), 2020, Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gedächtnisleistung im Alltag, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1416616