In dieser Seminararbeit soll die Darstellung einer an den Nationalsozialismus angelehnten Rassenideologie in der Welt von "Harry Potter" betrachtet werden. Dabei sollen die rassistischen Konzepte von Rassenlehre und Blutreinheit in „Harry Potter“ herausgearbeitet werden; außerdem soll analysiert werden, inwieweit diese Elemente mit den rassenideologischen Vorstellungen des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden können.
Ein weiterer Aspekt, der in dieser Seminararbeit behandelt werden soll, ist die Wahrnehmung von Kindern von „Harry Potter“ und die Wirkung der darin behandelten politischen Themen. Da Kinder eine empfängliche Zielgruppe sind, deren Wahrnehmung und Auffassungsgabe sich noch in der Entwicklung befindet, kann die Behandlung solch tiefgreifender Themen im Rahmen eines Fantasy-Buches ein heikles Thema sein. Zur Analyse des Verständnisses der historischen Hintergründe wird im Rahmen dieser Seminararbeit eine Umfrage unter kindlichen Lesern erhoben, die einen besseren Überblick über den Einfluss der angesprochenen
Themen auf Kinder bieten soll.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Rassentrennung und -ideologie in „Harry Potter“
Trennung zwischen Zauberern und Muggeln
Trennung zwischen Reinblütern und Muggelstämmigen
Trennung zwischen Zauberern und Hauselfen
III. Überblick über nationalsozialistische Rassenideologie
IV. Parallelen zwischen rassistischer Rassenideologie in „Harry Potter“ und Nationalsozialismus
Vergleich zwischen Todessern und Nazis und ihren Ideologien
Voldemorts Kindheit und Jugend
Hitlers Kindheit und Jugend
Vergleich zwischen Voldemort und Hitler
Diskussion über Sinnhaftigkeit historischer Parallelen in Kinder- und Jugendliteratur
V. Wahrnehmung durch kindliche Leser (siehe Anhang 1f)
Beschreibung der Datenerhebung
Beschreibung und Interpretation der Ergebnisse der Datenerhebung
VI. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Darstellung einer an den Nationalsozialismus angelehnten Rassenideologie in J.K. Rowlings „Harry Potter“-Reihe und analysiert, wie diese Elemente von jungen Lesern als Reflexion historischer Parallelen wahrgenommen werden.
- Analyse rassistischer Konzepte wie "Blutreinheit" innerhalb der magischen Welt
- Vergleichende Untersuchung der Ideologien von Lord Voldemort und Adolf Hitler
- Evaluation der Auswirkungen historischer Parallelen in fiktionaler Kinder- und Jugendliteratur
- Empirische Erfassung der Wahrnehmung dieser Thematik durch Schüler der 6. Klasse
Auszug aus dem Buch
Vergleich zwischen Todessern und Nazis und ihren Ideologien
"Voldemort’s war against political enemies like Harry and ideologically stigmatised outsiders, i.e., the Muggle-borns, recreates images of Third Reich state terror.”
Wie in diesem Zitat beschrieben, lassen sich - gerade für ein Jugendbuch ungewöhnlich viele - Parallelen zwischen der fantastischen Welt von Harry Potter und der realen Geschichte finden.
Eine zentrale Parallele findet sich in der propagierten Überlegenheit der vermeintlich „wertvolleren“ Rasse (nachfolgend: VÜR = vermeintlich überlegene Rasse(n)) über die „minderwertigere“ Rasse(n) (nachfolgend: VMR = vermeintlich minderwertige Rasse(n)). Dabei bezeichnen sich die Reinblüter in Harry Potter selbst, und die Nationalsozialisten, die Arier als höhergestellte Rassen gegenüber den Muggelgeborenen bzw. Juden, Sinti und Roma, etc., während die VMR als minderwertig dargestellt werden. So behauptet Voldemort in „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, dass Muggelstämmige „nur in der Lage [sind], dreckige Tricks zu vollführen“22, statt wirklich die Fähigkeit besitzen, zu zaubern. Dabei nutzen die VÜR ein einfaches Instrument zur Unterteilung der Gesellschaft: die Reinheit des Blutes23, wobei die unterschiedlichen Rassen der Ansicht der VÜR unterschiedlich „wertiges“ Blut besitzen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Hinführung zum Thema der Arbeit durch die Untersuchung der Parallelen zwischen der fiktiven Welt von „Harry Potter“ und der historischen Realität des Nationalsozialismus.
II. Rassentrennung und -ideologie in „Harry Potter“: Detaillierte Darstellung der sozialen Hierarchien in der Zaubererwelt sowie die Diskriminierung von Muggeln, Muggelstämmigen und Hauselfen.
III. Überblick über nationalsozialistische Rassenideologie: Definition und Erläuterung der rassenideologischen Grundlagen der NSDAP, einschließlich der Ausgrenzung und Vernichtung von Minderheiten.
IV. Parallelen zwischen rassistischer Rassenideologie in „Harry Potter“ und Nationalsozialismus: Tiefgehende Analyse der Gemeinsamkeiten zwischen den Todessern und den Nationalsozialisten sowie ein Vergleich der Lebensgeschichten und Ideologien von Lord Voldemort und Adolf Hitler.
V. Wahrnehmung durch kindliche Leser (siehe Anhang 1f): Beschreibung und Auswertung einer empirischen Umfrage unter Schülern der 6. Klasse zu deren Verständnis der dargestellten historischen Bezüge.
VI. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für einen pädagogisch begleiteten Umgang mit historischen Parallelen in der Jugendliteratur zur langfristigen Förderung eines friedlichen Miteinanders.
Schlüsselwörter
Harry Potter, Nationalsozialismus, Rassenideologie, Lord Voldemort, Adolf Hitler, Blutreinheit, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Kinder- und Jugendliteratur, Holocaust, Geschichtsbewusstsein, empirische Umfrage, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die inhaltlichen Parallelen zwischen der „Harry Potter“-Romanreihe und der historischen Ideologie des Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören Rassenideologie, soziale Ausgrenzung, Diskriminierung, die Machtstrukturen totalitärer Regime und deren Rezeption bei Kindern.
Was ist das Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass rassistische Konzepte in „Harry Potter“ existieren, die Ähnlichkeiten zum Nationalsozialismus aufweisen, und zu prüfen, inwieweit Kinder diese historischen Bezüge wahrnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung wurde eine qualitative und quantitative Umfrage unter 48 Schülern einer 6. Klasse des Gymnasiums Ottobrunn durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die rassistischen Strukturen in „Harry Potter“, vergleicht diese mit NS-Ideologien und dokumentiert die Ergebnisse der Schülerbefragung zur Wahrnehmung dieser Bezüge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie "Rassenideologie", "Nationalsozialismus", "Blutreinheit", "Diskriminierung" und "Harry Potter" charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Reinblütern und Muggelstämmigen so wichtig?
Diese Unterscheidung ist das zentrale Instrument der Diskriminierung innerhalb der Welt von „Harry Potter“ und bildet die direkteste Parallele zur rasseideologischen Einteilung der Menschen durch die Nationalsozialisten.
Welches Ergebnis lieferte die Umfrage unter den 6. Klässlern?
Die Umfrage zeigte, dass ein Großteil der Schüler über ein gutes Grundwissen zur Buchreihe verfügt und Parallelen zu Hitler/Nazis herstellen kann, wobei ein kognitiver "Denkanstoß" oft notwendig ist, um die historische Tiefe dieser Zusammenhänge voll zu erfassen.
Was schlägt der Autor für den Geschichtsunterricht vor?
Der Autor regt an, „Harry Potter“ als Medium zu nutzen, um Schülern durch den geschützten, fiktionalen Rahmen den Zugang zu sensiblen Themen wie den Holocaust oder Rassenideologien zu erleichtern.
- Arbeit zitieren
- Nicolas Bomm (Autor:in), 2023, Rassenideologie in "Harry Potter" als Charakteristikum des Bösen und deren Wahrnehmung durch kindliche Leser, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1416677