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Die Entkoppelung von System und Lebenswelt - eine erweiterte Betrachtung

Title: Die Entkoppelung von System und Lebenswelt - eine erweiterte Betrachtung

Term Paper , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Matias Bronnenmayer (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Entkoppelung von System und Lebenswelt, dem eine zentrale Bedeutung in der Gesellschaftstheorie zukommt, da dadurch versucht wird, den systemtheoretischen und den lebensweltlichen Ansatz zu verbinden, indem Gesellschaften sowohl als Lebenswelten als auch als Systeme angesehen werden. Die Entkoppelung von System und Lebenswelt ist praktisch der „Grundbaustein“, auf dem die modernen Gesellschaften mit Wohlstand und Fortschritt aufgebaut sind. Ohne diese Entkoppelung, wäre die Entwicklung der Gesellschaft womöglich auf einer sehr viel niedrigeren Stufe stehen geblieben. Dies darf man allerdings nicht missverstehen und die heutige Gesellschaft als endgültiges Ergebnis betrachten. Da niemand weiß, was die offene Zukunft bringt, kann man die modernen Gesellschaften allenfalls als bisheriges Ergebnis der Entkoppelung von System und Lebenswelt betrachten. Auf dem Weg zu diesen modernen Gesellschaften hat die Entwicklung noch zwei weitere bedeutende Stufen durchlebt, die es genauer zu analysieren gilt. Ausgangspunkt bilden Stammesgesellschaften (kohäsive Einheiten in archaischen Gesellschaften), die als Kontextgemeinschaften die Stütze des Lebensweltkonzepts darstellen. Im Zuge der sozialen Evolution kommt es dann zu Komplexitätssteigerungen, und die Stammesgesellschaften entwickeln sich weiter zu staatlich organisierten Gesellschaften. Die Fortentwicklung mündet letztendlich in die modernen Gesellschaften, wie wir sie heute kennen. Der Herausbildung von entsprachlichten Kommunikationsmedien wie Geld und Macht aber auch der Entwicklung von Recht und Moral kommt hierbei ein wichtige Rolle zu. Außerdem wird man sehen, dass System und Lebenswelt sich nicht nur entkoppeln, sondern man sogar von einer Technisierung der Lebenswelt sprechen kann. Wie im Titel schon angedeutet, handelt es sich bei der vorliegenden Arbeit um eine „erweiterte Betrachtung“. Zu diesem Zweck werden zunächst die wesentlichen Punkte der Entkoppelung von System und Lebenswelt im Kontext Kirsch herausgearbeitet (1.). Hierauf aufbauend folgt eine tiefergehende – erweiterte – Betrachtung anhand von Habermas (2.).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Entkoppelung von System und Lebenswelt – ein erster Zugang im Kontext Kirsch

1.1 Strategisches und kommunikatives Handeln

1.2 Gesellschaft als System und Lebenswelt

1.3 Die Entkoppelung von System und Lebenswelt

2. Erweiterte Betrachtung der Entkoppelung von System und Lebenswelt

2.1 Übersicht

2.2 Stammesgesellschaften als soziokulturelle Lebenswelten

2.3 Stammesgesellschaften als selbstgesteuerte Systeme

2.4 Vier Mechanismen der Systemdifferenzierung

2.5 Die institutionelle Verankerung der Mechanismen systemischer Integration in der Lebenswelt

2.6 Technisierung der Lebenswelt – die Entlastung des Mediums der Umgangsprache durch entsprachlichte Kommunikationsmedien

Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Entkoppelung von System und Lebenswelt, um den systemtheoretischen Ansatz mit handlungstheoretischen Perspektiven zu verbinden und die gesellschaftliche Evolution sowie die Technisierung der Lebenswelt zu beleuchten.

  • Die begriffliche Differenzierung von System und Lebenswelt bei Kirsch und Habermas.
  • Die evolutionäre Entwicklung von Stammesgesellschaften zu modernen Systemen.
  • Die Rolle entsprachlichter Kommunikationsmedien wie Geld und Macht bei der Handlungskoordination.
  • Die Bedeutung von Recht und Moral als Mechanismen der sozialen Integration.
  • Die Auswirkungen der Systementkoppelung auf die rationale Lebenswelt.

Auszug aus dem Buch

Die Entkoppelung von System und Lebenswelt

Bei der Entkoppelung von System und Lebenswelt geht es um die Ausdifferenzierung von zwei entscheidend verschiedenen Arten der Handlungskoordination, nämlich Handlungsorientierung vs. Handlungsfolgen.

Ausgangspunkt liegt bei archaischen Gesellschaften, in denen sich das gesellschaftliche Geschehen primär in sog. kohäsiven Einheiten vollzieht. Alle deren Mitglieder teilen eine Lebensform und bilden somit eine Art Kontextgemeinschaft7. Dies alles ist aus der Binnenperspektive relativ gut überschaubar, da die „Säulen“ der Gesellschaft den Stammesmitgliedern noch intuitiv zugänglich sind. Eine Handlungskoordination der Teilnehmer kann daher primär über kongruente Handlungsorientierungen erfolgen.

Im Zuge der sozialen Evolution kommt es zu zunehmender Arbeitsteilung und Differenzierung, was die Integration dieser Gesellschaften zum Systemproblem werden lässt (Kirsch 1997a: 51). Es entstehen Systeme: Märkte und Kontrollnetzwerke zur Koordination der Handlungsfolgen. Entsprachlichte Kommunikationsmedien wie Geld und Macht bilden sich heraus, die die kongruente Handlungsorientierung von der Funktion der Koordination der Handlungsfolgen ablöst. Kommunikatives Handeln – und damit eine gemeinsame Definition der Situation – ist somit nicht mehr nötig, da nun die Handlungskoordination über Geld und/oder Amtsmacht erfolgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Entkoppelung von System und Lebenswelt – ein erster Zugang im Kontext Kirsch: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein und unterscheidet zwischen strategischem und kommunikativem Handeln als Grundlage für das Verständnis von Gesellschaften als System und Lebenswelt.

2. Erweiterte Betrachtung der Entkoppelung von System und Lebenswelt: Hier wird die soziale Evolution anhand von Habermas detailliert analysiert, wobei die Mechanismen der Systemdifferenzierung und deren Verankerung in der Lebenswelt durch Recht und Moral im Zentrum stehen.

Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Bedeutung der Entkoppelung für die moderne Gesellschaft zusammen und demonstriert die Anwendbarkeit der Theorie anhand praktischer Beispiele wie dem Gesundheitswesen.

Schlüsselwörter

System, Lebenswelt, Entkoppelung, soziale Evolution, Handlungskoordination, Geld, Macht, Kommunikation, Stammesgesellschaften, Systemdifferenzierung, Habermas, Kirsch, Recht, Moral, Technisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologische Theorie der Entkoppelung von System und Lebenswelt und deren Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung und Organisationsstruktur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Evolution, die Differenzierung von Handlungstypen, die Rolle von Steuerungsmedien sowie die institutionelle Verankerung von Recht und Moral.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist eine erweiterte Betrachtung des Entkoppelungsprozesses durch die Verknüpfung des systemtheoretischen Ansatzes mit handlungstheoretischen Konzepten von Autoren wie Kirsch und Habermas.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und wissenschaftliche Aufarbeitung existierender Gesellschaftstheorien und deren Übertragung auf evolutionäre Aspekte der Organisationstheorie.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Stufen der sozialen Evolution von archaischen Stammesgesellschaften bis hin zu modernen, mediengesteuerten Industriegesellschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind System, Lebenswelt, soziale Evolution, Handlungsmedien (Geld/Macht) sowie die Technisierung der Lebenswelt.

Was versteht der Autor unter einer "Technisierung der Lebenswelt"?

Damit ist die zunehmende Ersetzung sprachlicher Konsensbildung durch entsprachlichte Medien wie Geld und Macht gemeint, die zwar den Kommunikationsaufwand reduziert, aber zu einer Entwertung lebensweltlicher Kontexte führt.

Warum spielt das Verwandtschaftssystem in Stammesgesellschaften eine so zentrale Rolle?

In archaischen Gesellschaften dient das Verwandtschaftssystem als "totale Institution", welche sowohl die soziale Integration als auch die Handlungskoordination sicherstellt, da noch keine staatlichen oder ökonomischen Systeme existieren.

Welche Funktion hat die Praxisgebühr im Beispiel des Gesundheitswesens?

Die Praxisgebühr wird als Beispiel angeführt, wie durch einen Anreiz der Patient wieder zum Hausarzt geführt werden kann, wodurch System und Lebenswelt einander wieder annähern könnten.

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Details

Title
Die Entkoppelung von System und Lebenswelt - eine erweiterte Betrachtung
College
LMU Munich  (Institut für Unternehmenspolitik und Strategische Führung)
Course
Evolutionäre Organisationstheorie: Handlung, Lebenswelt, Entwicklung
Grade
1,7
Author
Matias Bronnenmayer (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V141708
ISBN (eBook)
9783640495122
ISBN (Book)
9783640495238
Language
German
Tags
Gesellschaftstheorie Habermas Kontextgemeinschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matias Bronnenmayer (Author), 2004, Die Entkoppelung von System und Lebenswelt - eine erweiterte Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141708
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