Die generalisierte Angststörung (GS) ist eine generalisierte und anhaltende Angst, die sich nicht in bestimmten Situationen oder Umgebungen zeigt (Dilling et al, 2019). Patienten mit einer GS haben Befürchtungen in unterschiedlichen Lebensbereichen, wie Gesundheit, Finanzen, Familie etc., wobei das Erleben der Angst Schwankungen ausgesetzt ist. Die GS ist durch drei Elemente bestimmt, die das Denken betreffen [...].
Inhaltsverzeichnis
1 Generalisierte Angststörung als Begrifflichkeit
2 Klassifikationssysteme
2.1 ICD 10
2.2 DSM 5
3 Zahlen und Fakten im Überblick
4 Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen und Angsterkrankungen
5 Differenzialdiagnostik
6 Therapiemöglichkeiten
6.1 Behandlungsschritte der kognitiven Verhaltenstherapie
6.2 Andere Therapieformen und neue Ansätze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über das klinische Bild der generalisierten Angststörung (GS), beleuchtet die diagnostischen Kriterien gemäß internationaler Klassifikationssysteme und diskutiert verschiedene therapeutische Interventionsansätze zur Behandlung betroffener Patienten.
- Phänomenologie und Definition der generalisierten Angststörung
- Diagnostik nach ICD-10 und DSM-5 Standards
- Epidemiologische Daten und Risikofaktoren
- Differenzialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Störungsbildern
- Kognitive Verhaltenstherapie als etablierter Behandlungsstandard
- Innovative Therapieansätze wie die Ketamin-augmentierte Psychotherapie
Auszug aus dem Buch
1 Generalisierte Angststörung als Begrifflichkeit
Die generalisierte Angststörung (GS) ist eine generalisierte und anhaltende Angst, die sich nicht in bestimmten Situationen oder Umgebungen zeigt (Dilling et al, 2019). Patienten mit einer GS haben Befürchtungen in unterschiedlichen Lebensbereichen, wie Gesundheit, Finanzen, Familie etc., wobei das Erleben der Angst Schwankungen ausgesetzt ist. Die GS ist durch drei Elemente bestimmt, die das Denken betreffen (Davison et al., 2016):
Die potenziellen Gefahren werden als absolut angesehen und übertrieben dargestellt. Unwahrscheinliche Gefahrensituationen werden als Bedrohung gesehen.
Pateinten haben ständige Sorgen über die Auswirkungen von unvorhersehbaren Ereignissen und machen sich Gedanken um zukünftige Ereignisse.
Der Patient macht sich Sorgen darüber, wie ihn andere sehen.
Patienten mit GS machen sich primär Sorgen um die eigene Gesundheit, sekundär Sorgen um die Familie und zuletzt Sorgen um die Finanzen. Die Befürchtungen können nicht abgeschaltet werden und tauchen automatisch auf (Carlos, 1988). Sie sind dabei nicht kontrollierbar und der Patient ist ständig angespannt, nervös und erregt. Bis jetzt konnte noch keine eindeutige Ursache für GS gefunden werden. Eine Theorie bietet die lerntheoretische Sichtweise, bei der die GS aufgrund einer emotionalen Konditionierung auftritt (Davison et al., 2016). Dabei kommt es zu einer kognitiven Analyse von angstauslösenden Situationen, wobei angstauslösende Hinweise fehlen. Aus kognitionspsychologischer Sicht ist es für ein Individuum von Vorteil, ständig in Alarmbereitschaft für eventuelle Gefahren zu sein, um rechtzeitig eingreifen zu können (Davison et al., 2016). Kognitive Schemata aktivieren dabei die Ängste von Betroffenen automatisch. Häufig kommt es bei der GS auch zu Komorbiditäten mit Alkoholabusus, Major Depression und Panikstörung (Barnhill, 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Generalisierte Angststörung als Begrifflichkeit: Dieses Kapitel definiert die GS als anhaltende, schwer kontrollierbare Sorgen in verschiedenen Lebensbereichen und erläutert psychologische sowie lerntheoretische Erklärungsmodelle.
2 Klassifikationssysteme: Hier werden die diagnostischen Standards des ICD-10 und des DSM-5 gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten und methodische Unterschiede in der Erfassung des Störungsbildes aufgezeigt werden.
3 Zahlen und Fakten im Überblick: Dieses Kapitel liefert epidemiologische Eckdaten, wie Prävalenzraten und Altersgipfel des Krankheitsbeginns, und weist auf die Chronifizierungsgefahr hin.
4 Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen und Angsterkrankungen: Der Fokus liegt hier auf der notwendigen Abgrenzung der GS von organischen Erkrankungen sowie anderen Angststörungen wie Panikstörung, Agoraphobie und spezifischen Phobien.
5 Differenzialdiagnostik: Dieses Kapitel beschreibt das diagnostische Vorgehen, insbesondere den Ausschluss somatischer Ursachen durch Anamnese und medizinische Untersuchungen.
6 Therapiemöglichkeiten: Das Kapitel bietet eine Übersicht über therapeutische Interventionen, wobei der Schwerpunkt auf der Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie sowie ergänzenden Ansätzen liegt.
6.1 Behandlungsschritte der kognitiven Verhaltenstherapie: Detaillierte Darstellung der therapeutischen Phasen, von der Verhaltensanalyse über die kognitive Umstrukturierung bis zur Bearbeitung automatischer Gedanken.
6.2 Andere Therapieformen und neue Ansätze: Diskussion alternativer Optionen wie psychodynamische Therapie, Internet-gestützte Verfahren und die experimentelle Ketamin-augmentierte Psychotherapie.
Schlüsselwörter
Generalisierte Angststörung, GS, Psychologie, Klinische Psychologie, ICD-10, DSM-5, Kognitive Verhaltenstherapie, SORKC-Modell, Psychodynamische Therapie, Epidemiologie, Differenzialdiagnostik, Ketamin-augmentierte Psychotherapie, Angststörungen, Komorbidität, Symptomatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine wissenschaftliche Übersicht über das Krankheitsbild der generalisierten Angststörung, von der Begriffsbestimmung über die Diagnostik bis hin zu aktuellen therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die diagnostische Einordnung nach aktuellen Klassifikationssystemen, die epidemiologischen Rahmenbedingungen sowie die evidenzbasierten Methoden der Psychotherapie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung eines fundierten Wissensstandes zur GS, um klinisch relevante Aspekte der Diagnose und Behandlung für Studierende der Psychologie zugänglich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Zusammenführung aktueller klinischer Standards und Studien zur Generalisierten Angststörung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die diagnostische Einordnung nach ICD-10 und DSM-5, epidemiologische Daten, die Differenzialdiagnostik und eine ausführliche Darstellung der kognitiven Verhaltenstherapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert primär auf Begriffe wie Generalisierte Angststörung, Diagnostik, Kognitive Verhaltenstherapie und Differenzialdiagnose.
Warum ist die Abgrenzung zu anderen Störungen so wichtig?
Da die GS oft ähnliche körperliche Symptome aufweist wie somatische Erkrankungen oder andere Angststörungen, ist eine präzise Differenzialdiagnostik entscheidend, um Fehlbehandlungen zu vermeiden.
Welchen Stellenwert nimmt die Ketamin-Therapie ein?
Die Ketamin-augmentierte Psychotherapie wird als innovativer, ergänzender Ansatz für schwer behandelbare Fälle vorgestellt, der durch Steigerung der Neuroplastizität Veränderungsprozesse begünstigen kann.
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- Claudia Helgert (Author), 2022, Generalisierte Angststörung. Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen und Angsterkrankungen. Therapiemöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1417495