Der Golfsport als touristischer Standortfaktor

Potenzialanalyse und –prognose für Deutschland


Diplomarbeit, 2008

97 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen zum Tourismus
2.1 Definition Tourismus
2.2 Tourismus als Freizeitfaktor
2.2.1 Ursprung der Freizeit
2.2.2 Motive der Reisenden
2.2.3 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Einflussgrößen der künftigen Entwicklung im Tourismus

3 Sporttourismus
3.1 Zwei Megabereiche treffen aufeinander
3.2 Definition des Begriffs Sporttourismus
3.3 Der Markt für Sporttourismus
3.3.1 Die Struktur der Nachfrage
3.3.2 Struktur des Angebotes
3.4 Trends im Sporttourismus

4 Der Golfsport - allgemeine Grundlagen
4.1 Begriffsbestimmungen- eine Einführung in den Sport
4.2 Geschichte des Golfsports
4.3 Entwicklungsstadien von Golfmärkten
4.4 Einflussfaktoren auf den Golfmarkt
4.5 Die Stufen des Golferlebenszyklus

5 Die Struktur des deutschen Golfmarktes
5.1 Die quantitative Entwicklung des deutschen Golfmarkts
5.2 Der deutsche Golfmarkt im internationalen Vergleich
5.3 Determinanten der Nachfrage
5.3.1 Wichtige Trends und Entwicklungen für den Golfsport
5.3.2 Substitute zu Golf
5.3.2.1 Crossgolf
5.3.2.2 Swin Golf
5.3.2.3 Indoor Golf
5.3.3 Image des Golfsports
5.3.4 Potential und Interesse für Golf
5.3.5 Barrieren und Gründe gegen Golf
5.3.6 Das Persönlichkeitsprofil deutscher Golfer
5.3.7 Organisationen im deutschen Golfsportmarkt
5.4 Die Struktur des Angebots
5.4.1 Die Entwicklung des Golfangebots
5.4.2 Wirtschaftsfaktor Golf in Deutschland
5.4.3 Auslastung deutscher Golfanlagen
5.4.4 Die wirtschaftliche Situation deutscher Golfanlagen

6 Golftourismus - allgemeine Grundlagen
6.1 Formen des Golftourismus
6.2 Besonderheiten des Produktes „Golfreise“
6.3 Wirtschaftliche Bedeutung des Golftourismus

7. Aktivitäten auf dem deutschen Golftourismusmarkt
7.1 Golftouristisches Angebot in Deutschland
7.1.1 Touristische Orientierung deutscher Golfanlagen
7.1.2 Kooperationsformen im Golftourismus
7.1.3 Angebotsebenen im deutschen Golftourismus
7.1.4 Touristische Golf-Leistungen
7.2 Auslastungsmöglichkeiten deutscher Golfanlagen durch Golftouristen
7.3 Kennzahlen zum Reiseverhalten deutscher Golfer
7.3.1 Kennzahlen bei Tagesausflügen
7.3.2 Kennzahlen bei Golfreisen
7.3.2.1 Reisemotivation
7.3.2.2 Intensität und Dauer des Golfurlaubs
7.3.2.3 Organisation und Unterkunft des Golfurlaubs
7.3.2.4 Ausgaben
7.3.2.5 Reiseziele
7.3.2.6 Reisezeiten
7.3.2.7 Traumreiseziele
7.3.2.8 Golfkurse und Greenfee-Runden im Urlaub
7.4 Bedürfnisse und Erwartungen von Golfreisenden
7.5 Golfurlaub in Deutschland
7.6 Golftourismus international
7.7 Marketingaktivitäten in der Golftourismus-Branche

8 Die Zukunft des Golftourismusmarktes in Deutschland
8.1 Ziele, Rahmenbedingungen, Maßnahmen zukünftiger Golfentwicklung
8.2 Generelle Voraussetzungen für erfolgreiche golftouristische Aktivitäten
8.3 Chancen für Urlaubsregionen im regionalen Tourismus
8.4 Gestaltung der Marketingaktivitäten
8.4.1 Produktpolitik
8.4.2 Preispolitik
8.4.3 Distributionspolitik
8.4.4 Kommunikationspolitik

9 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Modell der Bedürfnishierarchie im touristischen Zusammenhang

Abb. 2: Golflebenszyklus für Europa

Abb. 3: Golfer-Lebenszyklus

Abb. 4: Lebenszyklusstatus des Golfmarkts in Deutschland

Abb. 5: Golfanlagen Stand 1950

Abb. 6: Golfanlagen Stand 1980

Abb. 7: Golfanlagen Stand 1994

Abb. 8: Golfanlagen Stand 2004

Abb. 9: Auslastung deutscher Golfanlagen (2. Variante)

Abb. 10: Reiseziele deutscher Golfer

Abb. 11: Traumreiseziele deutscher Golfer bei längeren Golfreisen

Abb. 12: Traumreiseziele deutscher Golfer bei kurzen Golfreisen

Abb. 13: Golffreundlichste Urlaubsregionen in Deutschland

Abb. 14: Kooperationsalternativen im regionalen Golftourismus

Tab. 1: Nachfrageformen und Nachfragetypen im Sporttourismus

Tab. 2: Entwicklungsstadien von Golfmärkten

Tab. 3: eig. Darstellung, Vergleich der Mitgliederzahlen des DOSB

Tab. 4: Quantitative Entwicklung des deutschen Golfmarkts

Tab. 5: Der deutsche Golfmarkt im internationalen Vergleich

Tab. 6: Golfer und Bevölkerung in Deutschland nach Haushaltsgröße

Tab. 7: Golfer und Bevölkerung in Deutschland nach Haushaltsnettoeinkommen

Tab. 8: Auslastung deutscher Golfanlagen(1. Variante)

Tab. 9: Trägerschaftsmodelle im deutschen Golf

Tab. 10: Durchschnittsausgaben bei Golfreisen

Tab. 11: Kurzreiseziele deutscher Golfer

Tab. 12: Reiseziele deutscher Golfer bei längeren Golfreisen

Tab. 13: Deutsche Golf-Urlaubsregionen - Bekanntheit und Besuch

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Deutschland ist auch im Jahr 2006 der Reiseweltmeister. Keine andere Nation war reiselustiger als die Deutschen. Doch auch als Urlaubsdestination wird Deutschland immer beliebter (vgl. Spiegel 15.12.2004). Sicherlich hat vor allem die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006 dazu beigetragen, dass die Übernachtungszahlen so stark angestiegen sind (vgl. Handelsblatt 16.01.2007). Eine bessere Werbung für ein Land kann es gar nicht geben, als solch ein Ereignis auszurichten. Auch das offizielle Motto der WM: „Die Welt zu Gast bei Freunden“ sollte der ganzen Welt zeigen, was Deutschland für ein gastfreundliches und weltoffenes Land ist (vgl. WM 2006). Zwar konnte Deutschland in den letzten Jahren stetig Zuwächse im Tourismussektor verzeichnen, jedoch waren die meist nur gering. Ob die Tourismusbranche durch die Fußballweltmeisterschaft noch in den nächsten Jahren profitieren wird, bleibt abzuwarten.

Für Deutschland als Reiseziel wird es durch den globalen Wettbewerb immer schwerer, weiter voranzukommen. Deshalb ist es wichtig, neue Wachstumsfelder zu suchen. Eine zunehmende Gesundheits- und Sportorientierung gibt der Tourismusbranche vor allem im Bereich Sporttourismus die Chance, neue Wege zu gehen. Die Kombination von Reisen und Sport sollte im Land des Reiseweltmeisters und einem Volk der Sportbegeisterten einige Möglichkeiten aufbieten, diese Bereiche zu verknüpfen (vgl. Dreyer 2002, S. 2).

Sehr gut dafür eignen würde sich der Golfsport. Dieser ist zurzeit im Aufschwung und verzeichnet neben Fußball die zweithöchsten Zuwachsraten aller Sportarten (vgl. Schwark 2006, S. 133). In den letzten Jahren stieg die Zahl der Golfer stetig an. Im Jahr 2006 wuchs die Anzahl der registrierten Golfer auf 527.427. Durch die Tatsache, dass viele Golfspieler Abwechslung mögen und gern verschiedene Golfanlagen kennen lernen möchten, stellt der Golfsport eine ideale Kombination von Sport und Tourismus dar (vgl. Gutike 2007, S. 32). Jedoch ergeben sich bei der Umsetzung dieser Kombination einige Fragen: Kann die Tourismusbranche den Aufschwung im Golf überhaupt ausnutzen, so dass der Golfsport den Status eines Standortfaktors im Tourismus erlangt? Welche Bedeutung hat Golf bzw. Golftourismus für die Wirtschaft? Wie sieht das Persönlichkeitsprofil der Golfer überhaupt aus? Stellen Golftouristen überhaupt eine attraktive Zielgruppe dar und wie sollte ein Marketingprogramm für den Golftourismus aussehen (vgl. Golfmanager 4/2001)?

Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, ob der Golfsport in Deutschland das Potential hat, ein touristischer Standortfaktor zu sein.

Nachdem im zweiten Abschnitt einleitend einige grundlegende Informationen zum Tourismus dargestellt werden, befasst sich der dritte Punkt mit dem Markt für Sporttourismus. Im vierten Abschnitt stehen allgemeine Grundlagen zum Golf im Mittelpunkt. Dabei werden einige Begriffe genauer erklärt, die Geschichte des Golfsports und die Stufen eines Golferlebenszyklus kurz dargstellt sowie die verschiedenen Entwicklungsstadien von Golfmärkten aufgezeigt. Dieser Punkt ist besonders wichtig, um einführend ein gewisses Know-how über den Golfsport zu bekommen.

Im fünften Abschnitt liegt das Augenmerk auf der Struktur des deutschen Golfmarktes. Neben der Darstellung der quantitativen Entwicklung wird der deutsche Markt mit anderen Nationen verglichen. Außerdem werden die Bestimmungsgründe der Nachfrage näher beleuchtet. Die Entwicklung des Angebotes und die Frage, inwieweit Golf ein Wirtschaftsfaktor darstellt, werden ebenso ausführlich betrachtet, wie die wirtschaftliche Situation deutscher Golfanlagen. Vor allem diese Ergebnisse sind wichtig für die Beurteilung des Golftourismusmarktes, da das Angebot die touristischen Aktivitäten mitentscheidend ist und die Golfer auch die Zielgruppe für die Anbieter des Golftourismusmarktes darstellen.

Der sechste Punkt beschreibt einige Grundlagen zum Golftourismus, wie z.B. die verschiedenen Formen und die wirtschaftliche Bedeutung des Golftourismus sowie einige Besonderheiten des Produktes Golfreise näher. Im siebten Abschnitt stehen zuerst die touristische Orientierung deutscher Golfanlagen sowie die verschiedenen Kooperationsformen und Angebotsebenen im Mittelpunkt. Danach werden verschiedene Kennzahlen zum Reiseverhalten deutscher Golfer ausgewertet, beispielsweise Intensität und Dauer des Urlaubs, die Höhe der Ausgaben, Reisezeiten und Reiseziele u.v. m. Neben den Bedürfnissen und Erwartungen, dem internationalen Vergleich verschiedener Golftourismusmärkte sowie den bisher durchgeführten Marketingaktivitäten in der Branche liegt der Fokus vor allem in der genaueren Betrachtung Deutschlands als Golfurlaubsziel.

Der vorletzte Punkt beschäftigt sich mit der Zukunft des Golftourismusmarktes in Deutschland. Dabei werden u.a. Chancen im regionalen Tourismus aufgezeigt, generelle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft sowie ein umfangreiches Marketingkonzept dargestellt. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse stellt der neunte und damit letzte Abschnitt dar.

2 Grundlagen zum Tourismus

Seit dem 19. Jahrhundert hat sich der Tourismus für die Gesellschaft und Wirtschaft zu einem wichtigen Bestandteil entwickelt. Kaum ein anderer Bereich konnte in den letzten Jahren solch starke Zuwächse verzeichnen wie diese Branche (vgl. Steinecke 2006, S. 11). Die Zahl der Ankünfte ist weltweit in den letzten 45 Jahren auf nunmehr 806 Mio. gestiegen1. Im selben Zeitraum haben sich die Reiseausgaben von sieben Mrd. US $ auf 680 Mrd. US $ erhöht. Für die nächsten Jahre rechnet die World Tourism Organization (UNWTO) weltweit mit weiterhin enormen Zuwächsen in der Tourismusbranche.

Allein die deutschen Urlauber gaben im Jahr 2006 72,7 Milliarden US $ für Reisen aus. Dies bedeutet zugleich den Titel der Reiseweltmeister. Aber auch die Seite der Einnahmen kann 2006 nach vorläufigen Schätzungen mit über 31 Milliarden US $ einen erneuten Zuwachs verzeichnen (vgl. World Tourism Organization und Deutscher Reiseverband).

Dieser Abschnitt ist vorgesehen um grundlegende Informationen über den Tourismus zu geben. Neben einer Begriffsdefinition werden in diesem Punkt vor allem der Aspekt Freizeit näher betrachtet, die Motive der Reisenden dargestellt sowie die Einflussfaktoren auf die zukünftige Entwicklungen im Tourismus genauer beleuchtet.

2.1 Definition Tourismus

Zuallererst ist es notwendig, eine passende Definition zu suchen, um sich Klarheit über den Terminus zu verschaffen. Seitdem sich die Wissenschaft mit dem Thema Tourismus beschäftigt, sind verschiedene Versuche gestartet worden, diesen Begriff eindeutig abzugrenzen. Dies erwies sich aber als äußerst schwierig, da das Phänomen „Reisen“ vielerlei Gestalt annehmen kann. (vgl. Steinecke, 2006 S.12). Die UNWTO definiert Tourismus als „Aktivitäten von Personen, die an Orte außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschäfts- oder bestimmten anderen Zwecken nicht länger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten“ (s. Breidenbach 2002, S. 25). Touristische Aktivitäten weisen daher zum Teil große Unterschiede bezüglich ihrer Motive (Erholung, Beruf, Bildung etc.), ihrer Dauer (Tagesausflug, Kurzreise, Urlaubsreise) sowie der Entfernung (städtisches Umland, Inland, Ausland) auf.

2.2 Tourismus als Freizeitfaktor

Immer mehr Menschen nutzen ihre Freizeit, um zu reisen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der touristische Markt einen der größten Wachstumsmärkte weltweit darstellt. Wachstumsraten zwischen fünf und zehn Prozent verzeichnet die Branche jedes Jahr laut UNWTO.

Doch weshalb reisen so viele Menschen in ihrer freien Zeit? Welche Einflussfaktoren haben zu solch einem Reiseaufkommen geführt? Und vor allem woher hat der Begriff Freizeit seinen Ursprung? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich die nächsten Abschnitte.

2.2.1 Ursprung der Freizeit

Das deutsche Wort Freizeit entwickelte sich in der Zeit um 1350 aus dem Begriff „frey zeyt“, was soviel wie Marktzufriedenheit ausdrücken sollte. Marktreisende und Besucher wurden während der Marktzeiten vor Störungen und Angriffen geschützt. „Frey zeyt“ bezeichnete damals die temporäre Friedenszeit. Aus dieser Wortschöpfung entwickelte sich im Laufe der Jahre der neue Freiheitsbegriff. Dieser sollte die Freizeit als die Zeit der Freiheit darstellen. Noch im 18. Jahrhundert war eine tägliche Arbeitsdauer von 18 Stunden am Tag keine Seltenheit. Freizeit war bestenfalls im Wortschatz der Oberschicht vertreten und stellte einen gewissen Sozialstatus dar.

In Deutschland sank die Arbeitszeit erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Erst jetzt konnte die erwerbsfreie Zeit für Bildung, Erholung und politische Betätigungen genutzt werden. 1990 war das tägliche Arbeitspensum erstmals geringer als die Freizeit, so dass sich der Stellenwert der Arbeit merklich veränderte (vgl. Breidenbach 2002, S. 5ff). Jedoch hat die Verkürzung der Arbeitszeit nicht im gleichen Maße zu mehr Freizeit geführt, da Faktoren, wie längere Anfahrtswege zum Arbeitsplatz, Schichtarbeit oder zunehmende gesellschaftliche Verpflichtungen, zwar zur arbeitsfreien Zeit zählen, aber nicht komplett der wirklich frei verfügbaren Zeit gut geschrieben werden können.(vgl. Institut für Freizeitwirtschaft 2003, S. 41).

2.2.2 Motive der Reisenden

Das Bedürfnis zu reisen scheint ungebrochen. Jedoch unterscheiden sich die Motive für den Antritt einer Reise erheblich. Zuallererst muss zwischen beruflich bedingten Reisen und privaten Reisen unterschieden werden. Erstgenannte sind unbedingt für das Unternehmen notwendig, wie z.B. der Besuch von Messen und Ausstellungen, die Pflege von Geschäftsbeziehungen oder das Führen von Verhandlungen. Dabei ist das Motiv eindeutig bestimmt. Im Gegensatz dazu gibt es bei privaten Reisen eine Vielzahl von Motiven. Einige davon können ebenfalls unabdingbar sein, der überwiegende Teil jedoch erfolgt nach individuellen Bedürfnissen (vgl. Mundt 2006, S. 105ff.).

Abbildung eins zeigt „Maslow´s Bedürfnispyramide“ aus touristischer Sicht. Diese verdeutlicht, dass man das Phänomen Reisen nicht ausschließlich einer einzigen Bedürfnisebene zuschreiben kann. So kann beispielsweise eine Kurreise als eine Art Existenzsicherung angesehen werden, wenn sie zur Wiederherstellung der Gesundheit dient. Religiöse Menschen sehen Wallfahrten bzw. Pilgerreisen als Grundbedürfnis an, um ihren Glauben zu stärken (vgl. Luft 2005 S. 52).

Soziale Bedürfnisse können beispielsweise Reisen zu Verwandten oder Bekannten sein, um Kontakte aufrechtzuerhalten und mit vertrauten Personen zu kommunizieren. Zu den Luxusbedürfnissen kann man Urlaubsreisen zählen, obwohl die Bedeutung solch einer Reise auch vom Wohlstand der Personen abhängt. Nicht für jedermann bedeutet heutzutage Urlaub auch Luxus, denn die Einen sparen jahrelang für eine teure Reise, für Andere sind mehrere Urlaube im Jahr schon die Normalität (vgl. Luft 2005, S. 53).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Modell der Bed ü rfnishierarchie im touristischen Zusammenhang Quelle: Stollberg-Schloemer 2002, S. 10

Grundsätzlich zeigt das Modell von Maslow, dass im Laufe eines Lebens die Bedürfnisse und Motive eines Menschen durch ein Streben in die nächsthöhere Ebene geleitet werden. Wenn das Verlangen nach etwas bestimmten befriedigt ist, wird die darüberliegende Bedürfnisebene ausgelöst.

Durch den Einfluss der jeweiligen sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Situation, gepaart mit den Marketingaktivitäten der Tourismusanbieter, entwickeln sich aus den touristischen Grundbedürfnissen die tatsächlichen Reisemotive sowie -erwartungen der jeweiligen Person (vgl. Luft 2005, S. 54). Als Motive für private Reisen gelten Erholung, Entspannung, Erlebnis, Abwechslung, Bildung, Kultur, Naturerlebnis, Kommunikation oder sportliche Aktivitäten. Den Grund, warum sich die Menschen zum Beispiel erholen oder entspannen wollen, versucht die Tourismusforschung sowohl mit theoriegeleiteten als auch mit empirischen Erklärungsansätzen zu hinterfragen. Doch diese Ansätze sind oftmals aufgrund von Interpretationsproblemen als kritisch anzusehen, da es häufig mehrere Motive sind, die Menschen zum Reisen bewegen (vgl. Steinecke 2005, S. 47 f. und Mundt 2006, S. 109ff.).

2.2.3 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Einflussgrößen der künftigen Entwicklung im Tourismus

Dass sich die Tourismusindustrie in den letzten Jahren zu einer der zuwachsstärksten Branchen entwickelt hat, hängt hauptsächlich an den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einflussgrößen, die diesen Bereich geprägt haben. Einige von ihnen werden in diesem Punkt dargestellt (vgl. Bieger 2006, S. 40).

Einen der wichtigsten Faktoren stellt die Veränderung der Bevölkerungsstruktur dar. Die Bevölkerung wird in den nächsten dreißig Jahren enorm zurückgehen. Der Anteil an Senioren, mit speziellen Ansprüchen und einiger Reiseerfahrung, dagegen wird zunehmen. Kleine kinderlose Haushalte, welche in ihrer Freizeit sehr aktiv und spontan sind, steigen weiter an. Dagegen geht die Anzahl an Familien mit Kindern immer weiter zurück. Dies bedeutet für die Tourismusbranche geringere bzw. veränderte Nachfragepotentiale. (vgl. Luft 2005, S. 55).

Andererseits vollzieht sich, wie schon im Punkt 2.1.1 näher erläutert, seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein eindeutiger Wandel in Bezug auf Arbeit und Freizeit, denn die Verkürzung der Wochenarbeitszeit, gesetzlich festgelegter Urlaubsanspruch, eine höhere Lebenserwartung bei zeitgleicher Beschränkung der Lebensarbeitszeit sowie steigende Realeinkommen in breiten Bevölkerungsschichten eröffnen neue Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung der Freizeit (vgl. Schröder, Widmann, Widmann 2005, S. 9).

Eindeutig erkennbar ist der direkte Zusammenhang zwischen einem höheren Einkommen und einer damit verbundenen höheren Reiseintensität. Die Spanne zwischen den Geringverdienern und denjenigen, die einen gut bezahlten Job haben wird immer größer. Dies hat natürlich auch für den Tourismus Auswirkungen. Zwischen Billigtourismus und anspruchsvollem Tourismus geht die Schere immer weiter auseinander. Die Anbieter müssen den Markt nun in viele verschiedene Segmente gliedern, um eine möglichst hohe Zahl Reisender aufweisen zu können (vgl. Luft 2005, S. 55).

Aber nicht nur die Einkommensverteilung hat sich verändert, auch die Lebenseinstellung ist eine andere geworden. „Heutzutage arbeitet man, um zu leben und seine Freizeit zu genießen“ (s. Luft 2005, S.55). Dabei werden Begriffe wie Erlebnis, Kultur, Genuss, Wellness und Wohlbefinden immer wichtiger, speziell für die Akteure im Marketing.

Ein ganz wichtiger Grund für die enorme Entwicklung im Tourismus ist die Steigerung der Mobilität. Neben einer zunehmenden privaten Nutzung des PKW´s ist vor allem der Flugverkehr um einiges attraktiver geworden. Besonders in dieser Branche ist das Reisen durch kürzere Beförderungszeiten und billigere Transportkosten in den letzten Jahren viel einfacher, schneller und vor allem preisgünstiger geworden (vgl. Luft 2005, S. 58). Einige Low-Cost-Fluggesellschaften (Billiganflugbieter), wie Hapag-Lloyd, Ryanair oder Air Berlin haben mit einer konsequenten Reduzierung der Kosten für Veränderungen auf dem deutschen Luftverkehrsmarkt gesorgt und konzentrieren sich ausschließlich auf die Kernleistung „Flug“. Andere Leistungen, wie z.B. Bordverpflegung, Zeitungen u.ä. entfallen bzw. sind extra zu bezahlen (vgl. Leder/ Steinecke 2006, S. 3).

Infolge vieler Terroranschläge hat sich auch das Sicherheitsbewusstsein vieler Reisenden deutlich erhöht. Vor allem der Anschlag auf das World Trade Center in New York 2001, weitere Attentate in Urlaubsgebieten bzw. Großstädten (z. B. Insel Djerba, Bali, London, Madrid) und der Irak- Krieg haben zu kurzfristigen Nachfragerückgängen geführt. Langfristig gesehen allerdings waren diese Veränderungen kaum zu erkennen, da vor allem an Flughäfen und anderen gefährdeten Orten die Sicherheit erhöht wurde.

Gereist wird trotzdem, nur dass die aktuelle Sicherheitslage bei der Auswahl des Reiseziels eine größere Rolle spielt (vgl. Steinecke S. 302f.).

3 Sporttourismus

Egal ob man selbst sportlich aktiv sein möchte oder ein Sportereignis der Anlass zu einer Reise ist, Sportreisen liegen im Trend. Der Sport motiviert zum Ortswechsel (vgl. Opachowski 2001, S. 91). Die Medien haben vor allem dazu beigetragen, dass die ganze Welt scheinbar ein großer Sportplatz geworden ist. Ob beim City Marathon in New York, im Tenniscamp auf Gran Canaria, bei Formel 1 Rennen auf der ganzen Welt, in Rudi Völlers Fußballschule auf Mallorca, bei Olympia oder bei der Fußballweltmeisterschaft - der Sport mit seinen Veranstaltungen stellt ein internationales Phänomen dar (vgl. Trosien/Dinkel 2001, S. 32 und Schwark 2005, Vorwort). In diesem Abschnitt werden die beiden Megabereiche vorgestellt, aus denen sich der Sporttourismus zusammensetzt. Außerdem wird der Begriff definiert, der Markt für diesen Bereich genauer betrachtet sowie über einige Trends berichtet.

3.1 Zwei Megabereiche treffen aufeinander

Beim Sport- Tourismus treffen zwei der wichtigsten deutschen Freizeitphänomene aufeinander: Der Megamarkt Tourismus mit dem Volkssport Reisen und der Megamarkt Sport mit einem Volk der Sporttreibenden. Über die Hälfte aller Deutschen fahren mindestens einmal im Jahr in den Urlaub (mindestens fünf Tage). Mehr als ein Drittel ist Mitglied in einem Sportverein, viele Andere sind mehr oder weniger sportlich aktiv bzw. interessiert am Sport (vgl. Dreyer 2002, S. 2). Bemerkenswert ist auch die Zahl der Sportzuschauer in Deutschland. Allein im Jahr 2005 besuchten 18,3 Mio. Menschen eine Sportveranstaltung.

Zusammengefasst gibt dies ca. 60. Mio. Urlaubsreisende und ca. 40 Mio. Sportbegeisterte2, jedoch aber keinen neuen Megamarkt. Die „Schnittmenge“ für den Bereich Sporttourismus ist viel kleiner als gedacht. In Deutschland organisieren nur ca. 300-500.000 „Pauschal“-Sporttouristen ihre Reise über einen Veranstalter. Hingegen gibt es ca. fünf Mio. „individuell“ Sporttreibende im Urlaub, die ihre Reisen selbst organisieren (vgl. Trosien/ Dinkel 2001, S. 37ff.).

Durch ein großes Spektrum an verschiedenartigen Sportarten stellt sich der Markt als sehr unübersichtlich, inhomogen und individuell dar (vgl. Dreyer 2002, S.3).

3.2 Definition des Begriffs Sporttourismus

Sport und sportliche Aktivitäten haben das große Interesse der Menschen geweckt. Ausflüge, Kurz- oder Sporturlaub, Freizeitaktivitäten in Verbindung mit Sport haben im Tourismus einen eigenen Bereich entstehen lassen (vgl. Leder/Steinecke 2006, S. 89). Um ein einheitliches Verständnis über den Begriff des Sporttourismus zu bekommen, ist es notwendig, diesen genau abzugrenzen bzw. zu definieren. Was sind die genauen Motive für Sportreisen und wo ordnet man die Gruppe der Sportunterstützer ein? Sind die beiden Bereiche Sport und Tourismus gleichberechtigt oder sind die Begriffe eigenständig zu betrachten? Solche und ähnliche Fragen können oftmals nicht eindeutig geklärt werden, da unterschiedliche Sichtweisen und Argumentationen vorliegen (vgl. Schwark 2002, S. 44). Trosien/Dinkel 2001, S.43 definieren Sporttourismus wie folgt und unterscheiden dabei zwischen einer engen und einer weiten Sichtweise:

„Sporttourismus i. e. S. sind Reisen, bei denen Sport(ausübung) ein Hauptmotiv der Reise ist (v. a. Sport als Urlaubsform, Sportreise, Sport-Urlaub, SportGeschäftsreisen).“

„Sporttourismus i. w. S. sind Reisen, bei denen Sport(ausübung) ein Nebenmotiv der Reise ist (Sport im Urlaub, Urlaubssport)“.

3.3 Der Markt für Sporttourismus

Der Sporttourismus ist bisher noch ein relativ unerforschtes Gebiet, was womöglich vom bis dato eher geringen Gesamtvolumen des Marktes abhängig ist (vgl. Dreyer 2002, S. 13). Für den Sport und den Tourismus gilt der Sporttourismus allerdings als Hoffnungsträger für die Zukunft. Erstmalig haben sich die UNWTO und das International Olympic Committee (IOC) im Jahr 2001 auf dem Sporttourismusgipfel in Barcelona gemeinsam mit diesem Themenbereich befasst. Auch auf der Jahrestagung der UNWTO 2001, die in Soul und Japan stattfand und sich vor allem mit der Fußball WM 2002 beschäftigte, zeigte sich inzwischen die Relevanz des Bereiches Sporttourismus. Der Markt weist nachweislich enormes Potential auf. Die Struktur des Marktes wird im Folgendem näher betrachtet (vgl. Dreyer 2002, S. 2).

3.3.1 Die Struktur der Nachfrage

Die Nachfrage nach Sportreisen war in den letzten Jahren eher gering. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Deutschen, die jährlich in den Urlaub reisen, geben Sport als Hauptreisemotiv an.3 (vgl. Freyer/Groß 2006, S. 19). Allerdings wird die Anzahl derer, die einen auf sportliche Betätigung ausgerichteten Aktivurlaub unternehmen, immer größer. Inwieweit dieser dann als solcher verlebt wird, spielt eine eher untergeordnete Rolle. Sportorientierte Veranstaltungsreisen bedeuten außerdem nicht immer, dass man selbst sportlich aktiv wird. Die Möglichkeit zum Besuch eines großen Sportereignisses kann dabei auch gewählt werden.

Um einen genauen Überblick über die Nachfrageformen und Nachfragetypen im Sporttourismus zu bekommen, werden die vier Gruppen in Tabelle eins genauer beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Nachfrageformen und Nachfragetypen im Sporttourismus Quelle: in Anlehnung an Dreyer 1995, S. 14

Sportliche Aktivitäten stehen für den „Sportorientierten Aktivurlauber“ im Vordergrund, aber auch andere Aspekte sind für ihn nicht unwichtig. Der Aktivurlauber widmet sich verschiedenen Sportarten, eine ist ihm zu wenig. So trifft man ihn beispielsweise beim Wintersport und auch beim Wassersport. Der Sporturlauber richtet seine Reise auch komplett am Sport aus. Jedoch legt er sein Augenmerk nur auf die Ausübung einer Sportart, z.B. nur Surfen oder nur Skifahren. Für Trainings- und Wettkampfreisende dagegen steht die Verbesserung der Leistung in einem Trainingslager oder der sportliche Vergleich mit Gleichgesinnten bei einem Wettkampf im Vordergrund. Personen, die selbst nicht sportlich aktiv werden und die Sportveranstaltungen nur als passive Akteure besuchen, gehören zu der Gruppe der Sportveranstaltungstouristen. (vgl. Breidenbach 2002, S. 78f.).

3.3.2 Struktur des Angebotes

Bei einer näheren Betrachtung des Marktes der Sportreiseveranstalter zeigt sich eine deutliche Inhomogenität. Sportliche Pauschalreisen werden nur von wenigen großen Veranstaltern angeboten. Im Gegensatz dazu sind viele Spezialisten auf dem Sportreisemarkt vertreten, die vor allem lokal tätig sind oder sich auf gewisse Sportarten spezialisiert haben, beispielsweise Froschreisen und Vieten Tours. Aber auch Gelegenheitsveranstalter, wie beispielsweise Sportvereine, Sportverbände oder Reisebüros, sollten nicht vergessen werden, da auch sie, denn auch nur wenige Male im Jahr, Sonderreisen für Sportgruppen veranstalten.

Durch eine eher geringe Nachfrage halten sich die großen Veranstalter der Reisebranche, bedingt durch dieses eher kleine, wenig attraktive Marktsegment, bisher deutlich zurück. Des Weiteren ist es durch die Vielzahl an Sportarten für die klassischen Veranstalter kaum möglich, auf allen Gebieten ausreichend Kompetenzen aufweisen zu können. Erschwerend kommt ebenso hinzu, dass durch die individuellen Ansprüche der Sporttouristen eine Standardisierung des Angebots kaum möglich ist. Daher wird der Markt oft den Spezialisten überlassen, die in vielen Bereichen ihre Angebote vor allem flexibler und individueller gestalten können (vgl. Breidenbach 2002, S. 79f.).

3.4 Trends im Sporttourismus

Wie bereits im vorherigen Punkt näher betrachtet, ist das Sportangebot für Touristen sehr vielfältig. Der Sporttourismus wird hauptsächlich durch viele Trendsportarten beeinflusst. Die Vorstellungen und Gewohnheiten derer, die Sport treiben, haben sich in den letzten Jahren mehr oder weniger stark verändert. Dies hat natürlich auch auf die Nachfrageseite von Sportreisen Auswirkungen. Einige dieser Trends stellen Breidenbach (2002, S. 29) und Trosien/Dinkel (2001, S 38f.) dar:

ƒ- Trend zum Spaß („Fun-Sportarten“).
ƒ- Trend zur Bewegungs- und Körperkultur (lustvolle Bewegung, Ästhetik, Spiel, Gesundheit, Gemeinschaftserlebnis).
ƒ- Trend zu Körper, Geist, Seele (Body- und Mind-Programme, Fitness und Wellness, möglichst mit exotischen Einschlägen).
ƒ- Trend zum Sport als Abenteuer (Erlebnis, Aktion, Grenzen austesten).
ƒ- Trend zum Sport-Event (Inszenierung des Sports, Sport sehen und erleben).

Einige dieser Trends spielen auch bei einem bedeutenden Vertreter des Sporttourismus, dem Golftourismus, eine wichtige Rolle. Nachdem der Sporttourismus allgemein mit seinen Besonderheiten dargestellt wurde, wird jetzt der Fokus auf den Golfsport bzw. Golftourismus gelegt.

4 Der Golfsport - allgemeine Grundlagen

Golf als Freizeitsport konnte vor allem in Europa in den letzten Jahren ein enormes Wachstum verzeichnen. Zwar zählt Golf in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern, immer noch zu den kleineren Sportarten, jedoch ist das Interesse an diesem Sport so groß wie noch nie (vgl. Fontanari/Graeber 2004, S. 20).

Der Golfsport ist eng verbunden mit einigen wichtigen Eigenschaften, die auch für die heutige Gesellschaft von großer Bedeutung sind. So steht Golf für Bewegung in frischer Luft inmitten schöner Landschaften. Aber auch der sportliche Wettkampf sowie die gesellige Runde mit Gleichgesinnten nach dem Spiel im Clubhaus machen Golf zu einer außergewöhnlichen Sportart, die auch für den Tourismus ein großes Potential darstellt (vgl. Institut für Freizeitwirtschaft 2003, S. 269). Das als teurer und Sport für alte Leute bezeichnete Golfspiel konnte speziell in den letzten Jahren diese Vorurteile verwerfen (vgl. Thüringer-Allgemeine). Dieser Abschnitt soll u. a. den Golfsport allgemein kurz darstellen und die geschichtliche Entwicklung des Sports aufzeigen

4.1 Begriffsbestimmungen- eine Einführung in den Sport

Wenn man über Golf spricht, ist es wichtig, das Spiel kurz zu erklären um grundlegende Dinge zu klären. Ein Golfplatz verfügt meist über 18 verschiedene Golfbahnen (auch „Löcher“ genannt) auf landschaftsintegrierten Rasenflächen. Möglich sind aber auch Golfplätze mit 9, 27 oder 36 Löchern. Ziel des Spiels ist es, am Ende von jeder der 18 Bahnen, die mehrere hundert Meter lang sein können, einen Golfball (4,2 cm Durchmesser, ca. 46 g schwer) mit Hilfe von Golfschlägern in ein kreisrundes Loch (ca. 10,8 cm Durchmesser) zu befördern, welches sich auf einer kurzgeschnittenen Rasenfläche („Green“) befindet. Dafür sollen möglichst wenige Schläge gebraucht werden. Das Handicap eines Spielers ist eine Kennzahl, welche die ungefähre Spielstärke eines Golfers darstellt. Je niedriger das Handicap eines Golfers, desto spielstärker ist dieser (vgl. Golfspielen).

Jede Spielbahn („Fairway“) beginnt mit einem in der Regel etwas erhöhten Abschlag („Tee“). Für diesen Abschlag ist ein spezieller Schläger notwendig. Insgesamt dürfen die Golfspieler höchstens 14 verschiedene Schläger mit auf eine Golfrunde nehmen. Unterschiede gibt es dabei bei der Ausformung der Schlägerköpfe („Hölzer bzw. „Eisen“), die über verschiedene Neigungswinkel verfügen. Diese bestimmen, ob die Flugbahn des Balles eher lang und flach oder kurz und hoch ist. Unterschiede bei den Golfsschlägern gibt es außerdem bei der Länge der Schäfte. Die Auswahl des Schlägers ist abhängig von der Länge des angestrebten Schlages bzw. von den Hindernissen (Bäume, Sträucher, Wasser, Sandbunker), welche überwunden werden müssen (vgl. Billion 1999, S.102 und Wikipedia Golf).

4.2 Geschichte des Golfsports

Die Ballsportart Golf kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Wo aber nun die Ursprünge dieser Sportart liegen, kann aufgrund mehrerer Theorien nicht eindeutig bestimmt werden. In den meisten Fällen werden die Schotten als Erfinder des Golfs geführt. Aber auch Studien, wo Frankreich, Holland, Belgien und sogar Länder, wie Ägypten, Japan, Korea oder China, als Ursprungsland dieser Sportart gesehen werden sind keine Seltenheit. Allerdings gab es in diesen Ländern oftmals nur Hinweise auf ein Spiel mit Ball und Schlägern (vgl. Wikipedia Golf).

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde das eigentliche Golfspiel erfunden, was zu dieser Zeit als „Gowl“ bezeichnet wurde. 1457 allerdings sprach das schottische Parlament ein Verbot für das Spiel aus. Es befürchtete, dass durch die Begeisterung für Golf und Fußball das aus militärischer Sicht wichtige Bogenschießen zu sehr vernachlässigt werden könnte. Als jedoch der schottische König Jakob IV. Anfang des 16. Jahrhunderts selbst wieder den Golfsport ausübte, war das Verbot hinfällig. Nachdem seine Enkelin Maria Stuart den Sport wenige Jahre danach in Frankreich einführte, brachte König James VI. weitere Jahre später den Golfsport nach England (vgl. Gutike 2007, S. 13).

Britischen Urlaubsreisenden ist es zu verdanken, dass der Golfsport um 1880 auch in Deutschland Verbreitung fand. Diese brachten während ihrer Aufenthalte in Deutschland ihre Schläger mit, um Golf zu spielen. In Bad Homburg wurde 1892 dann der erste deutsche Golfplatz eröffnet.

Golfspieler in Deutschland kann man in zwei Kategorien einteilen. Der Großteil der organisierten Spieler gehört einem Verein an, der im Deutschen Golf Verband (DGV) Mitglied ist. Neben den Mitgliedern aus dem DGV gibt es seit ca. 1990 auch organisierte, vereinsfreie Golfer. Die Mitglieder des Verbands clubfreier Golfer (VcG) sind nicht an einen bestimmten Club gebunden. Sie sparen aber die hohen Aufnahmegebühren, verfügen allerdings auch über keinen Heimplatz. Mit einer Mitgliedschaft in diesem Verband hat man die Möglichkeit, auf über 900 deutschen Golfanlagen gegen eine Gebühr (Greenfee4 ) Golf zu spielen (vgl. Steinbrück 2004, S. 42). Mehr zu diesen und anderen Organisationen gibt es im Abschnitt 5.3.7.

Die Entwicklung zeigt, dass sich immer mehr Menschen dem Golf widmen und ständig neue Golfplätze in der ganzen Welt entstehen. Mittlerweile gibt es weltweit über 60 Mio. Golfspieler, die auf ca. 35.000 Golfplätzen aktiv sind (vgl. Golfmagazin). Allerdings gibt es in einige Unterschiede, was die Golfentwicklung der verschiedenen Länder betrifft. Im nächsten Punkt werden dazu die Entwicklungsstadien von Golfmärkten genauer betrachtet.

4.3 Entwicklungsstadien von Golfmärkten

Nicht alle Länder verfügen über eine ausgezeichnete Zutrittsmöglichkeit zum Golf. Um die verschiedenen Entwicklungsstadien der Ländermärkte aufzuzeigen, werden die Länder in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Dies erfolgt über die Golfplatzdichte bzw. Versorgung mit Golf. Sie gibt an, wie hoch die Anzahl der Einwohner pro 18 Löcher Golf ist. Ein niedriger Wert bedeutet eine hohe Golfplatzdichte, was gleichzeitig einer guten Versorgung entspricht. In der nachstehenden Tabelle sind die fünf Entwicklungsstadien von Golfmärkten dargestellt (vgl. GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2005, S. 28ff.):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Entwicklungsstadien von Golfmärkten

Quelle: GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2005, S. 31

Ein Lebenszyklusmodell mit der Annahme, dass Golfmärkte einen idealtypischen Zeitablauf aufweisen, hilft die Entwicklungsstadien von Golfmärkten zu veranschaulichen. Die Einteilung des Golflebenszyklus erfolgt dabei in vier Phasen.5 Wie bei einem Produkt bzw. in einem Markt üblich, beginnt der Prozess mit der Einführung des Golfsports in einen Markt, der bis dato unterversorgt war. In der nächsten Phase wird das Interesse an dem Sport allmählich gesteigert. Ausschlaggebend dafür ist die Erhöhung der Angebotskapazitäten. Steigt die Zahl der Golfer dadurch an, so wird die Golfversorgung nochmals gesteigert. Diese Phase wird als Wachstumsphase bezeichnet. Der Wendepunkt bedeutet gleichzeitig das Erreichen der Reifephase. Von da an sind keine weiteren Zuwächse zu verzeichnen, sodass die Sättigungsgrenze allmählich näher rückt.

Allerdings sind angebots- und nachfragebedingte sowie externe Aspekte, welche nicht zwangsläufig direkt zu beeinflussen sind, dafür verantwortlich, einen solchen idealtypischen Verlauf zu realisieren.

Der Lebenszyklus am Bsp. der aktuellen Golfversorgung der europäischen Golfmärkte wird in der Abbildung zwei veranschaulicht.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Golflebenszyklus f ü r Europa

Quelle: GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2005, S. 32

Dabei ist Deutschland in den letzen fünf Jahren vom „Golfschwellenland“ zum „entwickelten Golfland“ aufgestiegen. Man rangiert jetzt auf einer Ebene mit Ländern, wie Frankreich, Niederlanden oder Luxemburg. All diese Länder waren im Jahr 2000 noch deutlich vor Deutschland in diesem Zyklus. Das führendes Land in Bezug auf die Golfversorgung in Europa stellt Schweden dar und wird somit gleichzeitig als die Benchmark angesehen (vgl. GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2005, S. 32f.)

4.4 Einflussfaktoren auf den Golfmarkt

Die Entwicklung eines Marktes wird ständig beeinflusst durch Faktoren, die den Markt entweder positiv beeinflussen und ihn somit beschleunigen oder ihn negativ beeinflussen und damit behindern. Nachfolgend werden einige dieser Faktoren dargestellt (vgl. GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2001, S. 19ff.).

ƒ- Klima: Sonnenschein, trockenes Wetter und nicht zu viel Wind - das sind die besten klimatischen Voraussetzungen, um Golf zu spielen. Golf ist daher sehr wetterabhängig. Aber nicht nur für die Reisenden sondern auch für die Anbieter spielt das Klima eine entscheidende Rolle. Der Aufwand für die Pflege eines Golfplatzes steigt, je extremer die Verhältnisse sind. Im Speziellen ist damit die intensive Bewässerung der Anlage gemeint. Trotz dieser Umstände befinden sich die Länder bzw. Regionen, z.B. in Südeuropa und Nordafrika, durch ihr vor allem im Winter mildes Klima, im Vorteil gegenüber einem Land, wie Deutschland. Allerdings reichen die günstigen Bedingungen allein nicht aus. In Schweden oder den britischen Ländern sind die klimatischen Voraussetzungen oft nicht optimal, dennoch können diese Länder eine enorme Nachfrage nach Golf vorweisen. Das Klima hat also nicht zwangsläufig negativen Einfluss auf die Entwicklung eines Golfmarktes.

ƒ- Verf ü gbarkeit und Zutrittsbarrieren: Um Golf zu spielen bedarf es Golfplätze. Zwar gibt es, wie der Punkt 5.3.2 noch aufzeigen wird, inzwischen auch Substitute zum Golf, jedoch stellen Golfplätze die Bedingung zum Auszuüben des Golfsports dar.

Diese müssen in einer angemessenen Zeit für die Interessierten zu erreichen sein. Der Trend zu freien Golfern, die nicht Mitglieder in einem speziellen Golfclub sind, zeigt, dass die regionale Zugänglichkeit wohl eine Grundvoraussetzung darstellt, aber nur sinnvoll ist, wenn es keine Hemmnisse für den Eintritt, beispielsweise durch Mitgliedschaften, gibt. Eine hohe Anzahl an verfügbaren Golfplätzen, die für freie Golfer keine Zutrittsbarrieren aufweisen, beschleunigt die Entwicklung des Sports. Sind allerdings Hindernisse vorhanden, entwickelt sich der Markt nicht optimal.

Preis: Wie auch in allen anderen Bereichen stellt der Preis auch beim Golf ein entscheidendes Kriterium dar. Durch stagnierende oder zum Teil auch sinkende Realeinkommen nimmt das Preisbewusstsein der Konsumenten immer stärker zu.

Als klassisches Marketinginstrument kann der Preis unterschiedliche Zwecke erfüllen. So wird im Normalfall ein hoher Preis für eine Dienstleistung oder für ein Produkt subjektiv als ein Qualitätsmerkmal angesehen. Ein hoher Preis steht in der Gesellschaft neben Qualität auch für Zufriedenheit und Prestige. Ebenso dient er als Selektionsmittel einer Dienstleistung bzw. eines Produkts, da dieser Auswirkungen auf die Absatzmenge hat. Denn nur derjenige, der sich es sich auch leisten kann, wird die Dienstleistung oder das Produkt auch tatsächlich erwerben (vgl. Scharf/Schubert 2001, S. 133ff.). Beim Golf ist genau dies der Fall. Nicht jeder kann sich neben der eigenen Ausrüstung eine beträchtliche Aufnahmegebühr sowie einen relativ hohen Jahresbeitrag leisten. Zumal die Unsicherheit bei potentiellen Spielern groß ist, da hohe Preise für ein bisher relativ unbekanntes Produkt (in diesem Fall Golf) ein gewisses Risiko mit sich bringen. Deshalb ist es für die Anbieter besonders wichtig, den Nachfrager umfangreich zu informieren, um die vorhandenen Unsicherheiten so weit wie es geht zu minimieren. Wichtig für die Entwicklung des Golfsportes ist es also, dass zeitig Preisstrukturen und Angebote erstellt werden. Die wichtigste Bestimmungsgröße stellt die Bereitschaft der Ausgaben für freizeitsportliche Aktivitäten vom Großteil der Bevölkerung dar. Negative Auswirkung auf die Entwicklung haben daher hohe und statische Preismodelle. Positiv wirken sich dagegen dynamische Preismodelle aus, welche sich an den Spielgewohnheiten sowie der Ausgabenbereitschaft der neuen Golfer orientieren.

ƒ- Freizeit: Die Entwicklung der Freizeit allgemein wurde bereits im Punkt 2.2.1 näher beleuchtet. Zwar hat diese in den letzten Jahren zugenommen, jedoch steigt auch der subjektiv empfundene Termindruck durch verschiedene Faktoren immer weiter an.

Speziell Golf gilt als zeitintensiver Sport. Neben dem Erlernen des Golfspiels setzt auch das spätere Spielen ein relativ hohes Zeitbudget voraus. Mehr Freizeit ist daher auch für den Golf und dessen Entwicklung von positiver Bedeutung. ƒ Image und Meinungsklima: Einen relativ wichtigen Faktor für die Entwicklung des Golfmarktes stellen das Image und das Meinungsklima dar. Dabei stellt das Image, was z.B. durch Werbung und andere Faktoren beeinflusst werden kann, das Bild des Golfsports in der Bevölkerung dar. Das Image ist ausschlaggebend für die Einstellung sowie das Verhalten der Menschen. Ganz allgemein kann man sagen: Das Potential für den Golfsport steigt, je attraktiver bzw. positiver das Image in der Bevölkerung ist. Für die Entwicklung des Golfsports bedeutet dies, dass das Image positive und negative Auswirkungen haben kann. Genaue Informationen über das Image des Golfsports in Deutschland gibt der Punkt 5.5.3 an.

ƒ- Medienpräsenz: Golfturniere bzw. Berichte über Golf findet man kaum im öffentlichen Fernsehen. Dafür können die Print-Medien inzwischen regelmäßig erscheinende Fachmagazine und Studien vorweisen. Auch Tageszeitungen haben das Interesse der Bevölkerung am Golf entdeckt und berichten in Beilagen oder Wochenmagazinen über regionale Anlagen, Golfturniere oder den Golfsport allgemein. Medienpräsenz ist deshalb ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Entwicklung des Golfmarktes, da diese maßgeblich für die Verbreitung von Informationen über den Sport verantwortlich ist.

Nachwuchsarbeit: Unter Nachwuchsarbeit ist nicht nur die Förderung der bereits zu einem Golfclub gehörenden Kinder und Jugendlichen zu verstehen. Vielmehr ist es wichtig, sich auch auf die Nachwuchsarbeit sowie die Förderung an Schulen zu konzentrieren. Erfolge mit diesem Konzept können vor allem Länder, wie Schweden und England, verzeichnen. Nicht nur der DGV sondern auch die Golfanlagen und Clubs selbst müssen dort aktiver werden. Erste Schritte wurden bereits vollzogen: Golf wurde in Deutschland im Jahr 2007 in das Programm „Jugend trainiert für Olympia“ aufgenommen (vgl. Thüringer Allgemeine). Da vor allem der Nachwuchs in vielen Ländern fehlt, ist die Nachwuchsarbeit besonders wichtig, weil sie positiv die Entwicklung des Golfmarktes beeinflussen kann.

4.5 Die Stufen des Golferlebenszyklus

Eine Golfer-Karriere kann man in vier Phasen einteilen. Dabei haben Golfer in dem jeweiligen Abschnitt spezielle Anforderungen an das Angebot und verfolgen damit auch unterschiedliche Ziele. Einsteiger beispielsweise. wollen den Sport Schritt für Schritt erlernen. Anfänger hingegen möchten ihr Handicap verbessern (vgl. Fachtagung zum Thema Golf-Tourismus 2003). Die Abbildung drei zeigt die verschiedenen Phasen des Golferlebenszyklus. Nachfolgend werden diese genauer betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Golfer-Lebenszyklus

Quelle: GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2005, S. 164

ƒ- „ Golfinteressierte “ : Personen dieser Gruppe weisen oft nur passives Interesse auf, welches oftmals erst durch wiederholtes Ansprechen in aktive Betätigung verändert wird. Viele suchen aber auch aktiv nach Möglichkeiten den Golfsport auszuprobieren. Neben zum Teil intensiver Recherche spielen Gespräche mit Verwandten und Freunden meist eine entscheidende Rolle. Die „Golfinteressierten“ benötigen oftmals eine Vielzahl an Anstößen bis sie einmal das Golfspielen ausprobieren.

ƒ- „ Schnupperer “ : Diese Gruppe zeichnet sich vor allem durch unregelmäßige und nicht ortsgebundene Aktivitäten aus. Der Kontakt zum Golfsport entsteht im Urlaub, auf Events oder Veranstaltungen bzw. über Familienmitglieder, Freunde und Bekannte. Die „Schnupperer“ haben kaum qualitative Anforderungen an die Golfanlage. Ein angenehmer Preis, keine langen Wartezeiten und bei Bedarf einen Trainer an ihrer Seite sind die entscheidenden Motive für diese Gruppe. Oberste Prämisse für sie ist es, etwas Neues auszuprobieren, dabei Spaß zu haben und auch das eine oder andere Erfolgserlebnis aufweisen zu können. Dem Angebot entsprechend stellen die „Schnupperer“ ein noch ungenutztes Marktpotential dar. Sie haben die Chance, in die Gruppe der Einsteiger zu gelangen oder bleiben ohne Ambitionen ihr Leben lang in dieser Gruppe.

ƒ- „ Einsteiger “ : Ihr Interesse wurde durch Bekannte bzw. Verwandte geweckt oder sie sind aus der Gruppe der „Schnupperer“ in diese Gruppe aufgestiegen, um das Golfspielen in Theorie und Praxis zu erlernen. In den wenigsten Fällen haben sie sich an eine Golfanlage gebunden und legen bei ihren Ansprüchen großen Wert an die Qualität der Golfschule, insbesondere deren Einrichtungen auf der Anlage, wie Clubhaus, Gastronomie etc. Dagegen spielen die Ansprüche an den Golfplatz selbst eine untergeordnete Rolle. Ziel der „Einsteiger“ ist es, möglichst zügig und unkompliziert die für die Sportart notwendigen Fähigkeiten zu erlangen. ƒ „ Anfänger “ : Die Gruppe der Golfanfänger hat sich meist schon an eine Golfanlage gebunden und kann oftmals schon eine Mitgliedschaft in einem Golfclub vorweisen. Der Trend allerdings geht dazu, dass „Anfänger“ an keiner festen Mitgliedschaft interessiert sind. Sie besitzen in der Regel schon die Platzerlaubnis und haben das Ziel, ein Handicap zu erspielen. Die Gruppe stellt vor allem Anforderungen an die Übungseinrichtung, die Golfschule ferner aber auch an Zusatzeinrichtungen sowie an den Services der Golfanlage. Qualitätsansprüche an den Golfplatz selbst sind in den meisten Fällen eher gering. Das Motiv der meisten „Anfänger“ ist es, die eigene Spielstärke relativ schnell zu verbessern.

ƒ- „ Fortgeschrittener “ : „Fortgeschrittenen Golfer“ zeichnen sich vor allem durch ihre Golferfahrung aus. Die Spielstärke spielt bei dieser Gruppe eher eine untergeordnete Rolle. Sie sind außerdem nicht nur sportlich sehr stark orientiert, sondern auch freizeitorientiert und legen, was die Ansprüche an die Qualität angeht, sehr viel Wert auf Dinge, wie Anlage, Platz und Services. steht Bei den freizeitorientierten Fortgeschrittenen steht die Golfanlage im Ganzen im Mittelpunkt. Im Gegensatz dazu sind die sportlich ambitionierten Golfer mehr an der Qualität des Platzes interessiert.

ƒ- Die Gruppe der „ passiven “ Golfer bleibt in dieser Differenzierung unberücksichtigt, da diese meist aus Alters- bzw. Zeitgründen ihre Mitgliedschaft im Golfclub ruhen lässt (vgl. GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2005, S. 213f.).

5 Die Struktur des deutschen Golfmarktes

In den letzten 20 Jahren hat sich der deutsche Golfmarkt enorm entwickelt (vgl. GTC- Golf & Tourism Consulting GbR 2005, S. 18). Jährlich entdecken zwischen 20.0000 und 30.000 Menschen den Golfsport neu (vgl. Deutscher Golfverband). Inzwischen spielen über 500.000 Deutsche Golf. Auch Bundesländer, wie Thüringen, erleben einen Boom (vgl. Thüringer-Allgemeine). Woher kommt das plötzliche Interesse am Golfsport und was hat dafür gesorgt, dass das Golf solch eine Entwicklung genommen hat? Um diese Fragen zu beantworten, werden sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsseite genauer analysiert. Diese Ergebnisse sind für die Betrachtung sowie die Analyse des Marktes für Golftourismus in Deutschland notwendig, da der Golfmarkt die Plattform für den Markt der golftouristischen Aktivitäten darstellt.

[...]


1 Stand der Datenerhebung war das Jahr 2005

2 Zahlen des Deutscher Tourismusverband und des Deutschen Sportbundes von 2005

3 je nach Abgrenzung des Begriffes Sportreise

4 Greenfee ist das zu entrichtende Entgelt eines Golfspielers, wenn dieser auf einem Golfplatz spielen möchte. Somit stellt das Greenfee eine Art Grundgebühr dar (Vgl. Wikipedia online Greenfee).

5 Der Autor verzichtet wie sonst allgemein bei Lebenszyklen von Produkten bzw. Märkten üblich auf die Abschwungphase, die im Normalfall der Reifephase folgt

6 Die Anzahl der Plätze allgemein wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit für die Kennzahlenermittlung gewählt, da nicht für alle Länder die Anzahl der 18-Löcher-Anlagen ermittelt werden konnte

Ende der Leseprobe aus 97 Seiten

Details

Titel
Der Golfsport als touristischer Standortfaktor
Untertitel
Potenzialanalyse und –prognose für Deutschland
Hochschule
Fachhochschule Nordhausen
Veranstaltung
Internationale Wirtschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
97
Katalognummer
V141813
ISBN (eBook)
9783640514076
ISBN (Buch)
9783640515103
Dateigröße
3259 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Golfsport, Standortfaktor, Potenzialanalyse, Deutschland
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebswirt (FH) Dirk Holzapfel (Autor:in), 2008, Der Golfsport als touristischer Standortfaktor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141813

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