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Steuersystem und Rechtssprechung in der Provinz Ägypten unter besonderer Berücksichtigung des Romanisierungsgedankens

Titre: Steuersystem und Rechtssprechung in der Provinz Ägypten unter besonderer Berücksichtigung des Romanisierungsgedankens

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2009 , 20 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Michael Gamperl (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Ein funktionierender Rechtsstaat und ein kontrollierbares Finanzsystem scheinen gerade in der heutigen Zeit ein unabdingbarer Kitt für die Gemeinwesen der Welt zu sein. Ebenso waren zu römischer Zeit die Rechtssprechung und das Finanzwesen Kernelemente der Politik und somit wichtige Faktoren für eine mögliche Romanisierung der Provinzen. Von besonderem Interesse sind hierbei diese Bausteine im antiken Ägypten, das aufgrund seiner pharaonischen Vergangenheit gern als Sonderfall bezeichnet wurde. Diese Diktion scheint heute jedoch, zumindest laut Peter Eich überholt. Jedoch ist anzumerken, dass die Frage nach der Sonderstellung Ägyptens wohl besser nach der jeweiligen Betrachtungsweise zu beantworten ist.
Ziel dieser Arbeit wird es also sein die Bedeutung von Steuersystem und Rechtssprechung, hier wird der Schwerpunkt auf den Statthalter der ägyptischen Provinzen gelegt, für die Verwaltung, und somit auch für die Romanisierung, der Provinz Ägypten herauszuarbeiten. Es soll gezeigt werden inwiefern gerade Ägypten mit seinem reichhaltigen kulturellen Erbe aus griechisch-ptolemäischer Vorzeit Nährboden für Romanisierungstendenzen sein konnte oder auch nicht. Weiterhin sollen hierbei sowohl die kulturelle Vergangenheit Ägyptens als auch geographische Gegebenheiten eine Rolle spielen.
Bewerkstelligt werden soll dies zuerst durch einen allgemeinen Überblick über die Verwaltung im römischen Kaiserreich hier mit Schwerpunkt die Provinz Ägypten. Hierauf aufbauend sollen die zentralen Elemente dieser Arbeit, Steuersystem und Rechtssprechung, in den Fokus gerückt werden. Nach der jeweils erfolgten Darstellung der beiden Themenbereiche wird dann deren Romanisierungsgrad unersucht.
Grundlagenwerke für diese Arbeit bilden zum einen der Doppelband von Werner Eck und die Monographie von Frank M. Ausbüttel , die sich beide dezidiert mit römischen Verwaltungsstrukturen beschäftigen. Außerdem ist auf die Arbeiten von Peter Eich zu verweisen, hier besonders auf eine Monographie, die sich mit der römischen Bürokratie beschäftigt. Nicht unerwähnt bleiben darf P. A. Brunt, der sich in seinen Arbeiten dezidiert mit den Verwaltungsstrukturen des römischen Ägypten auseinandersetzt. Besonders für den Teil der Arbeit, der die Rechtssprechung betrifft, war es notwendig Literatur aus der allgemeinen Rechtsgeschichte heranzuziehen. Weiterhin musste eine Vielzahl von speziellen Monographien herangezogen werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sinn und Zweck von Verwaltung im römischen Kaiserreich

3. Verwaltung in Ägypten

3.1 Der Statthalter Ägyptens

3.2 Verwaltungsalltag in Ägypten

4. Die Bedeutung der Finanzen im römischen Kaiserreich

4.1 Steuern in Ägypten

4.2 Romanisierende Faktoren

5. Recht im Kaiserreich

5.1 Die Rechtssprechung des ägyptischen Statthalters

5.2 Romanisierende Faktoren

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Steuersystem und Rechtsprechung für die Verwaltung der römischen Provinz Ägypten sowie deren Einfluss auf den Romanisierungsprozess, wobei Ägypten aufgrund seiner kulturellen Vergangenheit als Sonderfall betrachtet wird.

  • Analyse der administrativen Rolle des Statthalters in Ägypten.
  • Untersuchung des Steuersystems und dessen Auswirkung auf die Provinzverwaltung.
  • Evaluation des römischen Rechtswesens und dessen praktischer Anwendung in Ägypten.
  • Erforschung der Romanisierungstendenzen in Verwaltung und Rechtssprechung.
  • Vergleich von römischen Neuerungen mit etablierten ptolemäischen Traditionen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Verwaltungsalltag in Ägypten

Ein wichtiger Beschäftigungspunkt für den Statthalter Ägyptens war die Getreideversorgung. Es galt Getreide in der Provinz aufzukaufen, den Transport zu organisieren und es letztendlich zu verschiffen. Um jedoch hohe Agrarerträge zu erhalten war es vonnöten ein funktionierendes Bewässerungssystem zu schaffen. Bereits im pharaonischen Ägypten war dies erkannt worden und daraus dann eine Art Verwaltungssystem erwachsen. Dieses System zu erhalten und an eventuelle neue Begebenheiten anzupassen war eine der wichtigsten Aufgaben des Statthalters und seines untergeordneten Bereiches.

Aufgrund der eminenten Bedeutung eines effizienten Bewässerungssystems kam es in seinem Umkreis oftmals zu Betrügereien und Meinungsverschiedenheiten verschiedenster Akteure, welche dann von der römischen Verwaltung zufriedenstellend gelöst werden mussten. Lokalere Organisationen waren hierzu meist nicht in der Lage. Die herausragende Bedeutung eines guten Wassermanagements spiegelt sich auch im Infrastrukturbereich wider, waren Nil und Kanäle doch die Hauptverkehrsadern in Ägypten. Natürlich waren auch ordinäre Strassen vorhanden, doch Wasserwege spielten eine entscheidendere Rolle. Da Kanäle aufwendiger instand zu halten waren als Strassen war die Organisation dieser etwaigen Renovierungsarbeiten, die unter anderem auch mit einer Arbeitspflicht verbunden war, ebenfalls eine der Kernaufgaben der Administration.

Ebenso musste die Verwaltung, hier natürlich besonders der präsidierende Statthalter, die Präsenz der römischen Legionen zu steuern wissen. Da jedoch nicht mit feindlichen Invasionsversuchen zu rechnen war, lag das Haupteinsatzgebiet des Militärs in der Innenpolitik. Zumeist mussten zivile Ausschreitungen wieder unter Kontrolle gebracht werden oder Polizeiaufgaben abgedeckt werden. Viele Soldaten waren somit für zivile Verwaltungsaufgaben verfügbar. Bei größeren Aufständen war es jedoch auch möglich zusätzliche Truppen nach Ägypten zu beordern. Es ist aber nicht nur eine Weisheit der Antike, dass derartig große Gebiete wie Ägypten nur schwer endgültig zu kontrollieren waren und militärische Einsätze oftmals Stückwerk blieben. Viele der heutige weltweiten militärischen Einsätze scheinen hiervon ein Spiegelbild zu sein. Vollständige Sicherheit war demzufolge nirgends zu garantieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Rechtsprechung und Finanzwesen als Faktoren der Romanisierung im antiken Ägypten ein.

2. Sinn und Zweck von Verwaltung im römischen Kaiserreich: Dieses Kapitel erläutert die zentralistische Tendenz der römischen Administration und die administrativen Herausforderungen bei der Verwaltung eroberter Gebiete.

3. Verwaltung in Ägypten: Es wird die Sonderstellung Ägyptens als ritterlich verwaltete Provinz und die intensive Hierarchisierung der bürokratischen Strukturen beleuchtet.

4. Die Bedeutung der Finanzen im römischen Kaiserreich: Der Fokus liegt auf der Rolle der Armee als Hauptausgabequelle und der notwendigen Steuererhebung als Mittel der römischen Herrschaftssymbolik.

5. Recht im Kaiserreich: Die Untersuchung behandelt die Zivil- und Strafgerichtsbarkeit unter römischer Herrschaft und die Rolle der Statthalter.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass die Romanisierung in Ägypten eher mittelmäßig ausfiel, da bestehende ptolemäische Traditionen stark fortwirkten.

Schlüsselwörter

Romanisierung, Ägypten, Statthalter, römische Verwaltung, Steuersystem, Rechtsprechung, Kognitionsverfahren, Getreideversorgung, Bewässerungssystem, Praefecti Aegypti, Provinzialverwaltung, Steuererhebung, bürokratische Strukturen, Zensus, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das römische Steuersystem und die Rechtsprechung in der Provinz Ägypten während der Kaiserzeit und bewertet deren Beitrag zum Prozess der Romanisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die römische Provinzialverwaltung, die Rolle des ägyptischen Statthalters, das Steuerwesen und die Entwicklung juristischer Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwieweit das Steuersystem und die Rechtsprechung als Instrumente der Romanisierung in einer Provinz dienten, die stark von einem kulturellen Erbe geprägt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die auf Grundlagenwerken zur römischen Verwaltung sowie Primärquellen zur ägyptischen Provinzgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die bürokratischen Aufgaben des Statthalters, die Bedeutung der Getreideversorgung und Bewässerung, die steuerliche Erfassung der Bevölkerung sowie die Anwendung römischer Rechtsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Romanisierung, ägyptische Provinzialverwaltung, Steuerwesen, Rechtssprechung, Statthalteramt und bürokratische Praxis.

Warum wird Ägypten als Sonderfall bezeichnet?

Aufgrund seiner reichen pharaonischen und ptolemäischen Vergangenheit nahm Ägypten eine administrative Sonderstellung ein, die sich durch eine intensive Hierarchisierung und eine ritterliche Verwaltung deutlich von anderen Provinzen abhob.

Welche Rolle spielte der Statthalter bei der Rechtsprechung?

Der Statthalter war die oberste Instanz, verfügte jedoch selten über tiefgehende juristische Fachkenntnisse. Er delegierte viele Aufgaben an seinen Verwaltungsapparat, was das sogenannte Kognitionsverfahren prägte.

Beeinflussten die Steuern die Romanisierung Ägyptens?

Der Einfluss war begrenzt, da viele Steuern und Abgabemethoden direkt aus ptolemäischer Zeit übernommen wurden; die Romanisierung beschränkte sich hier primär auf die Umdeutung bestehender Abgaben.

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Résumé des informations

Titre
Steuersystem und Rechtssprechung in der Provinz Ägypten unter besonderer Berücksichtigung des Romanisierungsgedankens
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Note
2,0
Auteur
Michael Gamperl (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
20
N° de catalogue
V141922
ISBN (ebook)
9783640496556
ISBN (Livre)
9783640496662
Langue
allemand
mots-clé
Romanisierung Ägypten antike Verwaltungsformen Steuereintreibung
Sécurité des produits
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Citation du texte
Michael Gamperl (Auteur), 2009, Steuersystem und Rechtssprechung in der Provinz Ägypten unter besonderer Berücksichtigung des Romanisierungsgedankens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141922
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Extrait de  20  pages
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