Sprachwandel durch Computer?

Veranschaulichung des Sprachwandelpotentials des Internet am Beispiel „Blog"


Hausarbeit, 2009

12 Seiten, Note: 3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Geschichte des Internets
1.2. Gesellschaftliche Auswirkungen des Internets

2. Faktoren für den Wandel der Sprache
2.1. Hauptaussage der Theorien Peter von Polenz

3. Der Weblog

4. Textbeispiel
4.1. Analyse des Textbeispiels

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

::1.Einleitung::

Die vorliegende Ausarbeitung soll anhand des Mediums „Blog“ aufzeigen, ob und wenn ja, welches Sprachwandelpotential diese Art der Internetkommunikation aufweist. Um einen Einstieg in die Thematik des Sprachwandels durch Computer/Internet-Einfluss zu finden, folgt ein kurzer Überblick über das Internet.

::1.1.Geschichte des Internets::

Das Internet ging aus dem im Jahr 1969 entstandenen ARPANET hervor, einem Projekt der Advanced Research Project Agency (ARPA) des US-Verteidigungsministeriums. Es wurde zur Vernetzung von Universitäten und Forschungseinrichtungen benutzt. Ziel des Projekts war zunächst, die knappen Rechenkapazitäten sinnvoll zu nutzen, erst in den USA, später weltweit. Die anfängliche Verbreitung des Internets ist eng mit der Entwicklung des Betriebssystems Unix verbunden. Nachdem das Arpanet im Jahr 1982 TCP/IP adaptierte, begann sich auch der Name Internet durchzusetzen.

Nach einer weit verbreiteten Legende bestand das ursprüngliche Ziel des Projektes vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in der Schaffung eines verteilten Kommunikationssystems, um im Falle eines Atomkrieges eine störungsfreie Kommunikation zu ermöglichen. In Wirklichkeit wurden vorwiegend zivile Projekte gefördert, auch wenn die ersten Knoten von der ARPA finanziert wurden.

Die wichtigste Applikation in den Anfängen war die E-Mail. Bereits im Jahr 1971 überstieg das Gesamtvolumen des E-Mail-Verkehrs das Datenvolumen, das über die anderen Protokolle des Arpanet, das über Telnet und FTP abgewickelt wurde.

Rasanten Auftrieb erhielt das Internet seit dem Jahr 1993 durch das World Wide Web, kurz WWW, als der erste grafikfähige Webbrowser namens Mosaik veröffentlicht und zum kostenlosen Download angeboten wurde. Das WWW wurde im Jahr 1989 im CERN (bei Genf) von Tim Berners-Lee entwickelt. Schließlich konnten auch Laien auf das Netz zugreifen, was mit der wachsenden Zahl von Nutzern zu vielen kommerziellen Angeboten im Netz führte.[...]

Im Jahr 1990 beschloss die US-amerikanische National Science Foundation, das Internet für kommerzielle Zwecke zu nutzen, wodurch es über die Universitäten hinaus öffentlich zugänglich wurde.

Neue Techniken verändern das Internet und ziehen neue Benutzerkreise an: IP-Telefonie, Groupware wie Wikis, Blogs, Breitbandzugänge (zum Beispiel für Vlogs und Video-on- Demand), Peer-to-Peer-Vernetzung (vor allem für File-Sharing) und Online-Spiele (z. B. Rollenspiele, Taktikshooter, …).

Das rasante Wachstum des Internets sowie Unzulänglichkeiten für immer anspruchsvollere Anwendungen bringen es jedoch möglicherweise in Zukunft an seine Grenzen, so dass inzwischen Forschungsinitiativen begonnen haben, das Internet der Zukunft zu entwickeln.

::1.2.Gesellschaftliche Auswirkungen des Internets::

Eine zunehmende Bedeutung erhält auch der Online-Journalismus, der heute zu einem großen Konkurrenten der klassischen Medienlandschaft geworden ist. Aktuell sehen Beobachter zudem einen Wandel des Nutzers vom „surfenden“ (passiven) Medienkonsumenten zum aktiven Web 2.0-Autor, der sich zu vielerlei Themen in OnlineCommunitys mit Gleichgesinnten vernetzt, die die klassische, bisher eher techniklastige Netzkultur ergänzt. Örtlich bedingte Grenzen sind im Internet völlig aufgehoben und werden durch themenbezogene Gruppen ersetzt. Durch die Vielzahl der Informationsquellen stellt der sinnvolle Umgang mit dem Internet größere Anforderungen an die Medienkompetenz der Benutzer als klassische Medien.

Das Internet wird häufig in politischen Kontexten als rechtsfreier Raum bezeichnet, da nationale Gesetze durch die internationale Struktur des Netzes und durch Anonymität als schwer durchsetzbar angesehen werden.

Bei Anwendungen wie E-Mail zeigt sich, dass die Technik auf das Phänomen des Spam überhaupt nicht vorbereitet ist.

Dienste wie MySpace sollen den Aufbau Sozialer Netzwerke ermöglichen; Funktionen wie Instant Messaging erlauben auch online beinahe spontane Kommunikation.(vgl.Wikipedia, 8.11.09)

Diese Übersicht der Internetentwicklung soll in erster Linie veranschaulichen, wie sich dieses Medium, aber auch der Konsument, im Laufe der Zeit verändert hat und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die Rede ist hier primär der Wandel vom Medienkonsumenten, hinzu einen aktiven WEB 2.01 Anwenders. Diese Hausarbeit wird sich speziell mit dem WEB 2.0-Phänomen „Blog“ beschäftigen und versuchen zu klären, welches Potential dieses Medium besitzt, um die Sprache nachhaltig zu verändern, bzw. zu beeinflussen.

Um über einen gewissen Sprachwissenschaftlichen Hintergrund zu verfügen, folgt eine kurze Abhandlung über die Theorien Peter von Polenz, die sich auf Sprachwandelfaktoren, u.a. Ökonomie und Innovation, beziehen.

::2.Faktoren für den Wandel der Sprache::

Peter v.P. ist generell der Meinung, dass die Sprachgemeinschaft über die Möglichkeit, auf Sprache einzuwirken, verfügt. Sprache ist nicht nur veränderlich (im Sinne eines selbstständigen, natürlichen Wandlungsprozesses), sondern auch veränderbar durch menschliches Handeln und Verhalten, sie ist dynamische gesellschaftliche Sprachpraxis.

(Peter v.P. 2000, S.2ff)

Unter „Ökonomie der Sprache“ fast er einen Faktor des Sprachwandels zusammen, der darin besteht, dass Sprachkommunikation oft und gern eilig, ungenau und verkürzt ausgeübt wird.(Ebd. S.28) Beispiele hierfür sind u.a. der Verzicht auf die Artikulation der Endsilbe oder auch die Verwendung von Kurzwörtern.

Stilistisch drücke sich das Streben nach Ressourcenersparnis einerseits im kompensatorischen Stil, im verstärkten Gebrauch nonverbaler Kommunikationsmittel( Gestik, Mimik, aber auch Typographie, Musik) aus, die vom ersetzt werden konnten, oder aber im komprimierten Stil, bei dem die tatsächliche Präsenz sprachlicher Mittel auch mithilfe von Nominalisierungen und Komposita so stark reduziert werde, dass die Information lediglich durch Paraphrasierungsversuche erschlossen werden könne. (Ebd.:33)

[...]


1 Der Begriff grenzt die interaktiven Nutzungsarten von einem angeblichen Web 1.0 ab, in dem es nur wenige „Bearbeiter“ (Personen und Organisationen, die Inhalte für das Web erstellten bzw. Informationen bereitstellten), aber zahlreiche „Benutzer“ (Konsumenten, welche die bereitgestellten Inhalte passiv nutzten) gegeben habe. [Wikipedia]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sprachwandel durch Computer?
Untertitel
Veranschaulichung des Sprachwandelpotentials des Internet am Beispiel „Blog"
Hochschule
Universität Kassel  (Germanistik)
Veranstaltung
Sprachgeschichte
Note
3
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V141923
ISBN (eBook)
9783640533336
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachwandel, Computer, Veranschaulichung, Sprachwandelpotentials, Internet, Beispiel
Arbeit zitieren
Sönke Holsten (Autor), 2009, Sprachwandel durch Computer?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141923

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