::1.Einleitung::
Die vorliegende Ausarbeitung soll anhand des Mediums „Blog“ aufzeigen, ob und wenn ja, welches Sprachwandelpotential diese Art der Internetkommunikation aufweist.
Um einen Einstieg in die Thematik des Sprachwandels durch Computer/Internet-Einfluss zu finden, folgt ein kurzer Überblick über das Internet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Geschichte des Internets
1.2. Gesellschaftliche Auswirkungen des Internets
2. Faktoren für den Wandel der Sprache
2.1. Hauptaussage der Theorien Peter von Polenz
3. Der Weblog
4. Textbeispiel
4.1. Analyse des Textbeispiels
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Mediums „Blog“ als treibende Kraft für einen Sprachwandel im digitalen Zeitalter. Ausgehend von theoretischen Sprachwandelfaktoren wird analysiert, wie die spezifischen Kommunikationsbedingungen im Internet die Sprachverwendung beeinflussen und zu neuen, konzeptionell mündlichen Stilformen in schriftlichen Texten führen.
- Entwicklung und gesellschaftliche Bedeutung des Internets
- Theoretische Grundlagen des Sprachwandels nach Peter von Polenz
- Definition und kommunikative Merkmale von Weblogs
- Analyse von Internet-Textbeispielen hinsichtlich Stilistik und Dialogizität
- Diskussion über den Einfluss von Websprache auf das Sprachnormgefühl
Auszug aus dem Buch
4.1. Analyse des Textbeispiels
Die Autorin dieses Beispiels simuliert ein Gespräch, um aufgestaute Emotionen mittels eines Blogeintrags zu verarbeiten. Dabei schreibt sie sich, wohl unbewusst, die Charakteristika eines pubertierenden Menschen zu. Einerseits empfindet sie eine Abneigung gegen die Fußball-Weltmeisterschaft andererseits über Verständigungsprobleme mit Gleichaltrigen. Weiterhin führt sie in ihrem Eintrag über weitere Sachverhalte hin, die nicht in einem thematischen Zusammenhang stehen.
Unklar bleibt, für wen sie diesen Blogeintrag verfasst. Es finden sich z.B. die Anrede „liebes Tagebuch“, was auf eine eher intime Kommunikation vermuten lässt und nicht für weitere Leser gedacht ist. Auf der anderen Seite finden sich jedoch einige Suggestivfragen(z.B. Zeile a,b) die darauf hindeuten, dass es weitere Rezipienten gibt.
Die Frage, wie dieser Typ der Dialogizität motiviert wird, ist von Bedeutung. Wie bereits im Verlauf der Arbeit verdeutlicht wurde, qualifiziert sich das Internet auch dadurch als demokratisches Medium, da es Menschen über große Distanzen verbinden kann und dadurch eine gewisse Nähe suggeriert.
Selbst ein fiktives Gespräch mit einen, räumlich nicht gegenwärtigen Kommunikationspartner, scheint vor diesem Hintergrund nicht zufällig zu sein. Auch wenn das Medium Blog eine eher diachrone als synchrone Kommunikation ermöglicht, da die Rezeption zeitlich versetzt geschieht, scheint die Dialogizität für die Autorin des Textbeispiels die Art der Textgestaltung zu sein. Aus diesem Gefühl der virtuellen Nähe resultiert als sprachlogische Konsequenz das Bedürfnis, das „Gespräch“ möglichst persönlich und direkt zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Internetgeschichte und die Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich des Sprachwandelpotenzials durch Blogs.
2. Faktoren für den Wandel der Sprache: Hier werden die sprachwissenschaftlichen Grundlagen erläutert, insbesondere die Theorien von Peter von Polenz zur Sprachökonomie und Variation.
3. Der Weblog: Dieses Kapitel definiert den Blog als Medium, seine Funktion als Tagebuch oder Journal sowie die typische Rolle des Bloggers als Autor.
4. Textbeispiel: Dieses Kapitel präsentiert ein anonymes Blog-Textbeispiel als Grundlage für die anschließende linguistische Untersuchung.
4.1. Analyse des Textbeispiels: Die Analyse zeigt auf, wie durch Ellipsen, informelle Ausdrucksweisen und konzeptionelle Mündlichkeit eine „Face-to-Face“-Situation simuliert wird.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die digitale Kommunikation durch die suggerierte Nähe zu neuen Sprachstilen führt, die potenziell das allgemeine Normgefühl beeinflussen könnten.
Schlüsselwörter
Sprachwandel, Internet, Blog, Web 2.0, Peter von Polenz, Sprachökonomie, Medienkompetenz, Kommunikation, Sprachstil, Dialogizität, Websprache, Normgefühl, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Internetkommunikation, insbesondere am Beispiel von Blogs, einen nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Sprache ausübt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Internets, sprachtheoretische Grundlagen des Wandels, die spezifische Form des Weblogs sowie die stilistische Analyse von Online-Texten.
Was ist die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, welches Potenzial das Medium „Blog“ besitzt, um die Sprache durch neue Kommunikationsweisen nachhaltig zu verändern oder zu beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?
Es werden maßgeblich die sprachtheoretischen Ansätze von Peter von Polenz herangezogen, insbesondere die Konzepte der „Ökonomie der Sprache“ und der „Variation“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Definition des Blog-Mediums und eine praktische Analyse eines Blog-Eintrags auf seine stilistischen Merkmale hin.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachwandel, Websprache, Sprachökonomie, konzeptionelle Mündlichkeit und das Medium Blog.
Warum wird im Blog-Beispiel "konzeptionelle Mündlichkeit" verwendet?
Die Autorin versucht, durch die Abkehr von Standards (Kleinschreibung, Ellipsen, Lautschrift) ein Gefühl von Nähe und Spontanität zu erzeugen, obwohl es sich um einen geschriebenen Text handelt.
Welche Konsequenz sieht der Autor für das Sprachnormgefühl?
Der Autor vermutet, dass bei sehr intensiver Nutzung digitaler Medien die Fähigkeit zur normgerechten schriftlichen Ausdrucksweise in formellen Kontexten schwinden könnte.
Spielt die Anonymität im Netz eine Rolle für die Sprache?
Ja, der Autor deutet an, dass die Anonymität und die internationale Struktur des Netzes einen „rechtsfreien Raum“ suggerieren, der sich auch auf die Einhaltung sprachlicher Normen auswirkt.
Wie werden Mimik und Gestik im Blog ersetzt?
Da diese in der schriftlichen Kommunikation fehlen, werden sie durch websprachetypische Mittel wie „*seufz*“ oder durch die Vervielfachung von Satzzeichen zur emotionalen Verstärkung substituiert.
- Citation du texte
- Sönke Holsten (Auteur), 2009, Sprachwandel durch Computer?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141923