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Menschenwürde konkret

Ethische Herausforderungen der neueren Medizin

Title: Menschenwürde konkret

Seminar Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Dipl.-theol. Marius Trzaski (Author)

Ethics
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Die Debatte um die Würde des Menschen ist heutzutage hoch aktuell. Besonders auf dem Feld der medizinischen Ethik flammt der Streit um die Menschenwürde immer wieder neu auf. Es gibt viele Gründe, die das Ringen um das richtige Verständnis und den richtigen Umgang mit der Würde des Menschen fordern. Es ist die rasante Entwicklung der Biomedizin und Genforschung, die auf den Feldern des therapeutischen Klonens, Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik, der In-vitro-Fertilisation, der Keimbahntherapie usw…, die Ethiker und Theologen unter den enormen Druck setzt, mit einer derartig rasanten Entwicklung mitzukommen. Mit ethischer Spannung geladen sind auch die scheinbar unendlichen medizin-technischen Möglichkeiten der künstlichen Verlängerung oder auch der Beendigung des menschlichen Lebens. Hier tauchen die Problemfelder auf, die im Zusammenhang mit der aktiven und passiven Sterbehilfe und der Debatte um die Patientenverfügung stehen. Aber nicht nur auf dem Feld der Medizin wird die Menschenwürde immer wieder zum Diskussionsgegenstand. Ausgerechnet heute wird die Würde des Menschen auf massivste Weise bedroht. Die schlimmsten Beispiele sind die Kriege: im ehemaligen Jugoslawien, in Afghanistan, im Irak und hochaktuell der Konflikt Israels mit dem Libanon sowie die Auseinandersetzung über die Folter in den amerikanischen Gefangenencamps. Ernstzunehmen sind auch die Entwicklungen in der postmodernen Gesellschaft wie Globalismus, Individualismus und Konsumismus, die in der Leistungs- und Ellbogengesellschaft geradezu gefördert werden. Solche Entwicklungen bringen vor allem die materiell und geistig Ärmsten um ihre Menschenwürde.Diese Situation führt zwangsläufig zu der Frage: Wie ist es möglich, dass in einem christlich geprägten demokratischen Europa, wo man sich gern auf die Menschenrechte beruft, und besonders in Deutschland, wo die Würde des Menschen im Grundgesetz als unantastbarer Wert verankert ist, ein derartiger Werteverfall und häufige Streit darüber herrscht, was den Inhalt der Menschenwürde angeht? Im Folgenden soll der Inhalt des Begriffes „Menschenwürde“ konkretisiert und seine systematische Entwicklung dargestellt werden. Hierbei empfiehlt sich die Erörterung aus natur-philosophischer, philosophisch-ethischer, verfassungs-staatlicher, bio-ethischer und zuletzt christlich-ethischer Perspektive. Ein Exkurs in die ideengeschichtliche Tradition der Menschenwürde wird vorangestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Exkurs: Ideengeschichtliche Tradition der Menschenwürde

3. Begriffsklärung und Inhalt der Menschenwürde

3.1 Die Sonderstellung des Menschen in der Natur

3.2 Menschenwürde interkulturell

3.3 Die Würde des Menschen in der Philosophischen Ethik

3.4 Ein höchstes Moral- und Rechtsprinzip der Menschenwürde in der Verfassung

4. Der Streit um die Menschenwürde

4.1 Biomedizin und Menschenwürde

5. Religiöse Inhalte in einer demokratischen Verfassungsstaat

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den normativen Gehalt der Menschenwürde im Spannungsfeld zwischen moderner Biomedizin, säkularem Rechtsverständnis und christlicher Ethik, um den Ursprung und die Unantastbarkeit dieses Grundwertes in der heutigen Gesellschaft zu klären.

  • Ideengeschichtliche Entwicklung und Definition der Menschenwürde
  • Die Sonderstellung des Menschen und interkulturelle Perspektiven
  • Ethische Begründung nach Kant und Bedeutung im Grundgesetz
  • Konfliktfelder in der Biomedizin und Sterbehilfe-Debatte
  • Verhältnis von religiöser Begründung und säkularem Staat

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Sonderstellung des Menschen in der Natur

Nach Otfried Höffe ist die Würde des Menschen aufgrund seiner höchsten Stellung in der Rangordnung innerhalb der Natur weder an spezifisch religiöse noch an metaphysische Annahmen gebunden. „Ihm liegt vielmehr die erneut säkulare, von einer elementaren Naturkenntnis leicht belegbare Einsicht zugrunde, dass die Naturwesen sich nach Stufen wachsender Differenziertheit und zunehmender Leistungsfähigkeit anordnen lassen.“ Die Pflanzen können mehr als die Mineralien, Tiere besitzen wiederum mehr Fähigkeiten als die Pflanzen. Innerhalb der Pflanzen- und Tierwelt muss man jedoch die Zusammenhänge innerhalb ihrer Rangstufen beachten. Die Primatenforschung lehrt, dass Schimpansen eine kognitiv deutlich höhere Fähigkeit als die anderen Tiere besitzen, wie das Leben in wohlgeordneten Gemeinschaften und eine gewisse Lern- und Abstraktionsfähigkeit.

Für Höffe ist es wichtig, dass allein im Blick auf die unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten in der Natur, also ohne spezifisch religiöse Annahmen, Naturphilosophie und Naturwissenschaften von Rangstufen in der Natur sprechen können. Zuerst kommt die relativ geringste Würde der unbelebten Natur zu, dann eine höhere der Pflanzenwelt und eine noch höhere der Tierwelt. Im der Tierwelt genießen die Primaten die höchste Würde. Eine noch höhere, hierarchisch höchste Würde innerhalb der Natur, besitzt der Mensch. Höffe folgert weiter und behauptet, „wer dem Menschen den absoluten Wert der Würde zuspricht, muss die relative Würde den Tieren und Pflanzen, selbst gewissen Mineralien zusprechen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Aktualität des Streits um die Menschenwürde, insbesondere durch den technologischen Druck der Biomedizin und die Bedrohungen der Menschenwürde in der modernen Gesellschaft.

2. Exkurs: Ideengeschichtliche Tradition der Menschenwürde: Dieser Abschnitt zeichnet die historische Entwicklung der Menschenwürde von altbabylonischen Weisheitstexten und der chinesischen Philosophie bis hin zur Renaissance und dem stoischen Erbe nach.

3. Begriffsklärung und Inhalt der Menschenwürde: Hier werden die etymologischen Wurzeln von „Mensch“ und „Würde“ untersucht und die philosophische sowie verfassungsrechtliche Einordnung vorgenommen.

4. Der Streit um die Menschenwürde: Dieses Kapitel analysiert die Kontroverse um eine mögliche Relativierung der Menschenwürde und die daraus resultierenden Konsequenzen für die biomedizinische Forschung.

5. Religiöse Inhalte in einer demokratischen Verfassungsstaat: Es wird das Gespräch zwischen Jürgen Habermas und Kardinal Ratzinger über das Verhältnis von säkularer Vernunft und religiöser Überlieferung im demokratischen Diskurs erörtert.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Der Autor resümiert, dass die christliche Ethik ein notwendiges Korrektiv für das säkulare Verständnis der Menschenwürde darstellt, um diese vor einer funktionalen Aushöhlung zu schützen.

Schlüsselwörter

Menschenwürde, Biomedizin, Grundgesetz, Kant, Ethik, Gottesebenbildlichkeit, Sterbehilfe, säkulare Vernunft, Autonomie, Selbstbestimmung, Menschenrechte, Stammzellenforschung, Christentum, Wertesystem, Rechtsphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der moraltheologischen und philosophischen Begründung der Menschenwürde und deren Schutz in der heutigen Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die medizinisches Ethik, die ideengeschichtliche Herleitung der Würde, der verfassungsrechtliche Status sowie die Rolle von Religion im modernen demokratischen Staat.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den normativen Kern der Menschenwürde freizulegen und zu prüfen, ob dieser rein säkular oder nur durch eine religiöse Fundierung absolut unantastbar bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systematische Analyse philosophischer, ethischer und rechtswissenschaftlicher Positionen sowie den Diskurs zwischen säkularen und christlichen Denkern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine ideengeschichtliche Herleitung, eine Begriffsklärung, die Diskussion um biomedizinische Herausforderungen und die Debatte um die Legitimation religiöser Inhalte im Verfassungsstaat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Menschenwürde, Grundgesetz, Biomedizin, Ethik und der Dialog zwischen Glauben und Vernunft.

Warum ist das Verständnis der Menschenwürde laut Autor heute so schwierig?

Laut Autor führen der rasante medizinische Fortschritt und eine Leistungsgesellschaft, die Werte oft nur noch funktional betrachtet, zu einer Relativierung der eigentlich als unantastbar definierten Würde.

Wie steht der Autor zur Sterbehilfe-Debatte?

Der Autor argumentiert auf Basis christlicher Ethik, dass eine rein auf Autonomie basierende Argumentation Sterbende entmenschlicht und dass das Leben als absolut schützenswerte Bedingung der Selbstbestimmung erhalten bleiben muss.

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Details

Title
Menschenwürde konkret
Subtitle
Ethische Herausforderungen der neueren Medizin
College
Philosophic and Theologic University in Vallendar
Course
Seminar: Ethische Herausforderungen der neueren Medizin
Grade
1.0
Author
Dipl.-theol. Marius Trzaski (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V141932
ISBN (eBook)
9783640499199
ISBN (Book)
9783640498963
Language
German
Tags
Menschenwürde Ethische Herausforderungen Medizin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-theol. Marius Trzaski (Author), 2006, Menschenwürde konkret, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141932
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