Ziel dieses Assignments ist die Identifikation von Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen zwischen dem AGIL-Schema sowie dem Konzept des agilen Projektmanagements. Dieses Ziel untergliedert sich in zwei Unterziele: (1) Detaillierung der Wesensmerkmale und Gestaltungserfordernisse des AGIL-Schemas und agilen Projektmanagements sowie (2) Vergleich des AGIL-Schemas und dem Konzept des agilen Projektmanagements zur Identifikation der Gemeinsamkeiten und der Abgrenzungen. Um eine Wissensbasis zu schaffen, werden zunächst in den theoretischen Grundlagen die im Rahmen dieser Arbeit relevanten Informationen vermittelt. Das Kapitel beinhaltet somit die Begriffsdefinition und Herkunft des Begriffs „Agilität“. In den darauffolgenden zwei Kapiteln werden die Wesensmerkmale und Gestaltungserfordernisse des AGIL-Schemas von Talcott Parson sowie des agilen Projektmanagements im Rahmen einer Literaturrecherche detailliert beschrieben. Entsprechend wird das Unterziel (1) in den Kapiteln drei und vier erfüllt. Im fünften Kapitel erfolgt zur Erfüllung des zweiten Unterziels der Vergleich des AGIL-Schemas mit dem Konzept des agilen Projektmanagements. Ergebnis des Vergleichs sind die Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen der beiden Modelle. Zum Schluss wird die Arbeit kritisch reflektiert und ein Fazit gebildet-
Im Zusammenhang mit der zunehmenden Vernetzung, Globalisierung und Digitalisierung für Unternehmen (auch oft VUCA genannt) ist der Begriff „Agilität“ aus der Organisationslehre und dem Komplexitätsmanagement nicht mehr wegzudenken. Hierbei wenden Systeme wie Unternehmen agile Vorgehensweisen, Methoden und Elemente an, um sich kontinuierlich den herausfordernden Gegebenheiten anpassen zu können. Als Pionier für den gegenwärtigen „Hype“ in der Wirtschaft wird fälschlicherweise Talcott Parsons mit seinem systemtheoretischem Modell „AGIL-Schema“, ein Schema als Erklärungsansatz für die Selbsterhaltung von Systemen, anerkannt. Doch wenn es sich hierbei um einen Irrtum handelt, bestehen keine Relationen zwischen Parsons AGIL-Schema und den heutzutage angewendeten agilen Methoden und Elementen? Die vorliegende wissenschaftliche Ausarbeitung beschäftigt sich mit der näheren Analyse der verschiedenen Modelle und Methoden zur Beantwortung dieser Frage.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Begriffsdefinition der Agilität
2.1 Terminologie „agil“ im Kontext des AGIL-Schemas
2.2 Terminologie „agil“ im Kontext der Organisationslehre
3 Das AGIL-Schema von Talcott Parson
3.1 Die Phasen des Agil-Schemas
3.2 Achsen des AGIL-Schemas
3.3 Erweiterungen des AGIL-Schemas
4 Agiles Projektmanagement
4.1 Das agile Manifest
4.2 Agile Vorgehensmodelle
5 Vergleich AGIL-Schema und agiles Projektmanagement
5.1 Abgrenzung AGIL-Schema und agiles Projektmanagement
5.2 Gemeinsamkeiten
5.3 Schlussfolgerung
6 Kritische Reflexion
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis und mögliche Gemeinsamkeiten zwischen dem soziologischen AGIL-Schema von Talcott Parsons und dem modernen Konzept des agilen Projektmanagements, um der fälschlichen Annahme einer direkten inhaltlichen Vorreiterrolle entgegenzuwirken. Die Forschungsfrage fokussiert sich auf die Identifikation fachlicher Abgrenzungen sowie potenzieller systemtheoretischer Parallelen in Zeiten von zunehmender Unternehmensvernetzung und Volatilität.
- Analyse des systemtheoretischen AGIL-Schemas nach Talcott Parsons
- Untersuchung der begrifflichen Herkunft von „Agilität“ in verschiedenen Disziplinen
- Detaillierung von Elementen des agilen Projektmanagements (z.B. Scrum)
- Vergleichende Gegenüberstellung soziologischer und organisationslehre-basierter Modelle
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit beider Konzepte auf moderne Anforderungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Phasen des Agil-Schemas
Das AGIL-Schema wird in vier Phasen unterteilt:
- Phase A (Adaption): Im Rahmen der Phase „A“ bezieht sich Parson auf die Fähigkeit eines sozialen Systems, sich an die veränderten Bedingungen der Umwelt anzupassen.
- Phase G (Goal Attainment): Im Rahmen der Phase „G“ wird die Fähigkeit eines Systems beschrieben, Werte und Ziele zu setzen beschrieben. Auch das Streben nach Zielerreichung anhand geeigneter Maßnahmen fällt in diese Phase.
- Phase I (Integration): In der Phase „I“ wird die Fähigkeit „Streben nach maximaler Systemintegration“ beschrieben. Das bedeutet, dass das soziale System nach vollständigem Zusammengehörigkeitsgefühl und Akzeptanz der Individuen innerhalb des Systems strebt.
- Phase L (Latent): In der Phase „L“ wird die Fähigkeit eines sozialen Systems nach Bewahrung grundlegender Strukturen wie systemspezifischer Werte, Normen und Kultur beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Agilitätsbegriffs im VUCA-Kontext und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen vor.
2 Begriffsdefinition der Agilität: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Herkunft des "agil"-Begriffs sowohl aus der soziologischen Perspektive Parsons als auch aus der modernen Organisationslehre.
3 Das AGIL-Schema von Talcott Parson: Hier wird das systemtheoretische Modell mit seinen vier Phasen und der systemischen Achsenzuordnung systematisch dargelegt.
4 Agiles Projektmanagement: Dieses Kapitel definiert agile Werte, Prinzipien und Vorgehensmodelle wie Scrum als praktische Instrumente für moderne Produktentwicklung.
5 Vergleich AGIL-Schema und agiles Projektmanagement: In diesem Teil erfolgt die Identifikation von Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten der beiden Modelle hinsichtlich Anwendungsbereich, Zielsetzung und theoretischer Basis.
6 Kritische Reflexion: Der Autor hinterfragt die methodischen Limitationen der Arbeit, insbesondere die Literaturauswahl und die Komplexität der Modellvergleiche.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass trotz unterschiedlicher Anwendungsfelder beide Modelle wertvolle Adaptionsmechanismen für dynamische Umwelten bieten.
Schlüsselwörter
Agilität, AGIL-Schema, Talcott Parsons, Projektmanagement, Scrum, Systemtheorie, Organisationslehre, Adaption, Zielerreichung, Integration, Latent-Pattern-Maintenance, VUCA, Prozessmanagement, Soziale Systeme, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Unterschiede und etwaige Parallelen zwischen dem soziologischen AGIL-Schema von Talcott Parsons und dem heutigen agilen Projektmanagement.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Organisationslehre, Systemtheorie, agiles Projektmanagement sowie die etymologische und fachliche Einordnung des Begriffs "Agilität".
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob Parsons' AGIL-Modell tatsächlich als Ursprung agiler Methoden in der Wirtschaft betrachtet werden kann, oder ob hier eine wissenschaftliche Fehlannahme vorliegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktiv-analytische Methode auf Basis einer systematischen Literaturrecherche, um die verschiedenen Begriffsdefinitionen und Konzepte gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des AGIL-Schemas, die Darstellung agiler Vorgehensmodelle (mit Fokus auf Scrum) und den direkten Vergleich beider Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Agilität, AGIL-Schema, Systemtheorie, Scrum, Adaptionsfähigkeit, Zielorientierung und soziale Systeme.
Warum wird zwischen dem AGIL-Schema und dem modernen agilen Projektmanagement deutlich unterschieden?
Weil das AGIL-Schema ursprüngliche soziologische Funktionssysteme theoretisch analysiert, während das agile Projektmanagement ein praktischer Ansatz für die Steuerung spezifischer Arbeitsergebnisse in der Industrie ist.
Welchen Stellenwert nimmt die "Kultur" im Rahmen dieser Untersuchung ein?
Die Kultur wird als verbindendes Element identifiziert, da sowohl das AGIL-Schema (Phase L) als auch moderne agile Methoden betonen, dass gemeinsame Werte und Normen die Basis für eine erfolgreiche Systemstabilität bilden.
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- O. Karakaya (Author), 2023, AGIL-Schema vs. Agiles Projektmanagement. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1419571