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Das Thema Sexarbeit aus dem Blickwinkel der queeren Anthropologie

Sexarbeit queer gelesen

Titel: Das Thema Sexarbeit aus dem Blickwinkel der queeren Anthropologie

Bachelorarbeit , 2023 , 45 Seiten , Note: 1

Autor:in: Lena Mittendorfer (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sexarbeit ist ein Thema, das in akademischen Disziplinen, ebenso wie in moralischen, feministischen und soziokulturellen Diskursen stark umstritten ist. Die Debatten darüber reichen von der unfreiwilligen Ausübung der Sexarbeit, Menschenhandel und Unterdrückung bis hin zur Selbstermächtigung, Empowerment und Kampf um Arbeitsrechte. Im alltäglichen Diskurs hingegen ist Sexarbeit primär eins: Ein sehr großes Tabuthema – die Stigmatisierung und Marginalisierung Sexarbeitender, die damit einhergeht, ist evident. Einen Grund dafür sehe ich in der Abweichung der Sexarbeit von heteronormativen Vorstellungen in der Gesellschaft, die den Idealzustand von Sexualität als heterosexuell, monogam, unentgeltlich, ehelich und beschränkt auf den privaten Bereich konstruieren. Auch queere Lebensweisen stellen einen Bruch mit heteronormativen Vorstellungen dar und werden gesetzlich, sowie gesellschaftlich bis heute abgewertet. Die Verschränkung dieser beiden Abweichungsformen von der Heteronormativität soll in dieser Arbeit behandelt werden.

Durch meine erste Recherche bemerkte ich, dass Sexarbeit – sei es in politischen, wie auch in akademischen Debatten – fast immer als heterosexuell, beziehungsweise als Dienstleistung beschrieben wird, die cis Frauen für cis Männer anbieten. Queere Sexarbeit hingegen wird kaum thematisiert. Daher soll in dieser Bachelorarbeit das Thema Sexarbeit aus einer queeren Perspektive, die über die Heteronormativität hinausgeht, beforscht werden. Diese Sichtweise soll die Möglichkeit eröffnen, die Fluidität von Geschlechtern, Geschlechterrollen und Sexualität zu erforschen und gleichzeitig einen Raum für die Auseinandersetzungen und Herausforderungen nicht-heteronormativer Diskurse in und über Sexarbeit bieten.

Die Arbeit zielt aber darauf ab, nicht bei einer queeren Perspektive stehenzubleiben, sondern sich der Thematik aus einer queer-anthropologischen Sichtweise zu nähern. Die Kultur- und Sozialanthropologie interessiert sich seit jeher dafür, wie normative Konzepte kulturelle Symbole beeinflussen und Bedeutungszuschreibungen dadurch generiert werden. Auch soziale hierarchische Beziehungen und Machtungleichheiten werden in diesem Kontext schon lange thematisiert. Wie sich das Interesse an Sexualität(en) im Laufe der Zeit in der Disziplin der Kultur- und Sozialanthropologie verändert hat, und schließlich ein Blickwinkelwechsel in Richtung der Queer Theory stattfand, soll schließlich ebenfalls eruiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsleitende Fragen

1.2. Stellenwert des Themas und persönlicher Zugang

1.3. Methodik

2. Gesellschaftliche Kontextualisierung von Sexarbeit

2.1. Geschichtliche und rechtliche Aspekte von Sexarbeit

2.2. Zwischen patriarchaler Ausbeutung und Selbstbestimmten Handlungsmöglichkeiten - Diskurse zu Sexarbeit im Feminismus

2.2.1. Contra Prostitution

2.2.2. Pro Sexarbeit

3. Die Queer Theory

3.1. Entstehung der Queer Theory

3.2. Theorie von Foucault

3.3. Theorie und Relevanz von Judith Butler

3.4. Theorie von Rubin

4. Einführung in die Gender- und Queere Anthropologie

4.1. Die Anthropologie und ihr Interesse an Gender:

4.2. Die Anthropologie und das Interesse an Sexualität

4.3. New Queer Anthropology und Critical Queer Studies

5. Analyse der Sexarbeit durch die Perspektive der New Queer Anthropology

5.1. Ist Sexarbeit queer?

5.2. Mehrfachdiskriminierung und Stigmatisierung in der (queeren) Sexarbeit

5.3. Zu den subversiven Potentialen der (queeren) Sexarbeit

6. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Sexarbeit aus der Perspektive der queeren Anthropologie, um das Thema jenseits heteronormativer Diskurse zu beleuchten, Subversionspotenziale aufzuzeigen und die Heterogenität von Sexarbeitenden intersektional zu analysieren.

  • Dekonstruktion heteronormativer Vorstellungen von Sexarbeit
  • Verbindung von Queer Theory und kultur-sozialanthropologischen Ansätzen
  • Intersektionale Analyse von Mehrfachdiskriminierung und Stigmatisierung
  • Untersuchung subversiver Potenziale in der Sexarbeit als "Erotic Labour"

Auszug aus dem Buch

Much of what sex workers do can be described in terms of mimetic play, an overt assumption of the feminine role in order to exploit it. When sex workers perform femininity, we purposefully engage in an endless repetition of heteronormative gender codes for economic gain. Using femininity as an economic tool is a means of exposing its constructedness and reconfiguring its meanings. While some feminists argue that sex workers reinforce sexist norms, I would say that the act of making men pay is, in fact, quite subversive (Pendleton 1997, 78).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problemstellung ein, Sexarbeit als heteronormatives Tabu zu hinterfragen und stattdessen eine queere sowie queer-anthropologische Perspektive einzunehmen.

2. Gesellschaftliche Kontextualisierung von Sexarbeit: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über Sexarbeit sowie eine Analyse der feministischen Diskurse zwischen der Forderung nach Abschaffung und der Anerkennung als Arbeit.

3. Die Queer Theory: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Queer Theory dargelegt, insbesondere unter Bezugnahme auf Foucault, Butler und Rubin, um die Konstruktion von Geschlecht und Sexualität zu dekonstruieren.

4. Einführung in die Gender- und Queere Anthropologie: Dieses Kapitel verortet das Interesse der Anthropologie an Gender und Sexualität in der Geschichte und führt in die Strömungen der New Queer Anthropology und Critical Queer Studies ein.

5. Analyse der Sexarbeit durch die Perspektive der New Queer Anthropology: Hauptteil der Arbeit, in dem Sexarbeit unter anderem als mögliches "queeres" Feld und hinsichtlich intersektionaler Diskriminierungsformen sowie subversiver Potenziale untersucht wird.

6. Conclusio: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass Sexarbeit weder rein als Opferrolle noch als durchgehend emanzipatorisch zu betrachten ist, sondern eine differenzierte, intersektionale Betrachtung erfordert.

Schlüsselwörter

Sexarbeit, Queer Theory, Queere Anthropologie, Heteronormativität, Gender, Sexualität, Intersektionalität, Stigmatisierung, Subversion, New Queer Anthropology, Empowerment, Machtverhältnisse, Körperarbeit, Erotic Labour, Diskursanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Thema Sexarbeit aus dem Blickwinkel der queeren Anthropologie und untersucht diese nicht als einseitiges, heteronormatives Phänomen, sondern als ein komplexes Feld, das sowohl Stigmatisierung als auch Möglichkeiten zur Subversion bietet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Queer Theory mit kultur- und sozialanthropologischen Perspektiven, um Sexarbeit hinsichtlich ihrer sozialen, historischen und rechtlichen Kontextualisierung sowie ihrer Einbettung in Machtstrukturen zu hinterfragen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Sexarbeit als heterogenes Feld zwischen Stigmatisierung und Selbstbestimmung mit Hilfe der queeren Anthropologie zu analysieren und danach zu fragen, welche Aspekte der Mehrfachdiskriminierung sowie welche Potenziale sich daraus ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert als theoretische Bachelorarbeit auf einer fundierten Auswertung und Analyse von Literaturquellen, um interdisziplinäre Theorien miteinander in Verbindung zu setzen und einen queer-anthropologischen Ansatz zu formulieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich theoretisch mit der Queer Theory (Foucault, Butler, Rubin), der Entwicklung der queeren Anthropologie sowie mit der konkreten Analyse von Sexarbeit als mögliches "queeres" Phänomen, ihrer Stigmatisierung und ihrem subversiven Potenzial.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sexarbeit, Queer Theory, queere Anthropologie, Heteronormativität, Gender, Intersektionalität, Stigmatisierung und subversives Potenzial.

Welche Rolle spielt die "New Queer Anthropology" für die Analyse?

Sie dient als theoretisches Instrumentarium, um über tradierte, rein sex-zentrierte Analysen hinauszugehen und Sexarbeit als intersektionales Feld zu begreifen, das eng mit globalen Machtverhältnissen und Wissensweisen verwoben ist.

Wie unterscheidet sich die hier eingenommene Perspektive von klassischen feministischen Ansätzen?

Im Gegensatz zu radikalfeministischen Ansätzen, die Sexarbeit pauschal als patriarchale Ausbeutung ablehnen, versucht die Arbeit, durch die queere Anthropologie eine differenziertere Sicht auf die Handlungsspielräume und dekonstruktiven Potenziale von Sexarbeitenden zu werfen, ohne die problematischen Machtungleichheiten zu ignorieren.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Thema Sexarbeit aus dem Blickwinkel der queeren Anthropologie
Untertitel
Sexarbeit queer gelesen
Hochschule
Universität Wien  (Kultur- und Sozialanthropologie)
Note
1
Autor
Lena Mittendorfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
45
Katalognummer
V1419709
ISBN (PDF)
9783346973337
ISBN (Buch)
9783346973344
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sexarbeit Queere Anthropologie Queer Theory Intersektionalität Zwischen Selbstbestimmung und Stigmatisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Mittendorfer (Autor:in), 2023, Das Thema Sexarbeit aus dem Blickwinkel der queeren Anthropologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1419709
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Leseprobe aus  45  Seiten
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